Sich nicht provozieren lassen,ruhig bleiben,konzen

Hallo,

ich bin seit sieben Monaten als Kurierfahrer tätig. Ich arbeite 55 - 60 Stunden/Woche. Ich bin gelernter Verwaltungsfachangestellter und nebenbei Arbeit suchend.

Ich bin superfreundlich zu Kunden und sonst auch die Ruhe selbst. Ich kann mich gewählt artikulieren und bin trotz der Ruhe immer locker - zumindest in Gegenwart der Kunden.

Wenn ich aber alleine im Fahrzeug sitze, regen mich die kleinsten Kleinigkeiten auf. Ich erhalte einen Auftrag, der mir nicht in den Kram passt, jemand vor mir fährt als wenns ein Trauermarsch wäre, ich bekomme eine Sendung nicht los - das sind u. a. alles Dinge, die mich an die Decke gehen lassen.

Was mich aber selbst an mir am meisten stört, ist die Tatsache, dass ich sehr häufig, auf blöde Anmachen von Mitarbeitern von Warenannahmen oder sonstigen Stellen genauso blöd reagiere. Ich bin dann sehr schnell auf 180. Dennoch habe ich manchmal trotz der Impulsivität einen guten Spruch parat, den ich sehr gerne viel öfter haben möchte, aber wegen meiner Aufgeregtheit nicht in meinen Kopf, auf meine Zunge, über meine Lippen will. Erst dann, wenn sich die Situation beruhigt hat. Mir gelingt es meist nicht, ruhig zu bleiben, mich einfach nicht provozieren zu lassen.

Passt vielleicht nicht ganz hierhin, aber mir fällt es u. a. sehr schwer, ein Buch zu lesen, wenn im Hintergrund der Fernseher läuft oder sich jemand unterhält. Wenn ich am PC sitze, benötige ich meine Ruhe, sonst kann ich mich nicht auf das konzentrieren, was ich machen möchte. Besonders bezgl. PC fange ich mehrere Dinge nebeneinander an, anstatt eine Sache zu beginnnen und zu beenden.

Was kann ich effektiv dafür tun, damit ich primär mich nicht provozieren lasse, ruhig bleibe, … ???

Gibts dazu evtl. Übungen, Literatur, …???

Bitte um eure Ratschläge, Erfahrungen, Tipps und Tricks.

Vielen lieben Dank im Voraus.

Schöne Grüße

Hi

Was kann ich effektiv dafür tun, damit ich primär mich nicht
provozieren lasse, ruhig bleibe, … ???

Nischt.

Gibts dazu evtl. Übungen, Literatur, …???

Ja, schon, aber die bringen alle nichts.

Bitte um eure Ratschläge, Erfahrungen, Tipps und Tricks.

Gibt keine Tricks dagegen.
Bleib wie Du bist.
Wir können alle nicht aus unserer Haut. Auch wenn wir manchmal aus der Haut fahren, wie es so scxhön heißt.
Unser Charakter ist unser Schicksal.
Gruß,
Branden

Hi,

ich hab mich früher im Straßenverkehr auch schnell aufgeregt. Inzwischen aber mache ich mir klar, daß der andere mich gar nicht meint, d. h. ich nehme es nicht persönlich.

Abgesehen davon muß man als Kraftfahrer souverän mit solchen Dingen umgehen, das gehört zum „guten Autofahrer“ dazu. Wenn mir mal ein Ungeduldiger in den Kofferraum kriechen zu müssen glaubt, obwohl ich schon zehn km/h schneller als erlaubt fahre, dann erhöhe ich den Abstand zu meinem Vordermann und denke mir, daß der hinter mir halt einfach ein schlechter Fahrer ist.

Also locker bleiben, das kann man lernen.

Gruß B

Moin,

Was kann ich effektiv dafür tun, damit ich primär mich nicht
provozieren lasse, ruhig bleibe, … ???

Wer entscheidet denn letztendlich über deine Reaktion? Wo findet diese Entscheidung statt? Da kannst du ansetzen. Das Stichwort wäre wohl „Geistesschulung“.

Gibts dazu evtl. Übungen, Literatur, …???

Ich fand dieses Büchlein mal sehr hilfreich: „Inneren Frieden bewahren“ von Geshe Rabten, ISBN: 3905497131 Buch anschauen

Bitte um eure Ratschläge, Erfahrungen, Tipps und Tricks.

Meine persönliche Erfahrung: Es reicht nicht, darüber zu lesen, man muss es auch anwenden, dann kann man aber teilweise sehr verblüffende Ergebnisse erzielen :smile:

Gruß
Marion

Hallo Branden,

was du schreibst, ist nicht richtig!
Er schrieb ja nicht, dass er Choleriker ist, was dann dem Charakter zuzuordnen wäre und somit nur geringfügig veränderbar ist.
Es kann schließlich auch sein, dass es andere Gründe/Ursachen hat, warum er sich aufregt, z.b. dass er viel Ärger in sich hinein frisst und die schlechten Autofahrer bieten ein Ventil?

Ich will dir jetzt nicht mit blabla widersprechen sondern mit wahren Begebenheiten aus meinem ganz persönlichen Leben!

Früher, so mit 20 vielleicht, regte ich mich furchtbar schnell auf. Über heruntergefallenes Geschirr, das zu Bruch ging, „blöde“ Leute auf der Straße, schlechtes Wetter, kalten Kaffee, kurzum: über alles, über das man sich aufregen kann, wenn man denn will.

Es war nicht mal mehr, dass es mich gestört hätte, es war vielmehr die Anreicherung an Lebensweisheit :smile: die dazu führte, dass ich diesbezüglich viel veränderte.
Dachte, die Wut kommt aus meinem Bauch und ich artikuliere sie nur. Somit sind das meine Gefühle und die kann ich ja nicht ändern.
Bis ich dann hörte, dass es sich auch umgekehrt verhält und die Gefühle die Gedanken widerspiegeln.
Daraufhin beschloss ich mein Denken zu ändern. Und siehe da: auch die negativen Gefühle schwanden mit der Zeit. Denn, dachte ich mir, wenn ich mich über die kaputte Tasse ärgere, dann habe ich letztendlich eine kaputte Tasse und den Ärger. Und was nützt mir dieser? Gar nichts! Also lieber nur ne kaputte Tasse!

Das soll nicht heißen, dass ich mich über nichts mehr ärgere, aber ich ärgere mich nicht mehr über Sachen, die mich nicht wirklich berühren und die mir unwichtig erscheinen.
Wobei es natürlich Ausnahmen gibt:

Für mich ist mein Ärger immer ein Indikator dafür, wie es mir geht. Muss ich hinter Autos herschleichen und fluche dabei wie ein Rohrspatz, weiß ich, ich bin völlig unausgeglichen.

Nun mache ich seit einigen Monaten eine Körper-/Atemtherapie. Von ganz alleine komme ich in ein Gleichgewicht. War ich bislang immer überpünklich, immer! , so bin ich inzwischen genau zeitig, auch mal einige Minuten über der Zeit. Und das mit einer Seelenruhe!
Auch die Autofahrer nerven mich nicht mehr! (Da nervt es mich schon fast, dass sie mich nicht mehr nerven :smile:) (Ist noch viel mehr tolles passiert, aber das gehört jetzt nicht hier her!)

Das sind keine Methoden, die ich dem fetten Klöschen jetzt ans Herz legen will, denn ich denke, da muss jeder für sich schauen, was das richtige ist.

Ich möchte nur Mut machen, dass es doch geht!!

Grüße, jeanne

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Hallo!

Die guten Ratschläge hier sind sicherlich gut gemeint, allerdings glaube ich, dass du darauf auch schon selbst gekommen bist, dass „locker bleiben“ besser wär, als sich aufzuregen. Es scheint dir doch aber in bestimmten Situationen nicht zu gelingen! Was also ist der Grund dafür?

Imho könntest du versuchen herauszufinden, was dich denn eigentlich so aufbringt. Dazu hab ich einen kleinen Buchtipp: „Was deine Wut dir sagen will: Überraschende Einsichten“ von Marshall B.Rosenberg. Es geht darum, dass wir immer dann wütend werden, wenn ein Bedürfnis, dass wir haben, nicht erfüllt wird. Vielleicht ist das für dich ein gedanklicher Ansatz.

Noch ein Ansatz: Das Auto ist ein Schutzraum, soz. eine dritte Haut, in der wir uns u.U. stärker fühlen - oder zumindest anders.

Du wirst das herausfinden. Spätestens, wenn du merkst, wieviel Energie dir die Aufregung raubt, wirst du etwas ändern können, ohne dich zu verbiegen.

LG ChrisTine

He, was fällt Dir ein!?!

Wie nennst Du dich selbst? Sofort einen gefälligeren Namen bittesehr.

Ob Du wirklich ernsthaft so etwas anstrebst wie Persönlichkeitsoptimierung?. Das ist die Differenz zwischen Deinem Charakter und Deinen Fertigkeiten, Dein Gesamtvermögen also. Von wegen Schicksal? Pah. (Branden).

Du scheinst zu versäumen, in den richtigen Momenten, Deine Interessen zu vertreten und holst es dann zu anderer, völlig unpassenden Zeit, nach. Die Zeit lässt sich übrigens zu einem richtigen Zeitfenster ausdehnen. Das schafft Distanz und genügend Reaktionszeit. Siehst´e Geht doch.

Schütze dich vor eigener gering Erachtung. Förderlich wäre u.a., wenn Du mehr Zeit für Deine Fittnes übrig hättest. Hörst Du? Ich mache mir so´n Bild aufgrund Deines Eigennamens. :wink: Fass Dir an deine Henkel (Hüftpolster) und nutze sie systematisch für Dich. Was? Na die Zeit. Davon gibt´s nur eine. Deeeeeeiiiiiine.

Gruß
guvo

P.S.: Nicht Dein Ego auf´s Spiel setzen, indem Du Dich gebärdest wie wild.

Hi Jeanne
Auch wenn es vernünftig klingt, was du sagst, so hat es mich doch nicht überzeugt.
Meine Berufs- und Lebenserfahrung ist da einfach anders, was die Mehrzahl der Menschen betrifft.
Positiv denken und all dieser Quatsch - hab noch keinen gesehen, der sich damit wirklich verändert hat.
Gruß,
Branden

ot,er heißt ‚freches‘, nicht ‚fettes‘ Klösschen kT
:o)

Das sind keine Methoden, die ich dem fetten Klöschen jetzt ans
Herz legen will

Moin Branden,

Meine Berufs- und Lebenserfahrung ist da einfach anders, was
die Mehrzahl der Menschen betrifft.

Meine Erfahrung ist auch anders, was die Mehrzahl der Menschen betrifft. Den meisten ist es viel zu mühsam, ihren Geist zu Schulen. Insbesonderen Menschen, die die im Ausgangsposting beschriebenen Symptome zeigen, haben vermutlich gerade Probleme damit, hier geduldig und täglich am Ball zu bleiben.

Das bedeutet aber nicht, dass es nicht grundsätzlich gehen kann und ich kenne tatsächlich auch etliche Menschen, denen diesbezüglich sehr viel gelungen ist. Aber die schlagen vermutlich auch nicht bei dir auf der Couch auf :smile:

Gruß
Marion

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Hallo Freches Klößchen,

wenn ich mal wieder in Rage bin und Gefahr laufe, mich ganz furchtbar aufzuregen und mich reinzusteigern, hilft es mir, wenn ich mir überlege, wie es in einem Jahr (oder so) aussieht, wie ich dann wohl über die Sache denken würde.
Dann weiß ich wahrscheinlich nicht mal mehr, dass es (so) passiert ist. Weißt du noch, was dich vor einem Jahr aufgeregt hat? Also, nichts von diesen Dingen wirft dich wirklich aus der Bahn. Es sind Kleinigkeiten, die nach kurzer Zeit wieder vergessen sind. Sich aufzuregen hilft auch nicht weiter. Also, wozu?
Schwamm, drüber vergiss es einfach. Ignorier es für ein paar Minuten, dann ist es vorbei schon wieder nicht so schlimm…

LG
Sabine

hi finjen,

das kam wohl durch die Assoziation zu „Klößchen“ *grins*

(An Klößchen: sorry :smile:)

Grüße von jeanne

Moin Marion

Das bedeutet aber nicht, dass es nicht grundsätzlich gehen
kann und ich kenne tatsächlich auch etliche
Menschen, denen diesbezüglich sehr viel gelungen ist. Aber die
schlagen vermutlich auch nicht bei dir auf der Couch auf :smile:

Najaaaa, das würd ich so ganicht mal sagen. Die Leute, die zu mir kommen, haben großenteils eigentlich schon eine überdurchschnittlich hohe Motivation, sich zu ändern. Die Leute, die ich sonst so draußen erlebe, ändern sich NOCH weniger, habe ich den Eindruck.
Ich könnte es schwer in Prozenten ausdrücken, aber wenn ich es müsste, dann würde ich denken, dass sich etwa nur 10 % der Menschen wirklich positiv verändern im Laufe ihres Lebens.
Gruß,
Branden

Hallo!

Im Grunde steht es ja vorne in Deinem Text.

Es gibt Dinge, die liegen in uns und Dinge, die außerhalb von uns liegen und die Einfluss auf unsere Stimmung (also z.B. Gereiztheit) haben.

Wenn Du 55-60h/Woche als Kurier arbeitest, so ist dies etwas, was die Stimmung erheblich beeinflusst.

Du hast einen sehr anstrengenden Job, denn Strassenverkehr ist etwas, was automatisch Stress erzeugt. Er ist oft laut, hektisch und die Teilnehmer müssen stets konzentriert sein.

Das ganze über viele Tage die Woche ohne genügend Ausgleich - das kann sogar krank machen.

Die erste Frage - ehe man an der Persönlichkeit rumbastelt - die man sich stellen sollte, ist folgende: stimmt der Ausgleich zum Stress. In der Medizin nennt sich dies „Work-Life-Balance“. Und die sollte erst einmal ausgeglichen sein.

Wenn Deine Belastung insgesamt zu groß ist, nutzen keine persönlichen Fähigkeiten mehr, das zu kompensieren. Zwar kann jeder Mensch unterschiedlich mit Belastungen fertig werden, aber irgendwann ist genug.

Lieben Gruß
Patrick

Moin Branden,

Najaaaa, das würd ich so ganicht mal sagen. Die Leute, die zu
mir kommen, haben großenteils eigentlich schon eine
überdurchschnittlich hohe Motivation, sich zu ändern.

Najaaa, aber diese Motivation resultiert doch eher aus einem Leidensdruck heraus, nicht mehr innerhalb des gesellschaftlich als „normal“ bezeichneten und gesteckten Rahmens zu „funktionieren“. Für Leute, die ihre Emotionen wie Wut nur bedingt unter Kontrolle haben, reicht dieser Rahmen jedoch aus, so lange dies nicht dazu führt, dass sie mit dem Gesetz in Konflikt geraten, auch wenn es sich vermutlich um nicht gerade angeneheme Zeitgenossen handelt.

Mir ging es auch weniger um deine Anmerkung, dass sich kaum jemand ändert, sonder darum, dass du deutlich machtest, dass du dies auch kaum für möglich hältst, also dass ein Mensch zu akzeptieren habe, dass er „eben so ist“. Wenn du wirklich dieser Meinung bist, müstest du deinen Job eigentlich an den Nagel hängen :smile: Ich halte dies für eine Aussage von Menschen, die entweder zu faul sind, an sich zu arbeiten, und dafür eine Entschuldigung suchen, oder die bislang noch nicht die richtigen Mittel erlernt haben, wie so etwas funktionieren kann, und deshalb frustriert aufgegeben haben. Es hat jedoch nichts, damit zutun, dass Änderung tatsächlich nicht möglich wäre.

Die
Leute, die ich sonst so draußen erlebe, ändern sich NOCH
weniger, habe ich den Eindruck.

Was ja auch kaum wundert. Wer hat schon täglich eine Stunde üben, ausgeglichener, mitfühlender, freigiebiger, warmherziger, geduldiger usw. zu werden, auf seinem Terminplan stehen. Aber es gibt diese Leute tatsächlich und tatsächlich gibt es Wege, diese Ziele zu erreichen.

Gruß,
Marion

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Moin Marion

Mir ging es auch weniger um deine Anmerkung, dass sich kaum
jemand ändert, sonder darum, dass du deutlich machtest, dass
du dies auch kaum für möglich hältst, also dass ein Mensch zu
akzeptieren habe, dass er „eben so ist“.

Nicht grundsätzlich. Ich habe einfach über Jahrzehnte die Erfahrung gemacht, dass sich vehältnismäßig wenig Leute ändern. Dies macht mich zwar nicht resignativ, aber möglicherweise demütiger/bescheidener in meinen psychotherapeutischen Ansprüchen. Meine Erfahrung deckt sich übrigens offenbar mit anderen Therapeuten, die lange im Beruf sind. Man ist einfach nicht mehr so blauäugig und hoffnungsvoll.

Wenn du wirklich
dieser Meinung bist, müstest du deinen Job eigentlich an den
Nagel hängen :smile:

Nicht unbedingt. Wenn man sich bescheidenere Grenzen setzt, kann man immer noch einiges erreichen.

Ich halte dies für eine Aussage von Menschen,
die entweder zu faul sind, an sich zu arbeiten, und dafür eine
Entschuldigung suchen, oder die bislang noch nicht die
richtigen Mittel erlernt haben, wie so etwas funktionieren
kann, und deshalb frustriert aufgegeben haben.

Nenn e3s wie du willst, aber die Mewnschen sind nun einmal so und können nicht aus ihrer Haut. Einige haben eben weniger Energie und intrinische Motivation als andere. Das sind ja deswegen keine schlechten Menschen - ich denke jedenfalls nicht in diesen Kategorien.

Es hat jedoch
nichts, damit zutun, dass Änderung tatsächlich nicht möglich
wäre.

Ändrungen sind möglich, wenn die Persönlichkeitsstruktur eben entsprechend ist. Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose und ein Charakter ist ein Charakter ist ein Charakter.
Gruß,
Branden

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Moin Branden,

Nicht grundsätzlich. Ich habe einfach über Jahrzehnte die
Erfahrung gemacht, dass sich vehältnismäßig wenig Leute
ändern. Dies macht mich zwar nicht resignativ, aber
möglicherweise demütiger/bescheidener in meinen
psychotherapeutischen Ansprüchen. Meine Erfahrung deckt sich
übrigens offenbar mit anderen Therapeuten, die lange im Beruf
sind. Man ist einfach nicht mehr so blauäugig und
hoffnungsvoll.

Sicher, dass kann natürlich an dem liegen, was du „Charakter“ nennst, es kann aber auch an mangelhafter Methode oder Motivation liegen. Wenn ich weiß, dass etwas grundsätzlich möglich ist, aber ich mit einem bestimmten Weg nicht weiter komme, dann würde ich erstmal einen anderen Weg versuchen.

Nenn e3s wie du willst, aber die Mewnschen sind nun einmal so
und können nicht aus ihrer Haut.

Da sind meine Erfahrungen mit Menschen aber anders :smile:

Einige haben eben weniger
Energie und intrinische Motivation als andere. Das sind ja
deswegen keine schlechten Menschen - ich denke jedenfalls
nicht in diesen Kategorien.

Ich auch nicht. Es ging hier doch nicht um bessere oder schlechtere Menschen, sondern darum, ob Veränderung grundsätzlich möglich ist.

Ändrungen sind möglich, wenn die Persönlichkeitsstruktur eben
entsprechend ist. Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose und
ein Charakter ist ein Charakter ist ein Charakter.

Und der menschliche Geist ist eines der entwicklungsfähigsten, kreativsten, dynamischsten und anpassungsfähigsten Systeme. Aber wer vor einen voll funktionstüchtigen Porsche zwei Pferde spannt und dann sagt, dass Geschwindigkeitssteigerung nur in sehr geringem Maße möglich ist, und ein Gaul ist eben ein Gaul, der hat in gewisser Weise natürlich auch recht :wink:

Gruß
Marion

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Moin Marion
Das wsird ja ein richtig guter Thread hier :wink:

Wenn ich weiß, dass etwas grundsätzlich
möglich ist, aber ich mit einem bestimmten Weg nicht weiter
komme, dann würde ich erstmal einen anderen Weg versuchen.

Das sehe ich genauso und bringe es auch öfters mal in die Behandlungen ein, so frei nach Watzlawick: „Wenn du mit einer Strategie mmer wieder gegen die Wand läufst, probier doch einfach mal eine andere.“
Du siehst also, an dieser Stelle zumindest sind wir uns einig.

Und der menschliche Geist ist eines der entwicklungsfähigsten,
kreativsten, dynamischsten und anpassungsfähigsten Systeme.
Aber wer vor einen voll funktionstüchtigen Porsche zwei Pferde
spannt und dann sagt, dass Geschwindigkeitssteigerung nur in
sehr geringem Maße möglich ist, und ein Gaul ist eben ein
Gaul, der hat in gewisser Weise natürlich auch recht :wink:

Mit diesem Beispiel kann zumindest ich mich nicht identifizieren. Vielleicht findest du jemand anders, auf den das zutrifft.
:wink:
Gruß,
Branden

Moin Branden,

Das sehe ich genauso und bringe es auch öfters mal in die
Behandlungen ein, so frei nach Watzlawick: „Wenn du mit einer
Strategie mmer wieder gegen die Wand läufst, probier doch
einfach mal eine andere.“
Du siehst also, an dieser Stelle zumindest sind wir uns einig.

Sind wir uns auch einig, dass das nicht nur für den Patienten gelten sollte, sondern auch für Therapeuten und ihre (Behandlungs-)Strategien?

Und der menschliche Geist ist eines der entwicklungsfähigsten,
kreativsten, dynamischsten und anpassungsfähigsten Systeme.
Aber wer vor einen voll funktionstüchtigen Porsche zwei Pferde
spannt und dann sagt, dass Geschwindigkeitssteigerung nur in
sehr geringem Maße möglich ist, und ein Gaul ist eben ein
Gaul, der hat in gewisser Weise natürlich auch recht :wink:

Mit diesem Beispiel kann zumindest ich mich nicht
identifizieren. Vielleicht findest du jemand anders, auf den
das zutrifft.

Ich nehme mal an, du beziehst das auf den zweiten Teil des Absatzes und nicht auf den ersten :smile:
Ich meinte aber auch gar nicht dich persönlich. Die Psychologie ist hierzulande ja noch eine recht junge Disziplin. Sowohl die Erkenntnisse über die Funktionsweise des menschlichen Geistes (damit beziehe ich alle geistigen Tätigkeiten, als auch Emotionen, die ja erst „real“ werden, wenn sie bewusst (durch den Geist) wahrgenommenwerden, kognitive Prozesse usw. mit ein), also auch die Ansichten, wie auftretende Probleme zu behandeln seine, wandeln sich ständig.

Da du selbst davon schriebst, dass viele Therapeuten doch nach langjähriger Praxis ziemlich enttäuscht von ihren vermutlich eher kleinen Erfolgen und ernüchtert seien, gehe ich eingentlich schon davon aus, dass diese Therapeuten dann auch nach neuen Methoden und Ansätzen suchen, und nicht den Gäulen die Schuld geben :smile: Ob du zu dieser Sorte Therapeuten gehörst oder nicht, kann ich gar nicht beurteilen.

Gruß
Marion

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Sind wir uns auch einig, dass das nicht nur für den Patienten
gelten sollte, sondern auch für Therapeuten und ihre
(Behandlungs-)Strategien?

Ja, selbstverständlich.

Da du selbst davon schriebst, dass viele Therapeuten doch nach
langjähriger Praxis ziemlich enttäuscht von ihren vermutlich
eher kleinen Erfolgen und ernüchtert seien, gehe ich
eingentlich schon davon aus, dass diese Therapeuten dann auch
nach neuen Methoden und Ansätzen suchen, und nicht den Gäulen
die Schuld geben :smile: Ob du zu dieser Sorte Therapeuten gehörst
oder nicht, kann ich gar nicht beurteilen.

Ja, das ergibt sich eigewntlich zwangsläufig, weil man weder selbst frustriert werden möchte, noch seine Patienten frustrieren.
Aber man sollte dabei auch nicht das Kind mit dem Bade ausschütten, denn viele naive Heiler machen es sich zu einfach. Lies mal dazu meinen etwas polemischen Ansatz „Wer heilt, hat unrecht“, zu finden in meiner website www.schmidt-branden.de
Gruß,
Branden