Sind das Deperessionen?

Hallo liebe Experten,

seitdem ich weiß, das ich meine Arbeit verlieren werde bin ich ständig traurig, ich kann mich nicht mehr freuen und muss andauernd weinen, das geht schon seit fast 3 Monaten so.

Selbst wenn ich draussen in der Straßenbahn sitze oder im Büro, wenn ich daran denke, kommen mir die Tränen. Dabei war ich so ein fröhlicher Mensch.

Meine Familie und meine Freunde sagen, dass das eben so sein sollte, ich soll mir das nicht so zu Herzen nehmen und ich würde sicher etwas anderes finden, vielleicht sogar etwas besseres, aber ich denke, sie haben gut Reden, ich glaube nicht daran.

Gerne möchte ich in meinem Betrieb bleiben, ich arbeite gerne da und ich fühle mich da wohl. Meinen Chef habe ich 2 mal auf meine Situation angesprochen, hab ihn gefragt ob es nicht doch eine Chance gibt, dass es eine berufliche Zukunft für mich im Betrieb gäbe, aber er sagte, aus geschäftlichen Gründen könnte man mich nicht weiterbeschäftigen, man mich aber sehr schätzt und dass diese Entscheidung nicht von meinen Leistungen abhängig war.

Ich fühle mich krank.

Liebe Grüße

Heike

seitdem ich weiß, das ich meine Arbeit verlieren werde bin ich
ständig traurig, ich kann mich nicht mehr freuen und muss
andauernd weinen, das geht schon seit fast 3 Monaten so.

das hört sich tatsächlich stark nach Depression an.

Deine Familie hat schon recht, insofern als sie sagt, nun, so ist das
halt, ist ‚nur‘ Deine Arbeit - aber dass weder Du, noch Dein Körper/
Dein Unterbewusstsein einfach so rational sein können, ist ja auch
klar.

Lass’ Dir Antidepressiva verschreiben, und Du wirst binnen 2-3 Wochen
Dich ‚wie ein anderer Mensch‘ fühlen.

Deinen Job kriegst Du dadurch nicht wieder, aber Zuversicht, Stärke,
Lebensfreude, Energie,… halt alles, was Dir Deine momentane
Depression genommen hat.

Alles Gute,
Isabel

jein
moin,

du schilderst sehr klar + bewusst, was auf dich zukommt.
DAS spricht schon mal fuer dich!

das leben steht allgemein auf drei saeulen= gesundheit, beziehungen, arbeit!
wenn eine saeule wegbricht,bist du am wackeln, wenn zwei wegbrechen in „labilem“ gleichgewicht, und wennn alle drei weg sind, geht es dir echt scheisse!

ok, eine saeule geht nun weg… wird ne dumme erfahrung, aber andererseits ist NICHTS = GARNICHTS im leben dauerbestaendig!

nicht mal beziehungen… gesundheit sowieso nicht!

um deine eingangsfrage also zu beantworten: JA, du hast depressionen! aber das sind hausgemachte, weil du nicht ueber den tellerrrand gucken kannst/willst.

wenn du nicht an dir arbeitest und lernst, mit diesem „stress“ umzugehen, hast du gute chancen, „dauerdepressiv“ zu werden.

wenn du aber diese jetzige situation als eine herausforderung siehst, etwas neues anzupacken, dann wirst du spaeter darueber schmunzeln, ueberhaupt mal diese gedanken gehabt zu haben.

gruss + alles gute
khs

p.s. d. stepanovic hat immer noch recht: lebbe geht weider…

Lass’ Dir Antidepressiva verschreiben, und Du wirst binnen 2-3
Wochen Dich ‚wie ein anderer Mensch‘ fühlen.

Ach Isabel,
wenns doch so einfach wäre! Ne Pille einwerfen, ne rosarote Brille aufsetzen und schon ist alles wieder gut.

Nein! Heike macht das schon richtig. Natürlich ist Mensch traurig, wenn er die Arbeit verliert. Das ist nur natürlich, da lacht wohl keiner dabei.

Allerdings sollte Heike sich auch klarmachen, dass die nächste Arbeit schon auf sie wartet - vielleicht nicht grade morgen, aber doch in absehbarer Zeit. Und jedem solchen Schnitt im Leben wohnt auch eine Chance inne: Nicht alle Veränderungen sind nur schlecht!

Also Kopf hoch, und Augen fest auf die Zukunft richten. Wenn Kuddel schreibt „Läbbe geht weiter“, toppe ich das mit dem Kölner Spruch: „Et hätt noch immer joot jegangen!“

Lieben Gruß
Eckard

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Hallo Karl-Heinz,

vielen Dank für Deine Antwort. Klar geht das Leben weiter, aber wie? Unter welchen Voraussetzungen? Ich bin langsam müde und kann mich keiner Herausforderung mehr stellen.

Es ist bei mir nicht nur eine Säule die wegbricht, es sind alle 3 mittlerweile weggebrochen.

Über den Tellerrand habe ich mein Lebtag hinausgeschaut, hatte nie richtig Glück im Leben, besonders nicht mit meiner Gesundheit und auch mit den Jobs nicht, hab 2 Insolvenzen mitgemacht, andauernd musste ich „neu“ anfangen und alles musste ich mir hart erarbeiten, auch den noch jetzigen Job habe ich mir schwer erkämpft und dachte, dass ich ihn behalten dürfte. - Letztes Jahr habe ich einen Schwerbehindertenausweis beantragt und auch bekommen, ich nehme an, dass das ausschlaggebend für die weitere Beschäftigung war.

Vielleicht sehe ich das alles anders, weil ich an meinem Job hänge und weil mir nicht alles in den Schoß gefallen ist.

Liebe Grüße

Heike

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Hallo Eckhard,

ja, Antidepressiva - das ist für mich die allerletzte Lösung, wenn’s nicht mehr geht, dann bleibt nichts anderes mehr übrig, aber langsam sehe ich, dass ich aus meiner Traurigkeit nicht mehr rauskomme. Ich finde das schon erschreckend, dass mir in der Straßenbahn, wenn ich von der Arbeit heimfahre, die Tränen kommen oder dass ich still und traurig bin, dass ich am Wochenende nicht mehr unternehme und daheim die ganze Zeit grüble.

Ich weiß, dass Veränderungen nicht immer schlecht sind, ich hab schon viele mitgemacht, davon waren einige gut, aber ich möchte in meinem Leben einmal Ruhe haben.

Liebe Grüße

Heike

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mehr rauskomme. Ich finde das schon erschreckend, dass mir in
der Straßenbahn, wenn ich von der Arbeit heimfahre, die Tränen
kommen oder dass ich still und traurig bin, dass ich am
Wochenende nicht mehr unternehme und daheim die ganze Zeit
grüble.

Eben!

Wenn man einfach gar keine Energie mehr hat, wenn einem andauernd die
Tränen kommen, etc etc, dann ist es für einen ‚gesunden‘ Menschen
einfach, zu sagen, denk doch einfach mal rational, mach’ doch einfach
mal was, gönn’ Dir doch auch mal nen bisschen Spass und Abwechslung,
blabla.

Leicht zu sagen für jemanden, der nicht betroffen ist.
Hier ist nichts mit ‚rosarote Brille aufsetzen‘ - das würde ja
heissen, dass alle, die NICHT an Depression leiden, alle eine solche
aufhaben! Nein, es heisst nur, sich (medikamentös) wieder in den,
guten altbekannten, Normalzustand zurückzuversetzen.

Man ‚wirft‘ nicht ne Pille ‚ein‘, um auf einmal alles positiv zu
sehen - man tut das, um NICHT MEHR ALLES NEGATIV ZU SEHEN!

Ich spreche aus Erfahrung, dachte auch, Antidepressiva sind für a)
wirklich kranke Menschen, oder b) für welche, die es sich leicht
machen wollen. Quatsch! Eine Depression ist eine Krankheit, und wäre
es ne starke Grippe, würde Dir auch jeder einen Arztbesuch und
Medikamente empfehlen!

Wie soll man denn bitte gerade dann, wenn man eigentlich Kraft
braucht, um seine Probleme zu bewältigen, wenn einem null bleibt,
wegen der Depression???

Heike, ich kann dir nur zu einem Arztbesuch raten, Du beschreibst
genau die Symptome einer Depression - besser, Du erkennst sie jetzt,
und tust was gegen sie, als dass Du die nächsten zwei Jahre
unglücklich bist, und es immer schlimmer wird…

Wie gesagt, ich spreche aus Erfahrung. Bin aber auch erblich
vorbelastet.

gruss, isabel

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Hallo Isabell,

vielen Dank für Deine Antwort.

Ich merke auch heute, z.Z. sitze ich im Büro, dass es mir schlecht geht, so geht das ja nun schon Wochen, es ist nicht so, dass es mir erst seit ein paar Tagen so schlecht geht.

Ich werde Deinen Rat befolgen und einen Arzt aufsuchen.

Liebe Grüße

Heike

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Hallo Heike,

was Du derzeit tust ist trauern, um etwas, daß Du verloren hast. Das nun mal vorne weg. Trauer und Deppressionen sehen sich in vielem ähnlich und manchmal kann aus Trauer, in der man stecken bleibt auch eine Depression werden. Aber das ist nicht in jedem Fall so. Von daher ist es wichtig, sich gut zu überlegen, welche Schritte man macht. Nachdem ich alles, was Du geschrieben hst gelesen habe, bin ich auch der Meinung, daß Du Dir dringend Hilfe suchen solltest. Wenn davon ein Teil Antiderpressiva sind - ok. Aber dabei sollte es nicht bleiben. In Deiner Situation würde ich auch versuchen, eine Therapie zu machen und Dir darin innerlich neue Perspektiven zu erarbeiten und Dir neben den Medikamenten eine neue 2. Säule aufzubauen. In arbeitsrechtlichen Dingen bin ich zwar nicht so bewandert, aber versuche auch einmal zu prüfen, ob Du mit Deinem Schwerbehindertenstatus so ohne weiteres zu kündigen bist. Außerdem kannst Du Dich beim Arbeitsamt erkundigen, ob es für Arbeitgeber noch Bezuschussung gibt, wenn sie Dich als Schwerbehinderte einstellen.

Noch ein Wort zu den Antidrpresiva: sei nicht enttäuscht, wenn sie nicht sofort wirken. Neben der „Anlaufzeit“ von bis zu drei Wochen, kann es auch sein, daß Du zwei oder drei verschiedene Mittel ausprobieren mußt, bis Du eines gefunden hast, daß bei Dir wirkt.

Kopf hoch, die Tage werden wieder länger.

Liebe Grüße

Avera

Ich werde Deinen Rat befolgen und einen Arzt aufsuchen.

Liebe Heike,

Aber mit Antidepressiva wäre ich (aus eigener Erfahrung) auch vorsichtig. Sie lösen Deine Probleme nicht. Und ich kann nicht bestätigen, daß sie Dir die Kraft zurückgeben, die Du brauchst, um Deine Probleme zu lösen.

Außerdem dauert es mindestens 3 Wochen, bis sie überhaupt mal anschlagen, d.h. eine erste Wirkung zeigen.

Wenn Du Dich völlig ausser Stande siehst, Dich in Deiner Situation nach vorne zu bewegen, meinetwegen, dann versuchs mit Antidepressiva (ein Schulmediziner wird Dir das gerne verschreiben und Dir versichern, daß es hilft und daß Du es brauchst… ha ha)

Wenn Du aber noch ein paar Kräfte mobilisieren kannst, dann versuchs ohne. Geh viel spazieren an die frische Luft, mach Autogenes Training, Yoga, oder irgend etwas, daß Dir Spaß machen könnte und das Dir wieder zu neuem Selbstvertrauen verhilft.

Anstelle eines Schulmediziners fände ich auch den Gang zum Heilpraktiker / Homöopathen nicht schlecht. Auch die haben natürliche Mittelchen gegen Depressionen. Und diese sind nicht so unangenehm wie die Antidepressiva (trockener Mund, Gewichtszunahme usw.)

Also im alternativen Medizinbereich gibt es hier auch Hilfen, die ich ehrlich gesagt absolut bevorzugen würde, wenn ich nochmal ne Depression hätte.

Alles Gute für Dich !

Liebe Grüsse

Gabriele

schicke Dir mail (owt)

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Hallo Isabel,

ich hab Dir mal ein Sternlein für Deine Antwort gegeben, weil ich das toll finde, dass Du in Deiner Antwort nicht einfach pauschal Heike geraten hast, fröhlich neue Arbeit zu suchen. Ich kann mich ebenfalls sehr gut in Heikes Situation hineinversetzen, weil mir vor ein paar Jahren ebenfalls das in einer anderen Antwort genannte Säulenmodell zusammengekracht ist. Da ist es eben nicht so einfach, dann frisch und guten Mutes weiterzumachen. Jetzt aber kommt mein „Aaaaaaaaaaaber“.

Auch bei mir wurden damals (vom Hauarzt erst einmal) Depressionen diagnostiziert. Mir wurden Antidepressiva verschrieben. Leider ist trotz langfristiger Einnahme, auch mit Medikamentenwechsel nichts passiert, außer dass ich nur noch schlief und schlief und schlief und schlief. Die Medikamente haben mich richtiggehend platt gemacht.

Geholfen hat mir meine Mutter, die mich zu einem Phototermin bei einem Bewerbungsphotographen eingeladen hat, von da an war Licht in meinem Leben, ich konnte wieder bergauf gehen Schritt für Schritt.

Im Nachhinein kann ich sagen: Ich hatte niemals die Krankheit „Depressionen“. Ich war traurig und furchtbar unglücklich und verzweifelt und hatte große Angst vor der Zukunft. Ich war einsam und fühlte mich allein, weil ich statt Hilfe von ärztlicher und therapeutischer Seite Tabletten bekam. Natürlich konnten mir die Antidepressiva nicht helfen, denn meine Zukunftsangst und meine Einsamkeit war realistisch und nicht durch Krankheit eingebildet.

Leider wird viel zu oft von Ärzten, die sich aufgrund Zeit- und Geldmangel nicht zu helfen wissen, die Krankheit Depression diagnostiziert, dann wird mit Valium und Antidepressiva bekämpft, was eigentlich mit Aufmerksamkeit und Zeit und tätlicher Hilfe besser in den Griff zu bekommen wäre.

Ich bin ja auch nur Laie und weiß nicht, ob man die Diagnose „Depression“ auch „wissenschaftlich“ fundieren kann. Aber aus meiner Situation heraus kann ich sagen, dass es mir geholfen hat, als ich entdeckte, dass ich keinesfalls in diese „Schublade“ gehörte, sondern dass meine Verzweiflung einen Grund hatte, an dem ich auch selbst arbeiten konnte, mit Hilfe von Freunden, Verwandten etc. Heute bin ich wieder in Vollzeit in meinem alten Beruf tätig, bin in meine Heimat zurück gekehrt und habe wieder einen schönen, noch größeren Freundeskreis und eine gute wunderschöne Beziehung. Dieses Ziel konnte ich nur erreichen, nachdem ich jegliche medikamentöse Hilfe ablehnte und tatkräftige Hilfe erbat und bekam. Und indem ich meine eigene Kraft dann auch wieder fand.

Darum denke ich, dass es das Beste ist in einer Situation wie der von Heike, dass sie erst einmal erkennt, dass ihre Existenzängste durchaus berechtigt sind. Wer hätte die denn nicht, wenn er seine Basis verliert? Auch Ängste zehren an der Substanz, ähnlich wie Depressionen. Die Ängste lassen sich nicht durch Antidepressiva lindern. Es wird eher schlimmer, weil man ja realistisch sieht, dass man seine Existenzgrundlage verliert, aber die Antidepressiva machen einen so platt, dass man nix unternehmen kann.

Eine Krisenintervention mit ein paar therapeutischen Gesprächen, das bietet z. B. die Kirchengemeinde vor Ort an o.ä., wäre vielleicht hilfreicher.

Ich merk schon, dass dies grad ganz verworren wird. Drum hör ich hier mal auf und schick Heike liebe Grüße und hoffe, dass sie einen Weg findet, sich auf ihre Stärke und ihre Pluspunkte zu besinnen. Es gibt den Weg jedenfalls.

Liebe Grüße
Rosa :smile:

Hallo Rosa,

Leider wird viel zu oft von Ärzten, die sich aufgrund Zeit-
und Geldmangel nicht zu helfen wissen, die Krankheit
Depression diagnostiziert, dann wird mit Valium und
Antidepressiva bekämpft, was eigentlich mit Aufmerksamkeit und
Zeit und tätlicher Hilfe besser in den Griff zu bekommen wäre.

Du beschreibt genau das, was mein Berufsstand seit Jahren kritisiert: Ein Großteil psychischer Störungen wird von (Haus-) Ärzten fehldiagnostiziert oder übersehen. Leider fehlt offensichtlich die Ausbildung und das Interesse auf Seiten der Ärzte; andererseits ist es in unserer Gesellschaft leider so, dass psychische Erkrankungen oft mit „Verrücktsein“ verbunden werden oder der Besuch eines Psychiologen oder Psychiaters mit Angst und Ungewissheit belegt ist. Dazu kommt oft noch der Rat aus dem Umfeld, man solle sich doch mal „zusammennehmen“, und mit psychischen Probleme habe schließlich jeder zu tun etc. etc.

Wichtig ist, dass bei psychischen Problemen ein Fachmann aufgesucht wird, sei es ein Psychotherapeut, ein Psychologe oder Psychiater. Nur diese Experten können eine Diagnose erstellen und dann bei dem tatsächlichen Vorliegen einer psychischen Erkrankung mit einem Therapievorschlag helfen.

vg
sam

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Hallo Rosa,

dass Du in Deiner Antwort nicht einfach
pauschal Heike geraten hast, fröhlich neue Arbeit zu suchen.

Das war sicher auch nicht so pauschal gemeint sondern sollte wohl signalisieren, daß es Zeichen einer Depression sind, wenn man nicht mehr positiv in die Zukunft gucken kann sondern nur an seinen Mißerfolg glaubt (so habe ich es jedenfalls verstanden).

Ich kann mich ebenfalls sehr gut in Heikes Situation
hineinversetzen, weil mir vor ein paar Jahren ebenfalls das in
einer anderen Antwort genannte Säulenmodell zusammengekracht
ist. Da ist es eben nicht so einfach, dann frisch und guten
Mutes weiterzumachen.

Das stimmt. Trauer und Verzweiflung sind bis zu einem gewissen Grad eine absolut gesunde Reaktion der Seele. Wenn man sie aber nicht überwinden kann, steckt man in einer Depression. Von daher bin ich mir nicht sicher, ob das bei Dir nicht auch der Fall war.

Auch bei mir wurden damals (vom Hauarzt erst einmal)
Depressionen diagnostiziert.

Vom Hausarzt???

Mir wurden Antidepressiva
verschrieben. Leider ist trotz langfristiger Einnahme, auch
mit Medikamentenwechsel nichts passiert,

Antidepressiva sollen eigentlich nur dazu dienen, die mitunter heftigen Symptome von Depressionen zu lindern, um den Alltag bewältigen zu können, sie lösen nicht das eigentliche seelische Problem, da hilft nur Therapie.

außer dass ich nur
noch schlief und schlief und schlief und schlief. Die
Medikamente haben mich richtiggehend platt gemacht.

Dann war’s das falsche Präparat.

Im Nachhinein kann ich sagen: Ich hatte niemals die Krankheit
„Depressionen“.

Ich war traurig und furchtbar unglücklich und
verzweifelt und hatte große Angst vor der Zukunft. Ich war
einsam und fühlte mich allein,

Na, wenn dieser Dauerzustand keine Depression ist…was dann? :smile:

Natürlich konnten mir die Antidepressiva nicht helfen, denn
meine Zukunftsangst und meine Einsamkeit war realistisch und

Wie gesagt, Antidepressiva können keine Depression heilen, sie machen sie erträglicher.

Leider wird viel zu oft von Ärzten, die sich aufgrund Zeit-
und Geldmangel nicht zu helfen wissen, die Krankheit
Depression diagnostiziert, dann wird mit Valium und
Antidepressiva bekämpft, was eigentlich mit Aufmerksamkeit und
Zeit und tätlicher Hilfe besser in den Griff zu bekommen wäre.

Antidepressiva würde ich mir nie von einem Hausarzt verschreiben lassen und von meinen Depressionen überzeugt wäre ich erst, wenn ein Profi (jemand aus dem psychotherapeutischen Bereich) diese bestätigen würde. Hast Du denn keinen Fachmann aufgesucht?

meiner Situation heraus kann ich sagen, dass es mir geholfen
hat, als ich entdeckte, dass ich keinesfalls in diese
„Schublade“ gehörte, sondern dass meine Verzweiflung einen
Grund hatte, an dem ich auch selbst arbeiten konnte,

Depressionen kann man nur heilen, wenn man sich selbst hilft (an sich arbeitet). Therapeuten dienen nur dazu, Dich auf dem Heilungsweg zu halten.

von Freunden, Verwandten etc. Heute bin ich wieder in Vollzeit
in meinem alten Beruf tätig, bin in meine Heimat zurück
gekehrt und habe wieder einen schönen, noch größeren
Freundeskreis und eine gute wunderschöne Beziehung.

Glückwunsch!

Dieses
Ziel konnte ich nur erreichen, nachdem ich jegliche
medikamentöse Hilfe ablehnte und tatkräftige Hilfe erbat und
bekam. Und indem ich meine eigene Kraft dann auch wieder fand.

Ich würde sagen, Du hattest zu Beginn auch keine hilfreiche ärztliche Unterstützung. Ein Therapeut wäre das wohl anders angegangen.

Darum denke ich, dass es das Beste ist in einer Situation wie
der von Heike, dass sie erst einmal erkennt, dass ihre
Existenzängste durchaus berechtigt sind. Wer hätte die denn
nicht, wenn er seine Basis verliert? Auch Ängste zehren an der
Substanz, ähnlich wie Depressionen.

Ihre Existenzängste sind schon berechtigt. Man darf aber nicht in Ängsten steckenbleiben und nachdem, was sie schreibt, tut sie das und daher sind schon depressive Tendenzen erkennbar.

Die Ängste lassen sich
nicht durch Antidepressiva lindern.

Das richtige Antidepressivum kann das! Die Ängste verschwinden aber nicht von selbst, weil der Grund dafür immernoch da ist. Das Medikament hilft, nicht von den Ängsten gesteuert zu werden.

Es wird eher schlimmer,
weil man ja realistisch sieht, dass man seine
Existenzgrundlage verliert, aber die Antidepressiva machen
einen so platt, dass man nix unternehmen kann.

Wie gesagt, nur das falsche Medikament hat solche Wirkungen.

Eine Krisenintervention mit ein paar therapeutischen
Gesprächen, das bietet z. B. die Kirchengemeinde vor Ort an
o.ä., wäre vielleicht hilfreicher.

Ich halte einen Psychotherapeuten, der einem wieder den Kopf gerade rückt, für erfolgversprechender. Aber was aus Therapie wird, hängt immer von einem selbst ab, selbst der beste Therapeut ist machtlos, wenn man sich nicht selbst helfen will.

Saludos,
Raúl

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Holá Raúl :smile:

danke für Deine interessanten Denkansätze! Ich will mal weiterdiskutieren …

Ich kann mich ebenfalls sehr gut in Heikes Situation
hineinversetzen, weil mir vor ein paar Jahren ebenfalls das in
einer anderen Antwort genannte Säulenmodell zusammengekracht
ist. Da ist es eben nicht so einfach, dann frisch und guten
Mutes weiterzumachen.

Das stimmt. Trauer und Verzweiflung sind bis zu einem gewissen
Grad eine absolut gesunde Reaktion der Seele. Wenn man sie
aber nicht überwinden kann, steckt man in einer Depression.
Von daher bin ich mir nicht sicher, ob das bei Dir nicht auch
der Fall war.

Oh, rein medizinisch gesehen kann es durchaus sein, dass ich damals eine Depression hatte. Ich konnte diese Phase aber erst überwinden, indem ich mir selbst diagnostiziert habe, dass ich nicht krank bin, sondern absolut gesund auf einen großen Haufen Probleme reagiere. Manchmal macht vielleicht die Diagnose Depression die Überwindung von Trauer und Verzweiflung erst unmöglich, weil man dann ja „weiß“, dass man das von alleine nicht schafft, wo es vielleicht aber doch möglich wäre.

Auch bei mir wurden damals (vom Hauarzt erst einmal)
Depressionen diagnostiziert.

Vom Hausarzt???

Den hab ich damals nach der Kündigung als erstes aufgesucht. Natürlich hab ich versucht, auch eine Therapie zu machen, aber das ist heutzutage als Ottonormalversicherter ohne Privatvermögen nicht ganz einfach. Zeitnah ist es relativ unmöglich.

Hier in Hamburg habe ich übrigens meinen alten Hausarzt wieder, der mich seit Jahrzehnten kennt. Ich würde ihn durchaus als Fachmann bezeichnen betreff meines seelischen und körperlichen Gesundheitszustands. Interessant, dass er mir nach seiner Aussage niemals Antidepressiva verschrieben hätte, sondern mir bei seelischen Problemen Gesprächszeit anbietet.

Insofern ist der erste Gang zum Hausarzt wohl immer nicht grundverkehrt…

Mir wurden Antidepressiva
verschrieben. Leider ist trotz langfristiger Einnahme, auch
mit Medikamentenwechsel nichts passiert,

Antidepressiva sollen eigentlich nur dazu dienen, die mitunter
heftigen Symptome von Depressionen zu lindern, um den Alltag
bewältigen zu können, sie lösen nicht das eigentliche
seelische Problem, da hilft nur Therapie.

Was richten Andtidepressiva aber aus, wenn gar keine Depressionen vorliegen? Mir wurde erklärt, dass Depressionen u.a. ein Stoffwechselproblem sind und dass dort Antidepressiva greifen. Aber wenn der Stoffwechsel ganz in Ordnung ist? Ansonsten geb ich Dir natürlich recht, eine Therapie oder tatkräftige Hilfe in einer existenzbedrohlichen Situation sind eben doch der einzige Weg, das Problem zu lösen.

außer dass ich nur
noch schlief und schlief und schlief und schlief. Die
Medikamente haben mich richtiggehend platt gemacht.

Dann war’s das falsche Präparat.

Ich habe über fast zwei Jahre hinweg verschiedenste Präparate „ausprobiert“, zum Schluss auch von einer Neurologin verschrieben.

Im Nachhinein kann ich sagen: Ich hatte niemals die Krankheit
„Depressionen“.

Ich war traurig und furchtbar unglücklich und
verzweifelt und hatte große Angst vor der Zukunft. Ich war
einsam und fühlte mich allein,

Na, wenn dieser Dauerzustand keine Depression ist…was dann?

Das ist Kummer. Er hat genau so lange angehalten, bis der Zustand beendet war, von da an war er verschwunden. Mag sein, dass Mediziner das Depression nennen. Es ist sicherlich einfacher und kostengünstiger, dies mit der Verschreibung von Antidepressiva zu behandeln.

Leider wird viel zu oft von Ärzten, die sich aufgrund Zeit-
und Geldmangel nicht zu helfen wissen, die Krankheit
Depression diagnostiziert, dann wird mit Valium und
Antidepressiva bekämpft, was eigentlich mit Aufmerksamkeit und
Zeit und tätlicher Hilfe besser in den Griff zu bekommen wäre.

Antidepressiva würde ich mir nie von einem Hausarzt
verschreiben lassen und von meinen Depressionen überzeugt wäre
ich erst, wenn ein Profi (jemand aus dem psychotherapeutischen
Bereich) diese bestätigen würde. Hast Du denn keinen Fachmann
aufgesucht?

Nach ein paar Monaten bin ich zu einer Neurologin gegangen, auf der Suche nach einem Weg in die Therapie. Valium kriegt man übrigens prima vom Psychosozialen Dienst. Dort bat ich damals um begleitende Hilfe bei Gesprächen mit Bank, um meine Mietzahlung, Strom und Heizung und so regeln zu können. Statt dessen eben Valium.

Ich möchte wahrlich nicht sagen, dass Antidepressiva oder starke Beruhigungsmittel schlimm sind. Ich finde nur, dass in unserer heutigen Gesellschaft zu schnell diese kleinen Helferchen verschrieben werden, wo eigentlich eine andere Art der Hilfe das Problem viel besser lösen würde. Nur wie gesagt, das kostet Zeit und Geld.

meiner Situation heraus kann ich sagen, dass es mir geholfen
hat, als ich entdeckte, dass ich keinesfalls in diese
„Schublade“ gehörte, sondern dass meine Verzweiflung einen
Grund hatte, an dem ich auch selbst arbeiten konnte,

Depressionen kann man nur heilen, wenn man sich selbst hilft
(an sich arbeitet). Therapeuten dienen nur dazu, Dich auf dem
Heilungsweg zu halten.

Das hab ich ja auch ähnlich geschrieben. Wenn man dann noch davon ausgeht, dass Therapeuten mit freien Therapieplätzen eine Rarität sind…

von Freunden, Verwandten etc. Heute bin ich wieder in Vollzeit
in meinem alten Beruf tätig, bin in meine Heimat zurück
gekehrt und habe wieder einen schönen, noch größeren
Freundeskreis und eine gute wunderschöne Beziehung.

Glückwunsch!

Danke :smile:

Darum denke ich, dass es das Beste ist in einer Situation wie

der von Heike, dass sie erst einmal erkennt, dass ihre
Existenzängste durchaus berechtigt sind. Wer hätte die denn
nicht, wenn er seine Basis verliert? Auch Ängste zehren an der
Substanz, ähnlich wie Depressionen.

Ihre Existenzängste sind schon berechtigt. Man darf aber nicht
in Ängsten steckenbleiben und nachdem, was sie schreibt, tut
sie das und daher sind schon depressive Tendenzen erkennbar.

Wie geschrieben, medizinisch gesehen kann das gut sein. Jetzt kann es aber rein menschlich auch sein, dass Heike dies liest und sich denkt, dass sie eben nun eine Depression hat. Da kann sie ja erst mal selber gar nix machen, weil sie ja depressiv ist. Das kann genauso lähmen. Du hast es ja oben selber geschrieben: Eine solche Diagnose muss ein Fachmann stellen, den Heike hoffentlich aufsuchen wird. Das können wir hier alle nicht. Wir können hier nur rein zwischenmenschlich wild rumraten :smile:

Die Ängste lassen sich
nicht durch Antidepressiva lindern.

Das richtige Antidepressivum kann das! Die Ängste verschwinden
aber nicht von selbst, weil der Grund dafür immernoch da ist.
Das Medikament hilft, nicht von den Ängsten gesteuert zu
werden.

Hm, davon bin ich irgendwie immer noch nicht überzeugt.

Es wird eher schlimmer,
weil man ja realistisch sieht, dass man seine
Existenzgrundlage verliert, aber die Antidepressiva machen
einen so platt, dass man nix unternehmen kann.

Wie gesagt, nur das falsche Medikament hat solche Wirkungen.

Eine Krisenintervention mit ein paar therapeutischen
Gesprächen, das bietet z. B. die Kirchengemeinde vor Ort an
o.ä., wäre vielleicht hilfreicher.

Ich halte einen Psychotherapeuten, der einem wieder den Kopf
gerade rückt, für erfolgversprechender. Aber was aus Therapie
wird, hängt immer von einem selbst ab, selbst der beste
Therapeut ist machtlos, wenn man sich nicht selbst helfen
will.

Auch ich finde, dass ein Psychotherapeut sehr viel sinnvoller ist als eine kirchliche Einrichtung, die dann ein paar Krisensitzungen bietet. Es ist nur leider - zumindest im mir bekannten norddeutschen Großstadtraum - gar nicht so einfach, in einer solchen Krise einen Therapeuten zu finden, da sind meist ellenlange Wartezeiten. Darum kam mein Hinweis in diese Richtung. Wenn man schnelle Hilfe braucht, dann wird man da oft eher was…

Also, wie geschrieben, toll, dass es Antidepressiva gibt. Aber sie haben eben den einen Haken: Weil es sie gibt, gibt es immer mehr die Tendenz einen Menschen, der ein ganz konkretes Problem hat, chemikalisch einzupendeln, anstatt dass er wirklich Hilfe erfährt.

Saludos,
Raúl

Dir auch liebe Grüße
Rosa :smile:

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Also, wie geschrieben, toll, dass es Antidepressiva gibt. Aber
sie haben eben den einen Haken: Weil es sie gibt, gibt es
immer mehr die Tendenz einen Menschen, der ein ganz konkretes
Problem hat, chemikalisch einzupendeln, anstatt dass er
wirklich Hilfe erfährt.

Nun ja, das ist eigentlich eine falsche Schlussfolgerung:
Man kann nicht chemikalisch einpendelt, was nicht chemikalisch
‚entgleist‘ ist.

Ich bin, was Depression angeht, erblich vorbelastet. Auch meine
Tante, die beruflich SEHR erfolgreich ist und war, wäre ohne Anti-D
nur ein Häufchen Elend. Was nicht heisst, dass sie nicht absolute
Unterstützung von psychologischer Seite hat, was Therapie/
Gespächsmöglichkeiten betrifft.

Die einzigen, die Fehler machen, sind die, die jemanden mit
Antidepressiva ‚mal schnell abfertigen‘, ohne ZUSÄTZLICH auf andere
Weise (zB Therapie) dafür zu sorgen, dass Ursachen geklärt werden,
und somit die Wahrscheinlichkeit weiterer Depressionen verringert
wird.

Ich hab wirklich ein grosses Problem mit denen, die meinen, dass man
jede Krankheit, nur weil sie psychischer Art ist, mit ein bisschen
‚nett zureden‘ wegbekommt. Eine Depression ist eine Krankheit, bei
der die Chemie im Hirn verändert ist - das kriegt man nicht mit
Gesprächen wieder ins Lot!

Deshalb sollte sich jemand mit Symptomen wie Heike unbedingt an einen
Facharzt (Psychologe, Neurologe/Psychater) wenden - keiner von uns
will hier definitiv die Ferndiagnose ‚Depression‘ stellen - es sollte
auber AUF ALLE FÄLLE von einem Facharzt abgeklärt, und bei Bedarf
medikamentös behandelt werden!

Deine persönlichen Erfahrungen in allen Ehren - meines sind ja auch
persönliche Erfahrungen, wenn auch andere. Aber man kann nicht alle
Menschen, alle Symptome, und alle Heilungsmethoden über einen Kamm
scheren!

gruss, isabel

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Hola Rosa,

Oh, rein medizinisch gesehen kann es durchaus sein, dass ich
damals eine Depression hatte. Ich konnte diese Phase aber erst
überwinden, indem ich mir selbst diagnostiziert habe, dass ich
nicht krank bin, sondern absolut gesund auf einen großen
Haufen Probleme reagiere.

Aus der Entfernung hört sich das so an, als ob Du stark genug gewesen bist, mehr oder weniger selbst aus dem Loch zu kommen, was bei seelisch gesunden Menschen normal ist. Jemand, der zur Depression neigt, hat diese Stärke meist nicht und bleibt im Loch (der Trauer, Wut, Enttäuschung, Angst, Minderwertigkeitsgefühlen etc.) hängen.
Jemand, der körperlich fit ist, überwindet somatische Krankheiten ja bekanntlich auch eher, als jemand, der körperlich labil ist…ähnlich ist es mit emotionalen Krisen.

Manchmal macht vielleicht die
Diagnose Depression die Überwindung von Trauer und
Verzweiflung erst unmöglich,

Ich glaube, das siehst Du zu negativ. Die Diagnose Depression ist kein Damokles Schwert. Die Gesellschaft macht höchstens eines daraus. Depressionen sind gut behandelbar. Der erste Weg der Heilung ist wie beim 12-Punkte-Programm der Selbsthilfegruppen eben häufig die Kapitulation, d.h., sich einzugestehen, daß man Depressionen hat. Es hat in vielen Fällen einen beruhigenden Effekt, weil einem klar wird, daß man zwar momentan (von den Depressionen) fremdgesteuert ist aber im „normalen“ seelischen Zustand den ganzen Schlamassel nicht durchlebt. Für viele Menschen ist die Annahme, so zu SEIN (also daß die Symptome der Depression quasi ein Charakerbestandteil sind) unerträglich und produziert weitere depressive Gefühle.

Den hab ich damals nach der Kündigung als erstes aufgesucht.
Natürlich hab ich versucht, auch eine Therapie zu machen, aber
das ist heutzutage als Ottonormalversicherter ohne
Privatvermögen nicht ganz einfach. Zeitnah ist es relativ
unmöglich.

O.K., das war mir nicht bekannt. Habe aber von sozialversicherten Leuten gehört, daß diese ohne vorherige ambulante Therapie eine stationäre Therapie in einer psychosomatischen Klinik bezahlt bekommen haben. Warum hast Du nicht mal sowas versucht? Solche Kliniken verkürzen ambulante Therapien um einiges und man hätte vielleicht viel eher als Du nach zwei Jahren festgestellt, daß Du ggf. keine Depressionen bzw. ausreichend Selbstheilungskräfte hast.

Interessant, dass er mir
nach seiner Aussage niemals Antidepressiva verschrieben hätte,
sondern mir bei seelischen Problemen Gesprächszeit anbietet.
Insofern ist der erste Gang zum Hausarzt wohl immer nicht
grundverkehrt…

Fürs erste wohl der beste Schritt, um etwas weiter zu kommen aber ich bezweifle, daß ein Hausarzt genügend Kenntnisse im psychoanalytischem geschweige denn im psychotherapeutischen Bereich hat, um jemandem wirklich wieder auf die Bahn zu bringen. Ich finde es höchst bedenklich, daß Hausärzte ohne Zusatzausbildung Antidepressiva verschreiben.

Mir wurden Antidepressiva
verschrieben. Leider ist trotz langfristiger Einnahme, auch
mit Medikamentenwechsel nichts passiert,

Was sollte denn Deiner Meinung nach passieren?

Es ist sicherlich
einfacher und kostengünstiger, dies mit der Verschreibung von
Antidepressiva zu behandeln.

Für mich immernoch unglaublich, wie lachs offenbar manche Ärtze mit Psychopharmaka umgehen.

dann wird mit Valium und

Antidepressiva bekämpft, was eigentlich mit Aufmerksamkeit und
Zeit und tätlicher Hilfe besser in den Griff zu bekommen wäre.

Ja, aber sicher nicht vom Hausarzt (ohne Zusatzausbildung).

Dort bat ich
damals um begleitende Hilfe bei Gesprächen mit Bank, um meine
Mietzahlung, Strom und Heizung und so regeln zu können. Statt
dessen eben Valium.

Ein Trauerspiel.

Wie geschrieben, medizinisch gesehen kann das gut sein. Jetzt
kann es aber rein menschlich auch sein, dass Heike dies liest
und sich denkt, dass sie eben nun eine Depression hat. Da kann
sie ja erst mal selber gar nix machen, weil sie ja depressiv
ist. Das kann genauso lähmen.

Da kann ich nur sagen…lähmen tut man sich nur selbst, nicht die Depression. Wie gesagt, die Depression ist keine fatale Diagnose. Auch da kommt man raus.

Das richtige Antidepressivum kann das!

Hm, davon bin ich irgendwie immer noch nicht überzeugt.

Wenn Du Menschen mit Angst- und Panikattacken begegnet wärst, hättest Du die Erfahrung mit der positiven Wirkung der Medikamente auf Ängste schon gemacht. Ohne die Medikamente wären viele Patienten nicht mehr handlungsfähig und noch viel schlimmer, nicht therapiefähig.

Ich wünschte, unsere westliche Gesellschaft wäre psychischen Problemen aufgeschlossener, dann würde man u.a. die ganzen (Ketten)Raucher und Alkoholiker nicht erst in ihre Sucht laufen lassen sondern frühzeitig behandeln können. So bezahlen die Kassen ohne Mucken die Folgekosten von Nikotin- und Alkoholsucht, eine Psychotherapie wird aber nur in Ausnahmefällen und mit großem Papierkram erstattet. Ein Riesenmanko in unserer Gesellschaft.

Gruß an die Waterkant,
Raúl

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Ich hab wirklich ein grosses Problem mit denen, die meinen,
dass man
jede Krankheit, nur weil sie psychischer Art ist, mit ein
bisschen
‚nett zureden‘ wegbekommt. Eine Depression ist eine Krankheit,
bei
der die Chemie im Hirn verändert ist - das kriegt man nicht
mit
Gesprächen wieder ins Lot!

Auch das ist zu pauschal. Menschen mit leichten Depressionen kommen evtl. mit Gesprächstherapie aus, Menschen mit mittelschweren Depressionen brauchen vielleicht eine Verhaltenstherapie aber auf keinen Fall braucht jeder, der Depressionen hat, Antidepressiva…und heilen tun die schon mal gar nicht.

Saludos,
Raúl

Ich hab wirklich ein grosses Problem mit denen, die meinen,
dass man
jede Krankheit, nur weil sie psychischer Art ist, mit ein
bisschen
‚nett zureden‘ wegbekommt. Eine Depression ist eine Krankheit,
bei
der die Chemie im Hirn verändert ist - das kriegt man nicht
mit
Gesprächen wieder ins Lot!

Mittlerweile wissen wir, dass der Hirnstoffwechsel durch Psychotherapie verändert werden kann.

vg
sam

Also, wie geschrieben, toll, dass es Antidepressiva gibt. Aber
sie haben eben den einen Haken: Weil es sie gibt, gibt es
immer mehr die Tendenz einen Menschen, der ein ganz konkretes
Problem hat, chemikalisch einzupendeln, anstatt dass er
wirklich Hilfe erfährt.

Nun ja, das ist eigentlich eine falsche Schlussfolgerung:
Man kann nicht chemikalisch einpendelt, was nicht chemikalisch
‚entgleist‘ ist.

Das hab ich ja auch geschrieben. Wenn da chemisch kein Ungleichgewicht ist, dann sind Antidepressiva keine gute Hilfe.

Ich bin, was Depression angeht, erblich vorbelastet. Auch
meine
Tante, die beruflich SEHR erfolgreich ist und war, wäre ohne
Anti-D
nur ein Häufchen Elend. Was nicht heisst, dass sie nicht
absolute
Unterstützung von psychologischer Seite hat, was Therapie/
Gespächsmöglichkeiten betrifft.

Die einzigen, die Fehler machen, sind die, die jemanden mit
Antidepressiva ‚mal schnell abfertigen‘, ohne ZUSÄTZLICH auf
andere
Weise (zB Therapie) dafür zu sorgen, dass Ursachen geklärt
werden,
und somit die Wahrscheinlichkeit weiterer Depressionen
verringert
wird.

Ich bin da nicht sicher. Nach wie vor weiß ich nicht, wie die Diagnose „Depression“ fundiert werden kann. Darum weiß ich nicht, ob da nicht eben doch auch oft eine Fehlerquelle liegt, dass zu schnell Depression „verordnet“ wird, wo es doch eher ein „herkömmlicher“ Kummer ist. Ansonsten sehe ich das genauso wie Du.

Ich hab wirklich ein grosses Problem mit denen, die meinen,
dass man
jede Krankheit, nur weil sie psychischer Art ist, mit ein
bisschen
‚nett zureden‘ wegbekommt. Eine Depression ist eine Krankheit,
bei
der die Chemie im Hirn verändert ist - das kriegt man nicht
mit
Gesprächen wieder ins Lot!

Das sehe ich genauso, eben darum find ich es wichtig, dass man genau prüft, ob Chemie angesagt ist oder nicht.

Deshalb sollte sich jemand mit Symptomen wie Heike unbedingt
an einen
Facharzt (Psychologe, Neurologe/Psychater) wenden - keiner von
uns
will hier definitiv die Ferndiagnose ‚Depression‘ stellen - es
sollte
auber AUF ALLE FÄLLE von einem Facharzt abgeklärt, und bei
Bedarf
medikamentös behandelt werden!

Das seh ich auch so :smile:

Deine persönlichen Erfahrungen in allen Ehren - meines sind ja
auch
persönliche Erfahrungen, wenn auch andere. Aber man kann nicht
alle
Menschen, alle Symptome, und alle Heilungsmethoden über einen
Kamm
scheren!

Ich glaub, wir gehen gar nicht so sehr auseinander, denn genau das wollte ich mit meinem Posting eigentlich sagen, man kann nicht alles über einen Kamm scheren, und man sollte genau hinkucken, bevor man denn schert. Ich kenne depressiv erkrankte Menschen, für die sind Antidepressiva ein großer Segen. Die sind vor Jahren - als die Gabe von Antidepressiva noch eher verpönt war - von Pontius zu Pilatus gelaufen und sollten über ihre Probleme reden. Aber sie konnten ja gar nicht reden und lösen, weil sie depressiv waren.

Dann aber gibt es Menschen - so wie mich - die nicht depressiv sind oder waren und die einfach ein wenig oder auch ein wenig mehr Hilfe bei der Lösung von fast unlösbaren Problemen brauchen. Und denen ist eben nicht geholfen, wenn sie als depressiv eingestuft werden.

gruss, isabel

Dir auch einen Gruß
Rosa :smile: