Selbstdisziplin verbessern, mehr sinnvolles machen

Hallo,

wie verbessert man eigentlich die eigene Selbstdisziplin/Durchhaltevermögen? Ich meine damit, dass wenn man sich etwas vornimmt bzw. etwas machen sollte, das dann auch macht und sich nicht immer mit irgend was ablenkt. Im Grunde ist mein Selbstdisziplin relativ ok, zumindest denke ich das mal. Bin ein recht guter Sportler und bin in mein Studium (noch) gut unterwegs :smile: …ah das hört sich lustig an. Naja wie auch immer, die Sachen durch zu ziehen ist oft schwer. Nehmen wir mein Sport: so gut wie jeden Tag da zu sein, alle drills durch zu ziehen, nie aufhören (jaja dazu zählt auch kotzen im Training weil es so hart ist und dennoch weiter machen, mit gerissenen Bändern nicht aufhören usw ^^), nehmen wir mein Studium: egal wie verzweifelt meine Lage ist, einfach solange lernen bis es doch irgendwie verstanden wurde, obwohl OP gehabt und gesagt wurde jetzt nirgendwo raus gehen heimlich in die Vorlesungen schleichen :wink: usw.

Also ich denke ich habe schon eine gewisse Selbstdisziplin/Durchhaltevermögen, sonst würde ich ja diese Sachen nicht machen. Nun die Frage ist, wie man das doch noch weiter steigern könnte. Ich würde mir endlich mal vornehmen nie wieder diesen bescheuerten Fernseher einzuschalten, da läuft ja nur Blödsinn. Stattdessen könnte ich meine Zeit nutzen und was sinnvolles lesen und lernen. Wenn man manchmal was für die Klausuren lernen muss, dann zieeeeht man das ganze soooo laaang, anstatt mal zu sagen „so jetzt nur lernen ohne pause und das solange bis ich es perfekt kann“. Sport und Studium habe ich extra erwähnt, da die beiden gleichzeitig oft sehr belastend sind. Man will in beiden Sachen gut sein, aber irgendwie fehlt einem die Kraft. Das passiert auch ständig: Man hatte 3stunden Training und kommt nach Hause und sollte eigentlich lernen, aber ich bin dann so fertig, dass ich das nicht hinkriege - das sollte aber eigentlich keine Ausrede sein! Ich müsste nur meinen inneren Schweinehund besiegen. Naja und es gibt halt noch unzählige Beispiele… es geht halt darum, dass ich meinen Grund-Selbstdisziplin irgendwie erweitern müsste. (wobei ich mir sicher bin, dass wenn ich nur Studieren würde oder nur Sport machen würde, das ganze deutlich leichter wäre. Ich merke, dass die Leute die keine Hobbies haben, sich mit nichts anderem beschäftigen beim Studieren die besten sind. Ist ja logisch, denn Sie müssen das ganze Disziplin, was ich mir wie eine Batterie vorstelle :wink:, nur auf das eine etwas schalten => so wird das nicht so schnell leer. Wenn man seine „Batterie“ auf mehrere Sachen schalten[Sport, Studium, im schlimmsten Fall noch auf eine Freundin], wird das schneller leer => kein Durchhaltevermögen mehr ^^. Sehe ich das falsch?)

Weiß da jemand sinnvolle tips? Wie machen es denn die Mönche? :wink: Die kriegen das doch auch so gut hin - einfach keine Bedürfnisse haben. Mir hat mal jemand gesagt, dass diese ganzen unangenehmen Gefühle gegenüber was anstrengendes (zb. morgens ganz früh aufstehen, für etwas viel Lernen usw.) nur eine Einbildung ist. Man sollte das einfach überwinden oder gar nicht lang darüber nachzudenken, einfach machen. Ist wirklich komplett abschalten und nicht denken sondern einfach handeln die Lösung (wobei das ist leichter gesagt als getan)

Ich freue mich über alle Antworten

Danke und Gruß

Hallo,

wie verbessert man eigentlich die eigene
Selbstdisziplin/Durchhaltevermögen? Ich meine damit, dass wenn
man sich etwas vornimmt bzw. etwas machen sollte, das dann
auch macht und sich nicht immer mit irgend was ablenkt. Im
Grunde ist mein Selbstdisziplin relativ ok, zumindest denke
ich das mal. Bin ein recht guter Sportler und bin in mein
Studium (noch) gut unterwegs :smile: …ah das hört sich lustig an.
Naja wie auch immer, die Sachen durch zu ziehen ist oft
schwer. Nehmen wir mein Sport: so gut wie jeden Tag da zu
sein, alle drills durch zu ziehen, nie aufhören (jaja dazu
zählt auch kotzen im Training weil es so hart ist und dennoch
weiter machen, mit gerissenen Bändern nicht aufhören usw ^^),
nehmen wir mein Studium: egal wie verzweifelt meine Lage ist,
einfach solange lernen bis es doch irgendwie verstanden wurde,
obwohl OP gehabt und gesagt wurde jetzt nirgendwo raus gehen
heimlich in die Vorlesungen schleichen :wink: usw.

Meinst Du, dass diese Art von Disziplin Dir wirklich gut bekommt?

Also ich denke ich habe schon eine gewisse
Selbstdisziplin/Durchhaltevermögen, sonst würde ich ja diese
Sachen nicht machen. Nun die Frage ist, wie man das doch noch
weiter steigern könnte.

Ist das wirklich Dein voller Ernst?!

Ich würde mir endlich mal vornehmen
nie wieder diesen bescheuerten Fernseher einzuschalten, da
läuft ja nur Blödsinn. Stattdessen könnte ich meine Zeit
nutzen und was sinnvolles lesen und lernen. Wenn man manchmal
was für die Klausuren lernen muss, dann zieeeeht man das ganze
soooo laaang, anstatt mal zu sagen „so jetzt nur lernen ohne
pause und das solange bis ich es perfekt kann“. Sport und
Studium habe ich extra erwähnt, da die beiden gleichzeitig oft
sehr belastend sind. Man will in beiden Sachen gut sein, aber
irgendwie fehlt einem die Kraft. Das passiert auch ständig:
Man hatte 3stunden Training und kommt nach Hause und sollte
eigentlich lernen, aber ich bin dann so fertig, dass ich das
nicht hinkriege - das sollte aber eigentlich keine Ausrede
sein! Ich müsste nur meinen inneren Schweinehund besiegen.

Ich denke, Du solltest einen Therapeuten aufsuchen. Nicht, weil Du nicht diszipliniert wärst, sondern - im Gegenteil - weil Du anscheinend unangemessene Ansprüche an Dich selbst stellt und über Deine eigenen Grenzen zu gehen scheinst.

Naja und es gibt halt noch unzählige Beispiele… es geht halt
darum, dass ich meinen Grund-Selbstdisziplin irgendwie
erweitern müsste. (wobei ich mir sicher bin, dass wenn ich nur
Studieren würde oder nur Sport machen würde, das ganze
deutlich leichter wäre. Ich merke, dass die Leute die keine
Hobbies haben, sich mit nichts anderem beschäftigen beim
Studieren die besten sind.

Wer nur studiert und sonst gar nix mehr denken, fühlen, machen kann, der hat den falschen Bildungsweg eingeschlagen.

Ist ja logisch, denn Sie müssen das
ganze Disziplin, was ich mir wie eine Batterie vorstelle :wink:,
nur auf das eine etwas schalten => so wird das nicht so
schnell leer. Wenn man seine „Batterie“ auf mehrere Sachen
schalten[Sport, Studium, im schlimmsten Fall noch auf eine
Freundin], wird das schneller leer => kein Durchhaltevermögen
mehr ^^. Sehe ich das falsch?)

Ja, das siehst Du komplett falsch.
Du bist doch keine Maschine, der man einfach nur immer wieder eine Batterie einsetzen kann, damit sie funktioniert, oder???

Weiß da jemand sinnvolle tips? Wie machen es denn die Mönche?
:wink: Die kriegen das doch auch so gut hin - einfach keine
Bedürfnisse haben. Mir hat mal jemand gesagt, dass diese
ganzen unangenehmen Gefühle gegenüber was anstrengendes (zb.
morgens ganz früh aufstehen, für etwas viel Lernen usw.) nur
eine Einbildung ist. Man sollte das einfach überwinden oder
gar nicht lang darüber nachzudenken, einfach machen. Ist
wirklich komplett abschalten und nicht denken sondern einfach
handeln die Lösung (wobei das ist leichter gesagt als getan)

Handeln hat sehr viel mit Nachdenken zu tun… was Du meinst ist nicht Handeln, sondern FUNKTIONIEREN… Willst Du das wirklich?

Gruß
iceage

Ich freue mich über alle Antworten

Danke und Gruß

Hi ^^,

Ich denke, Du solltest einen Therapeuten aufsuchen. Nicht,
weil Du nicht diszipliniert wärst, sondern - im Gegenteil -
weil Du anscheinend unangemessene Ansprüche an Dich selbst
stellt und über Deine eigenen Grenzen zu gehen scheinst.

Nein du siehst mich total falsch :wink: Würde ich jetzt jeden Tag kaum Pause zu machen nur lernen, lernen, trainiere und trainieren… und würde dann noch mehr von mir wollen, dann wäre das so. Aber ich übertreibe das nicht so direkt. Zb. jetzt, ich müsste ein paar Stunden lang einige Aufgaben durchgehen, aber nein ich musste zwischendurch surfen und Tagträumen ^^

Handeln hat sehr viel mit Nachdenken zu tun… was Du meinst
ist nicht Handeln, sondern FUNKTIONIEREN… Willst Du das
wirklich?

Also wenn ich mit Funktionieren mein Ziel erreichen könnte: Super Abschluss, große Pokale :smile: , DANN würde ich gerne Funktionieren anstatt Nachdenken :smile: - Es zeigt sich doch, dass Kinder aus sehr strengem Elternhaus oft „funktionieren“. Elter bestimmen wo die Kinder hinmüssen und es wird eingeredet, dass man nur lernen, lernen, lernen soll. Nun oft wird aus solchen Leute (wenn die Eltern wirklich gut waren :wink: ) Ärzte und Richtern - die dann immer hin irgendwas in der Hand haben. Wenn die das haben können die anfangen nicht mehr zu funktionieren, sondern zu nach zu denken (quasi spaß haben). Genau das wäre doch mal ein Ziel auch… einfach die 4-5 Jahre so durchhalten und dann wenn ich das abgeschlossen habe könnte ich mehr „chillen“ und spaß haben. Das kennt aber jeder, war bestimmt in deinem frühen Alter auch so. Du hättest den ganzen Tag spielen können und nichts gemacht (weil das ist ja anstrengend), aber dafür wäre das nichts mit deine Zukunft geworden. Deswegen war es doch gar nicht so schlecht, dass du dich doch auf deinen Hintern gesetzt hast und gelernt hast - gut ich weiß ja nicht was du alles gemacht hast oder nicht, war jetzt nur als Beispiel.

Hallo,

Hallo,

vorausgesetzt es gäbe tatsächlich Jemand hier, der dir sagt, wie du deine Selbstdisziplin noch verbessern könntest (daran zweifele ich stark !), dann hab ich mal eine Frage an dich:

Was wirst du danach von dir selbst verlangen ?

Willst du dich eigentlich nur quälen, oder zwischendurch auch mal leben ?

Alles Gute,

allround

Was wirst du danach von dir selbst verlangen ?

Willst du dich eigentlich nur quälen, oder zwischendurch auch
mal leben ?

Also wie ich das schon hier (/t/selbstdisziplin-verbessern-mehr-sinnvolles-machen…

Handeln hat sehr viel mit Nachdenken zu tun… was Du meinst
ist nicht Handeln, sondern FUNKTIONIEREN… Willst Du das
wirklich?

Also wenn ich mit Funktionieren mein Ziel erreichen könnte:
Super Abschluss, große Pokale :smile: , DANN würde ich gerne
Funktionieren anstatt Nachdenken :smile: - Es zeigt sich doch, dass
Kinder aus sehr strengem Elternhaus oft „funktionieren“. Elter
bestimmen wo die Kinder hinmüssen und es wird eingeredet, dass
man nur lernen, lernen, lernen soll. Nun oft wird aus solchen
Leute (wenn die Eltern wirklich gut waren :wink: ) Ärzte und
Richtern - die dann immer hin irgendwas in der Hand haben.

Solche Eltern sind mir ein Rätsel, und die Kinder, die nicht lernen dürfen, sondern sollen… ich kann sie nur bemitleiden.

Wenn die das haben können die anfangen nicht mehr zu
funktionieren, sondern zu nach zu denken (quasi spaß haben).

Die wissen nicht, wie das geht… sie haben alles Mögliche, aber das nie gelernt… traurig.

Genau das wäre doch mal ein Ziel auch… einfach die 4-5 Jahre
so durchhalten und dann wenn ich das abgeschlossen habe könnte
ich mehr „chillen“ und spaß haben.

Aus den 4 Jahren würden dann vielleicht 7, 10, 30… je nachdem, wie gut Du das aushalten könntest, den Stress, den Druck etc. - ohne regelmäßig mal so richtig „die Sau rauszulassen“, sich zu amüsieren, wegzufahren, Urlaub machen, ein Comic lesen, in den Wald gehen und einfach den Bäumen beim Relaxen zusehen… Du verstehst?!

Das kennt aber jeder, war
bestimmt in deinem frühen Alter auch so. Du hättest den ganzen
Tag spielen können und nichts gemacht (weil das ist ja
anstrengend), aber dafür wäre das nichts mit deine Zukunft
geworden. Deswegen war es doch gar nicht so schlecht, dass du
dich doch auf deinen Hintern gesetzt hast und gelernt hast -
gut ich weiß ja nicht was du alles gemacht hast oder nicht,
war jetzt nur als Beispiel.

Aus mir ist schon was geworden, und ich bin eigentlich eher faul:smile:

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da denk ich gerade spontan an die „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ (http://www.jorde.de/deutsch/anek01.html)

Hi,

hast du den Bericht auf Spiegel Online gelesen:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,6…

„Wolfgang Reitzle hat seinen 60. Geburtstag nicht groß gefeiert. Er hat sich getroffen mit dem besten Freund, einem Verhaltenstherapeuten, und eine Flasche Rotwein geöffnet, Jahrgang 1949, ein Geschenk zum Fünfzigsten. Reitzle hat mit seinem Freund auf sein Leben zurückgeblickt und visualisiert, was jetzt noch kommt. Die Firma in gutem Zustand übergeben, mehr work-life-balance haben, mehr Zeit für seine zweite Frau Nina Ruge und fürs Golfen.“

Wenn Herr Reitzle in 5 Jahren dann die Firma in gutem Zustand übergeben hat, was bleibt dann noch übrig von der Work-life-Balance?
10 Gute Jahre ohne grössere Zipperlein vielleicht?
Oder hat er in 3 Jahren schon einen Herzinfarkt?
Und Rückblickend hatte er dann 50 Beschwerliche Jahre und 5 Gute?

nicht mein Stil…
grüße
miamei

da denk ich gerade spontan an die „Anekdote zur Senkung der
Arbeitsmoral“ (http://www.jorde.de/deutsch/anek01.html)

Hi

Hehe, lustig. Ich hätte gesagt „Lass uns doch einfach alle Penner werden“, aber dann würde ich doch so sarkastisch klingen.

Naja zum glück haben wir alle vergessen was meine eigentlich Frage war ^^

Gruß

Hi WaldiWo,

ich hoffe, Du bekommst hier auch noch sinnvolle (= konstruktive) Antworten zu Deiner durchaus berechtigten Frage.

Hier wird ja gerade so getan, als wäre Selbstdisziplin/Selbstmotivation das Übel allen Lebens überhaupt.

Dabei ist sie genau dass, was uns

  1. über rein tierisches Genußstreben erhebt und
  2. es uns ermöglicht, auch schwierige Vorhaben zu Ende zu bringen.

Sport und Studium sind gute Beispiele. Doch eigentlich ist es in beinahe jeder Lebenssituation so, dass Viele etwas leichtherzig beginnen, aber nur wenige es auch zu Ende bringen.

Wäre das nicht so, gäbe es tausende von Buchautoren, Künstlern, Komponisten, Filmstars, Doktor-Titeln, Multilinguisten, etc.

Gruß,
Sax

ich hoffe, Du bekommst hier auch noch sinnvolle (=
konstruktive) Antworten zu Deiner durchaus berechtigten Frage.

ja das wäre echt gut :smile: Vllt kommen die Antworten noch… weil die die das beantworten können arbeiten oder lernen den ganzen Tag und kommen nicht so schnell dazu was zu schreiben (nicht so wie andere Poster hier… spaß ^^)

Hier wird ja gerade so getan, als wäre
Selbstdisziplin/Selbstmotivation das Übel allen Lebens
überhaupt.

Ja das ist leider so. Die die das nicht haben beschimpfen die anderen, dass das quatsch ist. Die die das haben beschimpfen die anderen wiederrum… und deswegen kann man nur schwer (sinnvolle) Antworten kriegen, wenn die Frage an eine breite Masse gestellt wird.

Gruß

Hallo,

Genau das wäre doch mal ein Ziel auch… einfach die 4-5 Jahre
so durchhalten und dann wenn ich das abgeschlossen habe könnte
ich mehr „chillen“ und spaß haben.

Meinst du, du kannst dann wirklich „abschalten“? Du befindest dich jetzt in einer Zeit, die von vielen als die Zeit der Freiheit gesehen wird. Meinst du, dass du dich danach von der Vorstellung, etwas leisten zu müssen, freimachen kannst?

Er wird immer etwas geben, wofür du dich tot arbeiten kannst:. Erst ist es das tolle Abi (Grundstock legen), dann ein super Diplom (dann stehen alle Türen offen), der Doktor obendrauf (natürlich summa cum laude). Dann ein Job mit hohem Einstiegsgehalt (wofür hat man sich sonst die Jahre abgerackert?). Der nächste Schritt auf der Karriereleiter wartet (Ausruhen kann ich nach der Rente genug), …

Versteh mich nicht falsch: Wir hatten im ersten Semester auch Arbeit, dass kaum Hobbies blieben oder jetzt arbeite ich auch mal viel länger als verlangt, wenn ich denke, dass es notwendig ist (und- ich gebe es ja zu- weil es mir Spaß macht), aber ich sehe nicht ein, warum ich jeden Spaß im Leben jetzt verpassen soll, damit ich später irgendwann genau diesen Spaß haben soll.

Also: Pausen machen ist meiner Meinung nach erlaubt- du brauchst ja nicht gleich ins andere Extrem verfallen :smile:

Viele Grüße
Kati

Hallo,
ich kann verstehen, was du schreibst.

Ich würde mir endlich mal vornehmen
nie wieder diesen bescheuerten Fernseher einzuschalten, da
läuft ja nur Blödsinn. Stattdessen könnte ich meine Zeit
nutzen und was sinnvolles lesen und lernen.

Das kenne ich: Jetzt z.B. bin ich krank zu Hause und nicht an der Uni. Es geht mir zwar schlecht, aber auch wieder nicht soo schlecht, dass ich nicht ein paar Paper lesen könnte oder ein paar Rechnungen starten oder …

Man hatte 3stunden Training und kommt nach Hause und sollte
eigentlich lernen, aber ich bin dann so fertig, dass ich das
nicht hinkriege - das sollte aber eigentlich keine Ausrede
sein! Ich müsste nur meinen inneren Schweinehund besiegen.

Wobei ich denke, dass hier der Fall noch anders liegt: Der Körper braucht doch auch mal Ruhepausen, sonst erreichst du eher das Gegenteil vom Gewünschten.

Sehe ich das falsch?

Ich denke schon, dass du Recht hast und sich natürlich die verfügbare Zeit/Energie auf die verschiedenen Interessen aufteilt.
Aber: Für mich ist der entscheidende Punkt: Ist eines der Interessen denn wirklich weniger wert als die anderen? Klar hättest du mehr Zeit zum Lernen, wenn du nicht trainieren würdest. Ich hätte mehr Zeit für Physik wenn ich nicht damit beschäftigt wäre, Sprachen zu lernen, die ich wahrscheinlich nie brauchen werde. Aber es ist mein Hobby und ich denke nicht, dass es weniger wichtig ist, als für meine Diplomarbeit zu arbeiten.

:wink: Die kriegen das doch auch so gut hin - einfach keine
Bedürfnisse haben.

Wobei man sich natürlich fragen muss, ob das jeder kann oder ob die anderen einfach nicht Mönche werden :smile:

Mir hat mal jemand gesagt, dass diese
ganzen unangenehmen Gefühle gegenüber was anstrengendes (zb.
morgens ganz früh aufstehen, für etwas viel Lernen usw.) nur
eine Einbildung ist.

Ich denke, dass man sich auch bei „unangenehmen“ Sachen eine gewisse Routine antrainieren kann (jeden Tag um 5 aufstehen, …)- bis zu einer gewissen Grenze für den Alltag, wenn du an deine körperlichen Grenzen stößt. Ich glaube, es gibt Untersuchungen nach denen du z.B. beim Lernen nicht unbegrenzt aufnahmefähig bist und Pausen/Schlaf sogar notwendig für den Lernprozess sind.

Ob du es übertreibst mit dem Lernen oder eher faul/schlecht organisiert bist, kann hier natürlich keiner beurteilen, deswegen finde ich es auch schwer, irgendwelche konkreten Tipps zu geben :smile:

Viele Grüße
Kati

Moin,
als ich den Artikel gelesen habe, habe ich mich doch sehr gewundert. Hättest du die Frege gestellt, wie man aus einem totalen Leistungsdruck-Denken rauskommt und ein wenig entspannter mit Anforderungen umgehen kann, dann hätte ich gedacht: „Ja, der kanns gebrauchen!“
Aber nach der Schilderung in deinem Artikel zu fragen, wie man seine Selbstdisziplin noch weiter verbessern kann, stößt bei mir auf großes Unverständnis:

Nehmen wir mein Sport: so gut wie jeden Tag da zu
sein, alle drills durch zu ziehen, nie aufhören (jaja dazu
zählt auch kotzen im Training weil es so hart ist und dennoch
weiter machen, mit gerissenen Bändern nicht aufhören usw ^^)

Ja, so Leute kenne ich auch. Mit der Einstellung trainieren die seit ihrem zwölften Lebensjahr, und mit Anfang 20 haben sie dann chronische Beschwerden, weil die Verletzungen nie richtig ausheilen konnten, weil ständig Belastung drauf war und nie auch nur die kleinsten verletzungsbedingten Pausen zugestanden wurden.
Ich treibe zwar auch seit Jahren Leistungssport, aber das Kotzen beim Training ist doch immer die Ausnahme gewesen. Du sollst dich ja beim Training nur be-, aber nicht überlasten.

nehmen wir mein Studium: egal wie verzweifelt meine Lage ist,
einfach solange lernen bis es doch irgendwie verstanden wurde,
obwohl OP gehabt und gesagt wurde jetzt nirgendwo raus gehen
heimlich in die Vorlesungen schleichen :wink: usw.

Dazu hat man ja schließlich seine Ärzte: Wenn die was sagen, was einem passt, dann macht man das auch, wenn die einem was sagen, was einem nicht passt, macht man es halt nicht.
Wenn du doch klare Order bekommen hast, nirgendwo hinzugehen, dann wird sich der Arzt schon was dabei gedacht haben. Es ist doch niemandem damit geholfen, wenn du dich dennoch in die Vorlesung schleicht und damit möglicherweise den gesamten Heilungsprozess gefährdest. Das kann nicht im Sinne des Arztes, deiner Professoren und erst recht nicht in deinem Sinne sein.

Stattdessen könnte ich meine Zeit
nutzen und was sinnvolles lesen und lernen. Wenn man manchmal
was für die Klausuren lernen muss, dann zieeeeht man das ganze
soooo laaang, anstatt mal zu sagen „so jetzt nur lernen ohne
pause und das solange bis ich es perfekt kann“.

Lernen ohne Pause klingt zwar nach massiver Selbstdisziplin, aber der Körper braucht gerade die Pausen, damit der erlernte Stoff verarbeitet werden kann, der Kopf wieder frei wird und du wieder Kraft für den nächsten Lernabschnitt sammeln kannst.

Man hatte 3stunden Training und kommt nach Hause und sollte
eigentlich lernen, aber ich bin dann so fertig, dass ich das
nicht hinkriege - das sollte aber eigentlich keine Ausrede
sein!

Das ist auch in keinem Sinne eine Ausrede, das ist nur eine zwingende Begründung. Natürlich hat niemand nach drei Stunden intensivsten Trainings noch die Energie, direkt, ohne Pause, weiterzulernen. Dazu ist der Mensch einfach nicht gemacht.

Wie machen es denn die Mönche?

Die haben in etwa halb so viel Selbstdisziplin wie du. Die bringen sich halt nur nicht ständig über ihre körperlichen und geistigen Grenzen hinaus, sondern leben ausgeglichen. Das täte dir auch ganz gut: Deine Selbstdisziplin beibehalten und dir nur die benötigten Pausen und Auszeiten gönnen.
Wenn du so weiter machst wie bisher und ständig versuchst, dich über deine Grenzen zu treiben, dann wirst du nicht nur sehr wenig Spaß am Leben haben, sondern auch zu denen gehören, die mit Mitte 30 mit Burn-Out-Syndrom völlig ausfallen, und das kann ja auch nicht dein Ziel sein.

Versuch einfach, ein bisschen zurückzuschalten.
Wenn ich nur einen Bruchteil deiner Selbstdisziplin hätte, dann wäre ich ja schon froh. Und trotzdem kann ich bisher nicht sagen, dass ich mir schon mal irgend etwas Wichtiges durch zu wenig Selbstdisziplin vermasselt hätte.

In diesem Sinne

Liebe Grüße
DaChwa

lieber trainingskotzer
lieber trainingskotzer,

da du eine lange liste eher selbstschädigender verhaltensweisen schilderst und hier danach fragst, wie man dir da weiteren drive in diese richtung ermöglichen könnte, möchte ich dir, lieber hospital-abhauer und trainingswürger- das gegenteil davon empfehlen.

versuche nicht, deine einstellung „ich muss noch mehr sinnvolles schaffen“ bretthart durchzuziehen, sondern deinen wahrscheinlich inneren konflikt zu lösen:

der könnte darin bestehen, einerseits leistungsmotiviert und -stark zu sein, dir aber andererseits die pausen, das faulenzen und das sinnlose rumhängen (um des rumhängens willen) nicht erlauben zu können. im gegenteil: wenn dein körper die letzen elektrolyte aus deinem kontrahierenden hals auf die platte rauswürgt, dann zeigst du dir (und anderen) die haltung :„ich peitsche mich immer weiter -koste es was es wolle!!!“ sowas entsteht oft in frühen familienjahren, in denen nichts gut genug war, nichts anerkannt und gelobt wurde. diese haltung kann dann ungünstigerweise später erhalten bleiben.

meine lieber: du wirst auf der nase landen (vielleicht auf dem eigenen erbrochenen ausrutschen?) wenn du so weiter machst. trainiere dir an, runterzukommen, schwach, fau und nichtsleistend sein zu dürfen. erst wenn du das kannst, werden deine leistungen aberwitzigerweise in die gewünschten höhen kommen können, und wenn nicht:

-ist´s völlig egal!

Gegenentwurf
Hallo WaldiWo,

ich treibe auch regelmäßig Sport mit sehr schönen Ergebnissen und habe mein Studium mit Bestnoten absolviert. Und soll ich dir mal was verraten: Ich hatte keinen einzigen Tag richtig Stress wegen des Studiums und habe mich auch beim Sport nie überanstrengt. Das, was du offenbar täglich machst, habe ich noch nie gemacht.
Es geht mir hier nicht um Selbstdarstellung, sondern ich will dir an einem konkreten Beispiel zeigen, dass es auch anders geht, ja vielleicht anders sogar noch besser geht. Meine Einstellung war und ist immer, dass es nichts gibt, das wichtig genug wäre, um sich zu quälen. Dafür bin ich viel zu genussorientiert. Man muss seine begrenzten Kräfte klug einteilen und geplant vorgehen. Dann sind auch keine unmäßig großen Anstrengungen nötig, um viel zu erreichen.

Im Zeitmagazin vor ein paar Monaten war „Studiere ich zuviel?“ Titelthema. Die Kernaussage war, dass viele Studenten bessere Ergebnisse hätten und auch noch glücklicher wären, wenn sie weniger lernen würden.

Bei dir vermute ich, ohne dir zu nahe treten zu wollen, ein massives unbewusstes Problem. Du bist ein Getriebener. Möglicherweise warst du deinen Eltern nie gut genug. Nicht, dass dies jetzt der Fall sein muss, aber in diese Richtung solltest du denken.
Eins ist aber sicher: Mit deinen Ansprüchen an dich selbst wirst du scheitern. Du wirst vielleicht bestimmte Zeugnisse bekommen oder Pokale usw, aber du wirst keine Zufriedenheit erlangen, sondern irgendwann einsam und traurig der Frage „Wozu das alles?“ nicht mehr ausweichen können. Vielleicht in einem Sanatorium zusammen mit ausgebrannten Managern.

Tychi

wie verbessert man eigentlich die eigene
Selbstdisziplin/Durchhaltevermögen?

Indem man Bedingungen schafft, unter denen dies erleichtert wird.

Ich würde mir endlich mal vornehmen
nie wieder diesen bescheuerten Fernseher einzuschalten, da
läuft ja nur Blödsinn.

Ganz einfach: Wirf ihn raus, melde ihn ab. Verschenke oder verkauf ihn oder stell ihn in den Keller.

Weiß da jemand sinnvolle tips? Wie machen es denn die Mönche?

Die ziehen sich in Klöster zurück. Das erleichtert die Einhaltung bestimmter Vornahmen ganz erheblich: So wird zum Beispiel für heterosexuelle Männer sexuelle Enthaltsamkeit dadurch erleichtert, dass sie sich in eine reine Männergesellschaft zurückziehen.

Die Frage danach, ob das, was Du da vorhast, wirklich gesund bzw. wirklich gut für Dich ist, ist in diesem Thread bereits mehrfach gestellt worden. Dem kann ich mich nur anschließen. Aber wie weit man sich pushen will, wo man die Schwelle ansetzt, die überschritten sein muss, bevor man zufrieden ist - das ist halt eine Frage persönlicher Wertungen.

Gruß
Arbeyterson

meine lieber: du wirst auf der nase landen (vielleicht auf dem
eigenen erbrochenen ausrutschen?) wenn du so weiter machst.
trainiere dir an, runterzukommen, schwach, fau und
nichtsleistend sein zu dürfen. erst wenn du das kannst, werden
deine leistungen aberwitzigerweise in die gewünschten höhen
kommen können, und wenn nicht:

Haha ^^, das musst du mal meinen Trainer erzählen :wink: , auf diese „runter kommen“ weise wird man nicht Europameister

hi,

das stimmt, denn nur mit selbstschädigung sind erfolge im leistungssport möglich.

die frage ist, ob man das machen will!

eine teilnahme an einem leistungssport-training ist in deutschland freiwillig.