Hallo Tamara,
das Verhalten des Sohnes deiner Bekannten habe ich schon häufig bei Kindern erlebt. Die Ursachen hierfür sind manigfaltig, in der Regel liegen sie in der Interaktion zwischen Mutter (bzw. Eltern) und Kind begründet.
Mögliche Ursachen für ein derartiges Verhalten sind z.B.:
-Er reagiert auf einen „Missstand“ im Familienleben. (Gibt es einen Vater? Falls nein, wie lange ist die Trennung her? Gibt es ein kleines Geschwisterchen, auf das er eifersüchtig sein könnte? Geht die Mutter auf ihn ein, nimmt sie sich Zeit für ihn, schenkt sie ihm Aufmerksamkeit?)
-Deine Bekannte ist nicht fähig, ihm klare Grenzen aufzuzeigen.
-Das Kind sucht sich Aufmerksamkeit über die negative Schiene.
-Wenn er schlecht spricht kann es ihn aggressiv machen, dass er z.B. im Kindergarten eine Außenseiterposition hat, weil er sich nicht verständlich machen kann.
-Eine Theorie, die Eltern lieben (weil sie dann alle Ursache beim Kind finden) ist die, dass das Kind sich nicht spürt und deshalb so aggressiv sei und mit allem, was sie dann noch so finden, weil sie´s finden wollen, diagnostizieren sie eine ADHS-Störung (wovon ich allerdings gar nichts halte).
Du siehst, Möglichkeiten über Möglichkeiten… - allein mit der Theorie ist hier keinem geholfen.
Interessant wäre in diesem Zusammenhang: Zeigt der Sohn a) das Verhalten schon lange? oder b) ist es neu?
Im Falle von b) wäre wichtig: gab es einhergehend mit der Verhaltensänderung eine Veränderung im Leben/im Umfeld des Jungen?
Im Falle von a) sollte sie sich an eine Erziehungsberatungsstelle wenden, ansonsten hat sie in 10 Jahren wahrscheinlich ein massives Problem.
Falls sie das nicht möchte, könnte sie zum Beispiel erstmal im Kindergarten um ein Gespräch bitten.
Weitere mögliche Frage: Wie ist sein Verhalten im Kindergarten? a) genauso b) dort unbekannt
Im Falle von b) läge nahe, dass das Verhalten des Kindes eine Reaktion auf die Mutter-Kind-Interaktion ist.
Was deinen Zwiespalt betrifft, so finde ich es diesbezüglich genauso schwierig, dir einen Tipp zu geben. Viele Möglichkeiten hast du m.E. nicht. Entweder du erduldest das Gezänke, stählst deine Nerven und Ohren, intervenierst und investierst
oder du ziehst dich zunehmend raus, entweder indem du es offen aussprichst, warum du die Freundschaft nicht mehr möchtest oder aber schleichend.
(I.d.R. bin ich ein Freund offener Worte, in diesem Falle fände ich jedoch die „schleichende Methode“ angebrachter: Deine Freundin ist eh schon überfordert mit ihrem Sohn und wahrscheinlich ist dieser auch noch stigmatisiert. Wenn du ihr nun die Freundschaft kündigst aufgrund der Streitereien, könnte es passieren, dass sie die Schuld auf den Sohn projeziert und die Spannungen zwischen beiden noch größer werden)
Oder aber du verabredest dich nur noch mit ihr alleine. Kinder zum Vater, zur Oma, zum Babysitter oder sonstwo und ihr macht einen gemütlichen „Weiberabend“ 
Eine Möglichkeit, was du vllt. tun könntest, wäre ihr klar zu machen, dass es keine Schande ist, sich Hilfe zu holen.
Liebe Grüße,
jeanne