Sehr fremde Sprachen

Hallo!

Leider habe ich bisher nur indogermanische Sprachen kennengelernt (und außer bei Deutsch und Englisch wurde auch nie mehr draus, als nur das Kennenlernen).

Daher kann ich mir auch die Frage nicht beantworten, die mir heute in den Sinn gekommen ist. Sind die Konzepte, die wir anwenden, um die Grammatik einer Sprache beschreiben zu können, universell oder gelten sie nur für indogermanische Sprachen? Mit fremde Sprachen meine ich jetzt ganz skurrile Dinge: Ungarisch, Gälisch, Baskisch, aber noch mehr die asiatischen, polynesischen, australischen, indianischen und vor allem afrikanischen Sprachen.

Ganz konkret: Sind folgende Begriffe auf alle Sprachen übertragbar:

Satzbausteine: Subjekt, Prädikat, Objekt
Wortarten: Substantiv, Verb, Adjektiv, Artikel, Pronomen, Konjunktion, …
Zeiten: Präsens, Vergangenheit, Zukunft, …
Einzahl - Mehrzahl
Geschlechter: männlich, weiblich, neutral
Fälle: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ, …
usw.

Zum Beispiel habe ich gehört, dass das Hebräische kiene Vergangenheitsform hat. Stimmt das? Wenn ja: Wie sagt man dann auf Hebräisch: Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.

Aber eigentlich ist Hebräisch für meine Frage fast nicht exotisch genug.

Gibt es eine Art „Urgrammatik“? Ich kenne Stammbäume, in denen anhand bestimmter Wörter versucht wurde, den Verwandtschaftsgrad von Sprachen darzustellen. So sind Niederländisch und Deutsch enger mit einander verwandt als z. B. mit den nordischen Sprachen. Das hat man doch bestimmt auch schon mit der Grammatik statt dem Vokabular versucht.

Ihr seht schon: Ich bin kein Linguist. Umso mehr würde ich mich um Antworten freuen.

Michael

(OT) Sehr fremde Sprachen …
Hallo Michael,

ich weiß nicht ob Dir das hilft, aber z.B. auf Russisch gibt es die Gegenwart Form des „sein“ nicht und die des „haben“ nicht so wie wir es kennen. Z.B.
„Ich bin Spanierin“
sagen die Russen, wörtlich: „Ich Spanierin“ (Ich habe kein kyrilisches Alphabet), also „Ja ispanka“.
Mit Du, er/Sie, Wir, Ihr, Sie, verhält es sich entsprechend.

„Ich habe“: „U minja jest“. Sie ändern ledliglich den „minja“ und erscheint den Pronomen nicht.

Baskisch kann ich nicht. Nur weiß ich, daß die Präpositionen als suffix hinter dem Wort angehänt werden. z.B. „mit Auto“ würden sie sinngemäß sagen: „Automit“, Oder „auf Rädern“ „Rädernauf“.

Ich weiß, daß das nicht genau das ist, was Du brauchst, aber ich habe gedacht, evtl hilft Dir weiter.

Schöne Grüße,
Helena

Hebräisch
Hallo,
weil du unten konkret Hebräisch erwähnst, gehe ich mal darauf ein.

Ganz konkret: Sind folgende Begriffe auf alle Sprachen
übertragbar:

Satzbausteine: Subjekt, Prädikat, Objekt
Wortarten: Substantiv, Verb, Adjektiv, Artikel, Pronomen,
Konjunktion, …
Zeiten: Präsens, Vergangenheit, Zukunft, …
Einzahl - Mehrzahl
Geschlechter: männlich, weiblich, neutral
Fälle: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ, …

Die von dir angesprochenen Sachen gibt es prinzipiell im modernen Hebräisch, auch wenn ein paar Sachen anders sind als im Deutschen. Es kennt z.B. nur zwei Geschlechter und vom Verb „sein“ gibt es keine Präsensformen, Personalpronomen werden manchmal weggelassen etc. (aber das ist ja auch z.B. bei Spanisch so)

Im Althebräischen gibt es auch die Unterscheidung der Geschlechter und von Singular/Plural, sowie die verschiedenen Wortarten. Zeiten in der Form wie wir sie kennen, gibt es nicht. Bei den Fällen bin ich mir jetzt nicht sicher, ich weiß, das manche Konstruktionen bei uns in Dativ, Genetiv etc. übersetzt werden, aber nicht ob sie eigentlich im Hebräischen auch so sind, wie wir die Fälle verstehen.

Zum Beispiel habe ich gehört, dass das Hebräische kiene
Vergangenheitsform hat. Stimmt das? Wenn ja: Wie sagt man dann
auf Hebräisch: Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.

Das ist falsch für das moderne Hebräisch, mehr oder weniger richtig für das Biblisch Hebräische. Das moderne Hebräisch kennt auch Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft.

Beim Althebräischen geht es nicht um den Zeitpunkt der Handlungen, sondern vielmehr um abgeschlossen-nicht abgeschlossen.

Aber eigentlich gibt es hier Experten, die viel mehr über Althebräisch wissen als ich und bevor ich hier etwa Falsches schreibe, lasse ich lieber denen den Vortritt. :smile:

Viele Grüße
Kati

Hallo!

Also, in einigen asiatischen Sprachen (die Tonsprachen und Indonesisch/Malaysisch) gibt es keine Konjugation und Deklination. Bei allem Weiteren beziehe ich mich nur auf Indonesisch, ehe ich Quatsch erzähle: Also, keine Zeitformen, keine Pluralformen, sondern Doppelung des Nomens ( Haus Haus= Häuser). Die Zeit ergibt sich entweder aus dem Kontext oder mit Hilfswörtern( nachher, vorhin, schon, gestern, später…)
Es gibt, wie auch in anderen Sprachen, zwei Formen von „wir“ inklusiv und exklusiv. Also, entweder wird der Angesprochene mit einbezogen oder nicht.

Indainaersprachen funktionieren auch ganz anders. Ich kann nur von Quechua (Andengebiet) sprechen: es wird konjugiert, ansonsten ist die Sprache agglutinierend, d.h. alle grammatischen Formen werden durch infixe oder Suffixe ausgedrückt. Dadurch wird teilweise ein einziger Satz durch ein Wort ausgedrückt.Es gibt infixe, die anzeigen, ob etwas langsam, schnell, mit Liebe, von links nach rechts…etc geschieht. Sehr kompliziert.
Baskisch ist übrigens auch agglutinierend, ebenso wie Türkisch, Finnisch…
Liebe Grüße
Maria

Es gibt, wie auch in anderen Sprachen, zwei Formen von „wir“
inklusiv und exklusiv. Also, entweder wird der Angesprochene
mit einbezogen oder nicht.

Interessant. Kannst Du erklären, was der Unterschied zwischen einem „exklusiven Wir“ und dem „Ihr“ ist?

Gruß
Rainer

Hallo!
Na klar!

Also: Ich und Anne treffen dich auf der Straße. Wenn ich sage wir (exklusiv) gehen ins Kino, dann gehen Anne und ich.
Bei wir (inklusiv) gehen Anne, Du und ich.
Nicht verwechseln, nicht der Sprecher wird ausgeschlossen, sondern der Angesprochene!

Liebe Grüße
Maria

2 „Gefällt mir“

Gälisch
Hallo Michael,

auch wenn es in Deinen Ohren fremd klingen mag, so ist Gälisch doch einen indogermanische Sprache: http://de.wikipedia.org/wiki/Irische_Sprache

Gruß

=^…^=

Hallo,

Satzbausteine: Subjekt, Prädikat, Objekt
Wortarten: Substantiv, Verb, Adjektiv, Artikel, Pronomen,
Konjunktion, …
Zeiten: Präsens, Vergangenheit, Zukunft, …
Einzahl - Mehrzahl
Geschlechter: männlich, weiblich, neutral

Neutral gibt es gar nicht in allen Sprachen. Ich kenne es bisher nur für Deutsch und Jiddisch. In den romanischen Sprachen (Französisch, Spanisch, Portugiesisch) ist mir derlei nicht begegnet, auch im Hebräischen gibt es keine neutralen Wörter.

Es gibt allerdings in anderen Sprachen ganz andere Konzepte, die wir aus dem Deutschen gar nicht kennen. Da fällt mir z.B. die Dualform im Hebräischen ein. Eine Hand, zwei Hände (Dualform), die „normale“ Pluralform des Wortes „Hand“ bedeutet nicht „Hände“, sondern „Griffe“. Wenn man einfach von vielen Händen sprechen will, benutzt man unlogischerweise trotzdem die Dualform.

Im Japanischen ist das noch lustiger. Da zählt man verschiedene Dinge mit unterschiedlichen Zahlwörtern: Runde Dinge, lange spitze Dinge, flache Dinge (z.B. ein Blatt Papier), Lebewesen, etc. … Ich habe dann recht bald wieder aufgehört mit Japanisch :wink:

Fälle: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ, …

Das gibt’s zum Glück im Hebräischen auch nicht! Mir reicht schon die Grammatik, die wir lernen müssen :wink:

Zum Beispiel habe ich gehört, dass das Hebräische kiene
Vergangenheitsform hat. Stimmt das?

So kann man es nicht direkt sagen. Es wird aber nicht so streng nach Vergangenheit und Zukunft getrennt, sondern es geht eher darum, ob die Handlung als abgeschlossen (Perfekt) oder als noch nicht abgeschlossen (Imperfekt) betrachtet werden kann. Das Imperfekt ist also die Zukunftsform. Mit dem Perfekt kann man z.B. die Vergangenheit ausdrücken, aber soviel ich weiß auch so etwas wie das Konditional.

Wenn ja: Wie sagt man dann
auf Hebräisch: Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.

וַיֹּאמֶר אֱלֹהִים, יְהִי אוֹר; וַיְהִי-אוֹר.
Wa-jomer elohim jehi or, wa-jehi or.
(Ist bestimmt falsch transkribiert, das haben wir nie gemacht.)

Wörtlich, also Wort für Wort übersetzt:
Und-(er wird sagen) Götter, (es wird sein) Licht; und-(es wird sein) Licht.

Der Übersicht halber habe ich eine Klammer um die Verbformen gesetzt. Der Bindestrich ist da deshalb, weil das „und“ direkt an die Verbform gepappt wird. Und zur Erklärung sei noch dazugesagt, dass ich die Zeit sozusagen „umdreht“, wenn man ein „und“ davorsetzt. „Und-(er wird sagen)“ heißt also meistens"er hat gesagt", kann aber in manchen Fällen tatsächlich „und er wird sagen“ heißen. Übersetzt wird es (unlogischerweise) mit " und er hat gesagt".

Für „Gott“ wird oft das Pluralwort „Götter“ verwendet, aber die zugehörigen Verben werden in der 3. Person maskulin Singular dekliniert, konjugiert, konditioniert, oder was immer das ist, was man ständig mit Verben machen muss und nie richtig kann.

Wie du siehst, wird für „es werde“ die gleiche Verbform wie für „es wird sein“ verwendet. Der Imperfekt ist also keine reine Zukunftsform.

Aber eigentlich ist Hebräisch für meine Frage fast nicht
exotisch genug.

Na danke, mir reicht’s :wink:

Gibt es eine Art „Urgrammatik“?

Gute Frage. Ich bin auf die Antwort gespannt.

Schöne Grüße

Petra

Hallo Kati,

Aber eigentlich gibt es hier Experten, die viel mehr über
Althebräisch wissen als ich und bevor ich hier etwa Falsches
schreibe, lasse ich lieber denen den Vortritt. :smile:

Hilfe! Wer ist das denn, außer Eli? Wenn da noch mehr Experten herumgeistern, die viel mehr über Hebräisch wissen als du, schäme ich mich für mein Posting und lösche es wieder weg :wink:

Beim Althebräischen geht es nicht um den Zeitpunkt der
Handlungen, sondern vielmehr um abgeschlossen-nicht
abgeschlossen.

Aha, beim Neuhebräischen nicht? … Das hat mir bis jetzt ja noch gar niemand gesagt. Ich dachte immer, die Grammatik wäre so gut wie gleich.

Schöne Grüße

Petra

Hallo Helena!

ich weiß nicht ob Dir das hilft, aber z.B. auf Russisch gibt
es die Gegenwart Form des „sein“ nicht und die des „haben“
nicht so wie wir es kennen. Z.B.
„Ich bin Spanierin“
sagen die Russen, wörtlich: „Ich Spanierin“ (Ich habe kein
kyrilisches Alphabet), also „Ja ispanka“.
Mit Du, er/Sie, Wir, Ihr, Sie, verhält es sich entsprechend.

„Ich habe“: „U minja jest“. Sie ändern ledliglich den „minja“
und erscheint den Pronomen nicht.

„Haben“ gibt es als Verb tatsächlich nicht, es gibt allerdings das Verb „imet’“, „besitzen“, was sich aber mehr auf Eigenschaften bezieht.

„U menja est’“ heißt wörtlich „bei mir ist“, das Pronomen ist also da („menja“). Und dieses „est’“ ist dann auch der letzte Rest des ansonsten verschwundenen Hilfsverbs „sein“. „Ich Tarzan - du Jane“ ist also völlig korrektes Russisch :smile:

Es gibt übrigens eine tolle Seite für Leute ohne kyrillische Tastatur:
http://www.translit.ru/

Viele Grüße
Bodzio

1 „Gefällt mir“

Hallo,

Es gibt allerdings in anderen Sprachen ganz andere Konzepte,
die wir aus dem Deutschen gar nicht kennen. Da fällt mir z.B.
die Dualform im Hebräischen ein.

In dem Zusammenhang möchte ich noch eine weitere sehr exotische Sprache erwähnen, die ebenfalls neben Singular und Plural noch Dual kennt:

Bairisch…

Hi

China hat prinzipiell keine Grammatik.
Natürlich hat es sie, nur benutzt sie niemand richtig.

Grundsätzlich ist die Satzstellung simpel:
Subjekt, Prädikat, Objekt.

Das Prädikat mit dem Objekt kann jedoch durch einen Partikel vor das Subjekt geschoben werden, auch kann das Objekt vor Subjekt und Prädikat oder Prädikat und Subjekt geschoben werden.
Nur Prädikat am Satzanfang gibt es nicht.

Zeit- und Ortsformen werden für gewöhnlich an den Satzanfang gestellt, man kann sie mit der entsprechenden Kenntnis aber auch sonstwohin schieben.

Im Chinesischen gibt es nur bedingt einen Plural. Grundsätzlich kann jedes Nomen auch ein Plural sein, möchte man den Betonen, kann man ein -men anhängen oder das Zählwort für eine Gruppe oder Zweiheit benutzen.

Deklination hat das Chinesische nicht, es gibt jedoch Zählwörter mit gestärkten Bedeutungsinhalten, die z.B. festlegen, dass etwas öffentlich ist, oder eine Zweiheit etc.

Es gibt auch keine richtigen Zeitformen.
Grundsätzlich kann jedes Statement auf Zukunft oder Vergangenheit bezogen sein, zur genaueren Betonung gibt es Partikel, von denen einige mehrere Aufgaben haben, oder wie z.B. le 了 in der gesprochenen Sprache in manchen Regionen gar nicht benutzt werden.

Wenn die bösen Schriftzeichen nicht wären, wäre Chinesisch eine so viel einfacherer Sprache.

Sanskrit ist auch schön. 8 Fälle in Singular, Dual, Plural mit so lustigen Sachen wie Absolutiv und perfect passiv partizip u.a. grammatikalische Ritterstückchen deren Namen ich immer vergesse.

Das tollst ist aber, dass man ganze Bücher in EINEM Nomen unterbringen kann.

lg
Kate

Hebräisch.
Hi,

darf ich eine Kleinigkeit korrigieren?

וַיֹּאמֶר אֱלֹהִים יְהִי אוֹר וַיְהִי-אוֹר

Wa-jomer elohim jehi or, wa-jehi or.
(Ist bestimmt falsch transkribiert, das haben wir nie gemacht.)

Soviel ich weiß, gibt es keine eindeutige Konvention für die Transliteration.

Wörtlich, also Wort für Wort übersetzt:
Und-(er wird sagen) Götter, (es wird sein) Licht; und-(es wird sein) Licht.

וַיֹּאמֶר wajj’omär ist wegen waw ein Imperfekt consecutivum, kann also hier nur heißen „und sprach“

יְהִי jehij ist Jussiv von hajah. Bei diesem Verb, ebenso wie chajah („leben“), kann man es vom Imperfekt gut unterscheiden, das nämlich jihjäh lautet. Hier kann es also nur heißen: „es soll werden“.

Ferner ist וַיְהִי wa-jehij ebenfalls Imperfekt consecutivum, kann also nur „und (es) war“ übersetzt werden.

אֶלֹהִים elohim bzw. älohim hat im Tanach fast immer Singular-Verbformen bei sich. Trotz der Pluralendung gibt es die Vermutung, daß es kein Pluralwort ist. Es heißt also „Gott“. Wenn es pluralisch gemeint ist, ist das aus dem Zusammenhang eindeutig erkennbar.

Gruß
Metapher

Hallo!

Auch wenns Offtopic ist hätte ich genau dazu eine weitere Frage, da ich gerade dabei bin, Russisch zu lernen:

„U menja est’“ heißt wörtlich „bei mir ist“, das Pronomen ist
also da („menja“). Und dieses „est’“ ist dann auch der letzte
Rest des ansonsten verschwundenen Hilfsverbs „sein“. „Ich
Tarzan - du Jane“ ist also völlig korrektes Russisch :smile:

Das klingt ja nach einer vernünftigen Erklärung, aber wie passt dabei das Verb „есть“ im Sinne von „essen“ hinein? Hat es seine Bedeutung im Lauf der Zeit gewechselt und ist in Form von „haben“ nur noch als Relikt erhalten? Als Hilfsverb „sein“ wurde uns „быть“ genannt, das jedoch im Präsens nicht verwendet wird.

Und weiter: Wie sieht diese Konstruktion in der Vergangenheit aus?
„У меня был …“? Oder wird hier „иметь“ verwendet? Nach Perfekt/Imperfekt will ich hier noch nichtmal Fragen, ich bin gerade erst dabei, mein Hirn irgendwie um deren Grundkonzept zu biegen :wink:

Grüße
Stephan

Hallo!

Vielen Dank für die zahlreichen Antworten! Das ist ja wahnsinnig spannend, als bitte weiter posten…

Bei mir ergeben sich aus dem Gesagten ein paar weitere Fragen:

  • Kennt sich jemand auch mit richtig exotischen Sprachen aus? Quechua ist schon ziemlich gut, aber vielleicht kennt sich ja jemand mit afrikanischen Sprachen aus?

  • Ich will meine Hauptfrage etwas präzisieren: Klar kann man eine Sprache darauf abklopfen, ob sie z. B. den Imperfekt kennt, usw. Mir ging es aber mehr darum, ob die Konzepte überhaupt auf alle Sprachen übertragbar sind. Womöglich gibt es eine Sprache, die sich gar nicht mit unseren Begriffen erfassen lässt.

  • Wenn es keine Sprache gibt, die nach völlig anderen Regeln funktioniert, dann würde mich interessieren, ob diese einfachsten grammatikalischen Begriffe Grundvoraussetzungen für eine Sprache überhaupt sind und man sich eine andere, nach unseren Begriffen völlig fremde Sprache überhaupt nicht vorstellen kann. Dann müssten Aliens, die uns besuchen auch eine Sprache sprechen, die wir mit unseren Grammatikbegriffen beschreiben könnten. Oder aber es gibt völlig verschiedene Alien-Sprachen (zumindest in der Theorie), nur halt nicht auf der Erde. Dann wären alle irdischen Sprachen evolutiv aus einer Ursprache entstanden.

  • Inwiefern beeinflusst die Grammatik das Denken? Ein triviales Beispiel: Für uns Deutsche ist der Mond irgendwie ein männliches Wesen, für die Franzosen wahrscheinlich eher eine Art Frau. Wie aber denkt jemand, für den es z. B. einen Unterschied zwischen Dual und Plural gibt?

Gruß, Michael

Hallo Michael,

  • Kennt sich jemand auch mit richtig exotischen Sprachen aus?

warte, bis André Müller hier auftaucht, dann raucht Dir der Schädel :wink:

Und das http://www.zvab.com/displayBookDetails.do?itemId=571… ist sicher auch was für Dich.
http://www.zvab.com/advancedSearch.do?author=&publis…

Gandalf

3 „Gefällt mir“

Das klingt ja nach einer vernünftigen Erklärung, aber wie
passt dabei das Verb „есть“ im
Sinne von „essen“ hinein? Hat es seine Bedeutung im Lauf der
Zeit gewechselt und ist in Form von „haben“ nur noch als
Relikt erhalten?

Neinnein. :smile:
Das Verb „есть“ (essen) hat mit dem Verb sein eigentlich nichts zu tun, hier handelt es sich um einen Zufall. Ich könnte mir vorstellen, dass есть (essen) mit dem deutschen Wort „essen“ und diese Form „есть“ (sein) mit dem deutschen „ist“ verwandt est’, äh, ist… aber bin grad zu faul, das nachzuschlagen. :wink:

Лийбе Грюсе,

  • Андрей

Moin Michael,

da du speziell auf die Grammatik ansprichst, empfehle ich zum Einlesen mal Sprachtypologie von Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sprachtypologie

Sehr „isolierte“ Sprachen sind z.B. die sogenannten „Ergativsprachen“, http://de.wikipedia.org/wiki/Ergativsprache die nach einem ganz bestimmten grammatikalischen Muster verlaufen, dass sich aber in den sie umgebenden Sprachen nicht wiederfindet. Beispiele für Ergativsprachen wären Baskisch und Tibetisch.

Eine grundsätzlich „andere Art zu Denken“ scheint es meiner Meinung nach jedoch nicht zu geben, auch wenn die Sprachen sich noch so sehr unterscheiden. So finden sich in der tibetischen Philosophie z.B. Gedankengänge wieder, die man auch in der modernen westlichen Philosohpie findet. Die Tücke liegt hier eher im Detail.

Gruß
Marion

Hallo,

Baskisch ist übrigens auch agglutinierend, ebenso wie
Türkisch, Finnisch…

…und auch das Ungarische: etlap - Speisekarte, etterem -
Restaurant EZ, ettermek - Restaurant MZ.
Gruß
von Julius

Ausführliche Antwort (mit Beispielen!)
Hallo,
Das ist eine ganz tolle und interessante Frage, bzw. mehrere, die du da stellst. Das Thema ist unendlich weit und superspannend, wenn man sich näher damit befasst… ich geh mal auf einige deiner Beispiele ein und werd vielleicht das ein oder andere wiederholen, was schon gesagt wurde…

Ganz konkret: Sind folgende Begriffe auf alle Sprachen
übertragbar:

Satzbausteine: Subjekt, Prädikat, Objekt

Nein. Dass jede Sprache Prädikate hat, da ist man sich sicher, anders kann eine Sprache nicht funktionieren. Prädikate werden quasi nicht von der Grammatik diktiert, sondern von den Gesetzen der Logik.
„Subjekt“ und „Objekt“ sind allerdings Begriffe, die nicht auf alle Sprachen wirklich zutreffen können. So zum Beispiel im Tagalog (das kann ich nicht erklären, leider) oder im Acehnesischen (malayo-polynesisch, aus Sumatra) — dort können „Subjekte“ Eigenschaften haben, die bei uns eher Objekte hätten… daher passt der Begriff dort nicht. In der Linguistik versucht man, ihn eher zu vermeiden.

Wortarten: Substantiv, Verb, Adjektiv, Artikel, Pronomen,
Konjunktion, …

Ich weiß von keiner Sprache, die keine Verben und keine Substantive/Nomen hätte. Ich denke, das ist sprachübergreifend gleich. Adjektive gibt es nicht in allen Sprachen… viele Sprachen benutzen dafür Verben („rot sein“), andere wiederum modifizieren Nomen dafür („mit Röte“). Leider weiß ich grad kein Beispiel für eine Sprache ohne Adjektive.
Artikel gibt es vermutlich in den meisten Sprachen gar nicht. Russisch oder Chinesisch hat z.B. keine. Und genau genommen haben wir Deutsche auch keine (es sind Determinatoren, aber das geht zu weit ins Detail). Viele Sprachen benutzen einfach Demonstrativa oder benutzen irgendwelche Suffixe um Definitheit auszudrücken. Einige europäische Sprachen (Norwegisch, Schwedisch, Dänisch, Bulgarisch, Rumänisch, Albanisch) fügen die Artikel als Suffixe an ihre Wörter dran…
Bei Pronomen könnte man denken, sie wären universell, aber einige Sprachen haben diese tatsächlich nicht. Ich glaube, Thai und Vietnamesisch (und sicher noch andere Sprachen aus der Region) haben keine echten Pronomen — sie benutzen stattdessen Wörter wie „großer Bruder“, „kleine Schwester“, „Opa“, „Ehrwürdiger“, „Teurer“ u.Ä.
Bei Konjunktionen bin ich mir nicht sicher. Ich denke, auch die gibt’s nicht überall. Viele Sprachen haben kein Wort für „und“ — da stellen sie bei Nomen diese einfach hintereinander oder fügen ihnen Suffixe an. Im Tsesischen (nordostkaukasisch, Dagestan) würde man z.B. „André und Tina“ als „Andreyno Tinan“ ausdrücken — also man fügt „-no“ bzw. „-n“ (je nachdem ob davor ein Konsonant oder Vokal steht) an alle aufgezählen Nomen an. Wenn man Sätze dort verbindet, benutzt man Konverben, z.B. entspricht „Er aß ein Eis und las ein Buch.“ dem Satz: „Ein Eis gegessenhabend las er ein Buch.“ — das Wort „aber“ ist dort auch eine spezielle Endung, aber es gibt ein Wörtchen für „anderenfalls“, dass wohl eine Konjunktion ist. Ich denke aber, Grönländisch und Inuktitut (2 Eskimosprachen) dürften gar keine Konjunktionen haben.
Präpositionen (in, auf, bei, für usw.) gibt’s in sehr vielen Sprachen nicht. In einigen gibt’s Postpositionen, die nachgestellt werden (wie in: „des Wetters wegen“), in vielen wird das einfach mit Fällen gemacht. Das oben erwähnte Tsesisch hat 126 Fälle, und benutzt nur sehr wenige Postpositionen.

Zeiten: Präsens, Vergangenheit, Zukunft, …

Wie schon einige sagten, haben manche Sprachen gar keine Zeitformen. Das Chinesische zum Beispiel oder das Indonesische. Manche Sprachen, wie das Chinesische (sino-tibetisch) haben dafür Aspekt, wie das Russische: das bedeutet, man gibt nur an, ob ein Vorgang abgeschlossen ist oder nicht (und einiges mehr)… ob ich also sage „hatte gespielt“, „gespielt“ oder „wird gespielt haben“ macht dort keinen Unterschied. Das zeigt dieses 了 (le) an, was schonmal jemand erwähnte… das gilt für viele Sprachen der Welt. Viele haben aber Kombinationen aus Tempus und Aspekt.
Aber auch bei den Sprachen mit Tempus variiert die Anzahl derer. Im Deutschen haben wir an Verbformen nur Präteritum und Präsens, alle andere drücken wir mit Hilfsverben aus. Oft benutzt man in der Linguistik auch den Begriff „Non-Past“ für Zeitformen, die sowohl Gegenwart als auch Zukunft ausdrücken können. Es gibt auch „Non-Futur“. Eigentlich gibt’s fast alles was man sich vorstellen kann, schon irgendwo auf der Welt. =)
Es gibt auch Sprachen mit sehr konkreten Vergangenheitszeitformen, also Formen für „gerade eben passiert“, für „vor einer Weile passiert“, für „vor einiger Zeit passiert“ und „schon ewig her“. Das Jakutische (altaisch, Sibirien) hat davon 2 oder 3 (‚distant/remote past‘ und ‚recent past‘ und ‚reported past‘ oder so).
Das Tsesische (wie viele andere kaukasische Sprachen auch) unterscheidet zwischen einem „witnessed past“ und einem „unwitnessed past“, das anzeigt, ob man dabei war oder es aber nur von jemandem gehört hat. Die Formen haben dann verschiedene Endungen. Tschetschenisch setzt noch einen drauf und hat dazu noch Formen, die anzeigen, ob man etwas nur errät („ich denk mal, sie ist gekommen“) oder aus einer Situation her ableitet („ich sehe ihre Schuhe, also ist sie wohl gekommen“). Diese Kategorie nennt man „Evidenzial“.

Einzahl - Mehrzahl

Schon Halb- und Dreiviertelexoten wie Arabisch, Bayrisch oder Bretonisch (glaub ich) haben dazu noch einen Dual, der zweifache Objekt angibt. Andere Sprachen (v.A. einige polynesische) haben noch Paukal („wenig“) und selten noch einen Trial („drei“). Es gibt auch Sprachen, bei denen ist der Plural die Normalform und man muss den Singular extra markieren. Eine nordamerikanische Sprache (Namen vergessen) verlangt, dass man die Nomen immer dann markiert, wenn der Numerus von der Erwartung abweicht — also man muss ein Suffix anfügen, wenn man z.B. von einer einzelnen Ameise oder von mehreren Tischen spricht, weil diese eben vornehmlich gemeinsam bzw. einzeln auftreten.
Und dann gibt’s Sprachen komplett ohne Numerusmarkierung. Chinesisch kann Plural nur an menschlichen Referenten ausdrücken, mit der Endung 们 (-men), bei Büchern oder Hunden oder Ideen muss man sowas wie „einige“ davorsetzen.
Im Urwald Brasiliens gibt’s dann noch das Pirahã, das angeblich noch nicht mal das hat. Das hängt aber stark von der Analyse ab. Der Linguist, der sich damit beschäftigt und etliche Jahre dort verbrachte (Dan Everett), behauptet, es gäbe dort weder Zeitformen noch Zahlen (noch nicht einmal „eins“!) noch Plural noch Nebensätze noch Rekursion („die Spitze des Schwanzes des Hundes“ sei dort nicht möglich) noch Farbwörter noch noch noch… aber viele Sprachwissenschaftler stimmen da nicht mit ihm überein — wie so oft ist in dem Falle einiges eine Frage der Analyse. Ich les grad seine Pirahã-Grammatik, die er schrieb, bevor er die ganzen Behauptungen aufstellte… damals schien die Sprache noch viel weniger exotisch. :wink:

Geschlechter: männlich, weiblich, neutral

Viele Sprachen haben so etwas nicht. Finnisch macht z.B. nirgendwo in der Grammatik eine Unterscheidung dazwischen. Englisch z.B. nur bei belebten Referenten (he vs. she vs. it). Französisch kennt nur maskulin und feminin. Das Tsesische (Kaukasus, wie gesagt) hat 4 Genera:
I — männliche Menschen
II — weibliche Menschen und einige Objekte
III — Tiere und die meisten Objekte
IV — die meisten Abstrakta und einige Objekte
Man kann also nur bei Tieren und Menschen genau sagen, wo sie reingehören. Außer „Kind“, das ist komischerweise Klasse III. Gott ist übrigens auch Klasse I.
Die Bantusprachen Afrikas (z.B. Suaheli, Zulu oder Xhosa) haben noch viel mehr solcher Genera (bzw. Nominalklassen, das ist was ähnliches), teilweise über 15.

Und dann gibt’s noch Sprachen, die ihre Nomen anders klassifizieren, wie Chinesisch oder allgemein fast alle ostasiatischen Sprachen: mit Zählwörtern (oder Klassifikatoren) — das heißt, wenn man Gegenstände zählt oder auf sie hinweist, benutzt man Wörter wie „Stück“, „Glas“, „Bündel“, „Kugel“, „Stock“, und zwar immer. Man kann im Chinesischen nicht sagen „eine Katze“ (*一猫), sondern muss ein kleines Wort einsetzen, mit dem man Hunde, Katzen, Armbanduhren u.Ä. zählt: „ein Stück Katze“ (一只猫). Da gibt’s mal mehr, mal weniger, je nach Sprache, und die Klassifikation ist sehr unterschiedlich. Oft geht das nach Form (rund, länglich, klein, groß), Beschaffenheit, äußere Eigenschaften (z.B. mit oder ohne) Griff, und so weiter. Eine Sprache aus Afrika hat einen Klassifikator für eine sehr seltsame Klasse von Wörtern. Ein Linguist schrieb ein Buch darüber mit dem Titel „Women, Fire and Dangerous Things“ (das gehört in diese Klasse rein). Immer wieder ein Lacher unter Linguistikstudenten. :wink:
Das Nivchische aus Kamtschatka hat 26 solcher Klassen, die meisten davon gelten nur für ganz ganz wenige und sehr konkrete Sachen. Etwa ein Dutzend davon geht schon für unterschiedliche Arten von Trockenfisch drauf, oder bestimmte Arten von Netzen, oder Rentiere. Lustig, das.

Fälle: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ, …

Wie du weißt, hat das Englische praktisch keine Fälle (außer Nominativ-Oblique bei Pronomen). Manche haben wirklich keine (Indonesisch) und regeln alles über ihre Verben bzw. über Wortstellung. Tsesisch hält den Rekord der Fälle mit 126 (die meisten davon Lokalkasus wie „von weit weg über dem _____ herunter“). Extrem schwer wird diese Sprache aber dadurch nicht unbedingt, denn die 126 Fälle kann man aufteilen in 18 Morpheme (also Bestandteile) und in schöne Tabellen einsortieren, ein sehr sehr logisches System, sozusagen wie: „Tisch-auf-runter“ (das wäre dann der „Super-Ablativ“).

Eine schöne Liste von Fällen hab ich mal vor einiger Zeit auf Wikipedia erstellt, da sind auch einige Schmankerl dabei:
http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_grammatical_cases

Achja, und nicht alle Sprachen haben Nominativ—Akkusativ. Es gibt viele Sprachen (Tsesisch, Baskisch, Grönländisch, die allermeisten Aborigine-Sprachen Australiens, Tschetschenisch, Georgisch, Hindi und Persisch zum Teil, Tibetisch und und und), die zwischen Absolutiv und Ergativ unterscheiden. Kurz und einfach gesagt markiert der Ergativ das Subjekt von transitiven Verben, also immer denjenigen, der anderen etwas antut. Alles andere ist im Absolutiv, der meist unmarkiert ist wie bei uns der Nominativ. Beispiel:

Mann-ERG schlägt Frau.
Mann schläft.

Dort wird also das direkte Objekt in transitiven Sätzen genauso behandelt wie das Subjekt in transitiven Sätzen. Toll, was? Ich liebe das! :smiley:

usw.

Es gibt noch viele viele Kategorien in den Sprachen der Welt, an die man nicht einmal zu träumen wagt und die wirklich komplett exotisch sind. Evidenzial hab ich oben mal beschrieben, das ist sowas, was wir im Deutschen nicht als grammatikalische Kategorie haben. Es gibt Sprachen, da kann man auch Nomen in Zeitformen setzen („Ex-Adler“) oder andere, wie Hausa (aus Afrika), in der man die Zeitformen für den Satz nicht oder nur selten im Verb ausdrückt, sondern dafür wo ganz anders… weiß nicht mehr… in den Artikeln? Ganz abstrus!

Ein paar Sprachen im Himalaya (z.B. Belharisch) lassen es zu, dass man die Suffixe (und davon haben sie sehr viele) mischen kann, ohne dass sie die Bedeutung verändern. Also es gibt keine festgelegte Reihenfolge für die Endungen, hauptsache sie stehen irgendwo hinten. Das wäre fürs Türkische undenkbar.

Apropos Türkisch: Vokalharmonie! Das heißt, in einem Wort können (eigentlich) nur Vokale von einem bestimmten Typ zusammenkommen. Die passen sich dann aneinander an. Der Plural ist dort entweder „-ler“ oder „-lar“, je nach den Vokalen im Wortstamm. Mehrere Döner heißen also „dönerler“ und mehrere Joghurts „yoğurtlar“.
Im Itelmenischen (tschukotko-kamtschadalisch, Kamtschatka) gibt es sowas auch, nur dass sich da z.T. die Stammvokale sogar verändern.
Im Svanischen und Georgischen (beide südkaukasisch, Georgien) gibt’s sowas wie „Konsonantendisharmonie“ (aber man nennt’s nicht so). Z.B. ist ein georgisches Ableitungssuffix immer „-uri“, außer wenn im Wort schon ein „r“ vorkommt, dann ist’s „-uli“. Daher heißt’s „svanuri“ aber „pranculi“.

Gibt es eine Art „Urgrammatik“? Ich kenne Stammbäume, in denen
anhand bestimmter Wörter versucht wurde, den
Verwandtschaftsgrad von Sprachen darzustellen. So sind
Niederländisch und Deutsch enger mit einander verwandt als z.
B. mit den nordischen Sprachen. Das hat man doch bestimmt auch
schon mit der Grammatik statt dem Vokabular versucht.

Ja, aber das klappt nicht so gut, weil sich die Grammatik irgendwie anders ändert, bzw. nicht so konstant. Aber das Proto-Indo-Europäische hatte natürlich auch eine eigene Grammatik, die sich dann veränderte, zusammen mit den Lauten und Wörtern.

Es gibt aber nicht *die* Urgrammatik. Dafür aber eine Theorie der Universalgrammatik, dazu hat die ja schon wer 'nen Link gegeben. Aber nicht alle Forscher vertreten diese Theorie — ich steh auch allem, was Chomsky sagt, eher skeptisch gegenüber.

Ihr seht schon: Ich bin kein Linguist. Umso mehr würde ich
mich um Antworten freuen.

Wenn du gerne mehr solcher spannenden Sachen hören möchtest, so kann ich dir ein wirklich tolles Buch empfehlen. Es ist auf Englisch, aber sein Geld wirklich wert: „Limits of Languages“ von Mikael Parkvall, einem Linguisten. Untertitel: „Almost everything you didn’t know you didn’t know about languages“. Das Buch richtet sich auch und v.A. an Laien, ist also relativ leicht verständlich.
Kostet knapp 18 britische Pfund und auch nur etwas über 20 € in echtem Geld. Kannst du sicher bei Amazon oder so finden.
Ich würde die Ausgabe mit dem weißen Cover empfehlen… die grüne hat so quietschiges Papier, das man nicht mit den Fingernägeln berühren darf. :wink:

Michael

Wenn noch Fragen sind, nur zu! =)

  • André
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