Sind w-w-w-lerInnen 'normal'?

Hallole,

ich hab, seit ich meine Umwelt mit den w-w-w-lerInnen vergleiche, den Eindruck, dass die w-w-w-lerInnen nicht „normal“ (im positiven Sinn) sind.
Wie seht ihr das, wenn ihr euch mit anderen eures Geschlechts in eurem näheren Umfeld vergleicht? Und an welchen Eigenarten merkt ihr das?

Über w-w-w und die User sagte mal eine Verwandte zu mir:
„Ich find ja schon toll, dass ihr euch so engagiert. Aber müßt ihr immer so ehrlich und teils direkt sein, wenn ihr antwortet? Ihr schreibt ja nicht unbedingt das, was die anderen lesen wollen. Kannst du dir nicht vorstellen, dass du dir, mit deinen Aussagen, auch Feinde schaffst? Das ist doch nicht normal, dass man es wagt, sich so in die Nesseln zu setzen. Meine Sache wäre das nicht und ich kenne kaum jemand, der das tun würde.“

*grübelnd*

Daggi

Hallo Daggi,

ich hab, seit ich meine Umwelt mit den w-w-w-lerInnen
vergleiche, den Eindruck, dass die w-w-w-lerInnen nicht
„normal“ (im positiven Sinn) sind.
Wie seht ihr das, wenn ihr euch mit anderen eures Geschlechts
in eurem näheren Umfeld vergleicht? Und an welchen Eigenarten
merkt ihr das?

Über w-w-w und die User sagte mal eine Verwandte zu mir:
„Ich find ja schon toll, dass ihr euch so engagiert. Aber müßt
ihr immer so ehrlich und teils direkt sein, wenn ihr
antwortet? Ihr schreibt ja nicht unbedingt das, was die
anderen lesen wollen. Kannst du dir nicht vorstellen, dass du
dir, mit deinen Aussagen, auch Feinde schaffst? Das ist doch
nicht normal, dass man es wagt, sich so in die Nesseln zu
setzen. Meine Sache wäre das nicht und ich kenne kaum jemand,
der das tun würde.“

ich fürchte, es ist ein allgemeines Zeitphänomen, dass „man“ lieber seiner Umwelt nach dem Mund redet, als seine Meinung offen zu sagen.

Woran das liegt? Ich weiss es nicht genau. Ich kann nur eine Vermutung anstellen. IMHO hat die Gesellschaft vergessen, ihren Mitgliedern ausreichend Frusttoleranz beizubringen.

Ich will das mal an einem allgemein gehaltenen Beispiel aus meiner Berufspraxis als Bibliothekarin festmachen: ich erlebe ständig, dass Studenten Bücher nicht finden, weil sie sich nicht die Mühe machen wollen, herauszufinden, wie das Suchsystem des Katalogs funktioniert.

Nun könnte man mich ja ganz einfach fragen. Ich biete das auch an, wenn ich merke, sie kommen nicht klar. Aber viele wehren dann ab. Sie müssten sich nämlich darauf einlassen, dass ich etwas besser weiss, als sie. Das heißt, sie müssten ertragen, dass ich sie „belehre“.

Genau in dieser Situation sind wir in w-w-w. Wer hier im Forum
Fragen beantwortet, outet sich damit sofort als „Besserwisser“. Du und ich empfinden das nicht als etwas Besonderes. Ich weiß vielleicht eine Menge, aber ich weiß umgekehrt genau so gut, dass ich von unendlich vielen Dingen absolut keine Ahnung habe.

Wenn man sich nun mit Menschen austauscht, denen es ähnlich geht (und die noch dazu wie immer im Netz völlig anonym agieren können), wird man zwangsläufig ehrlich. Du musst Dich durch die Unverbindlichkeit des Kontakts nicht vor irgendwelchen Folgen Deiner Unverblümtheit schützen.

Dazu kommt, dass „unsereins“ sein Gegenüber im Forum weder sieht, noch hört. Wir haben nicht die Möglichkeit aus verrutschten Gesichtszügen oder der „Patzigkeit“ in der Stimme herauszulesen, dass wir dem Ursprungsposter mit unserer Antwort auf den Schlips getreten sind.

viele Grüße
Angelika

Hi Angelika,

ohne etwas „besser wissen“ zu wollen, möchte ich Dir meine Erfahrung kurz schildern.

Dazu kommt, dass „unsereins“ sein Gegenüber im Forum weder
sieht, noch hört. Wir haben nicht die Möglichkeit aus
verrutschten Gesichtszügen oder der „Patzigkeit“ in der Stimme
herauszulesen, dass wir dem Ursprungsposter mit unserer
Antwort auf den Schlips getreten sind.

Dem kann ich so nicht zustimmen. Den Lesern, denen ich antworte, die SEHE und die HÖRE ich und ich merke sehr deutlich, wenn ich jemanden verärgert habe und darüber hinaus kann ich nachfühlen, wie es ihm damit geht. Ich SPÜRE auch, wenn es jemandem sehr gut mit einer Antwort geht. Ich habe ein ganz deutliches Bild von einem Menschen vor mir.
Es fällt mir nicht leichter, als im ganz alltäglichen Leben auch. Meine Eindrücke sehr deutlich und direkt zu schreiben, oder zu sagen macht weder hier im Forum, noch im täglichen Leben für mich einen Unterschied.

Ich sehe die Gesichtszüge und ich höre die Patzigkeit in der Stimme.

Noch etwas, ich könnte wetten: Die Leute, die sich hier ANONYM geben, die tun dies in der Regel auch in Reality- sag ich mal einfach so!

Die Leute die hier im Psychologie-Forum „sachlich“ antworten und diejenigen die hier „mitfühlend“ antworten- oder wenn Du willst: diejenigen die DIREKT und die, die eher INDIREKT sind- die sind es auch sonst in ihrem Leben.
Woher ich das weiß? Ich behaupte das einfach- es gibt aber sicherlich auch eine Erklärung dafür- vielleicht weiß es ein Experte?

Gruß

Frank

1 „Gefällt mir“

Also ich finde dich herrlich normal!!!
Hallo Daggi,

hier gilt es doch erst einmal zu definieren, was „normal“ ist. Das vorherrschende Verhalten (Mainstream) von Personen in einer Menge (sich verstecken, abtasten, unehrlich sein etc.), oder frank und frei und unverstellt seine Meinung zu sagen. Man kann das zweite doch auch machen, ohne gleichzeitig beleidigend oder belehrend (von oben herab) zu sein.

Das Hauptproblem bei zwischenmenschlichen Beziehungen ist doch die oft fehlenden Offenheit und Ehrlichkeit im Umgang miteinander, dass man sich nicht offen und ehrlich ausspricht. Weil Offenheit und Ehrlichkeit auch bedeuten kann, dass man sich selber angreifbar und verletzbar macht. Das ist doch genau das, vor dem deine Bekannte zurückschreckt. Dafür kann man sie eigentlich nur eher bedauern als beglückwünschen.

Nun ist es ja nicht so, dass in w-w-w ausschließlich Gutmenschen unterwegs sind. Aber man lernt doch recht schnell, welche USER man nicht weiter beachtet, weil sie nur Unfug verzapfen oder nur ein Medium zum anonymen (=straffreien) Pöbeln suchen. Aber wegen denen würde ich doch nicht auf dich und deine ehrliche Meinung verzichten wollen! Das ist es doch, was ich in w-w-w suche: ehrliche Meinungen. Und ich finde nun mal ehrliche Meinungen „normal“.

q.e.d.

Gruß
Michael

Hallo Michael,

Und ich finde nun
mal ehrliche Meinungen „normal“.

q.e.d.

Das ist es ja gerade…wir finden das normal…aber in der Realitiät nennt man Wahrheitsliebe auch öfter je nach Situation auch Taktlosigkeit…
In der Vergangenheit mußte ich mir auch immer anhören, ich solle doch nicht immer so knochenehrlich sein…tja aber soll ich jemandem nach dem Schnabel reden, wenn ich nach meiner Meinung gefragt werde und vielleicht sogar lügen? Nee, das mach ich ganz sicher nicht.

Zum Vergleich sag ich dann immer:
„Wenn Dir jemand etwas kocht…und es schmeckt Dir überhaupt nicht, was sagst Du dann, wenn Du gefragt wirst,obs Dir geschmeckt hat?“ Oft lautet die Antwort dennoch „Es hat gut geschmeckt“.
„Wenn Du jetzt aber häufiger Kontakt dorthin hast, kann es passieren, daß Du genau das Gleiche wieder vorgesetzt bekommst…und es schmeckt immer noch nicht, aber Du bleibst bei Deiner Lüge“
Ich sage einfach „Nein, mir hats nicht geschmeckt, weil…“ und mein Gegenüber weiß, was Sache ist und setzt mir nicht im guten Glauben und mit viel Mühe zubereitetes Essen vor, das ich nicht würdige.
Gleiches gilt für Geschenke und andere Lebenssituationen in denen Ehrlichkeit wichtiger ist…

Mit ein wenig Diplomatie dabei, gestaltet es sich bestimmt etwas einfacher, aber dazu gehört auch Geduld :wink:
Diese wahrheitsliebende unverblümte Einstellung schafft in der Tat schnell Feinde, wie Daggis Freundin gemutmaßt hat, wenn man das diplomatische Fingerspitzengefühl nicht hat.

Grüße
Maja

1 „Gefällt mir“

doch, schon.
Hi Daggi,

ich glaube, w-w-w ist eine Community, die besser geführt und verwaltet wird als viele andere Internet-Communities.
Trotzdem gibt es auch hier genau so viele Querulanten, Drückeberger, Ja-Sager und Streitsucher wie überall im Internet und im echten Leben.

Das Internet ist und bleibt ein Spiegel der wirklichen Welt. Es gibt etliche Idioten und eine Menge feiner Kerle. Die Idioten kann man ignorieren, sich über sie aufregen oder sich mit ihnen anlegen. Und all das geschieht hier auch, immer wieder.

Insofern finde ich schon, daß der Schnitt der w-w-wler das „normale“ Internetleben recht gut repräsentiert.
Ist ja auch gut so. :smile:

Liebe Grüße,
Nike

Hallole,

hi daggi :smile:

ich hab, seit ich meine Umwelt mit den w-w-w-lerInnen
vergleiche, den Eindruck, dass die w-w-w-lerInnen nicht
„normal“ (im positiven Sinn) sind.

den eindruck habe ich auch.

Wie seht ihr das, wenn ihr euch mit anderen eures Geschlechts
in eurem näheren Umfeld vergleicht? Und an welchen Eigenarten
merkt ihr das?

nun, ich bezeichne mich als „normal“, aber auch nur, weil ich nahe an meiner eigenen mitte. viele meiner „realen“ geschlechtsgenossinnen sind das, meiner meinung nach, nicht. deshalb werde ICH oft als „nicht normal“ (ich würde eher sagen „durchgeknallt“) bezeichnet.
ist es abnormal, wenn man sich angewöhnt hat, seine meinung zu vertreten und nicht hinterm berg zu halten, wenn der schuh drückt? oder anders: wer ist so kompetent, um mir die schablone einer „normalen“ aufzudrücken?
ich jedenfalls fühle mich so, wie ich bin, gaaaaaanz normal - wenn das auch für andere nicht so aussehen mag!
ist schon klar, daß man mit dieser art immer wieder aneckt und lernen muß, damit umzugehen, wobei ich mir dann immer die frage stelle: sollte nicht der andere lernen damit umzugehen?
ich bin froh, keiner gängigen norm zu entsprechen und das in allen lebenslagen.

have a nice weekend
claudia

ich jedenfalls nicht …
Hallo Daggi,

… aber wer will schon „normal“ sein??? Die „Normalen“ sind die, die als Erste und mit einem „Igitt“ auf den Lippen mit dem Finger auf diejenigen zeigen, die einfach nur anders sind als sie selbst. Nein, ich stehe zu meiner eigenen Norm. Da weiß ich wenigstens, woran ich bin.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Liebe Dagmar,

„normal“ ???
Pfuibahbahgittchen - in Leben nich´.

Ich will gar nicht „normal“ sein, jedenfalls nicht so wie´s meist verstanden wird. Nämlich als unauffällig, in der Masse verschwindend.

Na und wenn ich mir Feinde mache mache ich mir doch auch Freunde.
Wenn ich keine neuen Feinde mehr habe bin ich tot.

Gruß
Bernd

*fg*
Hi Bernd,

kennste auch den Spruch:
„Gott, schütze mich vor meinen Freunden. Mit meinen Feinden werde ich selber fertig.“

Gruß *wink* Daggi

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Hallole,

ich hab, seit ich meine Umwelt mit den w-w-w-lerInnen
vergleiche, den Eindruck, dass die w-w-w-lerInnen nicht
„normal“ (im positiven Sinn) sind.

Was unterstellst du mir denn hier? Ich bin der absolut normalste Mensch asuf der ganzen Welt. Normaler gehts schon garnicht.

Wie seht ihr das, wenn ihr euch mit anderen eures Geschlechts
in eurem näheren Umfeld vergleicht? Und an welchen Eigenarten
merkt ihr das?

Da gibts keinen Unterschied.
Gerade die Fülle an Informationen im Netz trägt dazu bei, dass die Menschen ihr durch die Gesellschaft entäussertes Bewusstsein zurückgewinnen und aufgrund der Anonymität wohl weniger Angst im Umgang miteinander haben. Die Inhalte der Informationen sind immer besser werdend, weil man auch im Stil der Unterhaltung den Umgang miteinander lernt. Populäre ausgedrückte Fachinformationen bringen bessere Einsichten, als es die ideologisch strukturierte Mainstreampresse vermag. Es ist einfach menschlicher.

Gruß
Frank

Auf dem Teppich bleiben

Aber müßt
ihr immer so ehrlich und teils direkt sein, wenn ihr
antwortet? Ihr schreibt ja nicht unbedingt das, was die
anderen lesen wollen. Kannst du dir nicht vorstellen, dass du
dir, mit deinen Aussagen, auch Feinde schaffst? Das ist doch
nicht normal, dass man es wagt, sich so in die Nesseln zu
setzen.

Hallo liebe www - ler,
Also jetzt riskier ich auch mal, mich in die Nesseln zu setzen:

Es ist ja traurig, dass jemand die von Daggi beschriebene Einstellung hat.
Aber dass wir (www-ler) uns jetzt deswegen den geistigen Bundesverdienstorden verleihen, für unseren Mut und unsere Zivilcourage!!! , finde ich reichlich übertrieben.

Ich finde es auch kaum mutig, hier im Forum seine Meinung zu sagen - geschützt hinterm PC, trotz Namen relativ anonym.

Ich glaube sogar, dass viele Teilnehmer hier Dinge sagen, die sie in einem Gespräch von Mensch zu Mensch nicht zu sagen wagen würden - dass Mensch sich in solchen Foren also manchmal eher feige verhält.

Also wollen wir mal auf dem Teppich bleiben mit unserem Eigenlob, woll :wink:

Martina

Hallöchen,

es gibt da noch einen Unterschied zum Real-Life:

„Ich find ja schon toll, dass ihr euch so engagiert. Aber müßt
ihr immer so ehrlich und teils direkt sein, wenn ihr
antwortet?..“

Im „echten Leben“ stellt kaum jemand Fragen, deshalb gibt es da kaum Antworten …

Ihr schreibt ja nicht unbedingt das, was die
anderen lesen wollen. Kannst du dir nicht vorstellen, dass du
dir, mit deinen Aussagen, auch Feinde schaffst? Das ist doch
nicht normal, dass man es wagt, sich so in die Nesseln zu
setzen. Meine Sache wäre das nicht und ich kenne kaum jemand,
der das tun würde."

Es ist schon ein Unterschied, ob man gefragt oder ungefragt seinen Senf zu einem Thema dazugibt. Im Forum wird gefragt, von daher ist es relativ einfach seine Meinung zu sagen. Im Alltag ist das eher nicht der Fall, da hier sehr wenige Fragen gestellt werden. Ausserdem begegnet man den Leuten im Alltag regelmässig wieder, was die Hemmschwelle zu unbedachten Auseinandersetzungen weiter anheben dürfte. So gross ist das Wagnis, sich bei w-w-w in die Nesseln zu setzen nämlich gar nicht. Im schlimmsten Fall wird der Account gesperrt. Im Alltag ist man da dann den Job oder Partner los oder hat gar ein blaues Auge :wink:.

Von daher: Alles ganz normal.

Ciao Rossi

Hallole,

Hi Daggi !

ich hab, seit ich meine Umwelt mit den w-w-w-lerInnen
vergleiche, den Eindruck, dass die w-w-w-lerInnen nicht
„normal“ (im positiven Sinn) sind.
Wie seht ihr das, wenn ihr euch mit anderen eures Geschlechts
in eurem näheren Umfeld vergleicht? Und an welchen Eigenarten
merkt ihr das?

„Normal“ hieße ja „der Norm entsprechend“. Grusel, wer will denn das schon sein *g* ? Eins sind w-w-w-lerInnen auf jeden Fall: unglaublich kommunikativ. Und das ist schön so *lächel*.

Über w-w-w und die User sagte mal eine Verwandte zu mir:
"Ich find ja schon toll, dass ihr euch so engagiert. Aber müßt
ihr immer so ehrlich und teils direkt sein, wenn ihr
antwortet?

Gott sei Dank bekomm ich hier direkte Antworten. Weil, beschummeln könnt ich mich auch selber.

Ihr schreibt ja nicht unbedingt das, was die
anderen lesen wollen. Kannst du dir nicht vorstellen, dass du
dir, mit deinen Aussagen, auch Feinde schaffst? Das ist doch
nicht normal, dass man es wagt, sich so in die Nesseln zu
setzen. Meine Sache wäre das nicht und ich kenne kaum jemand,
der das tun würde."

Ich schätz an w-w-w-lerInnen grad die Fähigkeit, sich offen und direkt miteinander zu unterhalten. Märchen kann ich auch selber lesen und wenn ich ein posting schreib, will ich Eure Meinung wissen und nicht meine wiederholt haben. Darin liegt ja grad der Reiz, das macht w-w-w-lerInnen aus (im sehr positiven Sinn).

*grübelnd*

Daggi

brauchst nicht so zu grübeln.
Liebe Grüße
Wolkenstein

Hallo Daggi,

an der Überlegung deiner Bekannten ist etwas dran. Ich meine jetzt nicht, ob wir passionierten w-w-w-User ein bißchen spinnen, sondern die Nachfrage nach Skrupel bei Antworten, geprägt von Rücksichts- und Distanzlosigkeit, welche die meisten von uns bei einem Aug-in-Aug-Gespräch wahren würden.

Das hat Vor- und Nachteile. Anonymität ist so ähnlich wie die kindliche Naivität (Kindermund tut Wahrheit kund), es äußert sich leichter und ehrlicher. Aber diese Anonymität verhindert auch den Test, was ein Posting anrichtet. Nicht alle sind mit der Wortwahl so geschickt das schreiben zu können was gemeint wurde, oder es mangelt an Grundkenntnissen, und eine geäußerte Meinung würde mit diesem Wissen ganz anders aussehen.

Vor diesem Forum habe ich Respekt, und ich bin mir niemals sicher. Doch wenn ich mich mehr mit meinen Unzulänglichkeiten beschäftigen würde, dann müßte ich konsequenterweise die Schreiberei ganz lassen.
Außerdem denke ich, dass die meisten von uns recht stabil sind. Und es gibt hier genügend Leute, die Schlimmstes zu verhindern wissen.

mit herzlichem Gruß
Claudia

Hi Daggie,

ich hab […], den Eindruck, dass die w-w-w-lerInnen nicht
„normal“ (im positiven Sinn) sind.

es ist doch völlig unnormal, völlig normal zu sein!

Gandalf

Hoi
mal abgesehen davon, das ich so meine Probleme mit dem Begriff normal habe, ist doch wohl eher die Aussage deiner Verwandten daneben.

Wieso sollte man bei einer Unterhaltung nicht die Wahrheit sagen, wieso Rücksicht nehmen auf das was der andere hoeren will?
Das ist mir im realen leben genauso fremd wie hier.
Ich bin der meinung das man sich, selbst wenn man nicht seinen Realnamen hier, oder allgemein im Internet, benutzt trotzdem man selbst bleibt, auch wenn es Soziologen gibt die Gegenteiliges behaupten.

Wenn man hier im Internet etwas postet hat das den gleichen Stellenwert als ob man es in real gesagt haette, eher noch einen hoeheren weil es ja archiviert wird. Da nutzt es auch nichts wenn man ein Pseudonym benutzt, letzlich ist es ja egal ob ich einen Ausdruck Herrn Otto Normal aus Irgendwo zuschreibe, oder einem Anonym-01 aus Wasweissichwo.

Mangelnde Ausdruckmoeglichkeiten sind oder besser sollten auch kein Hinderungsgrund sein etwas zu posten.
Wer sich im realen leben unterhalten kann, kann auch im Internet posten, dazu bedarf es keiner besonderen Vorausetzung und die Toleranz gegenueber fehlerhafter Grammatik oder Rechtschreibung ist normalerweise sehr gross.
Wenn man nicht im Internet postet hat es am meisten mit dem Medium an sich zu tun. Das ist neu, ungewohnt und so weiter, sobald sich diese Bedenken legen sinkt auch die Hemmschwelle etwas im Internet zu posten.

cu Ado

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Hi Frank,

Gerade die Fülle an Informationen im Netz trägt dazu bei, dass
die Menschen ihr durch die Gesellschaft entäussertes
Bewusstsein zurückgewinnen und aufgrund der Anonymität wohl
weniger Angst im Umgang miteinander haben. Die Inhalte der
Informationen sind immer besser werdend, weil man auch im Stil
der Unterhaltung den Umgang miteinander lernt. Populäre
ausgedrückte Fachinformationen bringen bessere Einsichten, als
es die ideologisch strukturierte Mainstreampresse vermag. Es
ist einfach menschlicher.

kannst du mir das nochmals auf deutsch erklären?

Gruß

*zurückgrüß*

Frank

Daggi

Hallo,
„nicht-normal“ in Sinne, daß ich nur einen Bruchteil ihrer Persönlichkeit mangels Kennenlernens im RL kenne - ja. Ansonsten scheinen hier durchaus die Charaktere rumzuschwirren, wie man sie im RL auch trifft (ich halte www immer noch für eine gut gelungene AI-Simulation *g*).
Zivilcourage ist, wie ina schon gesagt hat, kaum nötig, um jmd. die virtuelle Stirn zu bieten. M.M. werden Konflikte in www auch eher mit Wattebäuschchen ausgetragen, von extremer Offenheit oder Konfliktbereitschaft kann kaum die Rede sein (könnte mit der Ösi-Kontamination zusammenhängen *g*).

Gruss
Enno

Mein/e Eindruck/Antwort, damals wie heute:
Hallo Leute,
ich hab mir eure Antworten alle (sogar mehrmals) durchgelesen und verglichen.
Ich stimme meiner Verwandten zu, wenn sie meint, wir wären nicht „normal“.
Und ich finde es gut so!!!
Danke an alle
Gruß *wink* Daggi

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