Sehr fremde Sprachen

  • Kennt sich jemand auch mit richtig exotischen Sprachen aus?

warte, bis André Müller hier auftaucht, dann raucht Dir der
Schädel :wink:

LOL! :smiley: :smiley: :smiley:
Und ich hatte *erst* meinen Beitrag oben verfasst und dann deinen Kommentar hier gelesen. ^^

Exotische Grüße,

  • André

Richtig… die meisten Sprachen der Welt sind agglutinierend.

Gruß,

  • André

Hallo Herr Müller!
Sorry, aber ich muss dich etwas korregieren:

Zeiten: Präsens, Vergangenheit, Zukunft, …

Wie schon einige sagten, haben manche Sprachen gar keine
Zeitformen. Das Chinesische zum Beispiel oder das
Indonesische. Manche Sprachen, wie das Chinesische
(sino-tibetisch) haben dafür Aspekt, wie das Russische: das
bedeutet, man gibt nur an, ob ein Vorgang abgeschlossen ist
oder nicht (und einiges mehr)… ob ich also sage „hatte
gespielt“, „gespielt“ oder „wird gespielt haben“ macht dort
keinen Unterschied.

Aber natürlich hat Russisch Zeitformen! Vergangenheit: Я играла(ja igrala), Präsenz: Я играю(ja igraju) und Zukunft: Я буду играть(ja budu igrat’)

Fälle: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ, …

Russisch hat sechs davon: именительный, родительный, дательный, винительный, творительный, пренадлежный. Die Übersetzung überlasse ich dir! :wink:

Grüsse, Seltsam

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Hallo nochmal…

Das klingt ja nach einer vernünftigen Erklärung, aber wie
passt dabei das Verb „есть“ im
Sinne von „essen“ hinein? Hat es seine Bedeutung im Lauf der
Zeit gewechselt und ist in Form von „haben“ nur noch als
Relikt erhalten?

Neinnein. :smile:
Das Verb „есть“ (essen) hat mit
dem Verb sein eigentlich nichts zu tun, hier handelt es sich
um einen Zufall.

Ohhh, da hätte aber meine Oma dir längst mit der Pfanne übergebraten! :wink:
Wenn man es genau nimmt, wird es im modernem Russisch nicht verwendet aber ursprünglich war es ganz normal und wird von Alten auch noch durchaus gebraucht. Lies dir mal die Gesetze, die vom Peter den Grossen entworfen worden sind-ein sehr guter Beispiel, dann weist du ungefähr, was ich meine.
Либе Грюссе, Елена :smile:

Guten Morgen,

Soviel ich weiß, gibt es keine eindeutige Konvention für die
Transliteration.

Ah, beruhigend.

Wörtlich, also Wort für Wort übersetzt:
Und-(er wird sagen) Götter, (es wird sein) Licht; und-(es wird sein) Licht.

וַיֹּאמֶר
wajj’omär ist wegen waw
ein Imperfekt consecutivum, kann also hier
nur heißen „und sprach“

Ja, so wird es übersetzt. Aber die Verbform, die da steht, ist eine andere. Das wollte ich damit zeigen.

Bei diesem Verb, ebenso wie chajah („leben“),
kann man es vom Imperfekt gut unterscheiden, das nämlich
jihjäh lautet. Hier kann es also nur
heißen: „es soll werden“.

Aha, wenn du es sagst … :frowning: Diese Verbformen lerne ich nie!

… Es heißt also „Gott“. Wenn es pluralisch gemeint ist, ist
das aus dem Zusammenhang eindeutig erkennbar.

So wird es übersetzt. Was da allerdings steht, ist etwas anderes.

Das wollte ich dem TE mit meinem Posting zeigen. Die Bibelübersetzung hat er schließlich selber.

Schöne Grüße

Petra

In dem Zusammenhang möchte ich noch eine weitere sehr
exotische Sprache erwähnen, die ebenfalls neben Singular und
Plural noch Dual kennt:

Bairisch…

Du bist nicht halb so witzig, wie du glaubst. Wenn du keine Ahnung hast, dann misch dich hier nicht ein. Wer bist du überhaupt? Jedenfalls niemand, den ich kennen möchte.

Überwältigend!
Hallo André!

Das war ja eine tolle Antwort!

Auch ich fand die Fragestellung schon unglaublich interessant und hab alle Postings gelesen, aber deine Ausführungen waren beeindruckend!

Dafür hätte ich dir gern mehr als nur ein Sternchen gegeben!

Jetzt hätt ich richtig Lust, Linguistik zu studieren. Unglaublich!

Viele liebe Grüße

ChrisTine

Es gibt allerdings in anderen Sprachen ganz andere Konzepte,
die wir aus dem Deutschen gar nicht kennen. Da fällt mir z.B.
die Dualform im Hebräischen ein. Eine Hand, zwei Hände
(Dualform), die „normale“ Pluralform des Wortes „Hand“
bedeutet nicht „Hände“, sondern „Griffe“. Wenn man einfach von
vielen Händen sprechen will, benutzt man unlogischerweise
trotzdem die Dualform.

Hallo Petra,

Sorry, ich verstehe das nicht. Es gibt einen Singular, einen Dual und einen Plural von „Hand“. Spricht man von einer Hand, verwendet man den Singular, bei zwei Händen den Dual, und bei mehr als zwei Händen - wenn ich Dich richtig interpretiere - ebenfalls den Dual. Da frage ich mich, wozu dann die Pluralform benötigt wird und warum der Dual ein Dual ist, wo er doch auch bei mehr als zwei Händen verwendet wird. Vielleicht kannst Du das mit einem Beispiel verdeutlichen.

Danke im voraus
Rainer

OT: WTF?

Du bist nicht halb so witzig, wie du glaubst. Wenn du keine
Ahnung hast, dann misch dich hier nicht ein. Wer bist du
überhaupt? Jedenfalls niemand, den ich kennen möchte.

Petra, kannst Du mir mal sagen, was mit Dir los ist? Du wirst jetzt schon zum zweiten Mal in diesem Brett innerhalb kürzester Zeit fast grundlos ausfallend gegenüber einem anderen Mitglied?

Gruß,

Myriam

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Hallo,

Bairisch…

… kennt keinen Dual mehr. Die Pronomen „eß“, „enk“ und vielleicht noch andere waren zwar ursprünglich Dualformen, werden aber im heutigen Bairisch als Plural verwendet. Außer diesen ist mir kein Bairischer Dual bekannt.

Liebe Grüße
Immo

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Hallo Michael,

nach Andrés ausführlicher Antwort hab ich ja nicht mehr so viel zu schreiben. Nur drei Punkte:

  1. Im Gegensatz zu André bin ich der Ansicht, dass man „Subjekt“ und „Objekt“ sehr gut unterscheiden kann, zumindest wenn man vom „logischen Subjekt/Objekt“ spricht. Dafür haben sich auch die Begriffe Agens und Patiens eingebürgert, und vielleicht ist es das ja auch, was André meinte, als er schrieb, man vermeide die Begriffe Subjekt und Objekt in der Linguistik.

  2. Bisher kam ein interessanter Gesichtspunkt noch nicht zur Sprache: Es gibt nicht nur Sprachen, die ihre Substantive in Maskulinum/Femininum einteilen und kein Neutrum besitzen, es geht auch umgekehrt: Neutrum/Utrum (ersteres für geschlechtslose, letzteres für — nun ja, geschlechtliche Dinge). Die Germanischen Sprachen an Nord- und Ostsee haben diese Unterscheidung, wenn ich mich richtig erinnere.
    Übrigens noch als Nachtrag zu Verbformen, die irgendwo angesprochen wurden (ich durchsuche jetzt nicht den ganzen Thread): Im Litauischen existieren 8 Partizipien, 4 Gerundien und ein Halbpartizip. (In jeder Zeitform gibt es ein Gerundium, ein aktives und ein passives Partizip.)

  3. Ich habe auch noch eine Buchempfehlung: „Describing Morphosyntax“ von Thomas E. Payne. Der Autor versucht hier tatsächlich, grammatische Phänomene so allgemein wie möglich darzulegen, damit man in Feldstudien nicht in festen Denkstrukturen gefangen ist. Das geht so weit, dass oft Funktionen z.B. eines Verbs beschrieben werden, zu denen es sinngemäß heißt: Bislang ist keine Sprache entdeckt worden, die diese Form besonders kennzeichnet; aber es gibt genug unerforschte Sprachen, und logisch denkbar ist diese Form allemal.
    Dieses Buch ist vielleicht die beste Antwort auf Deine Frage; aber man muss schon genug Interesse an der Sprachwissenschaft mitbringen, um dieses Buch interessant zu finden - es ist halt nicht besonders kurzweilig geschrieben. Fachwörter allerdings werden immer verständlich erklärt.

Liebe Grüße
Immo

hebr. Duale
Hi Rainer,

Petra hat für den hebr. Dual gerade ein recht kompliziertes Beispiel gewählt. Denn jad „Hand“ hat ein enorm umfangreiches Bedeutungsspektrum. meist in metaphorischen Erweiterungen.

Zudem gibt es im Hebr. zwei Dualformen: Den constructivus und den absolutus. Der Letztere jadajim wird verwendet, wenn der Dual alleine steht und deutet dann „beide Hände“, auch „beide Seiten v. etw.“ usw. Der Erstere jadej steht in Substantiv-Kombinationen.

Der (fem.) Plural jadoth hat sich hier mit speziellen Bedeutungen herausgebildet. Es heißt einmal (nicht „Griff“, sondern) „Zapfen“ (Plural, Terminus aus der Schreinerei) und dann auch speziell „Achsen“, „Achszapfen“ (von Rädern).

Deshalb verwendet man den Dual absolutus zur Vermeidung von Mißverständnissen für „(viele) Hände“. Das ist aber eine Ausnahme, es gilt nicht für alle Dualwörter.

Gruß
Metapher

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Hi,

וַיֹּאמֶר
wajj’omär ist wegen waw
ein Imperfekt consecutivum, kann also hier
nur heißen „und sprach“

Ja, so wird es übersetzt. Aber die Verbform, die da steht, ist eine andere. Das wollte ich damit zeigen.

Sorry, mehgr als erklären kann ich es dir nicht: Die Verbform, die da steht, ist wegen des waw eben kein Imperfekt, sondern eine Imperfekt consecutivum.

Bei diesem Verb, ebenso wie chajah („leben“), kann man es vom Imperfekt gut unterscheiden, das nämlich jihjäh lautet. Hier kann es also nur heißen: „es soll werden“.

Aha, wenn du es sagst … :frowning: Diese Verbformen lerne ich nie!

Nur Mut!

… Es heißt also „Gott“. Wenn es pluralisch gemeint ist, ist
das aus dem Zusammenhang eindeutig erkennbar.

So wird es übersetzt. Was da allerdings steht, ist etwas anderes.

Auch das kann ich dir nicht mehr als erklären. Was da steht ist ein Wort mit einer Endung, die wie der Plural (von eloah) aussieht. Ob es einer ist, wird bezweifelt, und seine Bedeutung ist „Gott“ und nicht „Götter“. Bis auf wenige Ausnahmen, in denen es tatsächlich auch als Plural gemeint ist, wenn nälich von „Göttern“ die Rede ist.

Ansonsten mutmaßt man einen Plural majestatis darin. Aber dann heißt es erst recht nicht „Götter“, wie du an dieser Stelle schreibst.

Schönen Gruß zurück
Metapher

Vielen Dank für den tollen Artikel’ * und Gruß owT
ohne
weiteren
Text

Hi,

Aber natürlich hat Russisch Zeitformen! Vergangenheit:

Sorry, hatte mich missverständlich ausgedrückt. Mit dem Satz meinte ich, es gibt Sprachen die nur Aspekt haben (Aspekt, so wie im Russischen). Ich weiß natürlich, das Russisch auch Tempus besitzt.

Grüße

  • André

Ähm… hast du da was missverstanden, vielleicht? „Есть“ im Sinne von ‚sein‘ kommt im Russischen sehr wohl noch vor. Nicht als normale Kopula aber in einigen Konstruktionen schon noch. Beispiel: „У тебя есть сын?“, oder denkst du, das würde „essen“ heißen? :wink:

Gruß,

  • André

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  1. Im Gegensatz zu André bin ich der Ansicht, dass man
    „Subjekt“ und „Objekt“ sehr gut unterscheiden kann, zumindest
    wenn man vom „logischen Subjekt/Objekt“ spricht. Dafür haben
    sich auch die Begriffe Agens und
    Patiens eingebürgert, und vielleicht ist es
    das ja auch, was André meinte, als er schrieb, man vermeide
    die Begriffe Subjekt und Objekt in der Linguistik.

Ja genau, daran dachte ich. In Sprachen wie dem Acehnesischen sehen z.B. Sätze, in denen das logische Subjekt etwas erleidet (und damit der Patiens ist) aus, als wären da nur ein Verb und ein direktes Objekt. Also „Ich friere.“ und „Ich sterbe.“ heißen dort: „Friert mich.“ und „Stirbt mich.“ — ersteres haben wir ja fast so auch im Deutschen.
Das Acehnesische hat eine aktivische Alliniierung.

  1. Bisher kam ein interessanter Gesichtspunkt noch nicht zur
    Sprache: Es gibt nicht nur Sprachen, die ihre Substantive in
    Maskulinum/Femininum einteilen und kein Neutrum besitzen, es
    geht auch umgekehrt: Neutrum/Utrum (ersteres für
    geschlechtslose, letzteres für — nun ja, geschlechtliche
    Dinge). Die Germanischen Sprachen an Nord- und Ostsee haben
    diese Unterscheidung, wenn ich mich richtig erinnere.
    Übrigens noch als Nachtrag zu Verbformen, die irgendwo
    angesprochen wurden (ich durchsuche jetzt nicht den ganzen
    Thread): Im Litauischen existieren 8 Partizipien, 4 Gerundien
    und ein Halbpartizip. (In jeder Zeitform gibt es ein
    Gerundium, ein aktives und ein passives Partizip.)

Das stimmt, mit dem Utrum und Neutrum, kenn ich aus dem Schwedischen und so… ist ein bisschen ähnlich wie die Unterscheidung „belebt vs. unbelebt“, das es in vielen Sprachen gibt (auch Russisch macht da ja einen Unterschied, aber anderswo). Im Sumerischen gehörten Statuen übrigens auch in die belebte Klasse. :smile:

  1. Ich habe auch noch eine Buchempfehlung: „Describing
    Morphosyntax“ von Thomas E. Payne. Der Autor versucht hier
    tatsächlich, grammatische Phänomene so allgemein wie möglich
    darzulegen, damit man in Feldstudien nicht in festen
    Denkstrukturen gefangen ist. Das geht so weit, dass oft
    Funktionen z.B. eines Verbs beschrieben werden, zu denen es
    sinngemäß heißt: Bislang ist keine Sprache entdeckt worden,
    die diese Form besonders kennzeichnet; aber es gibt genug
    unerforschte Sprachen, und logisch denkbar ist diese Form
    allemal.
    Dieses Buch ist vielleicht die beste Antwort auf Deine Frage;
    aber man muss schon genug Interesse an der Sprachwissenschaft
    mitbringen, um dieses Buch interessant zu finden - es ist halt
    nicht besonders kurzweilig geschrieben. Fachwörter allerdings
    werden immer verständlich erklärt.

Das Buch wurde uns im Studium auch nahegelegt und soll sehr gut sein. Unser Professor (Balthasar Bickel) schwört darauf. Leider bin ich dem nie nachgegangen. Ich werd’s mal auf meine Amazon-Wunschliste setzen.

Liebe Grüße,

  • André

w-w-w rules! Danke, André! owT
.

Hallo!

Vielen Dank! Wow - auch ich bin echt überwältigt. Wie kann eine einzige Person das alles wissen?

„Subjekt“ und „Objekt“ sind allerdings Begriffe, die nicht auf
alle Sprachen wirklich zutreffen können. So zum Beispiel im
Tagalog (das kann ich nicht erklären, leider) oder im
Acehnesischen (malayo-polynesisch, aus Sumatra) — dort können
„Subjekte“ Eigenschaften haben, die bei uns eher Objekte
hätten… daher passt der Begriff dort nicht. In der
Linguistik versucht man, ihn eher zu vermeiden.

Ich will mal an dieser Stelle einhaken, weil die anderen Beispiele sehr viel mehr ins Detail gehen:

Meinst Du, dass diese unterschiedlichen grammatikalischen Strukturen Einfluss auf das Denken eines Menschen haben? Jetzt nicht speziell die Frage, ob sich Objekte und Subjekte unterscheiden, sondern generell wenn Sprachen so unterschiedlich aufgebaut sind.

Ein Beispiel habe ich genannt: Das grammatikalische Geschlecht entscheidet unter anderem darüber, welches Geschlecht wir einem geschlechtslosen Gegenstand zuordnen: Die Sonne ist eine Frau, der Mond ein Mann. Hunde sind Jungs, Katzen sind Mädchen … irgendwie. Das ist relativ harmlos. Aber wenn Du sagst, dass manche Sprachen keine Konjunktionen kennen, wie schafft es dann ein Mensch formal-logische Verknüpfungen zu denken? „(Er-)leben“ Engländer anders als wir, weil in ihrer Sprache die Verlaufsform einen viel größeren Stellenwert hat als im Deutschen? Würde sich unser Verhältnis zum Wirklichen und Virtuellen verändern, wenn es keinen Konjunktiv mehr gäbe (pun intended)?

Wenn noch Fragen sind, nur zu! =)

Drehen wir den Spieß mal rum: Was haben alle Sprachen gemeinsam? Ich schreibe jetzt mal, was ich mir selbst dazu denke. Du darfst mich gerne gegebenenfalls verbessern und ergänzen:

Sprache ist ein Mittel zur Kommunikation zwischen Menschen. Sie besteht aus Begriffen, die für „Dinge“ (Substantive) und „Vorgänge“ (Verben) stehen. Zu einem Begriff gehört eine bestimmte Lautfolge und (meistens) ein oder mehrere Schriftzeichen. Das nennen wir dann Wörter. Wörter können zu Sätzen zusammengefügt werden.

Bis hierhin klingt das unglaublich trivial. Aber bisher ist das auch nur eine Sprache, die man auch jedem Schimpansen beibringen kann: „Lucy legen Banane rot Korb.“

Für die komplexeren Bestandteile finde ich spätestens nach Deinem Posting keine gemeinsamen Punkte mehr. Gibt es die? Ich weiß, das geht jetzt in Richtung Universalgrammatik, aber bei Wikipedia fand ich mehr oder weniger nur die Definition der Universalgrammatik, aber nicht ihre Aussagen.

Vielen Dank nochmal!
Michael

  • André

Hallo Rainer,

Sorry, ich verstehe das nicht. Es gibt einen Singular, einen
Dual und einen Plural von „Hand“. Spricht man von einer Hand,
verwendet man den Singular, bei zwei Händen den Dual, und bei
mehr als zwei Händen - wenn ich Dich richtig interpretiere -
ebenfalls den Dual.

Ja, genau so habe ich es gemeint. Die Dualform wird in diesem Fall für den Plural verwendet, und die Pluralform für ein Substantiv, das dann eine andere Bedeutung hat (Henkel).

Da frage ich mich, wozu
dann die Pluralform benötigt wird und warum der Dual ein Dual
ist, wo er doch auch bei mehr als zwei Händen verwendet wird.

Die Pluralform braucht man, weil nur die wenigsten Wörter eine Dualform haben. Das sind vor allem Körperteile, die paarweise vorkommen, aber auch einige Zeitangaben, z.B. Tag.
Tag = jom (Singular)
2 Tage = jomaim (Dual)
Tage = jomim (Plural)

Ich frage mich da eher, wozu man die Dualform benötigt :wink:
Aber es gibt sie nun einmal, und man muss sie mitlernen, wenn ein Wort auch einen Dual hat.

Übrigens, der Status Absolutus und Status Constructus hat überhaupt nichts damit zu tun, ob ein Wort im Singular, Plural oder Dual steht. Das ist ein anderes grammatikalisches Phänomen. Den Status Constructus muss man ebenfalls mitlernen. Es gibt für jedes Substantiv also genau genommen vier Formen:

Status absolutus, Singular: bait (Haus)
Status constructus, Singular: beit (-haus)
Status absolutus, Plural: batim (Häuser)
Status constructus, Plural: btei (-häuser)

Das verwechselt man natürlich beim Lesen gern mal, oder weiß es nicht. Wenig hilfreich ist es, dass die Vokalisierung im Neuhebräischen nicht erkennbar ist. Da steht dann z.B. nur BJT die Vokale muss man sich dazudenken.

Ach ja, bevor nun wieder Schimpfe kommt: Mit dem Status Constructus erzeugt man nicht nur zusammengesetzte Wörter wie im Deutschen, z.B. beit cholim = Krankenhaus, sondern manchmal hat dieses zusammengesetzte Wort dann auch eine andere Bedeutung, z.B. beit sefer (wörtlich: Buchhaus) = Schule.

Ja, ist schon eine komplizierte Sprache. Wenig hilfreich ist es, wenn man die nur in mörderischem Tempo lernen kann, weil es an der Uni eben so angeboten wird. Wir haben mit knapp 30 Leuten angefangen, und jetzt sind wir noch 10.

Aber ich habe mir sagen lassen, dass Arabisch noch schwieriger sein soll.

Schöne Grüße

Petra