Hallo Branden,
Ich war beeindruckt von Deinem Posting.
Dich zu beeindrucken, welch Lob für meine Mühsal …
Du solltest Politiker
werden. Das Talent zum Verdrehen von Äußerungen des Anderen
und daraud eine neue Werte-Basis zu machen, hast Du, das hat
Deine Antwort hier überzeugend dargestellt. Gratuliere.
Ah ja …
Wobei ich mich durchaus frage, ob der ASTA und die
Fachschaften der richtige Ort für „Politik“ sind …Wo denn sonst an der Uni soll Hochschulpolotik Deiner Meinung
nach denn stattfinden?
Z.b. in den Studierendenverbänden? In den Jugendorganisationen der Parteien?
Du wirst lachen, ich war durchaus schon mehrere Semester selber Studierendenvertreter, denn ich halte die Mitgestaltung der Hochschule für sehr wichtig. Was ich allerdings als endlos lähmend empfand, war Parteipolitik auf Astenebene. Und: Ich habe einmal gemeint, ohne eigene Betroffenheit gegen Änderungen beim Bafög demonstrieren zu müssen. Da ich dabei recht einsam war, weiß ich sehr genau, dass ich damals kein(!) Mandat dafür hatte, was die wenigesten ASTen für ihre Parteilichkeit haben.
…
…einem defensiven kollektiven wegducken.
… ändernde Randbedingungen einstellen, die
zunächst für alle ein Gürtelengerschnallen und mehr Leistung
bedeuten?Harharhar - Gürtelengerschnallen. Lange nicht gehört. Du
orintierst Dich also an den sehr alten Politiker-Kollegen
(Kohl etc.).
Na ja, ich frag mich gerade, wo Du lebst, wenn Du seit Jahren - von wenigen Ausnahmen mal abgesehen - nicht sukzessive den Gürtel enger geschnallt hast.
Und wenn Du die Entwicklung aktuell nicht wahrnimmst.
Du weißt, dass die Renten ohne großes Echo gekürzt werden?
Du weißt, dass die Arbeitszeiten ohne großes Echo unbezahlt
verlängert werden?Ich finde das Echo darauf verhältnismäßig laut, vergleichen
mit dem Leisetreten der Studenten.
Gott, wo denn? Nur weil unsere Halbbeamten meinen, den Müll nicht mehr abtransportieren zu müssen, was im Prinzip (und vermutlich in Zukunft) die freie Wirtschaft zu Hungerlöhnen billiger und „effizienter“ erledigen kann (wird)?
Ich hielte es für sehr seltsam, wenn irgendeine Lobby (ja,
Studierendenvertreter sind auch nur eine Lobby) aktuell beim
Umbau kategorisch mauern würde, denn dies hätte durchaus das
Geschmäckle des Floriansprinzip: Spart nicht bei mir, sondern
bei den anderen.Au weia, der ganze Satz ist so hammerhart reaktionär, dass es
sich aus Platzgründen kaum lohnt, den Stück für Stück zu
analysieren oder gar zu kommentieren.
…
Ach so, jetzt bin ich reaktionär. Klasse Argument, echt …
Quark, der Student von heute ist durchaus auch
gesellschaftlich engagiert. Aber eben nicht bei den
Rückzugsgefechten des Systemerhalts. Und ich finde das gut so.Das glaub ich Dir. Haste schon ein paar CDU-Fähnchen an der
Uni verteilt? Nicht? Na, dann aber hopp-hopp. Das ist
Basisarbeit!
Ach Gott, Branden. Auch wenn es nicht in Dein Weltbild passt: Ich befürchte, im Moment ist die CDU die konservativste und „sozialste“ Partei (vielleicht neben der PDS/Linken), die Deutschland hat. Und genau deswegen würde ich sie niemals wählen, da ich Konservierung und Besitzstandwahrung für das letzte halte, was D im Moment braucht.
Grüße
Jürgen