Hallo,
nachdem Deine Überlegungen hier gründlich verissen worden sind möchte ich auch mal meinen Standpunkt dazu abgeben…
Ich bin selbst alleinerziehend, meine Tochter ist 8 Monate alt und ich lebe seit 5 Monaten mit ihr allein.
Ich wußte schon als ich erfuhr, dass ich schwanger bin (eine nette Margen-Darm-Grippe hatte mir eine lückenhafte Pillen-Absortion beschert…), dass es mit dem Vater nichts werden würde. Somit entschied ich mich zu einem Zeitpunkt als ich noch hätte abtreiben können für das Kind - auf die Gefahr hin es wahrscheinlich ohne den Partner großziehen zu müssen. Von der ethischen Frage einer Abtreibung einmal abgesehen - denke ich es war die einzig richtige Entscheidung.
Wenn diese Frau die Sehnsucht und den Wunsch nach einem Kind hat, dann ist das legitim und nur menschlich.
Madonna hat sich auch ein Kind machen lassen und alle Welt hat nur kritisiert… 
Wenn sie sich - oder besser ihr euch - der umfassenden, lebenslangen Verantwortung bewußt seid und nicht aus einer jähen Laune heraus handelt, sondern aus einem tiefen inneren Bedürfnis heraus, dann sollte dieser Wunsch auch ernst genommen und verwirklicht werden.
Wenn sie eine große Familie hat wird sie das Kind auch nicht in dem Sinne allein erziehen, sondern dem Kind auch andere Bezugspersonen (Opa, Oma - Tante, Onkel?) bieten können.
Ich denke nicht, dass man ihren Kinderwunsch als Alleinerziehende so pauschal veurteilen sollte.
Wenn sie sich stark genug fühlt und auch finanziell in der Lage ist dem Kind ein gefestigtes Umfeld zu schaffen - warum dann nicht? Soll sie erst noch lange nach einem passenden Partner suchen um dann am Ende feststellen zu müssen, dass es zu spät ist für´s Kinderkriegen? Der weiteren Partnersuche steht das Kind ja nicht im Wege, so kann es durchaus sein, dass sich schließlich doch eine Familie zusammen findet - wie bei anderen Alleinerziehenden auch.
Da sie es sich aber aussuchen kann denke ich sollte sie vorher genau rausfinden, ob sie auch wirklich psychisch und physisch in der Lage ist ein Kind komplett allein zu betreuen. Das geht am besten in dem man die Kinder anderer einhütet, für eine Zeit ein Pflegekind aufnimmt oder eindrucksvoller noch eine Freundin im Wochenbett betreut - um am lebenden Beispiel zu sehen wie schwierig gerade diese Zeit ist.
Sie sollte sich bewußt machen, dass sie eine Verantwortung übernimmt, die ihr Leben andauern wird und dass sie stark genug für zwei sein muss und dass das Kind nur von ihr abhängig sein wird.
Es ist keine einfache Entscheidung, aber von Egoismus würde ich nicht sprechen - allein ein Kind zu erziehen bedeutet sich selbst radikal einzuschränken und sein Leben nahezu komplett auf das kind auszurichten, zumindest in den ersten drei Jahren…
Wenn außer Frage steht, dass sie diese Idee mit Dir erörtert, weil sie sich davon eine tiefere Bindung zu Dir erhofft, dann sei ruhig offen. Verurteile nicht vorschnell, aber prüfe auch genau…
LG Euredice