'Selbstverletzendes Verhalten'

Hallo,

ich hätte dazu eine Frage, die ich mit Bekannten diskutierte: Bedeutet „Selbstverletzendes Verhalten“ automatisch, dass jemand „Borderline“ ist?

Laut Wikipedia kommt das „Selbstverletzendes Verhalten“ nicht nur bei Borderline-Patienten vor. Das glaube ich auch, weil das vlt. auch häufig da vorkommt, aber eine Diagnose dessen allein auf Selbstverletzendes Verhalten zurückzuführen fände ich etwas zu pauschal.

Aber nun hätte ich gern mal mehr Meinungen dazu gehört. :smile:

Grüße,
Lyra

Hallo,

Bedeutet „Selbstverletzendes Verhalten“ automatisch, dass
jemand „Borderline“ ist?

nein. Nicht jeder, der von SVV betroffen ist, ist Borderliner, und nicht jeder Borderliner zeigt SVV.

Gruß,

Malte

Ergänzung
Hallo Lyra

aber eine Diagnose dessen
allein auf Selbstverletzendes Verhalten zurückzuführen fände
ich etwas zu pauschal.

Ergänzend zu Maltes Posting, dem ich mich anschließe, möchte ich grundsätzlich zu bedenken geben, dass ja meistens eine Diagnose nicht aufgrund eines einzigen Symptoms bzw. einer einzelnen Handlungsweise gestellt wird.
Gruß,
Branden

.

Aber nein, liebe Lyra, selbverständlich nicht!!!

Nur ist solch ein Verhalten, dem ein zutiefst vertracktes Erleben meistens mitzugrunde liegt, eines, welches sehr sehr ernstgenommen werden, und liebevoll und kompetent untersucht werden sollte…

abifiz

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Ich danke für die Antworten.

Hallo Lyra

aber eine Diagnose dessen
allein auf Selbstverletzendes Verhalten zurückzuführen fände
ich etwas zu pauschal.

Ergänzend zu Maltes Posting, dem ich mich anschließe, möchte
ich grundsätzlich zu bedenken geben, dass ja meistens eine
Diagnose nicht aufgrund eines einzigen Symptoms bzw. einer
einzelnen Handlungsweise gestellt wird.
Gruß,
Branden

Nun, es ging ja allein um Urteile, die allein aufgrund dieses Verhaltens gefällt werden und die Ganzheit des Individualfalls ausblenden. Weil mein Bekannter pauschalisierte: „SVV automatisch Borderline, selbst wenn Menschen damit aufhörten waren sie zum Zeitpunkt des SVV Borderline“. Worauf ich ihm widersprach, obwohl er Krankenpfleger in einem Krankenhaus ist und er seine Meinung damit stützte.

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Aber nein, liebe Lyra, selbverständlich nicht!!!

Nur ist solch ein Verhalten, dem ein zutiefst vertracktes
Erleben meistens mitzugrunde liegt, eines, welches sehr sehr
ernstgenommen werden, und liebevoll und kompetent untersucht
werden sollte…

abifiz

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Malte fasste das, was ich denke in einem kurzen Satz zusammen.
Das meine ich nämlich auch, allerdings riskant, wenn ein Urteil z.B. nach 10 Minuten aufgrund des mangelhaften Interesses des Arztes an einem Einzelfall gefällt wird.

Und dann kommt das was abifiz sagt- ja, ich denke ebenso. Nur wenn dann jemand aufgrund eines einzelnen Aspekts direkt abgestempelt wird, geht m.E. die komplexe Gesamtheit und die Suche nach anderen Ursachen unter. Was aber von Notwendigkeit ist.

Soweit ich es lernte ist die Psyche selbst ein solch fragiles Gebilde, dass man sich vor vorschnellen Schlüßen und pauschalen Urteilen aufgrund eines einzelnen Aspekts hüten sollte. Gerade auch, wenn jemand einen Beruf ausübt der mit Krankheiten allgemein zu tun hat.
Zumindest ist das meine Perspektive.

Vielen Dank nochmal an alle, die es lasen und gegebenfalls anworteten. :smile:

Grüße,
Lyra

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

und was könnt ihr tun???
hi,

die antwort ist: nein.

ssv kann auf viele weise verstanden werden und hat mehrere aspekte und ursachen. eine borderline-diagnose ist nicht erforderlich und auch gar nicht angezeigt, um ssv zu beschreiben. wenn aber in erster linie die persönlichkeitesstörung im vordergrund steht, kann ssv dazukommen und das ist häufig.

ich möchte, wie immer hier, ergänzend daran erinnern, dass es oft viel wichtiger ist, HILFEN zu überlegen, die etwas bringen, als sich in diagnose-überlegungen zu verheddern.

das ermutigende: hilfen kann man nämlich auch ohne medizin und psychotherapiestudium ansetzen, diagnosen dagegen nicht.