Guten Abend, Carlos!
Ersetze mal sexuelle :Erfahrungen durch
rogenkonsum, Ladendiebstahl :oder gewalttätige Erpressung.
Ich werde mich hüten, das Grundbedürfnis nach erfüllter Sexualität mit derartigen Vergleichen in den Schmutz zu ziehen oder in die Nähe krimineller Handlungen zu rücken.
Auf die grundsätzliche Frage, :um die es hier geht, bist du
nicht einggangen: Ist :Sexualität ein harmloser
Freizeitspaß für Jung und alt :oder gehört sie als fester
Bestandteil in eine
artnerschaft?
Oh je… Ich würde es etwas anders ausdrücken, aber von mir aus soll Sexualität gerne ein Freizeitspaß für Jung und Alt sein. Warum auch nicht? Was in freier Selbstbestimmung und bewußt wahrgenommener Eigenverantwortung geschieht, halte ich für in Ordnung. Diese beiden Punkte, nämlich aus jungen Menschen selbstbestimmte, verantwortungsbewußte Wesen zu machen, halte ich für d_a_s Erziehungsziel schlechthin. Sexualität inbegriffen.
Das eigene Beispiel und ein :glaubwürdiges Wertesystem…
Das isses. Ich sehe uns im Grunde nicht weit voneinander entfernt.
Wenn man einen fundierten :Glauben hat, kann man seinen :Kindern gegenüber begründen, :warum Sexualität in eine Ehe :gehört.
Unser Handeln und Denken ist u. a. von der Sexualität geprägt. Wer das mißverstehen will, dem kann ich auch nicht helfen. Sexualität ist mitnichten auf Ehe und eheähnliche Partnerschaften begrenzt. Wer es so halten will, soll es tun, als allgemeingültiges Postulat ist es aber nicht akzeptabel und zudem glatt falsch. Das Ausleben der Sexualität ist ein Grundbedürfnis wie Essen und Trinken. Alles in Selbstbestimmung, Verantwortung … muß ich sicherlich nicht dauernd wiederholen.
Selbst als Atheist kann man :seinen Kindern erklären, das
Sexualität und Partnerschaft :starke Emotionelle Schäden
zurücklassen, wenn sie :mißbraucht werden.
Die Formulierung „Selbst als Atheist…“ ist harter Tobak. Oder Arroganz. Oder Unwissenheit. Für ein Leben mit und nach ethischen Wertvorstellungen bedarf es keiner Nähe zu Religionen. Wer in einer Religion seinen Weg findet, soll es tun. Aber bitte mache daraus keinen Maßstab für andere Menschen.
Wir kommen aber von Hölzchen auf Stöckchen.
Genauso, wie man mit seinen :Kindern ein Alter vereinbart, :ab wann sie welche Alkoholika :trinken dürfen, genau so kann :man mit seinen Kindern :darüber reden, ab wann welche :Formen der Sexualität erlaubt :sind.
Also doch Verbote.
Je besser man es begründen :kann und je mehr einem das :eigene Kind glaubt…
Was Kinder so alles glauben sollen. Warst Du nie 14, 15, 16? Schon alles vergessen? Jetzt muß ich doch wiederholen: Selbstbestimmung und Eigenverantwortung halte ich für die wichtigsten Ziele. Ist darin nicht sogar ein Gegensatz zu Glaubenspostulaten zu erkennen? Anleiten, Vorleben, kleine Verantwortungsbereiche übergeben, sei es für ein Vorschulkind die Verantwortung für ein Blumenbeet oder das Füttern der Katze. Im Laufe der Zeit an immer mehr eigene Aufgaben und Verantwortung gewöhnen, wo es sinnvoll erscheint auch kontrollieren und wo es vertretbar ist, Fehler machen lassen. Wenn das alles über 12, 15 Jahre in kleinen Schritten passiert ist, brauchst Du irgendwann nur noch Vertrauen in das Ergebnis der Erziehung vieler Jahre. Mehr Möglichkeiten hast Du gegenüber einem 14-jährigen Mädchen kaum noch.
Gruß
Wolfgang