Seniorin bedarf Betreuung - wie am besten regeln?

Hallo Experten,

meine 84-jährige Oma wohnt als Witwe seit fat 10 Jahren alleine. Nun geht dies nach Ermessen der Familie aus div. Gründen nicht mehr.
Die Entfernung zw. Fam. und Oma ist zu groß für Dauerbetreung, mehrmals am Tag ruft sie zB an, weil sie Dinge (auch Geld, etc) nicht mehr wieder findet.

Oder sie wendet sich mit ihren Problemen an irgendwen, da sie nicht mehr weiss, wen sie überhaupt ansprechen soll - trotz engem Kontakjt (täglich) zur Familie…

Kurzum: Die Familie braucht externe Unterstützung für die Betreuung (weil sie sonst bald selber Betreung braucht, weil alle „fix und fertig“ sind)

Aber: Was wo beantragen - und wie? Handelt es sich um Betreuung, um Pflege oder um was?

Oma soll nicht gleich aus ihrem Umfeld gerissen werden, aber es muss gewährleistet sein, dass sie mehrmals taeglich besucht, betreut und dadurch ein wenig kontrolliert wird.

Wer macht sowas? Wer greift finanziell unterstützend ein? Wo erfahre ich das (ausser hier :wink:???

Dank vorab für Tipps und Infos!

Martin

Hallo Martin,

in den letzten Jahren gab es einen Boom im Bereich der häuslichen Pflege. Soll heißen es schossen sogenannte Sozialstationen, ambulante Pflegedienste, und wie sie noch heißen mögen, aus dem Boden wie Pilze.
Ich gehe mal davon aus, dass es auch in eurem Ort bzw. im Ort in der deine Oma wohnt auch solche Pflegedienste gibt. Erkundigt euch bei denen, damit Oma nicht gleich aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen wird ist ein ambulanter Pflegedienst vielleicht genau das richtige. Die kommen bei Bedarf auch mehrmals täglich zu deiner Oma und unterstützen sie dabei, was sie sonst noch allein oder mit eurer Hilfe hinbekommen hat. In erster Linie muss Oma diesen „Service“ selbst finanzieren, hat Oma eine Pflegestufe, dann pflichtet die Pflegekasse den entsprechenden Satz bei. Hat sie noch keine Pflegestufe, ist diese aber erforderlich, dann veranlasst der ambulante Pflegedienst in der Regel alle notwendigen Formalitäten.
Ist die „Überwachung“ und Betreuung von Oma dann immernoch waghalsig, dann käme in Betracht Oma in die Obhut eines Pflegeheimes zu geben, was nicht mit „abschieben“ gleichzusetzen ist!!! Ein Pflegeheim ist halt in den meisten Fällen die beste Alternative, einen alten Menschen noch ein würdevolles Leben zu ermöglichen und die Familie kann dann auch mal wieder aufatmen.

Ich ziehe den Hut vor den Leuten, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen und betreuen, was bei demetiell erkrankten Menschen gerade für die Familie sehr schwer und belastend ist, den Menschen meist total verändert und hilflos zu sehen!

MfG Sandra

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Martin,

das ist eine schwierige Situation, weil nach deiner Schuilderung kein Pflege-, sondern höchstens ein Betreuungsbedarf besteht. D.h. von Kranken-/Pflegeversicherung wird es nichts geben. Dementsprechend muss die Betreuung entweder ehrenamtlich organisiert werden, oder eben aus Omas/Eurer privaten Kasse bezahlt werden. Fälle beginnender Demenz sind in unserem Land leider immer noch ein Privatvergnügen, obwohl der Aufwand der Angehörigen oder Betreuer oft deutlich größer als bei durch die Pflegeversicherung problemlos anerkannten körperlichen Gebrechen ist.

Beste Lösung wäre sicher ein Nachbar, der sich für ein Taschengeld als Ansprechpartner/Gesellschafter zur Verfügung stellen würde. Wenn es die räumlichen Verhältnisse zulassen, kann man auch über einen Untermieter nachdenken, der eine minimale Miete zahlt, dafür aber Ansprechpartner sein muss. Hierfür finden sich häufiger ältere Leute oder auch Studenten aus dem sozialen Bereich. Unter der Hand werden auch gerne mal Leute aus den neuen östlichen Mitgliedsstaaten der EU hierfür vermittelt. Hierfür kann man gut die Kirchengemeinden oder freien Wohlfahrtsverbände vor Ort ansprechen. Die bieten oft auch unterstützend einen Besuchsdienst an, … Bei beginnender Demenz kann auch die Alzheimerhilfe ein guter Ansprechpartner sein, insbesondere, wenn es auch darum geht passende Ärzte für eine anständige Diagnose der Demenz und eine ggf. durchaus mögliche Behandlung zu finden. In einigen Städten gibt es auch geronto(psychiatrische) Zentren, die entsprechende Fachleute zur Verfügung stellen.

Ansonsten kann man sich selbstverständlich auch an einen gewerblichen Pflegedienst wenden und hier Leistungen privat einkaufen. Das geht aber ohne Zuschüsse schnell ins Geld.

Nicht ganz die eigene Wohnung, aber zumindest weitgehende Selbständigkeit kann man durch Umzug in eine Senioren-WG am bsiherigen Wohnort gewährleisten. Ich unterstütze hier momentan eine Mandantin und Geschäftspartnerin die gerade die erste entsprechende WG in unserer Stadt nebst Hausmeisterservice und Pflegedienst aufgemacht hat. Vorteile sind die weitgehende Selbständigkeit und der Erwerb genau der Zusatzleistungen, die benötigt werden. D.h. die Herrschaften bestimmen ihren Tagesablauf so weit es geht selbst, kochen und putzen so weit es geht gemeinsam, unterstützen sich gegenseitig und nur wo es unumgänglich ist, kann man auf Hausmeister- und Pflegedienst zurückgreifen. Das erhält die Würde der Bewohner und spart zudem eine Menge Geld für die Beteiligten, Angehörige und die Solidargemeinschaft, weil eben nicht rund um die Uhr Personal vorgehalten werden muss, …

Natürlich könnt ihr Oma auch privat aufnehmen und betreuen, wenn Platz vorhanden ist. Ihr solltet Euch dann angesichts des Alters aber vorher klar darüber werden, welche Konsequenzen dies hat. Ich habe viele entsprechende Fälle selbst erlebt, würde es auch selbst jederzeit wieder tun, weiß aber, dass nicht jeder hierfür „gebaut“ ist.

Meiner Meinung nach schlechteste und zudem auch für alle Beteiligten teuerste Lösung wäre eine stationäre Heimunterbringung. Hierbei muss Euch klar sein, dass dies gerade im Zusammenhang mit Demenzerkrankungen üblicherweise zu einem massiven Schub und einer Beschleunigung des Krankheitsverlaufes führt und oft der Anfang vom Ende ist. Zudem werden garade Demenzpatienten üblicherweise „dem Haus angepasst“, d.h. man greift hier gerne zu medikamentösen Hilfen um z.B. den Bewegungsdrang und „Fluchtgefahr“, … zu mindern. Darf sich also nicht wundern, wenn Oma nach einigen Wochen nur noch schläfrig im Sessel hängt.

Gruß vom Wiz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Wiz,

Zudem werden garade Demenzpatienten üblicherweise „dem Haus
angepasst“, d.h. man greift hier gerne zu medikamentösen
Hilfen um z.B. den Bewegungsdrang und „Fluchtgefahr“, … zu
mindern. Darf sich also nicht wundern, wenn Oma nach einigen
Wochen nur noch schläfrig im Sessel hängt.

Gruß vom Wiz

mich würde ja schon interessieren wie du zu dieser Annahme kommst und was du für Häuser kennst! Fehlt ja bloss noch, dass hier einer behauptet die Bewohner in solchen Einrichtungen werden sediert, damit das Personal seine Ruhe hat!! *kopfschüttel*

Mit empörten Gruss
Sandra

mich würde ja schon interessieren wie du zu dieser Annahme
kommst und was du für Häuser kennst!

Hallo Sandra,

sagen wir es mal so: Ich bin Anwalt, engagiere mich im Bereich Hospize, Betreuungsrecht, Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten, … Arbeite mit einer Berufsbetreuering zusammen, die selbst jahrelang als erste bzw. zweite Kraft in diversen Altenpflegeeinrichtungen gearbeitet hat, habe viele ihrer Betreuten als Mandanten, habe noch einen Pflegedienst in der Mandantschaft, … und habe daher schon einen ganz guten Einblick in das Geschäft und beteilige mich momentan z.B. gerade intensivst damit, dass einer Einrichtungsleitung das Handwerk gelegt wird. Zudem kennt mein Bruder aus seiner Zivi-Zeit im Altenheim auch so die ein oder andere unerfreuliche Geschichte.

Fehlt ja bloss noch, dass
hier einer behauptet die Bewohner in solchen Einrichtungen
werden sediert, damit das Personal seine Ruhe hat!!

Nein, so böse würde ich es gar nicht mal formulieren wollen. Es geht wohl eher um Kostendruck und dadurch bedingte schlechte Personalschlüssel, wenn sediert und vorschnell mit PEG-Sonden hantiert wird. Das ändert aber an der dadurch verloren gehenden Lebensqualität der Betroffenen nichts.

Und ja, ich bin fest davon überzeugt, dass durch wachsenden Kostendruck diese Verhaltensweisen zunehmen werden. Das heißt aber nun keineswegs, dass ich alle Pflegeheime und ihr Personal unter Generalverdacht stelle. Es gibt sicher Einrichtungen in denen dies anders gesehen wird, aber gerade für Demenzpatienten wird es zunehmend schwieriger bezahlbare Plätze zu finden, die einen menschenwürdigen Umgang mit den Betroffenen sicherstellen.

Gruß vom Wiz

Hallo Wiz,

ja, das ist leider traurige Realität.

beteilige mich momentan z.B.
gerade intensivst damit, dass einer Einrichtungsleitung das
Handwerk gelegt wird.

Welcher denn, hoffentlich nicht meinem Chef???

MfG Sandra

Hallo Wiz,

Sedativa und PEG - Sonden müssen ärztlich verordnet werden.

Ärzte nehmen keine Rücksicht ( oder haben keine Einsicht ) auf den
Personalschlüssel einer Einrichtung.

Und lassen sich in ihre Entscheidung - für oder gegen - kaum
reinreden.

Das Pflegepersonal hat mit solchen Maßnahmen kaum etwas zu tun.

Gruß

Merkur

Hallo Martin,

finanzielle Unterstützung gibt es meines Wissens nur bei Festlegung einer Pflegestufe.

Unsere Oma (88) lebt noch alleine in ihrem Haus und wird mehrmals pro Woche von einer jungen Frau aus Polen (stammend) besucht. Diese ist sehr freundlich und fürsorglich, putzt, sortiert Pillen und hat ein Auge darauf, daß bei Oma alles in Ordnung ist. Zusätzlich ruft einer von uns täglich an. Am Wochenende wird sie dann in „Wechselschicht“ besucht. Bei Bekannten läuft das ähnlich - auch mit einer Polin.

Falls Du da nähere Infos möchstest, müßte ich mich mal nach einer Kontaktadresse erkundigen.

Viele Grüße
Tania

Sedativa und PEG - Sonden müssen ärztlich verordnet werden.

Ärzte nehmen keine Rücksicht ( oder haben keine Einsicht ) auf
den
Personalschlüssel einer Einrichtung.

Soweit korrekt und theoretisch alles richtig.

Und lassen sich in ihre Entscheidung - für oder gegen - kaum
reinreden.

Da fängt jetzt leider oft die böse Praxis an. Es gibt 1. leider genug Ärzte die da die „Freundschaft“ mit den Einrichtungsleitungen, die für konstante Patientenzahl sorgt, über das Wohl des einzelnen Patienten stellen, bzw. durchaus ohne bösen Willen das überarbeitete Personal schonen wollen. Und 2. und dass ist leider kein Einzelfall, selbst wirtschaftlich (natürlich unter geschickter Umgehung bestehender gesetzlicher Wettbewerbs- und Gewerbeverbote) an entsprechenden Einrichtungen beteiligt sind (es gibt ja schließlich auch genug privatwirtschaftlich betriebene Einrichtungen, und frag mal nach, wer die Kapitalgeber größerer Betreibergesellschaften wohl sind).

Das Pflegepersonal hat mit solchen Maßnahmen kaum etwas zu
tun.

Habe ich ja auch nicht behauptet, obwohl die teilweise anzutreffende offene Aufbewahrung und mangelnde Dokumentation von Beruhigungsmitteln bei mir einen anderen Verdacht aufkommen lässt.

Ich gehöre aber ganz sicher nicht zu den Leuten, die auf unterster Ebene die Verantwortlichen für ein massives Systemversagen suchen würde. Die teilweise vollkommen überarbeiteten Pfleger, die sich dann mal zu soetwas hinreißen lassen, stehen ganz sicher nicht auf meiner Abschussliste.

Gruß vom Wiz

Hallo Tania,

Unsere Oma (88) lebt noch alleine in ihrem Haus und wird
mehrmals pro Woche von einer jungen Frau aus Polen (stammend)
besucht. Diese ist sehr freundlich und fürsorglich, putzt,
sortiert Pillen und hat ein Auge darauf, daß bei Oma alles in
Ordnung ist. Zusätzlich ruft einer von uns täglich an. Am
Wochenende wird sie dann in „Wechselschicht“ besucht. Bei
Bekannten läuft das ähnlich - auch mit einer Polin.

Falls Du da nähere Infos möchstest, müßte ich mich mal nach
einer Kontaktadresse erkundigen.

sicher ist das auch eine Alternative, vielleicht sogar eine kostengünstigere, aber auch die beste? Die Leute die Pflege zu „Dumping-Preisen“ anbieten, brechen einer stationären Pflegeeinrichtung mitunter das Genick und machen somit einige in der Pflege tätigen Menschen das Leben zur Hölle, denn Pflegeheim nicht voll belegt = Kostenreduzierung, dies führt in erster Linie dazu, dass Gehälter oder sogar Stellen gekürzt werden, sprich es hagelt Kündigungen. Im Angesicht vom Hartz IV. kein „Vergnügen“. Ich möchte ja nun wirklich nicht diskriminierend wirken, aber wie sieht es denn mit der Verständigung von alten Menschen und ausländischen Pflegenden aus? Mein Opa hätte Hof, Haus und Hund verkauft, nur um von einer deutschsprechenden Pflegeperson gepflegt zu werden.
Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass mir Bewohner anvertrauten, von gewissen Personen nicht gepflegt werden zu wollen, da sie Angst hätten, sie würden sie nicht verstehen, konnten somit auch nicht ihre Wünsche, Ängste und Sorgen derjenigen Pflegekraft mitteilen. Diese Angst war aber auch begründet, denn selbst ich hatte Angst…*hat sie mich nun verstanden?, spreche ich zu kompliziert?, macht sie nun auch das, was ich ihr aufgetragen habe?*…dieser Zustand führt zu Mißverständnissen und somit zur „gefährlichen Pflege“, und das ist ja nun genau das Gegenteil von dem was wir eigentlich vorhaben, nämlich einen alten Menschen ein würdevolles und sicheres Zuhause zu geben.

Mag man mich jetzt steinigen, oder beipflichten…würde mich interessieren!

MfG Sandra

DANKE…
…für alle Beiträge! Ich kann nun besser abschätzen, wer bzw welche Einrichtung für mich erster Ansprechpartner sein dürfte.
Genau das war mir bisher etwas unklar.

Interessant waere noch eine kurze für den Laien verstaendliche Differenzierung zw. „Pflegebedarf“ und „Betreuungsbedarf“ - was fängt wo an und hört wo auf - und wer entscheidet darueber?

Danke sagt

Martin

Hallo Sandra,

Die Leute die Pflege zu
„Dumping-Preisen“ anbieten, brechen einer stationären
Pflegeeinrichtung mitunter das Genick und machen somit einige
in der Pflege tätigen Menschen das Leben zur Hölle,

Ich pflichte Dir bei, sobald es tatsächlich um (medizinische) „Pflege“ geht. Bei meiner Oma ist das aber (noch) nicht nötig. Sie kommt noch weitestgehend alleine zurecht. Allerdings ist sie fast blind und braucht einfach jemanden, der „den Dreck sieht“ und wegmacht und ihre Medikamente in diese Tagesschachteln sortiert. Oma spült auch noch alleine und kommt dank jahrzehntelanger Erfahrung in ihrem Haushalt auch blind zurecht, wäscht sich selbst, zieht sich selbst an etc. Sie braucht nur manchmal jemanden, der ihr sagt, daß der Pulli dreckig ist oder nicht zur Hose paßt etc… Sie kümmert sich sogar noch teilweise um ihren Garten. So jemanden in ein Pflegeheim einzweisen und damit aus der gewohnten Umgebung zu reißen wäre unverantwortlich und würde vermutlich zu einem raschen Ende führen. Mit meinem Opa haben wir zudem die Erfahrung gemacht, daß professionelle Altenpfleger solche Tätigkeiten wie Putzen etc. garnicht bereit sind zu tun, sie kümmern sich nur um den Mensch, die Wohnung bleibt, wie sie ist - da braucht man sowieso noch jemand zusätzlich. Also graben die Polinnen (wie ich sie kenne) Euch akreditierten Pflegepersonal doch nicht das Wasser ab. Sie ersetzen nur das, was früher von der Familie gemacht wurde, wenn diese zu weit weg ist, es selbst zu tun.

Viele Grüße
Tania

Hi Martin!
Vorab: Ich habe die anderen Antworten noch nicht gelesen, das mache ich aber im Anschluß zu meinem Beitrag.

Also was du beschreibst kenne ich zur genüge: Ich glaube was Ihr braucht, für Deine Oma ist schlicht und einfach einen Pflegedienst. Ich habe jahrelang in so einer Firma gearbeitet um mir diese situation (die leider nicht selten vorkommt!) wirklich hinein versetzen zu können bzw. sie sehr gut zu kennen.

Wenn diese Alternative euch anspricht, geht Ihr zum Hausarzt Deiner Oma. Dort legen immer flyers von den Pflegedienste in der Umgebung vor. Ihr nehmt Euch eins von 2 oder 3 solchen und liest sie durch. Wenn Ihr euch für einen entschieden habt, geht ihr wieder zum Arzt und fragt ihn welche Erfahrung hat er bzw. seine Patienten damit gemacht. Dann meldet Ihr Euch dort an.

In der Regel braucht Ihr gar nichts bzw. kaum was bezahlen, aber um genauer davon zu erfahren, müßt Ihr Euch mit der Pflegedienstleitung desselbigen in Verbindung setzen. An Aufgaben was sie übernehmen und an Personal bieten sie alle ± dasselbe.

Ich hoffe ich habe Dir damit ein bißchen weiter geholfen und nicht arg zu spät geantwortet!

Schöne Grüße und alles Gute für Euch!

Helena
PS Wenn du genaueren Angaben brauchst wie diese Firmen arbeiten, frage mich und ich gebe Dir sehr gerne Antwort!!!

Hi Sandra!

Ich ziehe den Hut vor den Leuten, die ihre Angehörigen zu
Hause pflegen und betreuen, was bei demetiell erkrankten
Menschen gerade für die Familie sehr schwer und belastend ist,
den Menschen meist total verändert und hilflos zu sehen!

Ich ziehe ihn mir auch, allerdings frage ich mich im gleichen Zug, wie lange sie die Überförderung überhaupt standhalten.

Glaube mir wenn ich aus (berufliche) Erfahrung sage, daß manchmal das leicht in einer unüberwindbare Zumutung für den Angehörigen werden kann. (Nicht nur wg. den Gefühlen für den Angehörigen, sondern auch wg. den (fehlenden) Fachwissen unter anderen)

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena

Unterstellung
Hi Joerg!

Also, daß du 1, 10 oder 20 mal etwas beobachtet hast, heisst noch lange nicht, daß alles oder gar die Mehrheit der Einrichtungen so arbeiten wie du hier schilderst oder nahe liegst.

Ich glaube soche Verallgemeinungen sind schlicht und einfach eine erschreckende Unterstellung. (Obwohl, wie oben gesagt, kann es, in Ausnahmefällen leider schon mal vorkommen!!!)

Ein Arzt zu unterstellen, (und ich zitiere) daß der aus „Freundschaft mit den Einrichtungsleitungen“ etwas verschreibt, um das „überarbeitete Personal schonen (zu) wollen“ finde ich so himmelsschreiend, daß es mich gleich wundert, daß du selber nicht Klagen am Hals hast.

Für mich solch eine Ungeheuerlichkeit zu behaupten ist in etwa gleich zu stellen als zu sagen, daß ein Richter sich vom Anwalt Geld geben läßt um eine mildere Strafe zu verhängen oder gar einen Angeklagten einen Freispruch zu geben.

Ensetze und kopfschüttelnde Grüße!
Helena

Hi Kollegin,

Ich ziehe ihn mir auch, allerdings frage ich mich im gleichen
Zug, wie lange sie die Überforderung überhaupt standhalten.

Glaube mir wenn ich aus (berufliche) Erfahrung sage, daß
manchmal das leicht in einer unüberwindbare Zumutung für den
Angehörigen werden kann. (Nicht nur wg. den Gefühlen für den
Angehörigen, sondern auch wg. den (fehlenden) Fachwissen unter
anderen)

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena

Ja der Meinung bin ich ja auch, aber dennoch ist es beachtenswert, wie liebevoll und aufopfernd sich manche Angehörige um Oma und/oder Opa kümmern. Ich seh es in meiner eigenen Familie, meine Eltern pflegten die Eltern meines Vaters bis sie starben, zwar waren beide zu letzt in einem Pflegeheim ( beide aus eigenen Wunsch ) aber meine Eltern waren immer für sie da und holten sie, wenn es der AZ zuließ, nach Hause. Die Eltern meiner Mutter leben noch in der eigenen Wohnung, beide wollten niemals nicht in ein Altenheim, dieser Wunsch wurde akzeptiert und keiner in unserer Familie wagt es, etwas dagegen zu sagen. Die Mutter meiner Mutter ist mittlerweile auch schon verstorben, ganz friedlich in ihrem eigenem Bett , so wie sie es sich wünschte, mein Opa lebt nun allein in der Wohnung, wird täglich von der häuslichen Pflege versorgt und durch meine Eltern betreut, Tag ein, Tag aus ist er bei meinen Eltern zu Hause. Sicher ist meine Mutter auch manchmal am Rande der Verzweiflung und mit den Nerven total am Ende, ist schon schwierig meine Eltern sind beide berufstätig, wir Kinder beide aus dem Haus, das Haus und das Grundstück weiterhin vorhanden… aber für sie ist es halt wichtig, sich um den Menschen zu kümmern, der sie großgezogen hat, in schlechten Zeiten zu ihr stand und sie respektiert und akzeptiert den Wunsch meines Opas nicht ins Pflegeheim zu wollen mit allen ihr daraus resultierenden Konsequenzen und teilweise auch Einschränkungen.

MfG Sandra

Nicht nur !!

Bestimmt habt ihr auch schon mal von Gewalt gegen Alte und
Pflegebedürftige gehört.

So etwas resultiert meist aus der ständigen körperlichen und
psychischen Überlastung der Pflegenden.

Hat der Pflegende selbst schon ein gewisses Alter erreicht,
so bringt er sich durch die tägliche Belastung oft selbst
an den Rand der Pflegebedürftigkeit.

Gruß

Merkur

Aller Achtung!
Hi Kollegin Sandra!

Wie im titel gesagt, aller Achtung von Deiner Familie. Es ist immer ein wahrer Genuß zu erfahren, daß es Ausnahmen gibt.

Aber wie gesagt, ich denke Deine Familie ist eine von den seltenen Ausnahmen. Wenn Du in die häusliche Pflege tätig bist, wirst mir doch Recht geben, denke ich mal. Denn Schaudergeschichten von der sog. Familie die zB nur darauf ist, die (meistens eh magere) Erbe anzutreten sind die absolute Mehrheit…

Respekt und aller Achtung und Danke für diese schöne Geschichte!

Schöne, kollegiale Grüße aus Nürnberg!
Helena

Hi cornelia!

Bestimmt habt ihr auch schon mal von Gewalt gegen Alte und
Pflegebedürftige gehört.

In der häusliche Pflege ganz bestimmt nicht. Und der pflegende wird sich hüten etwas dem Patienten anzutun, was er sich nicht ausdrücklich wünsch bzw vom Arzt angeordnet ist. Er hat die ganze Firma, die Kollegen und das Gesundheitsdienst am Hals schneller als er „Hallo“ sagen kann. Glaube es mir!

So etwas resultiert meist aus der ständigen körperlichen und
psychischen Überlastung der Pflegenden.

Nein! Entschieden nicht. Wer sich diese Überbelastung nicht gewachsen fühlt, hat den Beruf völlig verfehlt.

Hat der Pflegende selbst schon ein gewisses Alter erreicht,
so bringt er sich durch die tägliche Belastung oft selbst
an den Rand der Pflegebedürftigkeit.

Und was wäre, Deine Meinung nach, das „gewisse Alter“???
Glaube mir, im Krankenhaus habe ich sehr oft erlebt von Omas die ehrenamtlich Tätigkeiten übernehmen für das sonst keine Zeit gibt. Was nun?

Gruß
Helena

Gute Frau !

Ich spreche von pflegenden Angehörigen.

Gruß

Merkur