Skifliegen - überdachte Anlaufspur?

Hallo,
abgesehen vom Ergebnis für die deutschen fand ich das Skifliegen am Wochenende super, wenn da nicht der Schnee in der Anlaufspur gewesen wäre.
Daher meine Frage: gibt es irgendwo eine Skiflug- oder sprungschanze mit überdachter Anlaufspur bzw. gab es dazu schon Versuche?
Natürlich darf die Sicht der Springer auf „markante“ Punkte der Schanze nicht behindert werden, was aber mit einer geeigneten (Glas-)Konstruktion machbar sein sollte. Außerdem könnte man af der Seite Öffnungen einbauen um 1. die Spur bei Sonnenschein nicht zu schmelzen und 2. dem Springer das „Gefühl“ für die Luftströmung zu lassen. Für die Zuschauer könnte mach schließlich Kameras installieren (die Einrichtungen sind heutzutage oft schon vorhanden).
Was spricht also noch dagegen (außer den Kosten)?

Cu Rene

Hallo Rene

Daher meine Frage: gibt es irgendwo eine Skiflug- oder
sprungschanze mit überdachter Anlaufspur bzw. gab es dazu
schon Versuche?

Es gab mal Überlegungen in dieser Richtung, die wurden aber schnell wieder verworfen. Das Problem dabei sind nicht nur die Kosten, sondern auch das Luftverhalten. Wenn der Springer jetzt mit bis zu 100 km/h durch diesen Tunnel fährt, bildet sich vor ihm ein Luftstau, der das Abspringen ziemlich behindert.
Weiters ist es auch ein Sicherheitsproblem. Wenn ein Springer in der Anlaufspur stürzt, muß man schnell zum Springer gelangen können, ohne erst irgendwelche Abdeckungen entfernnen zu müssen.
Ein weiterer Punkt ist das Herstellen bzw. das Nachfräsen der Anlaufspur. Da muß die Spuranlage seitlich schon offen sein, dass man den dabei anfallenden Schnee auch aus der Anlaufbahn bekomme.
Es gibt jetzt schon seit längerem Überlegungen in einer anderen Richtung. Und zwar überlegt man, auch im Winter auf einer geheizten Keramikspur zu fahren. Das wurde auch schon probiert und funktionierte gar nicht so schlecht.
Nur die Springer sind damit nicht zufrieden, da bei dieser Bauweise immer eine unruhigere Anfahrt entsteht durch die einzelnen Keramikelemente. Bei jeder Schanze, die umgebaut oder renoviert wird, wird darauf geachtet, dass eine Nachrüstung mit Keramikspur leicht möglich ist.

schöne Grüße
lag

…und Weltcup-Slalom nur noch …
… in solchen Hallen wie in Neuss?

Nein, danke!

Bei Natursportarten sollten sich die Teilnehmer eben mit den Unwägbarkeiten abfinden. Wenn sie das nicht können, dann gibt es als Alternativen noch Halma, Schach und Hallenjojo.

Gruss
Poppet

Hallo,

Bei Natursportarten sollten sich die Teilnehmer eben mit den
Unwägbarkeiten abfinden.

Die haben ja (normalerweise) kein Problem damit, aber ICH, da dieser dämliche Sender der das alles (oft) überträgt dann immer stundenlang Werbung bringt :frowning:

Cu Rene

Danke,
für die sachdienlichen Infos.

Daher meine Frage: gibt es irgendwo eine Skiflug- oder
sprungschanze mit überdachter Anlaufspur bzw. gab es dazu
schon Versuche?

Es gab mal Überlegungen in dieser Richtung, die wurden aber
schnell wieder verworfen. Das Problem dabei sind nicht nur die
Kosten, sondern auch das Luftverhalten. Wenn der Springer
jetzt mit bis zu 100 km/h durch diesen Tunnel fährt, bildet
sich vor ihm ein Luftstau, der das Abspringen ziemlich
behindert.
Weiters ist es auch ein Sicherheitsproblem. Wenn ein Springer
in der Anlaufspur stürzt, muß man schnell zum Springer
gelangen können, ohne erst irgendwelche Abdeckungen entfernnen
zu müssen.

Ich hatte auch nicht vor das ganze völlig zu schließen. Ein etwas heruntergezogenes Dach würde (mir) reichen, da bei (starkem) Seitenwind ein Springen sowieso unmöglich ist.

Ein weiterer Punkt ist das Herstellen bzw. das Nachfräsen der
Anlaufspur. Da muß die Spuranlage seitlich schon offen sein,
dass man den dabei anfallenden Schnee auch aus der Anlaufbahn
bekomme.

Das ist ein Argument, aber Schnee wäre bei einer Überdachung keiner in der Spur - höchstens Eis (Kunstschnee ist für mich Eis!), das aber auch entfernt werden müßte.

Cu Rene

Hi

Ein weiterer Punkt ist das Herstellen bzw. das Nachfräsen der
Anlaufspur. Da muß die Spuranlage seitlich schon offen sein,
dass man den dabei anfallenden Schnee auch aus der Anlaufbahn
bekomme.

Das ist ein Argument, aber Schnee wäre bei einer Überdachung
keiner in der Spur - höchstens Eis (Kunstschnee ist für mich
Eis!), das aber auch entfernt werden müßte.

Nur zur weiteren Information:
Die Anlaufspur hält normalerweise ca. 200 Sprünge aus, wenn die die Unterlage aus festem Kunstschnee ist. Danach muß sie wieder nachgearbeitet werden, weil vor allem die Seitenränder bereits ausgeschlagen sind und die exakte Führung der Schier nicht mehr gewährleistet ist.
Bei Normalschnee ist das schon nach ca. 100-150 Sprüngen so weit.
Deshalb gehen alle Schanzenbetreiber dazu über, den normalen gefallenen Schnee aus der Spur zu entfernen und nur noch mit Kunstschnee zu präparieren. Damit kein normal gefallener Schnee die präparierte Spur wieder zerstören kann, wird die Spur nach jedem Springen oder Training mit einer Plane abgedeckt.
d.h. die Spur wird bei einer Veranstaltung bzw. Trainingskursen jeden Tag neu hergestellt. Es kann auch vorkommen, dass während zwei Durchgängen die Anlaufspur erneut aufgefahren wird.
Und es gibt einen Unterschied zwischen Kunstschnee und Eis. Beim Schifliegen voriges Jahr am Kulm war die Anlaufspur eigentlich blankes Eis und es war sehr schwer, in diese pickelharte Masse eine Anlaufspur zu fräsen. Dafür hat sie aber auch ca. 300 Sprünge gehalten.
Wir haben aber bemerkt, es gibt aber einen Nachteil bei einer solchen Ausführung. Wenn die Spur aus Eis mit der Folie abgedeckt ist und die Sonne darauf scheint, schmilzt der Rand der Spur und die Anlaufspur ist unbrauchbar und muß neu gefräst werden.

cu
lag

Hallo,

Ein weiterer Punkt ist das Herstellen bzw. das Nachfräsen der
Anlaufspur. Da muß die Spuranlage seitlich schon offen sein,
dass man den dabei anfallenden Schnee auch aus der Anlaufbahn
bekomme.

Das ist ein Argument, aber Schnee wäre bei einer Überdachung
keiner in der Spur - höchstens Eis (Kunstschnee ist für mich
Eis!), das aber auch entfernt werden müßte.

Nur zur weiteren Information:
Die Anlaufspur hält normalerweise ca. 200 Sprünge aus, wenn
die die Unterlage aus festem Kunstschnee ist. Danach muß sie
wieder nachgearbeitet werden, weil vor allem die Seitenränder
bereits ausgeschlagen sind und die exakte Führung der Schier
nicht mehr gewährleistet ist.
Bei Normalschnee ist das schon nach ca. 100-150 Sprüngen so
weit.
Deshalb gehen alle Schanzenbetreiber dazu über, den normalen
gefallenen Schnee aus der Spur zu entfernen und nur noch mit
Kunstschnee zu präparieren. Damit kein normal gefallener
Schnee die präparierte Spur wieder zerstören kann, wird die
Spur nach jedem Springen oder Training mit einer Plane
abgedeckt.
d.h. die Spur wird bei einer Veranstaltung bzw.
Trainingskursen jeden Tag neu hergestellt. Es kann auch
vorkommen, dass während zwei Durchgängen die Anlaufspur erneut
aufgefahren wird.
Und es gibt einen Unterschied zwischen Kunstschnee und Eis.
Beim Schifliegen voriges Jahr am Kulm war die Anlaufspur
eigentlich blankes Eis und es war sehr schwer, in diese
pickelharte Masse eine Anlaufspur zu fräsen. Dafür hat sie
aber auch ca. 300 Sprünge gehalten.
Wir haben aber bemerkt, es gibt aber einen Nachteil bei einer
solchen Ausführung. Wenn die Spur aus Eis mit der Folie
abgedeckt ist und die Sonne darauf scheint, schmilzt der Rand
der Spur und die Anlaufspur ist unbrauchbar und muß neu
gefräst werden.

Danke für die tollen Infos (gibts sowas auch zusammengefaßt im Netz) - ich dachte auf modernen Anlagen (der Kulm ist doch modern?) ist die Spur gekühlt.
An der Bobbahn am Königsee (und auch sonst auf Bobbahnen) habe ich heute (bei Schneefall) im Fernsehen eine Überdachung gesehen wie ich sie mir vorgestellt hätte.

Cu Rene

Hallo

Danke für die tollen Infos (gibts sowas auch zusammengefaßt im
Netz) - ich dachte auf modernen Anlagen (der Kulm ist doch
modern?) ist die Spur gekühlt.

Ich glaube nicht, dass solche Infos irgendwo im Web stehen. Das sind einfach Erfahrungswerte der Schanzenbetreiber. Und bei ganz modernen Anlagen ist die Anlaufspur beheizt, und nicht gekühlt und es wird auf Kermik gesprungen.
Ich hoffe aber nicht, dass sich das durchsetzt, weil wir Hersteller von Spurfräsen sind und daher habe ich auch die ganzen Infos.
Kulm ist eine moderne Anlage und es ist bereits alles vorgesehen, dass auch eine Keramikspur eingebaut werden kann, also Wasserleitungen, Elektrik usw. sind bereits vorinstalliert. Die weiteren Überlegungen gehen darin, dass Matten verlegt werden und somit auch mal im Sommer geflogen werden kann. Aber wahrscheinlich erst nach der WM 2006 und wenn genug Moneten übrigbleiben.
Wegen einer möglichen Überdachung werde ich mal mit jemanden reden, was sie davon halten. Geb dir dann Bescheid, kann aber eine ganze Weile dauern, weil ich nicht weiß, wann ich wieder jemanden treffe.

Grüße
lag