Sind diese Vermutungen möglich?

Das zweite Schlachtfeld der Varusschlacht!

Ich vermute, das es noch ein zweites Schlachtfeld gibt, aus der Zeit der Varusschlacht. Ich vermute es im Gebiet um die Herlingsburg am Emmerstausee. Die Herlingsburg ist die größte Ringanlage in Ostwestfalen. Sie ist eine Schutzburg aus der Zeit von Arminius. Meiner Meinung nach zu der Zeit uneinnehmbar. Die Burg, die heute mit Bäumen bewachsen ist, soll damals nur mit Dornengestrüpp bewachsen gewesen sein. Die Hänge rund um die Burg sind sehr steil. Auf der Burg war ein sehr tiefer Brunnen. Im Tal, mooriger Boden, Fließsand und Büsche. Beidseits der Emmer entlang führen zwei uralte Hohlwege (möglicherweise Heeresstraßen). An dem Hohlweg auf der rechten Seite der Emmer (von Schieder aus gesehen) sind der Reihe nach kleine Hügel (möglicherweise Hühnengräber). Ich glaube Waffen, Rüstungen oder ähnliche Dinge wie Geschirre von Versorgungzügen oder Streitwagen kann man wenn nur mit dem Bodenradarsystem GPR feststellen. Da im Tal Fließsand war und noch ist liegt wahrscheinlich alles auf dem felsigen Untergrund.

Ich bin mir sicher, das etwas um die Herlingsburg zu finden ist. Ich persönlich kann mir ihr Bodenradarsystem nicht leisten, es wäre rein etwas für einen Verein. Dann geht es allerdings auch um eine Genehmigung, das dort gesucht werden darf. In den Erdschichten sind meiner Meinung nach mindestens zwei Schlachten begraben. Im 8. Jahrhundert soll Karl der Große im Emmertal eine Schlacht gegen den Sachsenkönig geführt haben, der sich auf der Herlingsburg verschanzt haben soll. Angeblich hat Karl der Große ihn dort oben ausgehungert. Demnach war die Burg auch im 8. Jahrhundert noch strategisch wichtig. Es gibt eine Sage, das sich Varus im Hermannstal, direkt hinter der Herlingsburg nach der verlorenen Schlacht in sein Schwert gestürzt haben soll. Außerdem gibt es eine Sage, daß, das goldene Kalb nach der Schlacht im Brunnen der Herlingsburg versenkt worden sein soll. Heute ist die Trinkwasserleitung von Lügde an die starke Quelle vom ehemaligen Brunnen der Herlingsburg angeschlossen. Wenn man auf der Herlingsburg steht, sind es etwa 20 Meter bis zur Quelle. Wenn dieses Kalb da tatsächlich drin liegt, könnte man das auch nur mit dem Bodenradarsystem GPR feststellen.

Ich bin schon etwas älter als die Schüler dieses Forums, da ich bis jetzt kein anderes Geschichtsforum gefunden habe, habe ich meine Ideen mal hier eingetragen. Geschichte ist nur ein kleines Hobby von mir. Ich glaube für berufliche Archäologen sind meine kleinen Vermutungen nicht so interessant. Wer das als Hobby betreibt, kann Experten nichts erzählen. Ich hatte die Texte an eine Firma geschickt für Bodenradargeräte, sie sollten mir einen Verein nennen, bis jetzt noch keine Antwort!

Grüße, Jens Große-Brauckmann

Verweis 1:

/t/roemische-militaerlogistik/611399

Was für Kalkriese spricht:

Bis zu den Funden von Kalkriese war man allein auf die wenigen, meist tendenziell gefärbten Berichte der antiken Autoren angewiesen. Velleius, der Zeitgenosse, sagt nichts über den Ort der Schlacht. Aber Tacitus berichtet zum Jahre 15 n. Chr. also 6 Jahre nach der Schlacht, daß der Sohn des Drusus, Germanicus, den Ort aufgesucht und die Leichen bestattet habe: Der Text (Annales 1, 60) lautet folgendermaßen:

„Germanicus schickte Caecina mit 40 Kohorten durch das Gebiet der Brukterer an die Ems, während die Reiterei unter dem befehl des Pedo durch das Gebiet der Friesen zog. Er selbst fuhr mit vier Legionen, die er suf Schiffe verladen hatte, über die Seen. Fußvolk, Reiterei und Flotte trafen gleichzeit an der Ems ein. Die Brukterer schlug Stertinius, den Germanicus mit einer leichte Abteilung abgeschickt hatte. Während des Mordens und Plünderns fand er den Adler der 19. Legion, der unter Varus verlorengegangen war. Dann führte er sein Heer weiter bis zu den äußersten Brukterer und das ganze Gebiet zwischen Ems und Lippe, nicht weit vom Teutoburger Wald, in dem, wie es hieß, die Überreste des Varus und seiner Legionen unbegraben lagen, wurde verwüstet.“ (Übersetzung nach W. Sontheimer, Tacitus, Annalen I-IV, Stuttgart 1964, 66f.)

An dem Text lassen sich kurz die Probleme zeigen, die mit der Lokalisierung nicht nur dieses Zuges des Germanicus, sondern eben auch der Bestimmung des Ortes der Varus-Schlachtverbunden sind:

  1. Von wo brach Caecina mit dem Fußvolk auf? Wahrscheinlich von Xanten.

  2. Wie marschierte er? Wahrscheinlich die Lippe aufwärts, dann nach Norden.

  3. Auf welcher Linie zog Pedo mit der Reiterei durch das Gebiet der Friesen? Direkt an der Küste entlang oder weiter im Landesinnern?

  4. Wie weit war die Ems schiffbar? Wo trafen die Heeresabteilungen an der Ems zusammen? Südlicher in der Gegend von Rheine oder weiter nördlicher?

  5. Wie zog das verbündete Heer weiter? Doch wohl schwerlich nach Süden Richtung Paderborn, sondern, weil man zu den Cheruskern wollte, eher zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge oder am Nordrand des Wiehengebirges.

  6. Wie weit von einer der möglichen Routen lag das Schlachtfeld ab? Tacitus sagt „nicht weit" (haud procul). Nun behaupten einige Philologen, damit könnten höchstens 6 - 8 km gemeint sein. Aber im folgenden Kapitel schildert Tacitus, welche Pionierarbeiten nötig waren, um von der Marschroute aus an den Ort der Schlacht zu kommen. Er schreibt: „Caecina wurde vorausgeschickt, um die entlegenen Waldgebiete zu durchforschen und über das sumpfige Gelände und den trügerischen Moorboden Brücken und Dämme zu führen" (Übersetzung nach W. Sontheimer). Das klingt nicht so, als hätte man nur eine Strecke von 6-8 km zu bewältigen. Aber eines ist deutlich: Das ganze Geschehen kann sich durchaus in der Nähe des Fundortes Kalkriese abgespielt haben, sowohl die Varusschlacht selbst wie auch der Zug des Germanicus. Nehmen wir an, Germanicus zog zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge nach Osten. Er kommt in die Gegend von Osnabrück. Er erfährt: Nicht weit ist der Ort der Varus-Schlacht. Er läßt den Weg Richtung Kalkriese von Pioniereinheiten erkunden und gangbar machen und findet den Ort der Schlacht. So könnte es gewesen sein. Das heißt aber: Der Text des Tacitus bestätigt nicht ausdrücklich die archäologische Entdeckung, aber er widerspricht ihr auch nicht, und damit ist die Beweislast wieder bei der Archäologie. Und die hat v.a. zwei Trümpfe:

  7. Die Funde am Fuß des Kalkrieser Berges in Gestalt von Waffen- und Rüstungsteilen sowie anderen für eine Truppe wichtigen Gegenständen und v.a. zahlreiche Münzen weisen auf eine militärische Auseinandersetzung zwischen Römern und Germanen hin, die sich über eine längere Strecke hingezogen hat und die für die Römer mit erheblichen Verlusten verbunden gewesen sein muß. Davon spricht auch Cassius Dio, der von mehrtägigen Kämpfen während des Zuges des Varus berichtet (56, 21).

  8. Die dort gefundenen Münzen reichen nicht über das Jahr 9 n. Chr. hinaus und eben das ist das Jahr der Schlacht.

Genug von den alten Römern für heute!
Verweis auch auf das Militärhistorik Brett :wink:

Auch für dieses Brett ein netter Link mit einem teilweise nicht ganz einfachen Quiz

http://www.roemercohorte.de/deutsch/quiz2.htm

Ich

glaube Waffen, Rüstungen oder ähnliche Dinge wie Geschirre von
Versorgungzügen oder Streitwagen kann man wenn nur mit dem
Bodenradarsystem GPR feststellen. Da im Tal Fließsand war und
noch ist liegt wahrscheinlich alles auf dem felsigen
Untergrund.

Hallo !

Und dieser Satz macht Deine Vemutung zur Vermutung.
Du glaubst, man könnte Beweise finden. In Kalkriese hat man gefunden !
Waffen, Esel und vor allem Münzen aus genau der Zeit.

Aber, schon andere haben sich geirrt, und andere haben schon vor mehr als hundert Jahren auf Kalkriese getippt, wie der alte Mommsen.

gruß Max