Hallo Elke
ich hab mir jetzt die Finger wund gegoogelt, aber serioese
Studien kann ich nicht finden
Eben, ging mir auch so. Meine unwissenschaftliche Erfahrung mit zu kleiner stichprobe kann die Aussage aber nicht bestätigen.
Uns wurde die Information, dass eine Entscheidung zur Adoption
schwieriger zu verarbeiten sei als eine Abtreibung als damals
Noch-Nicht-Adoptiveltern von den Sozialarbeitern geliefert.
Mir war das damals einleuchtend, weil eine Abtreibung doch
immer etwas abgeschlossenes ist, waehrend eine Adoption nie
einen Endpunkt hat.
Ist eine argumentaion. Aber eventuell als Mörder dazustehen, bei jedem Kind das etwa das Alter hat zu denken, mein kind wäre jetzt etwa auch so alt, wenn es noch leben würde, spricht dafür dagegen
Serioese Studien sind generell schwer zu finden - nicht weil
das Thema nicht untersucht wuerde (im Gegenteil), sondern weil
die Studien immer 20, 30 Jahre zu spaet greifen. Adoption
oder Abtreibung wurde vor 20 Jahren eben in einem ganz anderen
Umfeld getaetigt, der auch die Verfassung der Herkunftsmuetter
Jahre spaeter noch beeinflusst. Wie es den Herkunftsmuettern
der heutigen Adoptivkinder geht, kann man erst wieder in
spaeteren Jahren beurteilen.
Stimmt
Aber eines ist ohne Studie ganz sicher:
Die allermeisten Kinder die adoptiert wurden sind froh, dass sie nicht abgetrieben wurden. Und die allermeisten Adoptiveltern in Westeuropa auch, dass sie so zu einem ind kamen. Sind immerhin 2 klare Voten für die adoption gegen ein etwas unsicheres Votum.
Bei vielen Hits bin ich bei Pro-life-Seiten gelandet, in denen
das Bedauern und die Schuldgefuehle von Frauen, die
abgetrieben haben, breitgetreten werden - Herkunftsmuettern
wird diese Publizitaet immer noch groesstenteils verweigert.
Waehrend eine Frau, die abgetrieben hat, als ‚gereift‘
verstanden wird (sie bedauert eine schlechte Entscheidung),
wird Herkunftsmuettern, die mit der Adoption hadern,
unterstellt, dass sie egoistisch sind: dem Kind geht’s ja in
den meisten Faellen gut, ihr Bedauern bezieht sich also nur
auf sich selbst. Das das nicht fair ist
Die Einteilung zu gereift etc finde ich auch nicht richtig. Aber was ist dem Kind geht’s ja in
„den meisten Faellen gut, ihr Bedauern bezieht sich also nur
auf sich selbst.“ nicht fair bzw unwahr?
und oft auch nicht
den Tatsachen entspricht (nicht jede Adoption ist eine gute
Adoption, nicht jeder Adoptierte findet sich ohne Probleme mit
seiner Identitaet zur recht, nicht jede Adoption ware ein
letztes Mittel), wird oft verschwiegen.
Also Deinem oft widerspreche ich klar. Kenne einige Adoptivkindern, alle sind froh, dass sie leben. Klar gibt es da ausnahmen, die die Regel bestätigen
Herkunftsmütter
werden nur so lange als selbstlos und bewundernswuerdig
dargestellt, bis man von ihnen das hat, was man will: ihr
Kind. Danach sollen sie bitte sang- und klanglos verschwinden
und sich im Stillen darueber freuen, dass es ihrem Kind besser
geht. Das ist ein total unrealistisches Verlangen.
Das stimmt. Wenn das Kind tot ist, würden sie sich aber auch nicht mehr für das Kind interessieren, oder? Hättest Du aber eine gute Idee, wie man es ansders machen könnte mit der Adoption?
Da heute bei inlaendischen Adoptionen immer oefter ein Modell
der ‚offenen Adoption‘ gepflegt wird (d.h. es gibt Kontakte
zwischen den A-Eltern und den H-Eltern), ist es fuer die
H-Eltern leichter geworden, mit der Abgabe umzugehen. Leicht
wird es nie sein, genausowenig wie eine Abtreibung leicht
fallen kann.
Vieleicht ist dies die Lösung. Wie gesagt e gibt 3 Beteiligte, für 2 ist die adoption in der klaren Mehrzahl besser als die Abtreibung und bei der leiblichen mutter kann nicht bewiesen werden, dass es in der mehrzahl auch nicht so ist.
Wenn mir mal was in die Haende faellt, werd ich drauf
aufmerksam machen, okay? Ich lese gerade in letzter Zeit
wieder mehr ueber das Thema, es koennte also geschehen…
Oh ja, würde mich sehr interessieren. besten Dank im voraus
Beat