Hallo,
Leider heisst das noch lange nicht, dass dann jemand etwas
dagegen unternimmt. Dazu 3 Geschichten:
(1) Vor ca. 15 Jahren war ein ehemaliger Schulkollege von mir
mit einigen Freunden am Gardasee. Als sie dann einmal nachts
fortgingen, befestigten sie ihre (teuren) MTBs an einem
Brueckengelaender. Bei der Rueckkehr war das Gelaender weg…
(offensichtlich ging die Demontage des Gelaenders schneller
als das Schlossknacken).
sowas hab ich schon mit Motorrädern gehört… da hat man Straßenlaternen flachgelegt.
(2) Vor einiger Zeit (ca. Anfang der 90er-Jahre) machte
irgendein Fahrradmagazin mal einen Test: Da ging im Sommer
jemand im langen Mantel zu einem Fahrradstaender, holte einen
Bolzenschneider hervor und fing mit dem Schlossknacken an. Er
blieb unbehelligt. Er trieb es dann an die Spitze, indem er
Passanten dazu brachte, fuer ihn die Schloesser
aufzuschneiden!
Sowas hab ich auch gehört. Einbruch bei Leuten, die in Urlaub waren, und dann den Nachbarn, der sogar vom Urlaub wusste, gebeten, doch mal bitte kurz zu helfen, den Fernseher durchs Fenster rauszuheben. Das beste war, dass der das auch noch gemacht hat.
(3) Ich schnitt mitten in Bregenz mal 2 Schloesser auf, weil
die Besitzer vergassen, mir die Schluessel mitzugeben (diese
waren ca. 600 km entfernt). Es schauten zwar ein paar Leute
etwas komisch, aber ansonst geschah nichts.
Ich hab selbst schon im Vorbeigehen Teile von meinem eigenen Rad abgemacht (Tacho und so), das hat auch niemanden der ungefär zwanzig Personen drumherum gestört.
Zivilcourage ist heute leider eine Seltenheit (oder
unternimmst Du etwas, wenn irgendwo eine Autoalarmanlage
losgeht?).
Ich will mal ehrlich sein: Wenn Popeye mit dem Brecheisen vor mir an einem Fahrrad handwerkt, hole ich lieber Hilfe, anstatt mich mutig meinem Ende entgegen zu stürzen. So viel sagt mein Verstand. Inwieweit er das dann im Ernstfall umzusetzen in der Lage ist, ist sicher eine andere Frage. In einem Punkt bin ich mir allerdings sicher: Mit meinem Gewissen könnte ich es nicht vereinen, wenn ich jemandem beim Stehlen zusehen würde.
Was Fahrradschloesser betrifft, setze ich auf die
abschreckende Wirkung, d.h. das Schloss sollte einen massiven
Eindruck machen, sodass Gelegenheitstaeter gar nicht auf die
Idee kommen, die Festigkeit des Schlosses zu testen.
Ich setze auf lieber auf Zeit und Öffentlichkeit. Ich mache mein Rad fast nur an Orten fest, an denen entweder jede Menge Polizeipräsenz oder Kameras sind (Bahnhof beispielsweise, unserer ist offenbar sicherer als der in Hamburg, wenn ich den anderen Beitrag richtig interpretiere…) oder lasse es nur wenige Minuten allein. So lange hält sogar mein Schloss das aus.
Ansonsten hab ich aufgehört, mein Rad zu waschen. Es sieht jetzt nicht alt und gammelig, aber auch nicht besonders einladend aus. Gerade so, dass immer eins da ist, das schöner ist. Statistisch gesehen werden zwar hässliche Räder nicht seltener gestohlen, aber ich glaube trotzdem fest daran 
mfg
MB