Hallo,
nachdem mein Sprachgefühl nach einer ersten Tendenz zu einem einfachen „lesen“ auch verwirrt war, habe ich gerade durch http://canoo.net/ gestöbert und bin zu folgender Ansicht gelangt:
Das Erste, was ich nach dem Aufstehen tue, ist (zu) lesen.
Ich denke, „das Erste, was ich … tue“ ist ein Prädikativ, dass zusammen mit der Kopula „ist“ das Prädikat des Satzes bildet, und das Subjekt „(zu) lesen“ charakterisiert. (http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Sat…)
Also sollten wir diesen Satz erst einmal die „normale“ Wortstellung herstellen:
Lesen ist das Erste, was ich tue.
Zu lesen ist das Erste, was ich tue.
Hier würde ich mich spontan für die erste Variante entscheiden. Bei Canoo steht hier (http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Ver…) leider recht wenig dazu, nur dass ein erweiterter Infinitiv als Subjekt sowohl mit (häufiger) als auch ohne „zu“ stehen kann. Hier haben wir allerdings keinen erweiterten Infinitiv; anders wäre das bei
Ein Buch lesen ist das Erste, was ich tue.
Ein Buch zu lesen ist das Erste, was ich tue.
oder bei deinem Beispiel
„Ziel ist es, den Text zu verstehen.“
Den Text zu verstehen, ist das Ziel.
Hier ginge wohl auch (ähnlich zum „verstehen“-Beispiel bei Canoo):
Den Text verstehen ist das Ziel.
In der verkürzten (nicht erweiterten) Variante aber wohl nur ohne „zu“:
Verstehen ist das Ziel.
Viele Grüße,
Andreas