Selbstverletzung - Unterschiede?

Hallo,

von früher kenne ich ein Mädchen, das sich öfters geritzt hat. In der Schule war das auch nicht bekannt. Ich hab das zufällg mal auf dem Schulklo gesehen, dass sie entsprechende Verletzungen hat und hab sie drauf angesprochen. Wir haben uns dann ab und zu unterhalten, und ich erfuhr, dass sie das macht, um „sich zu fühlen“, „spüren, dass sie noch lebt (spüren kann)“ und um „Druck rauszulassen“.
Die ganze Zeit war sie aber darauf bedacht, dass das bloß keiner mitbekommt…

Von meiner Schwester hab ich nun erfahren, dass die ein Mädel an der Schule haben, die sich auch verletzt (ritzen, ätzen), aber dass sie das offen „zur Schau“ stellt, nach dem Motto „seht her - meine neuste Verletzung“. Heißt, sie rennt zum Beispiel in Shirts rum, dass man nen Blick drauf hat usw.
Ich weiß nicht, was sie sagen würde, wenn man sie nach dem Grund des Ritzens fragen würde.

Wo ist hier der Unterschied? Was geht in jemandem vor, der es verstecken will? Möchte derjenige keine Hilfe?
Und was ist mit jemandem, bei dem man diesen Hilfeschrei offen sehen kann?

Hat da jemand Ahnung? Würde mich über aufschlussreiche Antworten freuen~

Kathrina

.

Liebe Kathrina,

das „Selbstverletzende Verhalten“ wurde soeben unten von Lyra mitangesprochen.

Schon in jenem Faden wurde deutlich, auf wie verschiedene Zustände solch ein Verhalten hinweisen kann, von wie verschiedenen Faktoren er ausgelöst werden kann.

Gerne wird auch vergessen, daß solch ein Verhalten bei höheren Tieren (etlichen Vögeln und den Säugetieren ab einem gewissen Platz in der Evolutionsskala) auch jenseits von Stereotypien vorkommt.

Der erste von Dir geschilderte Fall spricht zunächst für sich selbst. Mehr müßte individuell eruiert werden. Kein Patient gleicht tatsächlich dem anderen. Gemeinsamkeiten gibt es, somit auch diagnostische Kriterien, immer aber individuelle Unvergleichbarkeiten auch.

Der zweite Fall scheint zunächst in den aggressiveren - womöglich auch etwas sexualisierten - Provokations- als Hilfesuchebereich zu fallen, obwohl selbverständlich beide Topiken sich auch teilweise überlappen.

Dem Provokationsbereich können auch erkannte oder unerkannte Selbsthaß-Aspekte innewohnen, müßen jedoch nicht.

Weiterhin ist das Spektrum der Möglichkeiten bei der Selbstverletzung auch sonst beim Menschen sehr sehr weit.

Grundsätzlich gehört sie schon evolutiv zu einer der drastischen Ausdrucksformen menschlicher „Befindlichkeiten“.

abifiz

.

Hi

@Wo ist hier der Unterschied?

Ich persönlich sehe da keinen, ich würde beiden dringend empfehlen umgehend professionelle Psychologische oder Psychiatrische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Gruß

Hallo!
Habe da neulich einen Bericht von einem Psychiater gesehen, es gibt eben meistens diese beiden Typen, den Provozierenden und den Versteckenden.

Derjenige der seine Wunde versteckt verletzt sich eigentlich ungern selbst und möchte Hilfe haben, traut sich aber nicht darüber zu reden und zieht sich lieber zurück, nach Außen hin sind diese Leute meist unauffällig bis schüchtern und zurückhaltend.

Der andere Typ findet gefallen daran sich zu verletzen, vorallem, weil er damit besonders bei Erwachsenen auf Unverständig stößt, hier spielt also der rebellische Aspekt eine wichtige Rolle. Man will die Wunden zeigen um zu demonstrieren, dass man es eigentlich schlecht hat, ein besch… Elternhaus, etc. hat, aber es einem trotzdem gut geht und man mit seinem Leben gut klar kommt, obwohl man irgendwie benachteiligt wird. Die Leute sind meist rebellisch, offen und heben sich von der breiten Masse ab. Das sie Hilfe brauchen sehen sie meist nicht ein.

Grüsse von einer ehemaligen Betroffenen

Ali Männlich, weiblich, schillernd…
.

Hi Ali!

Hast mich richtig erwischt! Da ich in der arabischen Kultur zuhause bin, hielt ich Dich selbverständlich für männlich!

Kein Pimmel?!

Kein Penisknochen?!

Ich muß schon sagen! Das entwertet ganz gewaltig Deine bisherigen Beiträge, wenn du nichts mehr als eine Frau bist…

Da könnt’ ja jeder kommen…!

I’m schockin’ with smokin’…

abifiz :smile:

.

1 „Gefällt mir“

Ob deutsch oder arabisch, einen Penisknochen haben die Männer niergendswo.

1 „Gefällt mir“