Hallo
Der von mir empfohlende Weg a) hat zusätzlich noch den Vorteil, dass das Problem schnell behoben werden kann.
Es kann schnell behoben werden. Es kann aber auch ebensogut gar nicht behoben werden.
Meine Erfahrung ist (generell), dass man meistens wesentlich zuvorkommender behandelt wird, wenn man ggf. auch den Rechtsweg einschlägt und zeigt, dass man sich nichts gefallen lässt, dabei aber immer freundlich und höflich bleibt, als wenn man versucht, alles privat im Guten zu regeln. Nicht selten wird man auf diese Weise einfach übersehen.
Ein Widerspruchsverfahren dauert dagegen manchmal Monate.
Immerhin nur Monate …
Das ist nicht nur bei AlgII-Empfängern so…
Aber die müssen sich hinsichtlich ihres monatlichen Einkommens meistens nicht so überraschen lassen. Und die müssen meistens auch nicht ganz so lange drauf warten.
und dann aber sich mit mehreren Buchhaltungsformen zu beschäftigen,
An der Form an sich ändert sich nichts.
O doch. Es wird eben die EÜR verlangt, Bilanz ist nicht möglich. Außerdem hat man einen anderen Berechnungszeitraum als beim FA.
Wer also beim FA eine Bilanz vorlegt, die in vielen Fällen einen großen Vorteil gegenüber der EÜR hat, hat da durchaus einiges zusätzlich für die Arge zu tun.
Dass es eine Buchhaltung geben muss, ist eben auch die Besonderheit bei der Selbständigkeit.
EINE Buchhaltung, aber eben nicht zwei verschiedene.
Die leisten sich in der Regel nur große Firmen, die mehrere Bilanzbuchhalter beschäftigen.
Die Gewinnermittlung nach Steuerrecht beinhaltet auch steuerrechtliche Absetzungsmöglichkeiten wie zum Beispiel die Abschreibungen.
Dies sind keine tatsächlichen Ausgaben sondern eine reine Rechengröße, die die Unternehmen zum Investieren anhalten sollen (ausgenommen Sofortabschreibungen).
Doch natürlich sind es tatsächliche Ausgaben. Nur werden sie nicht dann abgeschrieben, wenn sie anfallen, sondern in der Regel später. Also z. B. eine Maschine wird dann abgeschrieben, wenn sie kaputt ist, und nicht, wenn man sie kauft und bezahlt, wenn man es mal etwas vereinfacht darstellen darf. Aber bezahlt werden muss die Maschine natürlich tatsächlich.
Oder wenn man Ware einkauft, kann man sie in der Bilanz erst dann als Aufwendung abschreiben, wenn man diese Ware tatsächlich verkauft. Das führt dann dazu, dass die tatsächlichen Aufwendungen von den tatsächlichen Einnahmen abgezogen werden können, so dass man den tatsächlichen Gewinn ermitteln kann.
- Es gibt da sicher auch Tricksereien bezüglich des Zeitpunkts der Abschreibung. - Oder was für eine Art von Abschreibung meinst du? Eventuell Abschreibungen von Finanzwerten? - Na ja, ok, das könnte sein, aber wie oft hat denn wohl ein Alg-2-Empfänger damit zu tun?
Das Problem bei der Selbständigkeit und Alg 2 besteht vielmehr darin, dass man sich natürlich selbständig machen kann, auch Gewinne einfahren kann, aber dann zum Zeitpunkt des Gewinns immer die Dinge einkaufen kann, die man in Wirklichkeit selber haben will, und sie aber als Geschäftsunkosten einsetzt. Auf diese Weise könnte sich einer auf Staatskosten ganz gut ausstatten, und ist sicher auch passiert.
(Das passiert natürlich auch bei der Steuer, aber da werden natürlich immer nur die Umsatzsteuern eingespart, und nicht das ganze praktisch finanziert.)
Insofern finde ich es nicht unbedingt verkehrt, wenn ein Bauchladenbesitzer nicht ungeprüft eine Geschäftsreise in die USA absetzen kann o.ä., aber das hat mit Abschreibungen nichts zu tun, sondern damit, dass die Investitionen beim Alg-2-Empfänger ja ‚angemessen‘ sein müssen.
Die haben eigentlich auch in der Steuer nichts zu suchen, wenn sie Sachen kaufen, nur um sie abschreiben zu können.
Steuerrechtlich ist es durchaus sinnvoll (siehe mein Text weiter oben).
Wenn man davon ausgeht, dass Investitionen grundsätzlich sinnvoll sind, dann ja. Ich bin da aber anderer Meinung.
Die Ausgaben, die man als Unternehmer hat, sind ja auch tatsächlich da, also würde es nichts bringen, diese Ausgaben zu tätigen, obwohl man die Investition gar nicht benötigt.
Sowas passiert aber, allerdings m. W. nur bei großen Unternehmen. Da wird oft irgendwas überflüssiges gebaut, um Steuern zu sparen. Wie die aber genau Steuern gespart haben, weiß ich nicht, ich weiß aber, dass es so ist.
Ich hoffe, meine Ausführungen waren jetzt nicht zu umfangreich oder gar langweilig…
Dito
Viele Grüße