Inhalt:
Kordeln an Kinder-Kleidung
Das Problem
Was Sie tun können
Was die Regierung tut
Was die Industrie tut
Kinderkleidung wird von uns Eltern ausgesucht und gekauft. Unsere Kinder vertrauen darauf, dass alles, was sie von den Eltern bekommen, sicher ist.
Das ist bei Kinderkleidung, die mit Kordeln im Halsbereich oder am unteren Kapuzen- bzw. Jackenrand versehen ist, leider nicht so.
In der Vergangenheit sind immer wieder Unfälle mit Kindern bekannt geworden, bei denen die Kleidung eine Rolle gespielt hat.
Hauptsächlich gefährdet sind Kinder (ca. 1,5-12 J.), die bereits laufen können und sich ohne beständige Aufsicht auf dem Spielplatz oder in anderer Umgebung bewegen.
Es sind gerade die Kordeln und Bänder an Anoraks, Kapuzen und Sweat-Shirts, die ein Risiko darstellen. Sie verfangen sich in Spalten von Spielplatzgeräten, Rolltreppen, Schulbustüren, Automatiktüren von z.B. U-Bahnen, Fahrradspeichen und Zäunen. Es hat tragische, z. Teil tödliche Unfälle gegeben.
Für diese Unfälle gibt es keine besondere Statistik, deshalb reagierte man erst so spät. Oft wird das Gefahrenpotential von den Eltern unterschätzt bzw. nicht ernst genommen.
Helfen Sie bitte mit, Gefahren für Kinder abzuwenden.
Das Problem:
In den USA und Groß Britannien sind Kleidungsstücke mit Kordeln verboten. Ebenso in vielen skandinavischen Ländern. In Deutschland muß nun möglichst schnell und unbürokratisch gehandelt werden.
Für Spielplatzgeräte hat man mittlerweile eine Lösung in der neuen Spielgerätenorm DIN EN 1176 (gültig seit 1.1.1999) gefunden, um das Risiko zu mindern. Die Gefahren sind jedoch im gesamten Alltagsgeschehen verborgen und hier nicht regelbar, außer durch einen Verzicht der Kordeln an der Kleidung.
Die deutsche Textilindustrie ist aufgerufen, freiwillig keine Kleidung mehr mit Kordeln anzubieten bzw. alternative Lösungen zu erarbeiten.
Dies wird Zeit in Anspruch nehmen, ebenso wie eine notwendige legislative Regelung, die nur EU-weit gefunden werden kann.
Was Sie tun können:
Wenn Sie bei Ihrer Kinderkleidung feststellen, dass sie mit Kordeln und Bändern ausgerüstet ist: Kürzen Sie die Bänder so, dass sie maximal 8 cm an jeder Seite heraushängen und auch nicht weiter herausgezogen werden können.
oder:
Trennen Sie die Kordel in der Mitte auf und nähen Sie sie mit wenigen Stichen zusammen, so dass sie unter Belastung reissen kann.
oder am besten: Verzichten Sie ganz auf die Kordeln.
(diesen Artikel finden Sie mit Bebilderung unter www.kinder-naturtextilien.de/safekids.html)
Was die Regierung tut:
Im Juli 1999 hat die Kinderkomission des deutschen Bundestages unter Leitung von Peter Stöckel, MdB eine Presseerklärung zu dem Thema herausgegeben und sowohl die Regierung (in diesem Fall das für Produktsicherheit zuständige Wirtschaftsministerium) als auch die Verbände der Textilwirtschaft aufgefordert, dafür zu sorgen, dass Kinderkleidung sicher wird. Seit Februar 2000 ist ein Gremium unter Federführung des BMWI (BundesWirtschaftsministerium) damit beauftragt, Regelungen auf freiwiliger Basis für die Textilunternehmen zu finden. Mitte des Jahres 2000 wird eine Selbstverpflichtungserklärung von verschiedenen Verbänden der Textilindustrie unterzeichnet, in der auf Kordeln mit möglicher Strangulationswirkung ab der Kollektion 2002 verzichtet werden soll. Gesetzliche Regelungen werden nicht in Angriff genommen, jedoch verweist man auf die Möglichkeiten einer europäischen Direktive.
Was die Industrie tut:
Die Verbände haben relativ schnell auf die Aufforderung zum freiwilligen Verzicht reagiert - siehe oben. Auch haben einige Unternehmen die Ernsthaftigkeit des Problems erkannt und schon neue Kleidungsstücke entwickelt. Sie bieten Kinderkleidung an, die ohne Kordeln auskommt. Andere sehen noch Schwierigkeiten, ihre Kollektion kordelfrei zu gestalten oder möchten aus modischen Gründen auf die Kordeln nicht verzichten.
Im Grundsatz gilt jedoch:
Es ist nicht hinnehmbar, dass Kinderleben gefährdet werden, nur weil man auf modische Attribute nicht verzichten will oder weil man eine Umstellung in der Produktion für zu umständlich hält.
D.Settelmeier, Röttingen
der man besorgt sich unabhängige Lektüre die zwar Werbung