Einverständnis nicht notwendig 
Hi,
da hast Du Dich ja ganz schön ins Zeug gelegt. Und trotzdem bin ich nicht so richtig einverstanden.
Zuerstmal, ich bin hier einerseits mit persönlicher Sicht, andererseits mit WBL/VWL Brille unterwegs, ich vermische das Ganze manchmal so dass nicht immer klar ist, wo ich polemisch werde und wo es um Fakten geht.
Für meine persönliche Polemik erwarte ich gar kein Einverständnis. 
In unserem Fall ist darüber einfach hinweg gegangen worden. Es wird behauptet, an den Kosten für die Räume könne man nichts machen - und dann bleibt einfach das Personal übrig.
Kurzfristig ist dem so: pacta sunt servandi. Ein Mietvertrag, über 5 Jahre unterzeichnet, kann nicht so schnell geändert werden. Ich weiß wie lange meine Firma „im falschen Büro“ gehaust hatte, weil wir den Vertrag nicht ändern konnten.
Befristete / Studentische Arbeitsverhältnisse zu verändern bzw. aufzulösen ist da bei weitem einfacher. (Polemik-Anteil: Dank Schwarz/Gelb)
Das, mit verlaub, finde ich auch eine banale Sicht der Dinge - aber hier werden wir uns kaum einigen können.
Mit Sicherheit banal. Unternehmerische Kostenrechnung ist nicht banal. Sie hier im Forum mal nebenbei abzufackeln ist sinnlos.
Hier möchte ich noch einen neuen Punkt einfügen: Wie wir mittlerweile wissen, geht es nur um Minijobs, die von Studenten ausgeführt werden.
Ja, das wusste ich während des Postings noch nicht.
Damit habe ich ein Problem.
Ich auch, aber aus anderen Gründen.
Die Studenten müssen nicht davon leben,
Möglicherweise doch. Studenten haben es verdammt schwer, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, wenn das Bafögamt abweist und die ARGE auf Bafög verweist, während im Rücken die Studiengebühren mit Exmatrikulationsdrohung drücken.
sie verdienen sich nur etwas hinzu. Damit kann der Anbieter dieser Kurse günstiger als sein Wettbewerber anbieten.
Nicht wenn Wettbewerber das Gleiche tun.
Es werden jetzt hier Kurse durchgeführt, die dem Wettbewerber verloren gehen.
Das geht davon aus, dass der Markt gesättigt ist. Bei einem wachsenden bzw. nicht vollständig eroberten Markt geht nichts verloren.
Wenn ich jetzt mal davon ausgehe, dass der Wettbewerber Mitarbeiter beschäftigt, die von der Arbeit leben müssen, dann kommen jetzt diese Arbeitsplätze unter Druck.
Grob sind wir immer noch bei Angebot und Nachfrage. Zahlt der Wettbewerber hinreichend, so werden die Studenten nach Möglichkeit zu ihm wechseln, zahlt er nicht hinreichend, gerät kein existenter Arbeitsplatz in Beschuss.
Das Phänomnen, dass die subventionierten Arbeitsplätze die normalen schädigen.
Die Frage ist aber nicht unbedingt, ob der Student einen vollen Arbeitsplatz ersetzt, sondern ob es ohne das stud. AV überhaupt einen Arbeitsplatz gäbe - und Geringfügige Beschäftigung ist immer noch besser als gar kein Job!
Die Diskussion, die wir beide hier eigentlich führen müßten hängt an einer einzigen Frage - dem Grad der Marktsättigung. Ist dieser hoch gebe ich Dir einfach nur Recht.
Gibt es jetzt diese Nebenbedingung „von der Arbeit leben
können“, führt das nur dazu, dass die Kurve links irgendwo auf
0 geht, und je mehr man in das „leben können“ hinzunimmt,
desto weiter nach rechts rückt der Nullpunkt.
Was die „Nebenbedingung“ angeht werden wir uns wohl kaum einigen können.
Ich weiß nicht wie Du das meinst, ich sage wenn ich „Nebenbedingung“ meine nicht dass das unwichtig ist sondern davon, dass es sich um ein mathematisch-ökonomisches Modell handelt und diesbezüglich beziehe ich mich auf die mathematische Definition des Begriffs, und rein mathematisch sind Lebenshaltungskosten nun mal eine Nebenbedingung bei der Frage des Marktpreises.
Aber: Wenn der Knick weit links ist, muss zum Leben der Staat einspringen und irgendwann dem Menschen eine Existenz ermöglichen.
Nein, je weiter rechts er ist, desto eher muss der Staat einspringen. Als Extrem: Ist er ganz weit links (d.h. an der Nullmarke) dann kann jeder, zu jedem Lohn, auch ohne staatliche Hilfe leben.
Tatsächlich muss der Staat nur dann einspringen, wenn es nicht zum Schnitt zwischen Angebot und Nachfrage kommt (da dieser Schnitt durch die Nebenbedingung außerhalb des definierten Rahmens liegt).
Sofern ein Schnitt im definierten Bereich vorliegt, wäre ein staatliches Eingreifen volkswirtschaftlich schädlich.
Ich finde, da muss irgendwo Schluss sein.
Mathematische Modellierung hat nichts mit Meinungen und Sozialempfinden zu tun. Man nimmt einfach die Nebenbedingung auf, berechnet und dann kommt vielleicht raus „Das Modell hat keine Lösung, welches alle notwendigen Bedingungen erfüllt“, - dann heißt das: „Das Unternehmen lohnt sich nicht, auflösen punkt ende“
Das wäre betriebswirtschaftlich das Ende der Fahnenstange.
Kommt was Anderes raus, dann muss vom Istzustand soweit geändert werden, dass der optimale Punkt erreicht ist, aber auch dann ist die Diskussion um Existenzminima und Arbeitsplatzverdrängung irrelevant, da man das Ganze ja schon im Modell drinnen hat.
Ich hätte jetzt unrentabel gesagt - aber egal. Wie wir mittlerweile wissen, besteht hier jetzt die Sorge, dass die Minijobber nicht mehr mitziehen und nicht zum weniger verdienen „motiviert“ werden können.
Das ist Teil der Sorge. Der andere Teil besteht, wie wir ja auch schon wissen, darin, dass das Unternehmen so wie es ist nicht fortbestehen kann. Davon, dass man entweder das Unternehmen auflöst oder in den Konkurs wirtschaftet, haben die Minijobber aber langfristig auch nicht mehr in der Tasche.
Es gilt die Frage zu beantworten, ob man das Unternehmen fortbestehen lassen kann/sollte. Alles Andere ist dieser Frage unterzuordnen. Die Frage, ob der Fortbestand über Löhne, Preise oder Marketing gelöst wird ist in diesem Zusammenhang ein unwichtiges, nachgelagertes Detail: eine prinzipiell unprofitable Unternehmung sollte man schnellstmöglich beenden, eine möglicherweise profitable sollte man auf Erfolgskurs bringen.
Du willst viel unternehmerisches Risiko bzw Belastungen einfach auf die Mitarbeiter übertragen und willst das mit Rechenbeispielen rechtfertigen.
Rechtfertigen möchte ich gar nichts in diesem Zusammenhang.
Im Endeffekt war das nur ein kurzes Beispiel einer möglichen Lösung. Niemand muss sich darauf einlassen und dass das praktisch oft nicht geht habe ich selbst angedeutet.
Bis zu einem gewissen Punkt kann ich Dir folgen - aber der Punkt liegt in meinem Diagramm weiter rechts als in Deinem.
Och, mir ist völlig egal wo der Punkt liegt. Das ändert am Modell nichts, nur daran ob im konkreten Fall die Lösungsmenge leer ist.
Was wir bislang aber von dem Unternehmen mitbekommen haben, sind wir mit den Personalkosten am unteren Anschlag
Nein, darunter. Siehe mein anderes Posting.
Mit den Kosten ist der obere Anschlag schon überfahren.
Ja.
Es besteht wenigstens theoretsch die Möglichkeit, dass dieses Unternehmen Wettbewerber durch Dumpingpreise schädigt.
Ach was heißt Dumping? Ist so ein tolles Modewort. Wird gerne von Gewerkschaftern verwendet, aber auch nur solange, wie sie nicht selbst fünf Euro für ein Sonntagsbrötchen zahlen müssen.
Effektiv muss man den Markt studieren, Wettbewerber vergleichen und erst dann kann man darüber diskutieren.
Ökonomisch ist Dumping keine langfristig sinnvolle Maßnahme, daher ein selbstregulierendes Problem („Dumping“ Unternehmungen katapultieren sich selbst vom Markt)
Wo real „Dumping“ so genannt wird, liegt ökonomisch meist nur eine notwendige Anpassung an einen bereits so existierenden Markt vor.
Also hier muss noch mehr überlegt werden, als nur einfach den Studenten weniger Geld zu geben und das als „alternativlos“ zu verkaufen.
Definitiv. Ich habe schon selbst gesagt, dass hier ein professioneller Berater ran sollte der die gesamten Strukturen unter die Lupe nimmt.
Und in meiner Antwort an Jeanny kannst Du auch klar herauslesen dass ich im konkreten Fall mit den jetzigen Informationen in der Gehaltsfrage voll auf Deiner Seite stehe, wenn auch aus anderen Gründen.
Hier müssen noch viel mehr Parameter auf den Prüfstand.
Eigentlich sollte das Geschäftskonzept als erstes auf Selbigen.
Und ein „ich finde das toll“ reicht hier einfach nicht, insbesondere wenn man mit der finanziellen Existenz sowohl von sich selbst als auch von anderen Leuten (Mitarbeitern, Mitbewerbern) spielt!
Gruß,
Michael