Hallo,
Eine gute Bekannte hat ihr Leben drastisch geändert
(raucht nicht mehr, keine Cola mehr, viel Sport und gesunde Ernährung).
Fatale Folge: sie hat schon ca 12 Kilo zugenommen trotz reduzierter Kalorienzufuhr
Beim Sport schwitzt sie zwar kräftig, der Puls kommt aber nicht über 105.
Wie ist das alles zu verstehen und was könnt ihr empfehlen?
Gruß
KH
Hallo,
was ist daran „seltsam“ ? Nikotin, sowie dem Tabak beigesetzte Stoffe (z.B. Ammonium) bewirken insgesamt einen höheren Pegel an Neurotransmittern, wie Dopamin, (Nor-)Adrenalin und Serotonin, die u.a. Einfluß auf die Fettverbrennung, das Hungergefühl, Blutdruck und Puls haben. Bei einem Raucher findet eine Gewöhnung statt, d.h. er erreicht nur noch durch das Rauchen die Normwerte. Hört er abrupt damit auf, sind die Pegel dieser Neurotransmitter vermindert, er neigt zur Fettleibigkeit und natürliche Reaktionen auf körperliche Belastung (z.B. Pulssteigerung) fallen geringer aus. Auch Koffein fördert die Fettverbrennung und der in der Cola enthaltene Zucker ermöglicht es Grundsubstanzen von Neurotransmittern (via Insulin) die Blutgehirnschranke leichter zu passieren.
Wie stark die Probleme beim Entzug sind, ist individuell verschieden und hängt davon ab, wieviel vorher konsumiert wurde. Aber es ist mehr als naheliegend, daß beim „Mehrfachentzug“ die Probleme einfach stärker ausfallen.
Hallo Enno,
OK, damit könnte eine derart massive Gewichtszunahme vielleicht zu erklären sein, obwohl sie sehr ungewöhnlich ist.Ich kenne andere Leute, die mit dem Rauchen aufgehört haben und nur wenig oder gar nicht zugenommen haben.
Aber mal angenommen, es ist so, wie du es beschrieben hast: Was könnte man der Frau empfehlen?
Was soll sie tun? Sie ist derart verzweifelt, dass sie mit dem Gedanken spielt, wieder mit dem Rauchen zu beginnen.
Gruß
KH
Hallo! Hat sie sonst weitere körperliche Beschwerden an sich festgestellt? Vielleicht sollte sie einen Arzt aufsuchen und u.a. die Schilddrüsenfunktion untersuchen lassen. Angelika
Hallo,
z.B. wieder Kaffee trinken, Gesamtkalorien reduzieren, evtl. etwas gegen das damit verbundene Hungergefühl nehmen. Im Zusammenhang mit dem Hungergefühl wurde kürzlich Chrom erwähnt, was die Wirkung des Insulins verbessert. L-Tryptophan könnte den Serotoninspiegel erhöhen (gibt es als Ratiopharm Monopräperat rezeptfrei in der Apotheke). L-Tyrosin ist der Grundstoff für (Nor-)Adrenalin. Wenn sie nicht mit Monopräperaten rumexperimentieren will, sollte ihre Nahrung zumindest ausreichend tierisches Eiweiß enthalten (z.B. Geflügel), um die essentiellen Aminosäuren abzudecken und eine Eiweißzufuhr zu garantieren, die leicht zu den „wachmachenden Aminosäuren“ (z.B. L-Tyrosin) verschoben ist. Denkbar und vermutlich sinnvoll wären für die Anfangszeit auch Nikotinpflaster, die man ausschleichen sollte.
Das Hauptproblem scheint mir, daß hier gleich drei Dinge auf einmal geändert wurden (Rauchen, Koffein und Nahrung). Sowas _muß_ einfach Probleme verursachen.
ich würde Angelika zustimmen und aus eigener Erfahrung auch an eine evtl. Erkrankung der Schilddrüse denken.Insbesondere falls noch Symptome wie Abgeschlagenheit,schnelle Ermüdbarkeit etc. hinzukämen.
Auch ich hatte zunächst aufgehört zu rauchen,machte Kiesertraining etc. und wurde immer fetter.
Klar rechnet man mit einer leichten Gewichtszunahme - aber so…
Nach einem Jahr - ich hatte zum Schluß fast gar nichts mehr gegessen -
hatte ich 22 Kilo zugelegt und war so krank wie nie zuvor.
Als ich dann endlich zum Arzt gekrochen ! kam,stellte sich eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse heraus,die mittlerweile zu einer schweren Unterfunktion geführt hatte.
Der Endokrinologe sah einen Zusammenhang zwischen Autoimmunerkrankungen und Stress,in diesem Fall dem extremen Stress dem der Körper auf Grund von Nikotinentzug ausgesetzt war.
Hallo,
die Schilddrüsenfunktion ist allein wg. der geringeren Wirkung/Präsenz bestimmter Neurotransmitter beim Nikotinentzug unter dem Normlevel. Einen Arzt konsultieren halte ich aber auch für erwägenswert, da der „Bruch“ mit dem bisherigen Konsumverhalten in diesem Fall ja gleich dreifach erfolgte. Körperliche „Irrationen“ sind da mehr als naheliegend, ebenso wie vermeidbare Fehler (z.B. simpler Mineralmangel durch die neue Ernährung).
Ich habe den selben Fall. Vor drei Jahren aufgehört zu rauchen, seid dem 17 kg zugenommen. War beim Arzt, Schilddrüse ist fertig. Nachdem ich dafür Tabletten schluckte, nahm ich die Woche 1 kg zu. Ich setzte sofort die Tabletten wieder ab. Der Arzt sagte entweder oder. Na Halloo??? Wie soll ich denn nächstes Jahr aussehen??? Gruß Roosi
Ich konnte mit der richtigen hormonellen Einstellung (L-Thyroxin-Substitution)und der zusätzlichen Einnahme von Selen und Zink mein Gewicht wieder reduzieren.Allerdings sehr,sehr langsam
LG B.