ich habe bei meinem Sohn (genau 2 Jahre) eine für mich sehr ungewöhnliche Verhaltensweise festgestellt, über die ich mich zusehends wundere. Er erkennt seit einiger Zeit Autofabrikate und bringt diese mit ihm bekannten Personen in Verbindung die ein solches Auto fahren. Angefangen hat es vor ca. drei Monaten mit dem roten VW Polo seiner Oma. Wenn wir in der Stadt unterwegs waren und es ist auch nur ein Polo vorbei gefahren (egal welche Farbe) hat er OMA gerufen. Es hat einige Zeit gedauert bis ich das überhaupt mit dem Auto in Verbindung gebracht hat. Mittlerweile erkennt er Autos von Leuten die er nur ein zwei mal gesehen hat. Er hat sich dann den Namen gemerkt und ruft diesen lautstark und zeigt auf das Auto. Da ich mir die Autos der Leute nicht so genau anschaue braucht es immer eine Zeit bis ich überhaupt den Zusammenhang erkenne. Er reagiert darauf ziemlich frustriert.
Offensichtlich kann er also Formen von Autos gut zuordnen. Was mich wundert ist, dass er zu Hause mit einem ganz einfachen Puzzle (Bilder aneinander reihen, ähnlich Domino Steinen) nichts wirklich anfangen kann. Er erkennt überhaupt nicht welche Bilder zusammen gehören, obwohl er sich für das Puzzle interessiert.
Welchen Schluss kann ich daraus ziehen? Ich finde das sehr ungewöhnlich, weiß aber auch nicht richtig was ich daraus ableiten soll. Es wundert mich einfach nur. Er erkennt mittlerweile sogar Autos die auf der Autobahn blitzschnell an uns vorbei fahren…
ich habe keine Ahnung von Kindern, das gleich vorweg, aber mit deiner Erzählung stellte sich mir die Frage, ob er Farben erkennen kann? Wenn er „Oma“ ruft, auch wenn das Auto eine andere Farbe hat und, ich nehme an, bunte Bilder nicht sortieren kann, aber sonst pfiffig ist…?
Wurde das schonmal getestet?
es wird Dir wohl nicht weiterhelfen…
…aber mir geht’s genauso
Hi Jil und Sohn,
allerdings isses bei mir an Typ und Farbe vom Auto gekoppelt. Das heisst, bei jeden roten Jetta denk ich „Herr Meier“ und bei jedem weissen Daimler an „Detlef R.“ Zum Teil Leute, mit denen ich nie viel zu tun gehabt habe und die ich nun seit Jahren nimmer gesehen habe und die mir auch nie wirklich viel bedeutet haben. Also „Durchschnittsmenschen“ in „Durchschnittsautos“.
Keine Ahnung, woher das kommt und schon gar keine Ahnung ob mir das auch schon im zarten Alter von zwei Jahren so ging Aber ich kann Dir glaubhaft versichern, dass ich darunter nie gelitten habe und auch nicht verrückter bin als die Leute um mich rum.
Versuch doch daraus ein Spiel zu machen (grad wenn Ablenkung not tut *fg*) und da auch die Farben einzubauen. „Ja, so einen Polo hat die Oma, aber Omas Auto ist rot und dasda ist weiss. Wo ist ein rotes Auto?“. Ansonsten ist es glaub ich schon seit Petzigedenken so, dass sich kleine Jungs für Automarken interessieren
Das mit den Autos haben Kinder durchaus öfter. Um wirklich Schlüsse daraus zu ziehen ist es aber in der Regel noch ein bißchen zu früh in diesem Alter, weil das Kind noch mitten in der Entwicklung grundsätzlicher Fähigkeiten steckt. Warte einfach mal noch ein Jahr ab wie sich das weiterentwickelt, dann siehst Du auch viel klarer.
Offensichtlich kann er also Formen von Autos gut zuordnen. Was
mich wundert ist, dass er zu Hause mit einem ganz einfachen
Puzzle (Bilder aneinander reihen, ähnlich Domino Steinen)
nichts wirklich anfangen kann. Er erkennt überhaupt nicht
welche Bilder zusammen gehören, obwohl er sich für das Puzzle
interessiert.
huhu,
hast du schonmal Memory für leinkinder versucht? da muss er die gleichen Paare die zusammengehören finden.
lg, Dany
P.S.: ansonsten ist diese Kombinationsgabe Auto-Oma normal :o)
so ein knirps hat seine augenhoehe in nicht mal einem meter hoehe, seine welt spielt sich also ueberwiegend da ab, wo deine oberschenkel sind.
die meisten embleme/logos der autos sind so ungefaehr in der hoehe.
also haben meine kids dann mit freude diese embleme betatscht, und nachdem sie einige wenige male von mir die dazugehoerige marke gehoert hatten, waren sie stolz drauf, diese „erkennungen“ von sich aus selbst mitzuteilen.
bei spaziergaengen bestand dann unsere „konversation“ ueberwiegend aus dem nennnen von automarken - das system perfektionierte sich bei den kids zunehmend - die konnten dann aus distanz einen toyota sehen, den ich noch fuer einen honda hielt…
vergiss nicht, dass es im alter von ca 2 jahren explosionsartig mit der sprache losgeht!!
da werden dann alle anlaesse gern genommen, neue worte zu probieren, und wenn da von papa/mama ein positives feedback kommt, dann macht das umsomehr spass!!
nein, dein kind ist ( wohl ) nicht hochbegabt, es ist voellig normal!
gruss
khs
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das sagt mir, dass ihn Autos mehr interessieren als Holzpuzzles. Zudem fällt es den meisten Menschen leichter, sich Dinge zu merken, die in einem persönlichen Zusammenhang stehen (kein abstraktes Auto, sondern eben Omas Auto…). Auch fällt beim Wiedererkennen der Fahrzeuge die motorische Zusatzleistung des Einsortierens weg, die beim Puzzle erforderlich wäre.
Meine Große kannte alle möglichen Tiere (also nicht nur Fuchs, Dachs, Kuh, sondern auch die Unterscheidung bei verschiedenen Vögeln: Blaumeise, Kohlmeise, Buntspecht, Schwarzspecht…). Die waren für sie eben interessant.
Zuordnung ist in dem Alter ein großes Thema - die Kleinen ordnen ihre Welt, manchmal nach den Regeln der Erwachsenen, oft aber auch nach eigenen kreativen Regeln. Sie erfassen die Welt ganzheitlich und versuchen aus ihren Erfahrungen die Regeln, die die Welt bestimmen, abzuleiten.
Ich finde somit also das Verhalten deines Kindes völlig normal.
gut zu hören dass das bei anderen Kinder auch so ist. Ich habe nämlich noch nie von anderen Kinder etwas ähnliches gehört. Zumal es immer schlimmer wird – aber es scheint ihm einfach großen Spaß zu machen. Es nervt ihn halt nur, dass ich manchmal so schwer von Begriff bin J Bei uns interessiert sich keiner besonders für Autos aber es scheint als hätten selbst knapp 2-jährige schon so ihre eigenen Interessen.
Den Vorschlag mit dem Memory werde ich bald mal ausprobieren. Vielleicht macht ihm das ja Spaß.
Hallo Jil!
Ich denke auch, dass du dir da keine Gedanken machen sollst, dass dein
Kleiner nicht „normal“ wär. Sei doch eher stolz drauf, dass er sowas
kann.
Meine Kleine (sie wird im Mai 3) kann auch schon seit längerem Autos
voneinander unterscheiden. Sie weiß auch von jedem Spielzeug, welches
sie mal geschenkt bekommen hat, von wem sie es hat. Oder auch was wir
wo gekauft haben. Das hat mich am Anfang auch verdutzt, aber es gehört
wohl wirklich zum spielerischen erlernen in diesem Alter. Und dies
sollte man in jeder Hinsicht genauso spielerisch unterstützen. Denn
schaden kann es wohl auf keinen Fall.
es ist auch nur ein Polo vorbei gefahren (egal welche Farbe)
Hallo, Jil,
wie die anderen sagten, es ist nicht sooo ungewöhnlich.
Da er aber offenbar eher Formen zuordnen kann als Farben, könnte dies vielleicht die Sache mit dem Puzzle erklären. Möglicherweise sollte man mal das Farbsehen des Kleinen überprüfen.
Grüße
Eckard
Möglicherweise sollte man mal das Farbsehen des Kleinen
überprüfen.
Wir haben ein Buch mit Farben. Wenn ich ihn Frage „wo ist rot“ deutet er meistens auf das Feld mit den roten Sachen. Aber eben nur meistens. Das ist also vielleicht eine Option. Ich frage mich nur, wo man das bei einem 2-jährigen machen lassen kann. Gibt es da Tests beim Augenarzt?
keine Panik.
Bis zum Einschulen darf ein Kind Probleme mit der Farbbenennung haben. Daß er schon jetzt so gut zuordnen kann ist eher gut zu bewerten.
Einer Meiner Jungs hatte in dem Alter eine sehr ausgeprägte Formwahrnehmung.
Wir haben im Wohnzimmer einen Bilderrahmen (ca. 80 * 50 cm) in dem rund vierzig Photos eingeklebt sind.
Meine Frau hatte abends, als der kurze schon im Bett war, einige der Bilder ausgetauscht, im ganzen war die Form aber geblieben.
Am nächsten Morgen war ein erster Kommentar:
‚Du hast da Bilder ausgetauscht‘ Er konnte sogar alle ausgetauschten Bilder zeigen.
Mittlerweile kann er das nicht mehr.
Mein Sohn ist zwei Jahre und kann lesen und schreiben und bis in den
Hunderterbereich zählen und er konnte schon mit 9 Monaten alle Farben
erkennen, dafür fing er erst mit 1,5 mit dem Laufen an.
Ein Kind aus dem Kindergarten (3) kann alle Verkehrsschilder
erläutern, hat aber Trotzanfällen, dass einem die Schuhe aufgehen.
Jedes Kind hat eine oder mehrere Begabungen - freue dich darüber,
fordere und fördere ihn seinen Interessen entsprechend.
Das Urteilen anderer über Begabungen von Kindern gehen vielen (vor
allem Leuten, die selber Kinder haben) immer schnell von den Lippen,
nur weil sie vielleicht ungewöhnlich oder nicht altersentsprechend
sind - lass dich nicht beeindrucken und lass Deinem Kind seiner
Freude am Wissen.
ich glaube, der Test für Farbenblindheit kommt viel zu früh (siehe auch Gandalfs Antwort).
Meine Erfahrung ist, dass Kinder ganz andere Verbindungen herstellen, wenn sie Dinge ordnen als Erwachsene. Für uns Erwachsene ist der Sehsinn (den ja schon Platon als den wichtigsten Sinn charakterisiert hat) immer vorrangig. Das muss bei Kindern nicht der Fall sein.
Als er 3 war, rief mich mein Sohn ans Gartentor - da sei „Tante Traudel“. Meine Schwester?? Bei uns??? Ich rausgerannt. Dort lief eine Frau vorbei, die mindestens 1.80 groß war (meine Schwester ist 1.56) und ziemlich Übergewicht hatte (meine Schwester ist zierlich), grellbunt bekleidet (meine Schwester trägt eher Dunkles), tiefschwarze Haut hatte (meine Schwester ist hellhäutig). Ich konnte es nicht fassen. Nein, das ist nicht Tante Traudel, die sieht doch ganz anders aus. „Brille.“ sagte mein Sohn nur. In der Tat, die Brille der Dame war der meiner Schwester recht ähnlich.
wenn du mit einem Zweijährigen Memory spielen willst, musst du das
Spiel ein wenig modifizieren, damit es ihn Spaß macht:
Such erst mal nur wenige Bilderpaare heraus (vorzugsweise Abbilungen
von Dingen, die er schon kennt) und leg die anderen weg. Dann lege die
Karten ungeordnet (aber nicht verdeckt, wie beim richtigen Memoryspiel)
auf den Boden. Jetz könnt ihr abwechselnd ein Bild aussuchen und sie in
einer Reihe hinlegen. Wenn das doppelte Bild auftaucht, dann kommt es
über oder unter dem jeweils anderen Bild.
Oh, Jil,
ich wollte Dich mit dieser Anmerkung nicht erschrecken. Ich wollte Dir nur den Hinweis geben, diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen und wenn es mit dem Farbenbenennen langfristig nicht klappen will mal den Kinderarzt zu fragen.
Aber die anderen haben ja schon korrigierend eingegriffen
ab wann können denn Kinder Farben üblicherweise erkennen?
Ich hatte in einer Spielegruppe erhebliche Erklärungsnot, als die
leiterin behauptet hat, dass die biochemische Grundlage erst mit ca.
zweieinhalb Jahren gegeben ist, wo mein Sohn bereits mit weit unter
einem Jahr Farben erkennen konnte.
Sie meinte nur, dass er sich die Form merkt und dann diese mit einer
vorher genannten Farbe kombiniert. Als sie dann einen Versuch mit
einer Wanne voll mit Plastikbällen (alle die gleiche Größe und etwa
100 davon) in verschiedenen Farben (rot, blau, grün, violett, gelb
und ein Paar wenige in schwarz) durchführte, fischte er zielstrebig
alle genannten Farben heraus. Sie war zwar platt, aber sie beharrte
dennoch darauf, dass er keine Farben erkennen kann - stimmt das?