So 'anders'

Hallo,

wir haben einen Kollegen, der sich so „anders“ verhält…

  • super misstrauisch

  • es wird kein privates Wort fallen gelassen. Fachlich / beruflich nur das nötigste.

  • es wird alles wörtlich genommen
    (Also wenn ein anderer Kollege oder ich was sage wie: „Da hat man ihm aber eine Falle gestellt“ dann geht er davon aus, dass man demjenigen wirklich eine physisch vorhandene Grube gegraben hat".

  • total kontaktscheu

  • super schüchtern

  • kein Selbstwertgefühl

  • integriert sich nicht unter Kollegen (wahrscheinlich wg. o.g. Dingen). Kein gemeinsames Mittagessen, keine Firmenfeiern, kein Feierabendbier, kein Ausspruch „wünsche schönen Urlaub“ „Guten Morgen“ kommt noch, aber doch sehr gequält.

Die nötigste Kommunikation funktioniert. Der Kollege fragt, wenn er nicht weiter kommt und macht seine Arbeit vernünftig.

Bald ist die Probezeit vorbei… Und wir fragen uns, ob es die richtige Arbeit für ihn und der richtige Kollege für uns ist.

Wenn man ihn fragt, sagt er nichts bzw. sagt, dass alles „gut“ ist. Gefühlt ist es das nicht. Die schon wenig erforderliche Kommunikation scheint ihn zu quälen. Aber er macht es. Lob scheint ihn nicht zu erreichen, Kritik setzt er konstruktiv um, nimmt ihn aber sichtlich mit.

Er wirkt wie mißhandelt / gequält.

Ist sowas krankhaft oder eine „Normvariante“? Kommt so jemand alleine klar? Sollen wir weiter versuchen ihn aktiv zu integrieren oder ihn lieber in Ruhe lassen?

Die Bedenken gehen da hin, dass seine Fassade den Job schafft, er aber eigentlich überfordert ist. Und dass ihn der Job irgendwann platt macht. Von seinem Lebenslauf her zu urteilen, macht er aber jetzt dass, was er gelernt hat und auch kann.

Weil es eine intern agierende ABteilung ist, wird argumentiert, dass alles nicht so schlimm ist. Ich befürchte aber, dass dieser Kollege irgendwann krank wird - weil das alles nicht sein Ding ist.

Kennt Ihr sowas?
Wie kann man ihn unterstützen?
Ist es falsch, ein „normales“ Verhalten bzw. eine gewisse Integration zu erwarten?

!„Er macht seinen Job und alles andere geht seinem Arbeitgeber und seinen Kollegen nix an“! - Kann man das stehen lassen?

Ich (wir) machen uns doch irgendwie Gedanken…

VG
Monroe

Hallo,

wir haben einen Kollegen, der sich so „anders“ verhält…

  • super misstrauisch
  • es wird kein privates Wort fallen gelassen. Fachlich /
    beruflich nur das nötigste.

ohne eine Ferndiagnose stellen zu wollen: Bei Deiner Beschreibung, besonders bei

  • es wird alles wörtlich genommen
    (Also wenn ein anderer Kollege oder ich was sage wie: „Da hat
    man ihm aber eine Falle gestellt“ dann geht er davon aus, dass
    man demjenigen wirklich eine physisch vorhandene Grube
    gegraben hat".

dachte ich spontan an das Asperger-Syndrom.

Gruß
Kreszenz

Hallo,

vielen Dank für deinen Link,

das muss ich erstmal sacken lassen und morgen nochmal lesen. Da finde ich tatsächlich viele Dinge wieder.

Aufgefallen ist mir in dem Artikel auch der Blick und die Motorik. Er wirkt ein wenig „paddelig“ im Gang, insgesamt ein wenig langsam im Bewegungsablauf. Die Körperhaltung ist ohne Spannung, leicht nach vorne gebeugt, fast demütig.

Und der Kollege schein „weltfremd“. Vieles was für 99 % der Belegschaft normal ist, scheint ihn zu erstaunen. FAst als wenn er aus einem anderen Zeitalter oder einem bisher von der Außenwelt abgeschnittenen Dorf kommt. Gespräche über Freundschaft, Familie, Liebe, Feiern (gar mit Alkohol) oder gar der Umgang mit dem www scheinen ihn zu erschrecken. Und tatsächlich ist von anderen Kollegen schon die Bezeichnung „Autist“ gefallen.

Was aber so gar nicht passt ist die Beschreibung zur Konzentrationsfähigkeit. Der Kollege setzt sich morgens an seine Arbeit und rattert diese bis zum Feierabend nur so runter. Hochkonzentriert und kaum ablenkbar.

Auch wenn im Raum diskutiert wird, der Bär tobt - er schaut auf seine Arbeit und macht weiter. Er ist kaum ablenkbar.

Und außerdem hat er einen anderen Humor als der Rest der Belegschaft. Es wird viel gelacht. Und bei dem einen Prozent, wo die Leute nicht lachen könne, lacht er.

Schön ist auch dieser Satz hier: „…Hilfreicher als eine Diagnose und die Aufzeichnung der Mängel eines Asperger-Autisten sei es, dessen Stärken und Talente zu identifizieren.“ Unabhängig davon, dass dies wohl bei den meisten Menschen sinnvoll ist, haben wir genau dies im Rahmen der Einstellungsentscheidung diskutiert. Für den Beruf ist die kommunikative Seite nicht sooo entscheidend.

Wir haben gedacht, dass das bisschen, was wirklich entscheidend ist, von ihm geleistet werden kann. Nun sind wir eben nicht mehr so sicher, dass die Belastung des „Nachfragens udn Klärens“ nicht zu hoch für ihn ist. Er lernt langsam aber stetig und arbeitet sich so in sein Aufgabengebiet ein. Am liebsten hat er einen Stapel Fleißarbeit, die abends weg ist und wo er genau weiss was zu tun ist. Obwohl er durchaus in der Lage ist, sich eine individuelle Lösung zu erarbeiten. An Intelligenz mangelt es garantiert nicht.

Schon wieder so viel geschrieben :smile: Aber wir machen uns wirklich Gedanken, ob das gut gehen kann.

VG
Monroe

Hallo,

vielleicht helft Ihr ihm am meisten, wenn Ihr nicht versucht, ihn in Eure Verhaltensnormen zu pressen (ist vielleicht etwas übertrieben ausgedrückt), sondern ihn einfach so sein lasst, wie er sein will. Er wird ja später vielleicht auch kommunikativer werden, wenn er erst mal eine Weile da ist, und arbeiten tut er ja gut, nicht wahr? Wenn Ihr ihn jetzt aus Eurer Abteilung rausmobbt (wieder etwas übertrieben ausgedrückt), muß er wieder woanders von vorne anfangen.

Gruß S (kein Fachmann)

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Hallo,

, sondern ihn einfach so sein lasst,
wie er sein will.

So uneingeschränkt würde ich es unterschreiben, wenn es ein Nachbar wäre. Wir sind hier aber im Berufsleben. Bei Einstellung war schon klar, dass es sich nicht um ein As in Kommunikation handelt. Er hat sich dann aber doch so gut verkauft, dass man davon ausgehen konnte, dass er das erforderliche Mindestmass an Kommunikationsfähigkeit mitbringt. Es wurde ihm klar gesagt, dass eine gewisse Kommunikation unter Kollegen zwingend erforderlich ist.

Er wird ja später vielleicht auch
kommunikativer werden, wenn er erst mal eine Weile da ist, und

Es ist jetzt kurz vor Ende der Probezeit. Und nein, er ist nicht kommunikativier geworden.

Die erforderlichen Verhaltensnormen sind aber nun mal teilweise da. Klar muss er nicht mit auf ein Feierabendbier kommen. Er wurde gefragt, hat nein gesagt und gut. Und er muss auch niemanden was von seinem Privatleben erzählen usw. Es ist ja jedem durch seine Verhaltensweisen klar, dass es ihm widerstrebt.

Anders sieht es aber im rein beruflichen Bereich aus. Er MUSS da mit Kollegen kommunizieren (fragen, erklären, berichten). Der Anteil ist im Vergleich zu anderen Jobs recht gering. Aber auch dieser kleine Anteil scheint eine echt große Aufgabe für ihn zu sein.

Das hier „Mobbing“ auch nur im Ansatz zu erkennen ist, ist für mich erschreckend. Den Sternchen nach zu urteilen, sehen das andere auch so? Wir lassen ihn bis auf die Dinge, die wirklich zum Job gehören, in Ruhe seine Arbeit machen. Da er alles so furchtbar wörtlich nimmt, wurden auch die Formulierungen angepasst. Sie sind einfach direkter und eindeutiger, damit es nicht so schnell zu Fehlinterpretationen kommt.

Und wenn wir nicht versucht hätten, ihn auch bei den geselligeren Teilen mit ins Boot zu holen, wäre es doch auch nicht richtig oder? Erst dadurch haben wir ja festgestellt, dass das nicht sein Ding ist.

Vielleicht ist er ein wenig wie ein Dachdecker mit Höhenangst. Er steigt nur so oft wie nötig auf die Leiter und hat trotzdem jedes Mal ein schlechtes Gefühl. Macht es aber, weil er Angst hat, sonst seinen Job zu verlieren. Und auf die wirklich hohen Dächer wird er nie steigen.

VG
Monroe

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Für mich ist der Mobbingaspekt deutlich und der dazugehörige Wunsch, ihn in eine Schublade zu stecken, über ihn zu urteilen (ihn zu verurteilen, damit er ohne Bedenken entlassen werden kann). Vermutlich hat er aus irgendwelchen Gründen Angst, die vor allem bei ihm bzw. seinen Erfahrungen liegen können (daher braucht er eine Möglichkeit, angenommen zu werden und Erfolg zu haben, auch und gerade in der Kommunikation). Daher öffnet er sich nicht (Selbstschutz) und erledigt seine Arbeit kompensatorisch perfekt (Neid eurerseits, bzw. Machtlosigkeit über ihn, ihr könnt ihn nicht verändern oder in ein Schema pressen und ihn und sein aggressives Potential nicht einschätzen). Vielleicht ist er besonders intelligent, und ist daher „anders“. Asperger-Autismus ist auch eine beliebte Schublade.

Es gibt überhaupt keinen Grund, ihn zu entlassen. Er macht seine Arbeit gut. Der einzige Grund ist EUER Unwohlsein, weil jemand anders ist und EUER Selbstverständnis erschüttert. (Was vermutlich meist der Grund für eine Entlassung und immer für Mobbing ist.)

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Anders sieht es aber im rein beruflichen Bereich aus. Er MUSS
da mit Kollegen kommunizieren (fragen, erklären, berichten).
Der Anteil ist im Vergleich zu anderen Jobs recht gering. Aber
auch dieser kleine Anteil scheint eine echt große Aufgabe für
ihn zu sein.

Er schafft das aber, oder?

Wir lassen ihn bis auf die Dinge, die wirklich
zum Job gehören, in Ruhe seine Arbeit machen. Da er alles so
furchtbar wörtlich nimmt, wurden auch die Formulierungen
angepasst. Sie sind einfach direkter und eindeutiger, damit es
nicht so schnell zu Fehlinterpretationen kommt.

Also geht es doch. Ist er denn mit seiner Kommunikations- und Arbeitsweise ein tatsächliches Problem, d. h. hindert er Euch daran, Euren Aufgaben angemessen nachzugehen?

Und wenn wir nicht versucht hätten, ihn auch bei den
geselligeren Teilen mit ins Boot zu holen, wäre es doch auch
nicht richtig oder? Erst dadurch haben wir ja festgestellt,
dass das nicht sein Ding ist.

Und damit sollte das kein Thema mehr sein.

Vielleicht ist er ein wenig wie ein Dachdecker mit Höhenangst.
Er steigt nur so oft wie nötig auf die Leiter und hat trotzdem
jedes Mal ein schlechtes Gefühl. Macht es aber, weil er Angst
hat, sonst seinen Job zu verlieren. Und auf die wirklich hohen
Dächer wird er nie steigen.

Das ist jetzt wieder Deine Interpretation, die - verzeih mir - abwertend klingt.

Ich bin zum einen kein Fachmann und kann zum anderen nur die Informationen beurteilen, die Du hier gibst, aber für mich klingt das schon nach beginnendem Mobbing, weil jemand anders ist als der Mainstream. Ich habe auch schon Mobbing in einer Firma miterlebt, in einem Falle war der Grund, daß der Gemobbte einfach ein großmäuliger, fauler Hund war und die anderen seine Arbeit mitmachen mußten. Das scheint bei Euch aber nicht der Fall zu sein.

Eine Firma ist kein Ponyhof und man sollte nach Möglichkeit seine Kollegen so nehmen, wie sie sind. Dein Kollege versucht ja auch nicht Dich zu ändern, nicht wahr?

Gruß S

Vielleicht ist er ein wenig wie ein Dachdecker mit Höhenangst.
Er steigt nur so oft wie nötig auf die Leiter und hat trotzdem
jedes Mal ein schlechtes Gefühl. Macht es aber, weil er Angst
hat, sonst seinen Job zu verlieren. Und auf die wirklich hohen
Dächer wird er nie steigen.

Das ist jetzt wieder Deine Interpretation, die - verzeih mir -
abwertend klingt.

Was daran klingt abwertend?

Schubladendenken und Mobbing
Hallo,

so langsam finde ich es hier „lustig“

Wir (damit meine ich die ganze Abteilung inkl. meiner Person) werden hier in die Schublade der „Mobbenden“ gesteckt, weil wir versuchen, einen Kollegen zu integrieren?

Und weil wir erst einmal herausfinden müssen, wie er tickt?

Ich weiss nicht, wie ich es noch formulieren soll. Er erfüllt die erforderte Arbeitsleistung. Es ist ihm aber anzumerken, dass die dafür notwendige Kommunikation für ihn ein absoluter Kraftakt ist. Weniger Kommunikation ist auch durch Umverteilung nicht möglich, da können wir ihn nicht weiter unterstützen. Es gibt aber genügend Leute, die krank werden, weil sie täglich unter Stress stehen. Und wenn die Kommunikation so einen STress für ihn darstellt, ist auf Dauer keinem geholfen.

Wenn es nur darum ging ihn loszuwerden… Dafür braucht man in der Probezeit nun wirklich keine Gründe.

Und ich fühle mich hier schon ein wenig angegriffen. Mobbing hat für mich was im Sinne von „Vorsatz“.

VG
Monroe

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Hallo,

wenn kommunikative Fähtigkeiten wichtig sind für den Job, ist er offensichtlich der Falsche.

Wenn er lediglich euer Bedürfnis nach Kommunikation und Intergration nicht erfüllt, stellt sich die Frage, ob ihr damit leben könnt oder nicht. Ich persönlich denke, Kollegen müssen sich nicht lieben, es reicht völlig, wenn sie einigermaßen reibungsfrei miteinander arbeiten können.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es sich tatsächlich um eine autistische Störung handelt. In diesem Fall würde euer Kollege in die Kategorie „behindert“ fallen. Und auch hier stellt sich die Frage, ob ihr damit umgehen könnt/ wollt oder nicht. Bevor ihr euch sang- und klanglos von ihm trennt oder ständig Stress habt, würde ich raten, den Mut aufzubringen und ihn danach zu fragen.

Wenn ihr Gewissheit habt, könnt ihr entscheiden. Unter Umständen fällt es euch ja leichter, ihn unter dem Aspekt, dass er behindert ist, in euer Team zu integrieren. Von einem Rolifahrer würdet ihr nicht erwarten, dass er mit euch durchs Treppenhaus joggt - vermutlich würde es gelingen, von einem Autisten zu akzeptieren, dass er kein Kommunikations-As ist.

Möglicherweise ist ja euer jetziger Unmut deswegen so groß, weil ihr glaubt, er könnte es anders, will aber nicht. Zu wissen, dass er nicht anders kann, könnte dem Teamklima dienen und ihm die Chance geben, seine berufliche Heimat bei euch zu finden und akzeptiert zu werden wie er ist.

Schöne Grüße,
Jule

Hi Minroe,

da hast du ja ein heißes Eisen angepackt. Nicht so sehr, was die Anzahl der Antworten angeht, sondern vielmehr die reichliche Besternung der Mobbing-Vorwürfe.

Ich selbst habe es nicht als solches empfunden. Ob du Gründe für eine Kündigung oder Argumente für ein Behalten suchst, weißt du selbst am besten. Ein paar Anmerungen zu Thema, die du bedenken solltest:

Du schreibst nichts von Branche, Beruf. Als Programmierer würde er vielleicht gar nicht besonders auffallen.

Psychisch krank werden kann jeder, und nach meiner Erfahrung sind introvertierte Menschen dort nicht überrepräsentiert. Auch ein Hans Dampf in allen Gassen kann sich überfordern.

Es gibt genug Menschen, die sich völlig normal verhalten, aber sich mit ihrer Arbeit schwer tun. Manchmal dauert es Jahre, bis man sie sich selbst überlassen kann.

Natürlich ist für die meisten die Probezeit auch belastend, vielleicht taut er ja mit der Zeit etwas auf. Ich hab noch keinen kennengelernt, der sich nicht im Laufe der Jahre entwickelt hat.

Zu Schluss würde ich erwägen, ihn mal direkt und offiziell auf sein Verhalten anzusprechen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass er nicht von seiner „Andersartigkeit“ weiß. Wenn er es weiß, wird er auch an sich arbeiten, ob ihr das mitkriegt oder nicht. Wenn er es nicht weiß oder nicht zugibt, dann würde ich mir mehr Sorgen machen.

Die Chance, hat er verdient, denke ich, auch wenn das Gespräch für beide Seiten unangenehm ist.

Gruß, Zoelomat

Hallo,

so langsam finde ich es hier „lustig“

Wenn du mitteilen würdest, ob du für die Einstellung und eine eventuelle Kündigung verantwortlich bist, würde es die Antwort erleichtern.

Wir (damit meine ich die ganze Abteilung inkl. meiner Person)
werden hier in die Schublade der „Mobbenden“ gesteckt, weil
wir versuchen, einen Kollegen zu integrieren?

Und wer von euch soll jetzt die Entscheidung treffen? Du? Alle? Keiner?

Und weil wir erst einmal herausfinden müssen, wie er tickt?

Für wen? Für den/diejenige die entscheidet? Du müsstest zu deiner Rolle etwas mehr sagen, dann kann man dir konkreter Hinweise oder Ratschläge geben. Was und in welche Richtung du denken und handeln könntest. Ist es ein Problem deiner Verantwortung oder deiner Emotion in diesem konkreten Fall?

Grundsätzlich ist Mobbing eine „nicht sachbezogene“ Aktivität, die den Betroffenen zu einer Entscheidung zwingen soll. Oder die Beeinflussung eines anderen (der entscheiden muss) zu Lasten des Betroffenen.

Ich habe den Verdacht, du bist entscheidend an der Entscheidung (mit)beteiligt. Sie fällt dir schwer. Und willst es dir, deinen Kollegen, dem Betroffenen recht machen. Das wird nicht funktionieren.

Wenn es nur darum ging ihn loszuwerden… Dafür braucht man in
der Probezeit nun wirklich keine Gründe.

Die von dir genannten Gründe (er erledigt seine Aufgaben) sind nicht gerade überzeugend. Emotionales steht im Vordergrund.

Und ich fühle mich hier schon ein wenig angegriffen. Mobbing
hat für mich was im Sinne von „Vorsatz“.

Das „schwebende Verfahren“ wird sich bei Fortführung des Arbeitsverhältnisses aller Voraussicht nach fortsetzen, verstärken.

Franz

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Hallo!

Ich weiss nicht, wie ich es noch formulieren soll. Er erfüllt
die erforderte Arbeitsleistung.

Das hast Du mehrmals betont. Deswegen sehe ich keinen Grund, warum er nicht bei euch arbeiten sollte.

Alles andere scheinen eher Befürchtungen zu sein, die durch die ungewohnte sozuiale Situation ausgelöst werden. Wenn er wirklich Asperger ist, dann fällt ihm die wirklich notwendige Kommunikation mE nicht schwer - nur das, was darüber hinausgeht.

Gruß,
Max

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Hallo Monroe,
ich meine, dass Du Und Euer Team sich durchaus konstruktiv mit der „Problematik“
Eures vielleicht zukünftigen Kollegen auseinandersetzt. Einen guten Ansatz finde ich, dass Ihr Euer Kommunikationsverhalten reflektiert und es auf den Kollegen abzustimmen versucht. Eure Bedenken finde ich gerechtfertigt. Ist es bei Euch so, dass am Ende der Probezeit ein Gespräch stattfindet, bei dem beide Seiten ihre Empfindungen darstellen? Da sollten Eure Bedenken, ob der Kollege dem „Sozialen Druck“ standhalten kann, unbedingt angesprochen werden. Vielleicht kann der Kollege aus diesem Gespräch für sich einen Plan entwerfen, wo seine „Baustellen“ sind. Der Berufsalltag ist kein Gruppenkuscheln, aber soziale Kompetenzen müssen eben auch da sein! Aber Befürchtungen wie „er könnte krank werden“ sind spekulativ und hindern am Vorausschauen.
Lieber Gruß und alles Gute für den Kollegen und Euch, Gabi

Wenn ihr euch nicht sicher seid, solltet ihr die Probezeit verlängern. Eine andere Möglichkeit wäre, ihm nur einen befristeten Arbeitsvertrag anzubieten.

Hallo,

also ich habe auch ein Sternchen gegeben für den o.g. Artikel. Nur: dieses Sternchen bezieht sich ja nicht auf das Wort rausmobben (hinter dem auch noch steht: mal übertrieben ausgedrückt…). Mein Sternchen bezieht sich auf: ihr solltet nicht versuchen, ihn in Eure Norm zu pressen. Insofern liest du vielleicht auch mehr raus, als eigentlich vorhanden ist.

Wenn er die Arbeitsanforderungen erfüllt, muss er ja nicht noch der KOmmunikations-Guru sein. Vielleicht braucht er auch einfach Zeit, Vertrauen zu fassen?
Du schreibst auf der einen Seite, Kommunikation sie in Eurem Bereich nicht sooo wichtig. Andererseits weist du darauf hin, dass man ihm gesagt hatte, wie überaus wichtig Kommunikation ist,auch wenn der Anteil gering ist.

Was spricht eigentlich dagegen, wenn ein Personal-Verantwortlicher bei Euch mal in Ruhe mit ihm spricht. Wenn es so auffällig ist, dann weiß er das bestimmt auch.

Vorteil: ihr müsst euch keine eigenen „Behinderungen“ oder „Krankheiten“ suchen und Gedanken machen…
(ich finde es nämlich erschreckend, wie schnell man hier mit dem Wort „Behinderung“ dabei war… ohne HIntergründe zu kennen. Ich kannte mal einen, der hat überhaupt nichts von sich erzählt, war immer für sich alleine, hat seine Arbeit erledigt. Irgendwann stellte sich heraus, dass er irgendwo ziemlich gemobbt worden war und einfach in zukünftigen Jobs keine Angriffsfläche bieten wollte. Also: so wenig Kommunikation wie möglich). Ja, ich weiß, dass hier mehrere Beobachtungen vorliegen. Trotzdem handelt es sich hier darum, ob jemand seinen JOB behält!

LG
Shannon

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Ich habe Shim Pan Sen nicht so verstanden dass er dir und deinen Kollegen vorwirft dass ihr ihn mobbt oder ähnliches.

Wie lang geht seine Probezeit bis jetzt? Wäre eine Befristetes Verhältnis möglich?
Wenn er bis jetzt gut gearbeitet hat, in seiner Probezeit finde ich dass er es „verdient“ auch weiter angestellt zu bleiben. Vielleicht bessert er sich ja sogar noch. Du sagst während der Probezeit hat er sich nicht verbessert in seiner Kommunikation. Da kommts jetzt natürlich drauf an wie lange die gedauert hat.
Für „normale“ Menschen ist es sicherlich normal wenn man innerhalb eines halben Jahres hochschalten und volle Leistung geben kann in jeder Hinsicht.
Sollte er wirklich eine wie auch immer geartete Störung haben, kann es sein dass er unvergleichsmäßig viel länger braucht (3 Jahre? 5 ?).

Sprecht ihn dochmal drauf an und damit meine ich jetzt am besten einen Vorgesetzen oder ähnliches und am besten unter 4 Augen. Da wüsstet ihr auch wenigstens mal wie er über seine Leistung denkt .

Ansonsten wäre denke ich ein Befristetes Arbeitsverhältnis noch die beste Lösung.

Ich persönlich würde ihn nicht allein wegen seiner persönlichen Mängel, die sich scheinbar bisher noch nicht arg auf seine Leistung im Beruf widerspiegeln (so wie du schriebst, hatte ich den Eindruck, dass du das bisher nur befürchtest) nicht verlängern, sondern im sicherlich eine Chance geben.

Diesem Artikel würde ich gerne ein dickes fettes goldenes Sternchen verpassen. (Darf noch nicht weil Neuling ;D )

@Monroe
niemand unterstellt dir eine bösartige Absicht oder dass du es absichtlich machst oder genießt oder ähnliches.
Sowas kann auch passiv passieren und dennoch vorhanden sein und meistens resultiert, sowas ja eh aus der Gruppendynamik heraus.

Dem Zitat möchte ich mich anschließen:
Igeline: „Es gibt überhaupt keinen Grund, ihn zu entlassen. Er macht seine Arbeit gut.“

Hi

Ein paar Stichworte sind eine Überlegung wert , andere Dinge sind eher persönlicher Natur .
Mein Kollegen treffen sich auch gelegentlich zum Feierabendbier oder am Wochenende bei einem Fussballspiel als Zuschauer usw , wo ich nicht dabei bin .
nur weil mich Fussball nicht interessiert und ich anderen Sportarten nachgehe , die meine Kollegen nicht interessiert , kapsele ich mich nicht von der Gruppe ab.

Auch das ich kein Feierabend Bier trinke , grenzt mich nicht von der Gruppengemeinschaft aus , da ich noch mit dem Auto rund 25 km nach Hause zu fahren habe .
Nachher passiert da etwas auf dem Heimweg , Führerschein weg , Arbeitsstelle weg , und dann …?

Auf Weihnachtsfeiern gehe ich auch nicht mehr hin , ich hatte vor Jahren eine Magen OP , seit dem muss ich auf das Essen aufpassen .
bislang gab es immer nur „gutes fettiges Rheinländisches“ und das geht gar nicht .
Also was soll ich tun , Hingehen und mich neben einen leeren Teller setzen , oder Essen und auf eine Magenkolig warten , was zuletzt bei 3 Weihnachtsfeiern passiert ist , bis ich dann beschlossen habe an keiner Weihnachtsfeier , weder vom Verein , noch von der Firma teilzunehmen.

in wieweit Private Sachen die ganze Firma angeht , ob man z.b. am Abend zuvor mit einem Freundeskreis kegeln war , einen Urlaub in Malle plant oder mit der Partnerin einen guten S… hatte , gibt niemand etwas an .

Ob man Kritik einstecken kann oder nicht , liegt an der Bildung und am Charakter der Person .
Auf meiner Baustelle hat die Tage ein Leiharbeiter auch mit Dreck herumgesaut , die Kundin beschwerte sich beim Chef und ich bekam den Abriss , obwohl ich zu dem Zeitpunkt davon gar nichts wusste .

die Frage ist ob ich diese Diskussion eskalieren lassen sollte , zu sagen : das war ich nicht , das war der Leiharbeiter und dann die Antwort vom Chef : es ist aber deine Baustelle usw usw , da nehme ich das auch einfach hin , sage ja und Amen und suche mir dann den Betreffenden unter 4 Augen .
Das ich in dem moment , wenn der Chef mir eine Abfuhr erteilt auch nicht gerade freudenstrahlend aus dem Büro komme , ist doch normal , oder ?

Also einige Punkte würde ich nicht so hoch bewerten

Toni

Hi,

Wir (damit meine ich die ganze Abteilung inkl. meiner Person)
werden hier in die Schublade der „Mobbenden“ gesteckt, weil
wir versuchen, einen Kollegen zu integrieren?

Ich meinte es eher so, daß man auch unbeabsichtigt mobben kann.

Und weil wir erst einmal herausfinden müssen, wie er tickt?

Warum müßt Ihr das? Ich würde es ihm selbst überlassen, Euch mitzuteilen, wie er tickt.

Ich weiss nicht, wie ich es noch formulieren soll. Er erfüllt
die erforderte Arbeitsleistung. Es ist ihm aber anzumerken,
dass die dafür notwendige Kommunikation für ihn ein absoluter
Kraftakt ist. Weniger Kommunikation ist auch durch
Umverteilung nicht möglich, da können wir ihn nicht weiter
unterstützen. Es gibt aber genügend Leute, die krank werden,
weil sie täglich unter Stress stehen. Und wenn die
Kommunikation so einen STress für ihn darstellt, ist auf Dauer
keinem geholfen.

Die nötige Kommunikation zu meistern ist doch seine Aufgabe, nicht wahr? Warum machst Du das so sehr zu Deinem eigenen Problem? Du konstruierst hier etwas, das er vielleicht gar nicht so sieht, d. h. mir erscheint es, als wolltet Ihr ihm mit Gewalt (übertrieben ausgedrückt) Fürsorge angedeihen lassen.

Überlegt mal, wie es auf ihn wirken muß, wenn er von den Kollegen wie ein Depp behandelt wird (wieder übertrieben ausgedrückt). Wenn’s da an der Selbstsicherheit fehlt, dann schüchtert ihn das vielleicht noch zusätzlich ein.

Ich weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken soll, denn ich bin ja, wie gesagt, kein Psychologe und kenne natürlich auch die näheren Umstände nicht. Ich würde ihn einfach machen lassen und ihn die Probleme, die Ihr bei ihm vermutet, selbst lösen lassen.

Gruß S

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