Hallo zur abschließenden Klärung.
Nachtrag: Mußte den Kommentar nochmal neu schreiben, weil alles plötzlich weg war
…
die, die für den Großteil der Probleme heutzutage
direkt, *direkt*, verantwortlich sind.
Naja, daß ist jetzt aber auch etwas polemisch. Zumal
das Welt- und Menschenbild der Konservativen, soweit
sowas überhaupt geschlossen existiert (da bin ich mir
nicht so sicher), auch nicht eben bessere Früchte
getragen hat.
Das mag stimmen, geht aber am Kern der Sache vorbei, denn 1. pflege ich kein konservatives Weltbild und 2. bin ich nicht von einem ausgegangen. Daher hebt mich der Fingerzeig auf die Konservativem überhaupt nicht an.
Polemisch ist es ganz und gar nicht; ich habe extra in der Liste die Dinge aufgeführt, die inzwischen eben *nachweisbar* sind und/oder sich tagtäglich empirisch beobachten lassen. Beispielsweise beklagen die führenden Demographen seit Jahren den spürbaren Erziehungsnotstand der Republik.
Alles hat doch immer zwei Seiten.
Sicher - nur begreifen die meisten nicht, daß der Mensch ein in zwei ziemliche Extreme zerrissenes, metaphysisches Wesen ist - sich demzufolge auch ein solches Denken ausgebildet hat und echte Fortschritte stets nur mit Hybridlösungen (Mischlösungen) zu erreichen sind. Das zeigt die Geschichte eindeutig, und die Geschichte zeigt auch, daß oft „Kompromiß“ das Gegenteil einer wirkungsvollen Hybridlösung ist.
Also bspw. nicht liberal gegen konservativ, sondern beides gleichzeitig in dem bekannten „Widerstreit der Kräfte“, wie es Goethe nannte und als eines der zentralen Themen im Faust verarbeitete.
Man betrachte das gescheiterte Menschenbild.
Das verstehe ich nicht. Gefällt Dir die klassische
Rollenaufteilung besser? Oder meinst Du, die linken
hätten sich beim Glauben an das Gute im Menschen
geirrt?
Im ersten Moment mag man es ja als Errungenschaft betrachten, die klassische Familie gebrochen zu haben. Doch statt bspw. die klassische Familie liberaler umzubauen oder Alternativen parallel dazu zu bieten, wurde das Grundelement einer jeden menschlichen Gemeinschaft - die Familie - radikal ausgelöscht. Nicht Modernisierung fand statt (wie es die 68er oft behaupten, um noch gut wegzukommen), sondern die Familie als solche wurde rigoros durch die „Kommune 1“ und die „freie Liebe“ ersetzt.
Die Ernte fahren wir heute ein: Geburtenrückgang, Einkindehen, Nullkindehen, tagtäglich mehr und mehr schwindender Gemeinsinn.
Neueste Erkenntnis: Einzelkinder und/oder Kinder mit geringer/unregelmäßiger Kindergartenerfahrung tendieren selsbt stark dazu, kinderarm oder kinderlos zu werden. Mit anderen Worten: In diese Gesellschaft ist Gift bis aufs Mark eingedrungen und die mittelfristigen Entwicklungen sind so gut wie unumkehrbar festgelegt. Nicht nur, daß JETZT die Kinder fehlen, sie werden auch in Zukunft fehlen, WEIL sie jetzt schon fehlen.
Man betrachte den gescheiterten Versuch in Sachen
Pädagogik an Schulen.
Kann ich so nicht nachvollziehen. Für mich ist das
dogmatisches Festhalten am Dreigliedrigen System, eine
Herzensache der Konservativen, jedenfalls pädagogisch
ziemlich fragwürdig.
Das mag stimmen, ist aber auch keine Ausrede - die Linken haben ebensowenig den Finger krumm gemacht. Keiner der Genossen der BRD wollte bis 1990 etwas hören von den Genossen hinter dem Eisernen Vorhang in Sachen Ganztagsbetreuung und Schulstruktur.
Wie sagte es ein einstiger Bundeskanzler: „Die Linken bestreiten alles, nur nicht ihren Lebensunterhalt“. Mag dieser Satz im allgemeinen natürlich Unfug sein, so trifft er auf die damalige und in Teilen eigentlich noch auf die heutige BRD-Linke zu.
Außerdem haben seinerzeit vor
allem die „Linken“ eine Lehre an Schulen ermöglicht die
frei von körperlicher Züchtigung war.
Das mag stimmen, hier treten Dir jetzt aber Deine „zwei Seiten“ ans Bein. Die Linken mögen die „Methode Ohrfeige“ abgeschafft haben, doch haben sie gleich das gesamte Wertefundament einer Schule mit aus dem Fenster gekippt; regelrecht zerstört wurde die „Erziehungsanstalt Schule“ und zur reinen abstrakten, kuschligen „Bildungseinrichtung“ entstellt. Es wurde einfach zuweit getrieben und die Probleme erntet man heute.
Man betrachte das gescheiterte bundesrepublikanische
Bildungssystem.
Das scheitert gerade durch die vollkommen
schwachsinnige Föderalismusreform, die Einführung von
BA und MA sowie Studiengebühren und einer vollkommenen
Unterfinanzierung. Eine Politik die stark von den
Bürgerlichen Parteien gefördert wird.
Das mag *jetzt* stimmen, übersieht aber die „zweite Seite“ - diesen Mangel des Systems, dieses Gehabe in der Tradition eines Deutschen Bundes hätte man schon vor *Jahrzehnten* eliminieren KÖNNEN und MÜSSEN.
Man betrachte den gescheiterten Versuch in Sachen
antiautoritärer Erziehung.
Punktuell richtig. Die Autoritäre Erziehung hat ein
paar Jährchen davor aber auch nicht wirklich gut
funktioniert, was?
Das nun wieder ist tatsächlich polemisch. Wer beim Schlagwort „autoritäte Erziehung“ durch die Blume auf die Nazizeit oder auf Zeiten der körperlichen Züchtigung weist, hat in einer sachlichen Diskussion nichts zu suchen, weil damit ein regelrechtes Abwürgen des Themas stattfindet.
Übrigens ist „autoritäre Erziehung“ eine Tautologie („tote Leiche“, „grünes Gras“, „tiefe Kluft“, …) und „antiautoritäre Erziehung“ ist eine Absurdität -
Erziehung IST von Natur aus STETS autoritär.
Hier sieht man, welch unsinnige Ausmaße der 68er-Versuch eigentlich trägt und welche fatalen Konsequenzen dies heutzutage eben mitsichbringt.
Man betrachte das blindwütige Dem-Verfall-preisgeben
von gesellschaftlichen Normen und Werten.
Wenn Politiker die sich christlich nennen und bis über
beide Ohren in Korruptionsskandalen, Waffenschiebereien
und Geldwäsche verstrickt sind, wie unser toller
Innenminister a.D. Manfred Kanther (mittlerweile
vorbestraft), dann ist das wohl keine Abkehr von
gesellschaftlichen Normen und Werten?
Wieder einseitig durchaus richtig. Doch woher kommt es nur, daß im Gegenzug gleich gegen die Konservativen gewettert wird, wo ich doch kein Wort habe fallen lassen, ich wäre rein konservativ oder dergleichen?
Wenn Du versucht hast, mich damit abzuschießen, geht das also gründlich daneben - aber ich unterstelle Dir einfach das Motiv einer regulierenden Bemerkung, so daß Du also glänzend wegkommst dabei. 
Man betrachte das Abkippen der ursprünglichen
68er-Ideale, gut zu erkennen an Hand der ehemaligen
Steinewerfer.
Wirst Du Fischer vor, daß er sich von seinen Handlungen
distanziert hat?
Ich werfe nicht vor, ich stelle fest, daß die einstigen Umstürzler selbst zu Bonzen wurden. Und da können sich auch solche Holzkasper wie ein Herr Fischer Abertausende Male distanzieren, das spielt dabei in dem Sinne einfach keine Rolle. Sie sind selbst zu einem noch viel selbstgefälligeren Abbild von dem geworden, was sie einst so bekämpften.
Will man das unbedingt als Vorwurf verstehen, meinetwegen, so ist es einer - doch wenigstens ein absolut berechtigter.
Man betrachte die allgemeine Entfremdung der Menschen
vom logischen Denken.
Die Mehrzahl der Intellektuellen hierzulande wählt
immer noch nicht schwarz. Ist Dir das entgangen?
Ich jedenfalls halte mir zugute logisch denken zu
können und stehe trotzdem nicht dem bürgerlichen Lager
nahe. Was sagst Du jetzt?
Da brauch ich nicht viel sagen. Du bist wieder sehr schnell und voreilig mit der schwarzen Karte bei der Hand. Das soll mich nicht weiter kümmern – Der Kommentar war nicht einseitig auf die Intellektuellen bezogen. Es ging um eine regelrecht implantierte Mentalität, die nichts anderes als logische Konsequenz von einigen vorher genannten Punkten ist. Schau Dir an, wie die Gesellschaft eigentlich stündlich zerfällt und welche zwischenmenschlichen Absurditäten dies fördert, hervorbringt, verschärft etc …
Mit den Worten eines analytischen Hardliners: Alleine
schon für diesen schmalen Ausschnitt an nachweislichen
Verfehlungen müßte man alle damaligen Beteiligten auf
der Stelle erschießen.
Dein analytischer Hardliner sollte für diese Aussage
wegen Volksverhetzung angeklagt werden und sich besser
in Behandlung begeben. Vielleicht zu Branden in die
Praxis? 
Nein, er sollte höchstens eine Ohrfeige für einen vorlauten und einnehmenden Tonfall abbekommen - diese Ohrfeige nehme ich aber gerne, sie ist verdient. Das macht aber die gelungene Stichelei nicht schlechter
…
Übrigens verbaler Faux-pas Deinerseits. Den Satz mit Branden kann man auch sehr lustig gegen die von Dir gewollte Bedeutung auslegen. =)
So genug mit dem Thema jetzt hier.
Ciao