SMS-süchtig? Mein schönes Geld

Hallo Deborah,

So spontan viel mir schülertypische
„Beschaffungskriminalität“ ein (Mitschüler erpressen), aus
denen die 15 Euro stammen könnten. Vielleicht hat sie
jemand ermuntert, sich auf diesem Wege Geld zu beschaffen,
falls sie nicht selbst drauf gekommen ist.

So weit wollen wir mal nicht gehen. Woher das Geld kommt weiß ich, wollte aber aus Schreib-/Lesegründen hier nicht näher darauf eingehen. Sie hat halt eine Spardose ausgeleert, die sie erst zu Weihnachten bekommen hat, dann hatte sie sich noch einen kl. Betrag bei mir „verdient“, eine Art Provision sozusagen und der Rest war von ihrem Taschengeld übrig.
Meine Tochter ist nicht von dem Schlag „Beschaffungskriminalität“. Sie ist eigentlich eher ganz lieb.

Katrin

Moin Katrin,

ich glaube dein Hauptproblem ist, dass du weisst, wofür und wie schnell deine Tochter ihr Taschengeld ausgiebt.
Meine Mutter hatte darüber keinerlei Kenntnisse als ich in dem Alter war und das ist auch gut so.

Wenn sie den Rest des Monats ohne SMS auskommt, wird sie auch wohl kaum süchtig sein. Ich weiss ja nicht, wie lange das schon so geht, aber vielleicht ist es einfach eine Phase und geht schneller vorüber als du denkst, spätestens dann, wenn sie andere Interessen hat, für die sie Geld braucht.

Gruss
Marion

Hallo Katrin,

ich muss sagen, dass ich einige Antworten hier richtig erschreckend finde. Und zwar die, in denen es nur um das Thema „es ist ihr Geld, damit kann sie machen was sie will“ geht. Denn diese Antworten lassen vollkommen außen vor, dass Eltern auch einen Erziehungsauftrag haben und nicht einfach nur die Zahlmeister ihrer Kinder sind. Es mag modern und bequem sein, sich auf die materielle Grundversorgung zurückzuziehen und so böse autoritäre Dinge wie Erziehung zu vermeiden, bzw. dem Leben, den Freunden und der Schule zu überlassen, aber wenn man seinen Kindern nichts von seinen eigenen Werten mitgeben will, frage ich mich, wofür man überhaupt welche in die Welt setzt (oder sind das alle nur Unfälle von Leuten, denen ihre Eltern auch nichts über so praktische Dinge wie Verhütung beigebracht haben?).

Wenn Du Dir Gedanken machst, wofür Töchterchen ihr Geld ausgibt, dann ist dies für mich die normalste Sache der Welt, denn Du solltest sie schließlich darauf vorbereiten, später einmal selbständig vom eigenen Geld leben zu können. Soll jetzt nicht heißen, dass man sich in jedes Detail kindlicher und jugendlicher Finanzplanung einmischen sollte, aber wenn so einseitig für etwas vollkommen unnützes so schnell sämtliches verfügbares Geld verpulvert wird, dann ist dies für mich bei einer 14jährigen schon eine Sache, bei der ich mich einmischen würde, genau so, wie wenn Sohnemann vom Taschengeld Pornos kaufen würde, …

Was Du machen kannst und willst steht dann noch auf einem anderen Blatt. Wegnahme des Handys für eine gewisse (länger werdende) Zeit bei Verstoß gegen Regeln eines verantwortungsvollen Umgangs mit dem Teil fände ich OK, schließlich kann man auch ohne leben und unsere Eltern mussten auch damit klarkommen, uns nicht immer an der gefunkten Leine zu haben. ALternativ kannst Du ja das Handy abgehend sperren oder die Babyruf-Funktion aktivieren, wenn das Gerät dies unterstützt. Dann kann eben nicht mehr abgehend telefoniert werden oder es ist eben nur noch Deine Nummer erreichbar. Sinnvoller fände ich aber eine Aufteilung des Taschengeldes auf Wochenraten oder eine (zumindest teilweise) Zwangsverwaltung durch Dich, d.h. Du bezahlst Dinge direkt vom Taschengeld, die sie haben möchte (und zwar alle, mit Ausnahme eines vorher festgelegten Betrages fürs Handy). Zusätzlich würde ich dann auch den Aspekt des eigenen Hinzuverdienens anschneiden und deutlich machen, wo und wie man an zusätzliches Geld zu eigenen Verwendung kommen kann. Ich weiß, dass gibt Stress und Heulerei, aber bei pubertierenden Jugendlichen müssen da wohl alle Eltern mehr oder weniger durch.

Gruß vom Wiz

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Erziehung oder Bevormundung ?
Moin Witz

ich muss sagen, dass ich einige Antworten hier richtig
erschreckend finde. Und zwar die, in denen es nur um das Thema
„es ist ihr Geld, damit kann sie machen was sie will“ geht.
Denn diese Antworten lassen vollkommen außen vor, dass Eltern
auch einen Erziehungsauftrag haben und nicht einfach nur die
Zahlmeister ihrer Kinder sind.

Ganz genau. Und Erziehung heisst für mich, dass Kinder lernen, die Verantwortung für ihr (selbst entschiedenes) Handeln zu übernehmen.

Der Sinn von Taschengeld ist ja grade, dass Kinder den eigenverantwortlichen Umgang mit Geld lernen. Sonst könnten die Eltern auch weiterhin das bezahlen, was sie für richtig halten.

Da durch das Verhalten der Tochter auch niemand geschädigt und kein Gesetz gebrochen wird, seh ich keinen Grund einzuschreiten.

Gruss
Marion

Hallo,

meinst Du nicht, dass in Deiner Betrachtungsweise ein Widerspruch steckt? Du schreibst, dass Kinder LERNEN sollen, Verantwortung zu übernehmen, und nicht, dass sie diese mit 14 Jahren bereits uneingeschränkt haben. Kinder etwas lernen kassen, heißt, ihnen die Möglichkeit geben Fehler zu machen und aus diesen zu lernen. Wo die Lernkurve aber wie hier offenbar nicht messbar ist, muss man wohl auf andere - genau so legitime - Lernmethoden ausweichen. Und diese heißen dann eben weniger eigener freier Spielraum zum selbst Erfahrung sammeln, und dafür mehr Vorgaben. Klar, damit macht man sich nicht beliebt, aber wenn ich mir ansehe, wieviel junge Leute heute bei mir Schlange stehen und vollkommen überschuldet sind, weil sie eben nie GELERNT haben mit Geld umzugehen, sondern man sie einfach nur mit Geld VERSORGT hat, dann wäre mir die Sache einfach zu gefährlich. Man könnte auch sagen, solche Eltern handeln verantwortungslos (heulen sich dann aber später bei mir aus, wenn Sprössling mehr Mahnbescheide als Postwurfsendungen im Briefkasten hat, sie hätten dem Kind doch immer alles gegeben, …).

Gerade Handy-Mißbrauch ist momentan neben der EC-Karte die „Einstiegsdroge“ in den Schuldensumpf für junge Menschen, und Eltern sollten daher sehr wohl eingreifen, wenn es da zu ersten Auffälligkeiten kommt. Diese zu ignorieren und dann mit 18 ein Kind zu haben, dessen erste Aktion als Volljähriger die Abgabe der EV ist, und die dann so überschuldet sind, dass sie weder Wohnung noch Arbeitsplatz noch Lebensperspektive haben, damit es selbst aus eigenen Fehlern lernen kann, wäre wie das Kind einen Hochspannungsmast hochklettern und die Leitung berühren lassen, um ihm beizubringen, dass Hochspannung tödlich ist.

Gruß vom Wiz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

3 „Gefällt mir“

um Himmels Willen

Und schon garnicht solche Summen.

Man verzeihe mir, daß ich es gewagt habe, überhaupt einen Betrag oder bestimmte Tätigkeiten hinzuschreiben. Man streiche also 5 Euro und setze € 1,23 fürs Spülen und Einkaufen an Wochentagen und € 1,85 an Wochenenden. Für Maurer- und andere körperliche Handwerkstätigkeiten wären dann € 2,50 je angefangene Stunde in Anrechnung zu bringen. Je nach Witterung fällt bei Tätigkeiten außer Haus dann ein Zu- oder Abschlag an.

Kinder für selbstverständliche Dinge zu bezahlen, halte ich grundsätzlich auch für falsch. Das Geld für die SMSerei kommt bei der werten Tochter aber einfach automatisch, ohne daß dafür was getan werden muß und das führt zu den erwähnten Effekten. Woher die nächsten 15 Euro gekommen sind, ist mal eine andere Frage. Der (vernünftige) Wunsch, jeweils 1 Euro für Notfälle übrig zu lassen, wurde ja nun auch von der Geldgeberin deutlich vorgebracht. Insofern ist das Taschengeld schon ein wenig zweckgebunden.

Das Kind muß lernen, daß Geld nicht auf Bäumen wächst. Wie man an diese Sache herangeht, ist Ansichtssache. Mein Vorschlag war nur einer von vielen möglichen. Genauso könnte man das Taschengeld kürzen und für jeden Tag, der laut Rechnung im Vormonat SMS-frei war, einen Bonus zahlen. Man könnte fernsehfreie Abende belohnen usw. Wie gesagt, der Möglichkeiten sind viele.

Gruß
Christian

Hi Pendragon,

irgenwie sind mir Wiz Ansichten mehr als logisch.
Zu sagen, „Kinder sollen eigenverantwortlichen Umgang mit Geld lernen“ ist das eine, aber alles laufen zu lasen, solange Zitat

niemand geschädigt und
kein Gesetz gebrochen wird, seh ich keinen Grund
einzuschreiten.

Ist nicht die verantwortungsvolle andere Seite der Eltern.
Auch wenn ich es damals nicht einsehen wollte, Eltern haben nun mal ein bisschen mehr erlebt/gelernt und wollen verhindern, dass ihre Kinder Fehler machen aus denen man nicht nur mal eben eine heilsame Lehre zieht.
Lässt man Kinder alles machen, was niemanden anders schadet oder gegen Gesetz verstösst, hat man m.M. ein Zeil der Erziehung verpasst. Dann tanzen einem die lieben kleinen doch jeden Tag mehr auf der Nase rum.

Ich habe das Gefühl, die Einstellung " Lass sie doch machen, ist ja ihr Geld", hat etwas von Faulheit und ein bisschen Feigheit.
Nur weil es Stress geben wird, wenn ihr das Handy mal abgenommen wird, kann man doch nicht vor den eigenen Kindern kneifen. Lieber alles ruhig weiterlaufen lassen, als das „bockige Gör“ danach tagelang ohne handy ertragen zu müssen.

Ok ich habe selbst keine, aber ich kenne es von mir noch all zu gut. Lernen muss auch mal mit Anstrengung verbunden sein. Und wenn man nun schon mehrere Monate die 15 Euro-Karte an einem tag leer gesmst hat, ist kein Lerneffekt vorhanden, oder?

Ich denke, da die Fragerin ein schlechtes Gefühl dabei hat, sollte man ruhig darauf vertrauen, und mal zu nicht ganz so angenehmen Maßnahmen greifen. Das heisst ja noch lange nicht, dass sie ihre Tochter nicht mehr liebt.

Teufelchen

Hallo!

Denn diese Antworten lassen vollkommen außen vor, dass Eltern
auch einen Erziehungsauftrag haben und nicht einfach nur die
Zahlmeister ihrer Kinder sind.

Das sagt ja auch niemand! Zahlmeister wäre man dann, wenn man geben und geben und geben würde und das Kind alles bekäme. Dem ist aber nicht so, sie hat ihr Taschengeld.
Wie fändest du es denn, wenn dein Chef dir sagen würde, du darfst dein Geld aber nicht für Autos/DVDs/Frauen/Wein … ausgeben?

Es mag modern und bequem sein,
sich auf die materielle Grundversorgung zurückzuziehen und so
böse autoritäre Dinge wie Erziehung zu vermeiden,

Das macht doch niemand! Eigene Erfahrungen machen lassen, loslassen ist doch Erziehung!
Keine Bevormundung!

bzw. dem
Leben, den Freunden und der Schule zu überlassen, aber wenn
man seinen Kindern nichts von seinen eigenen Werten mitgeben
will, frage ich mich, wofür man überhaupt welche in die Welt
setzt (oder sind das alle nur Unfälle von Leuten, denen ihre
Eltern auch nichts über so praktische Dinge wie Verhütung
beigebracht haben?).

So’n Unsinn!

Wenn Du Dir Gedanken machst, wofür Töchterchen ihr Geld
ausgibt, dann ist dies für mich die normalste Sache der Welt,

Natürlich.

denn Du solltest sie schließlich darauf vorbereiten, später
einmal selbständig vom eigenen Geld leben zu können. Soll
jetzt nicht heißen, dass man sich in jedes Detail kindlicher
und jugendlicher Finanzplanung einmischen sollte, aber wenn so
einseitig für etwas vollkommen unnützes so schnell sämtliches
verfügbares Geld verpulvert wird, dann ist dies für mich bei
einer 14jährigen schon eine Sache, bei der ich mich einmischen
würde, genau so, wie wenn Sohnemann vom Taschengeld Pornos
kaufen würde, …

Pornos sind für 14 jährige verboten und da liegt der Unterscheid.

Sinnvoller fände ich aber eine Aufteilung des Taschengeldes
auf Wochenraten oder eine (zumindest teilweise)
Zwangsverwaltung durch Dich, d.h. Du bezahlst Dinge direkt vom
Taschengeld, die sie haben möchte (und zwar alle, mit Ausnahme
eines vorher festgelegten Betrages fürs Handy).

Fände ich zweifelhaft. Wie soll das Mädel denn Verantwortung und den Umgang mit Geld lernen, wenn man ihr nicht die Chance gibt?

Zusätzlich

würde ich dann auch den Aspekt des eigenen Hinzuverdienens
anschneiden und deutlich machen, wo und wie man an
zusätzliches Geld zu eigenen Verwendung kommen kann.

Das ist sicherlich eine gute Idee.

Bye, Vanessa

Hilfe zur Selbsthilfe
Hallo Marion,

Ganz genau. Und Erziehung heisst für mich, dass Kinder lernen,
die Verantwortung für ihr (selbst entschiedenes) Handeln zu
übernehmen.
Der Sinn von Taschengeld ist ja grade, dass Kinder den
eigenverantwortlichen Umgang mit Geld lernen. Sonst könnten
die Eltern auch weiterhin das bezahlen, was sie für richtig
halten.
Da durch das Verhalten der Tochter auch niemand geschädigt und
kein Gesetz gebrochen wird, seh ich keinen Grund
einzuschreiten.

das Problem ist doch, daß ihr Taschengeld just for fun ist. Wenn es weg ist, ist halt Ende mit Party, mehr nicht. Im späteren Leben ändert sich das aber ein wenig. Wenn das frisch erhaltene Gehalt dann am ersten Tag verballert wird, gibt es Probleme, weil der Rest nämlich dann nicht mehr von Muttern bezahlt wird.

Ohne Geld für banale Dinge wie Miete, Lebensmittel und Klamotten kann das Leben auf Dauer ganz schön unangenehm werden, habe ich mir sagen lassen.

So wie das Sache derzeit läuft, wird die werte Tochter den richtigen Umgang mit Geld nicht lernen. Wie gesagt: Wenn das Geld alle ist, ist schlimstenfalls die SMSerei für 28 Tage gelaufen.

Nur mal ein Beispiel: Ich habe ab dem Alter von 16 (für damalige Verhältnisse) ein recht hohes Taschengeld bekommen: DM 120. Dummerweise habe ich davon aber meine Klamotten bezahlen müssen. Da lernt man ganz schön schnell, daß es doch nicht immer die Diesel-Jeans für DM 129 oder die Jacke von Chevignon sein muß. Und vor allem lernt man, mit seinem Geld hauszuhalten. Denn wenn man nicht für jedes T-Shirt einzeln in die Stadt fahren, sondern mal mehr kaufen will, muß man schon ein bißchen was zurücklegen. Und zwar nicht erst ab Juli für Strandklamotten.

Verantwortung im Umgang mit Geld lernt man nicht dadurch, daß man jemandem monatlich einen Betrag in die Hand drückt und sich aus Verschwendung des Geldes keine Konsequenzen ergeben. Der Vorgang des Lernens beinhaltet auch, daß man aus Fehlern lernt. Wenn sich aber ein Fehler nicht wesentlich auswirkt, wird aus den Fehlern nichts gelernt.

Ich will natürlich nicht daraufhinaus, daß sie beim nächsten SMS-Anfall nichts mehr zu essen bekommt :wink:, aber irgendwelche Konsequenzen muß es geben.

Gruß
Christian

Gruss
Marion

3 „Gefällt mir“

Huhu!

Und wenn man nun schon mehrere Monate die 15 Euro-Karte an
einem tag leer gesmst hat, ist kein Lerneffekt vorhanden,
oder?

Vielleicht haben wir auch einfach nur andere Vorstellungen als das Mädchen? Wir meinen, sie müsste lernen, mit der 15 € Karte einen Monat hinzukommen. Sie mag das Geld aber lieber innerhalb eines Tages ausgeben. Na und?
Mir hält es ja auch niemand vor, wenn ich den Monatsvorrat Süßkram an einem Tag esse (okay, außer meinem Magen :wink: )
Solange sie kein Problem damit hat?

Ich denke, da die Fragerin ein schlechtes Gefühl dabei hat,
sollte man ruhig darauf vertrauen, und mal zu nicht ganz so
angenehmen Maßnahmen greifen. Das heisst ja noch lange nicht,
dass sie ihre Tochter nicht mehr liebt.

Das hat ja nun auch wirklich keiner behauptet.
Egal, was die Fragerin nun machen wird, es ist ihre Entscheidung und ihre Liebe zu ihrer Tochter wird ihr keiner aberkennen wollen.
Wir können das eh nur auf theoretischer Ebene diskutieren; wir kennen die echte Situation ja nur aus einseitigen Erzählungen. Gerade deshalb finde ich es wichtig, dass viele unterschiedliche Meinungen zusammenkommen.

Bye, Vanessa

Hi Marion,

Der Sinn von Taschengeld ist ja grade, dass Kinder den
eigenverantwortlichen Umgang mit Geld lernen.

„Eigenverantwortlich“ beinhalt sowohl „eigen“ als auch „verantwortlich“. In dem Moment, wo Du keine Verantwortung erkennen kanns, dann ist der Zeitpunkt gekommen, einzuschreiten. Dann darf das Kind eben nicht eigenmächtig entscheiden.

Für mich beinhaltet Erziehung auch die Verpflichtung, dem Kind die Grenzen aufzuzeigen und falsch eingeschlagene Wege zu korrigieren. Das ist Bevormundung, in der Tat, und die gehört zum Erziehungsauftrag.

Da durch das Verhalten der Tochter auch niemand geschädigt und
kein Gesetz gebrochen wird, seh ich keinen Grund
einzuschreiten.

Uh, das ist mir ein klein wenig zu weit gefaßt. Ich glaube, da bin ich konservativer, als ich dachte :smile:

Gruß

J.

Hi Katrin,

… ob Du nicht Deiner Tochter den Ausgang
an solchen STellen kürzt, an denen Du es für wirklich wichtig
hältst, daß sie sich per Händi melden kann. So nach dem Motto:
Entweder mit funktionsfähigem Händi oder gar nicht…

Das habe ich angekündigt (sehr nachdrücklich), aber wie schon
erwähnt vermutet sie sicher ich vergesse es oder bluffe.

Gab es die Situation denn bereits? Du kündigst Konsequenzen an die dann nicht folgen? Dann würd eich mich auch nicht dran halten… also… setze deine Ankündigung doch straight um.

Ansonsten… was genau ist denn so schlimm daran, dass sie das Geld versmst? Ist es besser, es für Schokolade, Bravo, Zigaretten oder was weiss ich auch auszugeben? Ich habe irgendwann mal gelernt, dass ich unheimlich viel Energie investieren kann, um andere Menschen verändern… kann klappen oder auch nicht.

Wenn mich aber eine Verhaltensweise enorm stört, dann ist es sicherlich sinnvoller bei _mir_ zu klären, wie ich damit besser umgehen kann (und was genau mich daran so stört) oder was _ich_ tun kann, damit der andere sich ändert (und ich meine damit keine erzieherisch sinnvollen und notwenigen Bereiche).

Wie mir scheint, funktioniert deine bisherige Methode nicht. Dann wird es wohl auch nicht _mehr_ Erfolg bringen, wenn du _mehr_ derselben Methode anwendest… welche anderen Möglichkeiten hast du noch, deiner Tochter nahezubringen wie wichtig dir dieses Thema ist?

Viel Erfolg wünscht dir

Xelya

1 „Gefällt mir“

Huhu!

„Eigenverantwortlich“ beinhalt sowohl „eigen“ als auch
„verantwortlich“. In dem Moment, wo Du keine Verantwortung
erkennen kanns, dann ist der Zeitpunkt gekommen,
einzuschreiten. Dann darf das Kind eben nicht eigenmächtig
entscheiden.

Im Grunde gwht es also um die Definition des vernünftigen Umgangs mit Geld, bzw. mit Handys. Irgendwie kommt mir die Diskussion so vor, wie damals (so vor 200 Jahren) als TV, Radio, Beatles, Rolschuhe ,… aufkamen.
Wäre es somit nicht am sinnvollsten mit der Tochter gemeinsam darüber zu diskutieren? Ein Teenie hat andere Bedürfnisse als die Mutter, klar, wäre ja sonst auch langweilig *lach*

Für mich beinhaltet Erziehung auch die Verpflichtung, dem Kind
die Grenzen aufzuzeigen und falsch eingeschlagene Wege zu
korrigieren. Das ist Bevormundung, in der Tat, und die gehört
zum Erziehungsauftrag.

Sicherlich ab und zu. Aber wie gesagt: hier schon? Das scheint mir die Kernfrage zu sein.
Geht es in der Erziehung nicht auch mal darum, loszulassen und zuzusehen?

Bye, Vanessa

Hallo Vanessa,

Vielleicht haben wir auch einfach nur andere Vorstellungen als
das Mädchen? Wir meinen, sie müsste lernen, mit der 15 € Karte
einen Monat hinzukommen. Sie mag das Geld aber lieber
innerhalb eines Tages ausgeben. Na und?
Mir hält es ja auch niemand vor, wenn ich den Monatsvorrat
Süßkram an einem Tag esse (okay, außer meinem Magen :wink: )
Solange sie kein Problem damit hat?

aber Du investierst nicht 100% der Dir zur Verfügung stehenden Mittel in Süßkram, oder? Du hast irgendwann gelernt, daß man nur Geld verballern kann, was wirkich übrig ist (ob Süßkram unter „verballern“ fällt, wird sicherlich verschieden gesehen :wink: ). Du hast gelernt, daß es besser ist, Geld für die wichtigen Dinge auszugeben bevor es dem Unfug anheim fällt, um nicht am Ende des Geldes noch viel zu viel Monat übrig zu haben.

Hast Du das dadurch gelernt, daß man Dir Geld in die Hand drückte und sagte: „Mach damit doch was Du willst. Und: Wohnen und Essen kannst Du hier natürlich weiterhin umsonst.“

Gruß
Christian

Ich denke, da die Fragerin ein schlechtes Gefühl dabei hat,
sollte man ruhig darauf vertrauen, und mal zu nicht ganz so
angenehmen Maßnahmen greifen. Das heisst ja noch lange nicht,
dass sie ihre Tochter nicht mehr liebt.

Das hat ja nun auch wirklich keiner behauptet.
Egal, was die Fragerin nun machen wird, es ist ihre
Entscheidung und ihre Liebe zu ihrer Tochter wird ihr keiner
aberkennen wollen.
Wir können das eh nur auf theoretischer Ebene diskutieren; wir
kennen die echte Situation ja nur aus einseitigen Erzählungen.
Gerade deshalb finde ich es wichtig, dass viele
unterschiedliche Meinungen zusammenkommen.

Bye, Vanessa

Hi Vanessa

Mir hält es ja auch niemand vor, wenn ich den Monatsvorrat
Süßkram an einem Tag esse (okay, außer meinem Magen :wink: )
Solange sie kein Problem damit hat?

Hier liegt der Unterschied wohl darin, dass für dich in deinem biblischen Alter :wink: keiner verantwortlich ist, im Sinne einer Erziehung.
Wenn du dein Geld selbst verdienst und und damit den Monat haushalten kannst, ist es auch ok, wenn du 15 Euro an einem Tag versmst. Ich meine wir reden hier von 30 DM.
Nur wenn bei dem Mädchen kein Lerneffekt eintritt, wird sie es nict schaffen mit Geld umzugehen.
Nee da liegt ein himmelweiter Unterschied zwischen dir in eigener Verantwortung (Job, Wohnung etc) und einer 14-jährigen Tochter. Und einfach zu sagen, solange sie kein Problem damit hat, klingt verdammt danach, was ich schon erwähnte, Faulheit, lassen wir sie doch. Wenn das Kind in Brunnen gefallen ist, kann man doch immer noch reagieren.

Das hat ja nun auch wirklich keiner behauptet.
Egal, was die Fragerin nun machen wird, es ist ihre
Entscheidung und ihre Liebe zu ihrer Tochter wird ihr keiner
aberkennen wollen.

Ich habe auch nicht behauptet, dass ich ihr die Liebe aberkennen will. Ich habe nur gesagt, auch zwischen Eltern und Kindern muss ein Verhältnis herrschen, in dem nicht alles FriedeFreudeEierkuchen ist, ohne dass Kinder den Halt ihrer Eltern verlieren.

Das mit den verschiedenen Meinung ist ok, und ich behalt meine. Die wäre Handy mal einziehen, wenn es Taschengeld gab.
Denn mit immer wieder predigen, ist in der Sache ja kein Erfolg abzusehen.

Teufelchen

Hi,

Wäre es somit nicht am sinnvollsten mit der Tochter gemeinsam
darüber zu diskutieren? Ein Teenie hat andere Bedürfnisse als
die Mutter, klar, wäre ja sonst auch langweilig *lach*

Klaro. Aber so, wie sich das im ursprünglichen Posting darstellt, scheint gerade dieser Weg nicht besonders zu fruchten.

Sicherlich ab und zu. Aber wie gesagt: hier schon? Das scheint
mir die Kernfrage zu sein.

Hmmm. Das will mir auch so scheinen.
Aber wo die Grenzen ziehen? Das ist die tägliche Gratwanderung beo dem Job. Sicher wird der eine mehr, der andere weniger tolerieren. DASS eine Grenze gezogen werden muß, scheint mir aber unzweifelhaft.

Geht es in der Erziehung nicht auch mal darum, loszulassen und
zuzusehen?

Aber sicher doch :smile:
Betrachte das so: Erziehung ist auch Arbeit. Und niemand arbeitet gern für die Katz. Ich würde vermutlich eingreifen (wobei mein ältester Sohn erst 10 wird, ich also hier nicht aus unmittelbarer Erfahrung spreche).

Gruß

J.

Hallo Vanessa,

Das macht doch niemand! Eigene Erfahrungen machen lassen,
loslassen ist doch Erziehung!
Keine Bevormundung!

OK, und was machst Du, wenn Sohnemann/Tochter unbedingt auf die vielbefahrene Straße rennen will? Erfahrung sammeln lassen?, Bloß nicht dadurch bevormunden, dass Du eingreifst, weil Du als Erwachsene ganz genau weißt, dass diese Erfahrung so böse ausgehen könnte, dass man besser andere Wege findet, einem Kind klarzumachen, dass Straßenverkehr gefährlich ist.

Wir reden doch hier nicht davon, dem Kind jegliche Möglichkeiten zu nehmen Erfahrungen zu sammeln. Auch nicht davon, dass Kinder ihr Geld gefälligst „sinnvoll“ aus Erwachsenensicht zu verwenden haben. Aber ich finde es gut, dass die Fragestellerin gegenüber dem Verhalten ihres Kindes aufmerksam ist, und aufgrund des festgestellten auffälligen Verhaltens sich jetzt Sorgen macht, und nach Ideen fragt, wie sie hierauf reagieren könnte. Und da ist für mich wirklich ganz entscheidend, dass hier eben ganz offensichtlich schon über einen längeren Zeitraum keinerlei Lerneffekt eingesetzt hat und zudem es nicht um einen mehr oder weniger großen Teil des Taschengeldes geht, sondern komplett alles in SMS verpulvert wird, was erreichbar ist. Dies zudem so schnell, dass sich für mich auch noch neben den rein finanziellen Folgen auch noch eine weitere Frage stellt:

Wie sieht es eigentlich mit den Erfolgserlebnissen und Glücksgefühlen eines solchen Kindes aus? Wer mit 14 Jahren noch nicht so weit ist, auch einmal größere Wünsche sich durch Ansparen zu erfüllen, sondern statt dessen Geld ausschließlich für ganz kurze Glücksmomente (auf die es dann auch wieder 30 Tage warten muss, und von denen überhaupt nichts bleibt, und die für sich genommen auch keine besondere Intensität haben), dann sehe ich auch hier die dringende Notwendigkeit elterlichen erziehenden Eingreifens, denn hier droht wirklich die Gefahr einer emotionalen Verarmung gekoppelt mit finanziellem Ruin. Es steht bei einer solchen Ausgangslage einfach die Gefahr, dass alles zusätzlich erreichbare Geld genau so ausgegeben wird, und auf der Suche nach einer echten Befriedigung durch Geldausgeben sich mehr und mehr Frust einstellen wird.

Natürlich habe auch ich damals viel Geld für vollkommen vergänglichen Blödsinn ausgegeben und mir Dinge finanziert, die mich heute gruseln lassen, aber ich bin meinen Eltern mehr als dankbar, dass sie mich immer wieder daran erinnert und darin unterstützt haben, auch Geld in „größere“ Projekte zu stecken. Die Glücksgefühle dann etwas selbst Erspartes nach Hause zu tragen und daran zum Teil bis heute meinen Spaß zu haben, ist einfach von einem ganz anderen Wert.

Und es geht natürlich auch weiter mit dem Thema zukünftige Taschengeldgestaltung. Normalerweise nimmt das Taschengeld ja von Jahr zu Jahr nicht nur zu, sondern verantwortungsvolle Eltern koppeln damit ja auch mehr und mehr die Übernahme notwendiger Anschaffungen über die Jahre. 14 ist ein Alter, bei dem dies für mich schon im kleinen Rahmen galt, und mit 18 besaß ich nicht nur einen selbst größtenteils ersparten Computer und eine gute Fotoausrüstung, die mir bis heute dient, sondern konnte auch die volle finanzielle Verantwortung für mich selbst übernehmen. Auf dem WEg muss man kleine Schritte machen. Und wenn man damit rechnen muss, dass das Geld für notwendige Schulsachen sofort in SMS umgesetzt wird, kann man diesen Weg nicht gehen. Da muss man vorher gegenseitiges Vertrauen geschaffen haben, dass mit Geld altersgemäß vernünftig umgegangen wird.

Gruß vom Wiz

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Hi Teufelchen,

Ich habe nur gesagt, auch zwischen Eltern und
Kindern muss ein Verhältnis herrschen, in dem nicht alles
FriedeFreudeEierkuchen ist, ohne dass Kinder den Halt ihrer
Eltern verlieren.

Sogar: Damit Kinder den Halt ihrer Eltern nicht verlieren. Wem ich auf der Nase herumtanzen kann, der kann mir keinen Halt geben.

Gruß, Karin

Huhu!

OK, und was machst Du, wenn Sohnemann/Tochter unbedingt auf
die vielbefahrene Straße rennen will? Erfahrung sammeln
lassen?, Bloß nicht dadurch bevormunden, dass Du eingreifst,
weil Du als Erwachsene ganz genau weißt, dass diese Erfahrung
so böse ausgehen könnte, dass man besser andere Wege findet,
einem Kind klarzumachen, dass Straßenverkehr gefährlich ist.

:wink: Ich glaube kaum, dass sich das Kind, ähm, die Jugendliche durchs SMSen in Todesgefahr begibt.
Es steht wohl außer Frage, dass es einfach Dinge gibt, die nicht durch eigene Erfahrungen gelernt werden sollTen.

Wir reden doch hier nicht davon, dem Kind jegliche
Möglichkeiten zu nehmen Erfahrungen zu sammeln. Auch nicht
davon, dass Kinder ihr Geld gefälligst „sinnvoll“ aus
Erwachsenensicht zu verwenden haben. Aber ich finde es gut,
dass die Fragestellerin gegenüber dem Verhalten ihres Kindes
aufmerksam ist, und aufgrund des festgestellten auffälligen
Verhaltens sich jetzt Sorgen macht, und nach Ideen fragt, wie
sie hierauf reagieren könnte.

Ei, logisch, keine Frage.
Und ich finde, es geht doch um den aus Erwachsenensicht sinnvollen Umgang mit dem Geld/Handy.

Wie sieht es eigentlich mit den Erfolgserlebnissen und
Glücksgefühlen eines solchen Kindes aus? Wer mit 14 Jahren
noch nicht so weit ist, auch einmal größere Wünsche sich durch
Ansparen zu erfüllen, sondern statt dessen Geld ausschließlich
für ganz kurze Glücksmomente (auf die es dann auch wieder 30
Tage warten muss, und von denen überhaupt nichts bleibt, und
die für sich genommen auch keine besondere Intensität haben),
dann sehe ich auch hier die dringende Notwendigkeit
elterlichen erziehenden Eingreifens, denn hier droht wirklich
die Gefahr einer emotionalen Verarmung gekoppelt mit
finanziellem Ruin.

Puh, jetzt setzt du aber Geld mit Glück gleich.
Vielleicht ist das Mädel so glücklich, dass es die SMS als Luxus hat? Das wissen wir nicht.
Außerdem, was wissen WIR schon über momentanes Glück von Teenies?

Es steht bei einer solchen Ausgangslage
einfach die Gefahr, dass alles zusätzlich erreichbare Geld
genau so ausgegeben wird, und auf der Suche nach einer echten
Befriedigung durch Geldausgeben sich mehr und mehr Frust
einstellen wird.

Nein, es kommt an keiner Stelle zum Ausdruck, dass sie sich Befriedigung (welcher Art auch immer) durch Geldausgeben zu verschaffen versucht.
Mal doch nicht ganz so Schwarz!

Natürlich habe auch ich damals viel Geld für vollkommen
vergänglichen Blödsinn ausgegeben und mir Dinge finanziert,
die mich heute gruseln lassen, aber ich bin meinen Eltern mehr
als dankbar, dass sie mich immer wieder daran erinnert und
darin unterstützt haben, auch Geld in „größere“ Projekte zu
stecken.

Erinnern und unterstützen ist aber etwas anderes als das Handy wegsperren, oder?

Die Glücksgefühle dann etwas selbst Erspartes nach
Hause zu tragen und daran zum Teil bis heute meinen Spaß zu
haben, ist einfach von einem ganz anderen Wert.

Das ist halt DEIN Glücksgefühl.

Und wenn man damit rechnen muss, dass das
Geld für notwendige Schulsachen sofort in SMS umgesetzt wird,
kann man diesen Weg nicht gehen.

Muss sie denn ihre Schulsachen von dem Geld bezahlen?
Ich glaube nicht, von daher ist es reines Spaßgeld.

Bye, Vanessa

1 „Gefällt mir“

Huhu!

Sicherlich ab und zu. Aber wie gesagt: hier schon? Das scheint
mir die Kernfrage zu sein.

Hmmm. Das will mir auch so scheinen.
Aber wo die Grenzen ziehen? Das ist die tägliche Gratwanderung
beo dem Job. Sicher wird der eine mehr, der andere weniger
tolerieren. DASS eine Grenze gezogen werden muß, scheint mir
aber unzweifelhaft.

Klar, irgendwo muss es eine geben.
Und wann und wo diese gezogen wird ist halt der Punkt, an dem sich Erziehungsstile voneinander unterscheiden. In einem gewissen Rahmen ist das auch alles okay, vernünftig und angemessen - egal, wie entschieden wird.

Bye, Vanessa