Sinnfrage, Lebensziel,

Hallo!

In jungen Jahren habe ich mich oft gewundert, dass sich angeblich Leute um die 40 die Sinnfrage stellen - und bin ganz überrascht, dass ich das jetzt selbst tue.

In einem Buch über Persönlichkeitsentwicklung wird empfohlen, dass man sich klar werden sollte darüber, was das Lebensziel ist, damit man es auch verfolgen kann.

Noch vor wenigen Jahren hatte ich gar keine Zeit, mich um derlei Gedanken zu kümmern, weil ich rund um die Uhr mit den Kindern beschäftigt war und gar keine Gelegenheit hatte, an irgendetwas anderes zu denken.

Jetzt möchte ich Euch, Laien wie Experten, fragen:
Was seht Ihr als lohnende Lebensziele? Vielleicht kann ich mich ja mit einem Eurer Vorschläge identifizieren?

Hanna,
die nicht einfach in den Tag hinein leben möchte …

Hey!

Stimmt wohl. Die Frage stelle ich mir schon länger.
Irgendjemand sagte mir mal:

Der Sinn des Lebens ist man selber!

Naja…

Lieben Gruss

Hallo,

gute Frage! Da rätle ich auch gerade. Nach dem ich nun fest Beruf stehe, verschiedene Erfahrungen gemacht habe, mich etwas kennen und schätzen gelernt habe. Nun frage ich, wie geht es weiter? War es das schon?

Ich schließe mich den Worten meines Vorredners an. Nur nur weißst den Sinn des Lebens. Deinen eigenen Sinn.

Ich persönlich bin nun auch 40 und bekomme langsam eine Vorstellung, was meine Lebensaufgabe ist. Es ist jedoch nicht ein geradliniges Ziel. Ich weiß, daß ich vertrauen kann, daß mir das Leben keine unlösbare Aufgaben stellt. Aufgaben, an denen ich wachsen kann.

Viel Glück!

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Hallo Hanna

Diese Suche nach einem Sinn im Leben ist Grundlage der Logotherapie,
die u.a. davon ausgeht, dass die Ursache vieler psychischer Leiden,
die einen Menschen treffen koennen, in einer gefuehlten Sinnlosigkeit
seines Lebens liegt.
Schau mal hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Logotherapie
und hier http://www.viktorfrankl.org/d/logotherapie.html

Ich persoenlich sehe das Leben seiner Natur nach als sinnlos an. Es
ist ein Ergebnis sinnlosen Wirkens der Naturgesetze und des Zufalls.
Trotzdem lebt es sich gluecklicher, wenn man diesen Umstand vergisst
und das Gefuehl hat, ein sinnvolles Leben zu fuehren.
Gluecklich sind die, denen nie auffaellt, dass das Leben sinnlos ist,
die sich die Sinnfrage nicht stellen. Aber so nach 40 Jahren kommt
jeder mal dahinter und bekommt einen Schreck. Diese Leere will er
auffuellen, nur kann man keinem Menschen einen Lebenssinn vorgeben.
Er selbst muss ihn finden. Es kann dies alles Moegliche sein:
Spirituell werden, sich eine neue grosse Aufgabe suchen, an der man
jahrelang zu tun hat und deren Bewaeltigung Freude bereitet, ein
Studium beginnen u.s.w. Auch hedonistisch zu leben, ist eine
Moeglichkeit, das Loch der Sinnlosigkeit zu stopfen, allerdings keine
besonders effektive.

Ansonsten schau mal in diesen Thread hier:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Wenn du fuer die Detailsuche „Lebens“ eingibst und im Philo-Brett
suchst, findest du noch mehr.

Gruss, Tychi

Hi,

also mir ging es ähnlich. Ich hatte früher nie die Zeit mir darüber Gedanken zu machen. Erst seit kurzem kam mir die Frage immer wieder mal in den Sinn. Es ist zwar wohl nicht meine abschließende Antwort aber derzeit glaube ich, dass meine Familie (Frau und Kinder) der Sinn meines Lebens sind. Das „ich liebe dich“ von meiner Frau, das „Papa du bist der beste Papa auf der ganzen Welt“ ist für mich mehr wert als ein schöner Urlaub, ein tolles Auto oder sonst etwas.

lG
Me

Moin,

suchst du tatsächlich einen Lebenssinn oder einen (in deinen Augen) sinnvollen Lebensinhalt ?

Gruß
Marion

Hallo Me!

Das habe ich auch schon erwogen, nur: Was, wenn dieser Lebensinhalt urplötzlich verlorengeht (Unfall, Krankheit, …)?
Dann stehe ich VÖLLIG haltlos und verloren da.
Es muss doch etwas Größeres geben, etwas, das tiefer geht und vor allem etwas, das sichereren Bestand hat als das familiäre Glück.

Hanna

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Hallo Hanna,

Jetzt möchte ich Euch, Laien wie Experten, fragen:
Was seht Ihr als lohnende Lebensziele? Vielleicht kann ich
mich ja mit einem Eurer Vorschläge identifizieren?

Das Dilemma von uns Avantgardisten der Weltgeschichte
ist wahrscheinlich, dass wir einerseits durch unsere
abgehobene Bildung „wissen“, dass ein Sinn im eigenen
Tun und Lassen (streng genommen) nicht existieren kann -
wir aber andererseits einen solchen Sinn als positives
Daseinsattribut beanspruchen.
Dieser Anspruch ist wahrscheinlich durch die -
langeingeübte Anpassung an das „Nichtpassen“ der grundlegenden
psychischen Bedürfnisse zur Struktur unserer Umwelt -
bedingt.

Wie dem auch sei - Sinnfrage und „Psychologie im allgemeinen“
sind wohl die „Lieblingsschwierigkeiten“ der zufriedenen
avantgardistischen Gesellschaften :wink:

Mein Senf,

CMБ

Hallo Hanna (nochmal)

Es muss doch etwas Größeres geben, etwas, das tiefer geht und
vor allem etwas, das sichereren Bestand hat als das familiäre
Glück.

Zu diesem Zwecke werden doch „Kirchen“, „Firmen“ und
„Subkulturen“ geschaffen, die einen „familiären Anspruch“
vorgeben und wie das Original die Ressourcen (Zeit und/oder
Geld) der „Familienmitglieder“ aufsaugen :wink:

Grüße

CMБ

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Hallo Hanna

Man kann diese Frage, wie Pentagon richtig geschrieben hat, aus zwei Perspektiven sehen. Nämlich aus persönlicher sowie aus universaler Sicht.

Bei einer persönlichen Sicht gibt es in jedem Fall Kompromisse, da eins allem Bemühen nach Glück entgegensteht, - das ist der Tod.

Die universale Frage nach dem Sinn des Lebens, ist auch nicht durch die Religion zu finden (diese macht insofern Kompromisse, da sie auf ein Jenseits verweist), sondern allein durch die Spiritualität. Wobei was Spiritualität ist, dieser Link helfen kann.

http://www.rolf-helmecke.privat.t-online.de/literatu…

Die Spiritualität sieht diesen scheinbaren Gegner des Lebens, den Tod, als Herausforderung an und versucht ihn zu überwinden und ein Leben zu gewinnen, daß diesem universalen Sinn (die Überwindung des Todes) entspricht.

…und es gelingt ihr :smile:

gruß´
rolf

Hallo Hanna,

ich will jetzt nichts Falsches sagen aber ich glaube in so einer Situation wäre mein Lebenssinn erst einmal dahin. Sicherlich zählt die Liebe der Verwandten und Freunde auch aber für mich lässt es sich nicht mit der der Familie vergleichen.

Tut mir leid falls ich dir nicht helfen konnte.

Liebe Grüsse
Me

Hi,

nach Jahrzehnten des Nachdenkens scheint mir die Antwort darin zu liegen:
„Der Sinn des Lebens ist es, glücklich zu sein“

Gruß
Moriarty

Hallo Hanna,
nach Deiner ViKa zu urteilen, hast Du schon eine ganze Menge Sinn in Dein Leben gebracht. Dein Argument, dass das unsicher ist, verstehe ich nicht ganz. Was soll denn jemals im Leben sicher sein?

Ich finde, dass man nicht umsonst sagt: Eine Mutter „schenkt“ ihren Kindern das Leben. Gott soll das übrigens auch getan haben.
Wenn also das Leben ein Geschenk ist, dann ist es meine Pflicht, mich an diesem Geschenk zu erfreuen und es pfleglich zu behandeln. Wenn ich dieses Geschenk dann noch so mit anderen teilen kann, dass es denen Freude macht und Nutzen bringt, dann halte ich das für sehr sinnvoll.
Lass es Dir gut gehen
Ricarda

Hallo Hanna,
die IchHatteNieZeitÜberDenSinnNachzudenken Story nehme ich dir und anderen nicht ab. Sorry.

Es ist doch eher so, daß wir uns alle an vorgelebten Lebenswegen mit positivem Image orientieren.
Deshalb ist es für die meisten glasklar, welcher Lebensabschnitt nacheinander kommt. Der Sinn war also seither immer klar und vor allem die Aufgaben waren da. Das scheint jetzt plötzlich nicht mehr so zu sein.

Also mangelt es dir nur an Kreativität dir neue Aufgaben zu stellen?
Anders gefragt, warum haben Männer Hobbies wie Modelleisenbahn, warum gehen Frauen zB. in den Töpferkurs?

Ich weigere mich, mir eine Aufgabe zu suchen, das Leben stellt mir auch so genug Aufgaben und zwar just seit dem Tag an dem ich beschloß konsequent genau das zu tun was ich will (solange ich damit niemand verletze). Seitdem ist es irre bunt, interessant, so ein wenig wie als teenager nur mit mehr Erfahrung. :smile:)

Gruß D.K.

Hallo Marion!

Ergibt sich nicht der in meinen Augen sinnvolle Lebensinhalt aus dem Lebenssinn?

Hanna

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Moin,

Ergibt sich nicht der in meinen Augen sinnvolle Lebensinhalt
aus dem Lebenssinn?

Nicht zwangsläufig. Manchmal hilft einem sogar der Gedanke, dass das Leben an sich keinen Sinn hat, um es mit Lebensinhalten zu füllen, die man selbst als sinnvoll erachtet, weil sie z.B. den eigenen Bedürfnissen entsprechen.

Gruß
Marion

Hallo Hanna,

ob Laie, Experte oder alles andere, jeder Tag, in den ich hineinlebe stellt mich vor neue Herausforderungen, stimmt mich glücklich oder traurig. Ich kann mich nicht über mein Schicksal hinwegsetzen und will es auch gar nicht.
Wirklich lebenswert halte ich aber nur ein mit Liebe erfülltes Leben. Der Begriff „Liebe“ ist aber eben einer, den man für sich selbst definieren muss. Kein Dichter hat je vermocht ihn für die Ewigkeit festzuhalten, deshalb muss man sich dabei nicht unter Erfolgsdruck setzen.
Ich denke aber, dass er in jedem Fall etwas mit Überzeugung zu tun hat. Wenn man mit ihr nämlich Liebe säht, dann kann man sie wachsen sehen.

„Liebe“ Grüsse,

Hilmar

Hallo Hanna,

ich bin auch 40 und habe 3 Kinder. Da Du ganz direkt nach einem persönlichen Lebenssinn fragst, will ich Dir auch ganz persönlich antworten.
Für mich besteht der Sinn meines Lebens darin, herauszufinden, was Gott sich für mein Leben gedacht hat. Ich bin der Überzeugung, daß er mich geschaffen, ausgedacht hat, und etwas Gutes vorhat mit meinem Leben.
So weiß ich mich in seiner Hand geborgen, egal was auch für Dinge mir passieren. Ich glaube, daß sich mein Leben nicht nur auf ein paar Jahre hier beschränkt, sondern daß es nach dem Tod weitergeht.
Natürlich sind mir meine Kinder, mein Mann, Freunde, Gesundheit, Beruf, Hobbies usw auch sehr wichtig, aber das alles kann sich ändern, Kinder gehen aus dem Haus oder wollen uU keinen Kontakt mehr, Krankheiten kommen, Arbeitslosigkeit…aber auf Gott kann ich mich absolut verlassen.

Soviel zu meinem persönlichen Lebenssinn…

viele liebe Grüße von Maren

hallo hanna,

meiner ansicht nach etwas schwer zu beschreiben was du da fragst.
eigentlich wird das wohl eher eine philosophische frage sein denke
ich. ich versuchs aber dennoch mal:

ich denke, der sinn des eigenen seins muss in sich selbst gefunden werden. - etwas oder viele dinge, die man für sich tut, sich bewusst
dessen ist, das der eigene gewinn das hauptziel ist, auch wenn es nach aussen hin zunächst nicht so erscheinen mag. viele helfen gerne anderen z.b oder ziehen ihre kinder gross und erkennen den eigenen gewinn nicht mehr oder haben daran keine freude im tieferen sinn. hier sehe ich den sinn des lebens dann nat. auch nicht spürbar für die person.

was es auch immer ist, der eigene gewinn im sinne von lebensfreude als unabhängiges von dritten sollte es wohl sein was man für sich im idealfall finden kann.

gleichwohl glaube ich dass sich dieser sinn wandeln kann. der mensch betritt ja immer wieder neue lebensphasen und der eine spürt es eher nicht, der andere eher deutlich - wie auch immer - ich glaube, in den
jeweiligen phasen macht es immer wieder sinn die sinnfrage erneut zu stellen. schliesslich wandelt sich ein mensch oder im „idealfall“ entwickelt er sich weiter - was das auch immer im einzelfall bedeuten mag.

der sinn wird am ende vielleicht das sein was man „sich selbst näher kommen“ nennen könnte oder sich immer besser kennenlernen.

in jedem falle gehts aber wohl darum selbst nicht das gefühl zu haben das eigene leben nicht gelebt zu haben sondern das anderer - fremdbe- stimmt also. bewusst leben/erleben, genussfähigkeit und eben jene lebensfreude dürften meiner ansicht nach ein ziel sein. denn findet man hier ein eigenes maß welches einen zufriedenstimmt kommt man wohl automatisch dem eigenen sinn des lebens näher.
liebe zu sich selbst und damit liebesfähigkeit anderen gegenüber dürfte ein weiterer wesentlicher faktor sein. hier zu gewichten, das eigene „ideale“ maß zu entwickeln zwischen selbstverwirklung, eigenen interesse und aufgaben wie z.b kindererziehung dürfte die eigentliche arbeit an dem „ganzen“ darstellen, sozusagen die unsichtbaren umwege.

morgen würde ichs evtl anders beschreiben/umschreiben. heute aber so.

LG
nina

Hallo,

Meine ganz persönliche Sichtweise über die Ziele des Lebens:

  • Kreativ sein und die eigenen Fähigkeiten nutzen und ausbauen

  • Damit in der grösseren und kleineren Umgebung zum Wohlbefinden, Zusammenleben und auch zum Fortschritt beitragen (nach bestem Wissen und Gewissen - die nachfolgende Generation bewertet die Errungenschaften der Vorgänger sowieso neu)

  • Das eigene Wohlbefinden dabei weder zu tief noch zu niedrig hängen

  • Offen bleiben für Neues und wissen, wann man besser selbst dazulernt, als anderen seine Erfahrungen aufzudrängen

Mit kreativ sein meine ich übrigens alles was eigenes Handeln und Nachdenken erfordert, von der Kindererziehung bis wissenschaftlichen Theorien.

Mit vielen Grüssen, Walkuerax