So Harald, dann leg mal los

Hallo zusammen,

ich befinde mich auf quasi auf Aufforderung hier, selber finde ich das Thema, welches ich gelich anscheiden werde eher belanglos (und auch irgendwie geschmacklos). Da aber von gleich zwei Personen darauf angesprochen wurde mich darüber auszubreiten (bzw. eines besseren belehrt zu werden) folgt nun folgende Diskussion (wer das Thema nicht mag zapppt besser weg, könnte unangenehm werden):

Rassismus im Alten Testament

Ich lege hierzu folgende Beweise (da es alles Bibelzitate sind, handelt es sich nicht(!) lediglich um Meinungen) vor:

Abraham als Rassist:
Abraham ist offensichtlich ein Immigrant, der seine Familie „ethnisch rein“ halten möchte, nicht unähnlich einigen türkischen und arabischen Familienpatriarchen heutzutage (was ja auch zu Recht kritisiert wird):

1. Mose 24:37
So ließ mein Herr mich schwören, indem er sprach: ‚Du sollst für meinen Sohn keine Frau von den Töchtern der Kanaanitern nehmen, in deren Land ich wohne. Nein, sondern du wirst in das Haus meines Vaters und zu meiner Familie gehen, und du sollst für meinen Sohn eine Frau nehmen.‘

Sklavenhaltung im AT
Das AT geht mit dem Thema Sklavenhaltung, einer der schlimmsten Formen des Rassismus, als völlig selbstverständlich um. Allerdings nur solange kein Jude ein Sklave ist. Einige Belege:

Leviticus 25:44-46 (Institution der Sklaverei):
Willst du aber leibeigene Knechte und Mägde haben, so sollst du sie kaufen von den Heiden, die um euch her sind;
und auch von den Kindern der Gäste, die Fremdlinge unter euch sind, und von ihren Nachkommen, die sie bei euch in eurem Land zeugen; dieselben mögt ihr zu eigen haben;
und sollt sie besitzen und eure Kinder nach euch zum Eigentum für und für; die sollt ihr leibeigene Knechte sein lassen. Aber von euren Brüdern, den Kindern Israel, soll keiner über den andern herrschen mit Strenge.

Leute, die Juden als Sklaven haben, aber:

Deuteronomium 24:7
Wenn jemand gefunden wird, der aus seinen Brüdern, aus den Kindern Israel, eine Seele stiehlt, und versetzt oder verkauft sie: solcher Dieb soll sterben, daß du das Böse von dir tust.

Sklaven sind natürlich keine Menschen, denn Menschen dürfen natürlich nicht getötet werden. Sklaven aber schon:

Exodus 21:28-32
21:28 Wenn ein Ochse einen Mann oder ein Weib stößt, daß sie sterben, so soll man den Ochsen steinigen und sein Fleisch nicht essen; so ist der Herr des Ochsen unschuldig.
21:29 Ist aber der Ochse zuvor stößig gewesen, und seinem Herrn ist’s angesagt, und hat ihn nicht verwahrt, und er tötet darüber einen Mann oder ein Weib, so soll man den Ochsen steinigen, und sein Herr soll sterben.
21:30 Wird man aber ein Lösegeld auf ihn legen, so soll er geben, sein Leben zu lösen, was man ihm auflegt.
21:31 Desgleichen soll man mit ihm handeln, wenn er Sohn oder Tochter stößt.
21:32 Stößt er aber einen Knecht oder eine Magd, so soll er ihrem Herrn dreißig Silberlinge geben, und den Ochsen soll man steinigen.

Aber mit Sklaverei und Rassismus in der eigenen Familie ist es nicht genug; Mord, Plünderungen und ethnische Säuberungen werden von Gott befohlen und ausgeführt:

_Deuteronomium 2:34-35
2:34 Da gewannen wir zu der Zeit alle seine Städte und verbannten alle Städte, Männer, Weiber und Kinder und ließen niemand übrigbleiben.
2:35 Allein das Vieh raubten wir für uns und die Ausbeute der Städte, die wir gewannen.

Deuteronomium 3:6-7
3:6 Und wir verbannten sie, gleich wie wir mit Sihon, dem König zu Hesbon, taten. Alle Städte verbannten wir, mit Männern, Weibern und Kindern.
3:7 Aber alles Vieh und den Raub der Städte raubten wir für uns._

Dagegen nehmen sich dies Passagen, die lediglich von Vertreibung und Landnahme sprechen, fast harmlos aus:

Exodus 23:31-33
23:31 Und will deine Grenze setzen von dem Schilfmeer bis an das Philistermeer und von der Wüste bis an den Strom. Denn ich will dir in deine Hand geben die Einwohner des Landes, daß du sie sollst ausstoßen vor dir her.
23:32 Du sollst mit ihnen oder mit ihren Göttern keinen Bund machen;
23:33 sondern laß sie nicht wohnen in deinem Lande, daß sie dich nicht verführen wider mich. Denn wo du ihren Göttern dienst, wird dir’s zum Fall geraten.

Soweit eine kleine Auswahl, da bin ich ja mal gespannt, was ich so zu hören bekomme.

Grüße,

Anwar

Hallo,

Aber mit Sklaverei und Rassismus in der eigenen Familie ist es
nicht genug; Mord, Plünderungen und ethnische Säuberungen
werden von Gott befohlen und ausgeführt:

Eine interessante Lektüre dazu fand ich

Peter Bensch: Rein und Unrein. Das biblische Sexaultabu. Triga 1996. ISBN 3931559130 Buch anschauen

Da ich aber kein Bibelexperte bin, kann ich nicht sagen, in wie weit seine Schlußfolgerung:
Angst vor Ansteckung -> Ansteckung bei kultischen Orgien mit fremden Stämmen -> Unreinheit der Nichtjuden -> Ausrottung der Unreinen bei der Landnahme
zutreffend ist.

viele Grüße,

Ralf

hi,

eine brett-teilung wäre mal wieder angebracht!
was willst du hören? theologische argumente? aus welcher denomination? oder doch lieber so etwas:

Angst vor Ansteckung -> Ansteckung bei kultischen Orgien
mit fremden Stämmen -> Unreinheit der Nichtjuden ->
Ausrottung der Unreinen bei der Landnahme
zutreffend ist.

eine interessante these, die allerdings nichts mit bibelexperten zu tun hat. das fällt wohl eher in den bereich sozialgeschichte, religionswissenschaft und medizin.

gruß
datafox

Argumente…?
Hallo,

eine brett-teilung wäre mal wieder angebracht!

Naja, da ich hier ausschießlich Bibelzitate als Textbeweise verwendet haeb finde ich es hier schon ganz richtig. Außerdem hat mich Harald selber dazu aufgefordert das Thema hier zu eröffnen, da wird er wohl nicht meckern. :smile:

was willst du hören? theologische argumente? aus welcher
denomination?

WEnn Du so fragst: Am besten aus gar keiner Denomination. Gläubige sind immer so fanatisch und wollen unbedingt Recht haben. Ich kann Dir leider gar nicht so genau sagen, welche Argumente ich hören „möchte“, da IMHO an meiner Beweisführung gar nichts auszusetzen ist und die Textstellen doch wohl für sich sprechen.

eine interessante these, die allerdings nichts mit
bibelexperten zu tun hat. das fällt wohl eher in den bereich
sozialgeschichte, religionswissenschaft und medizin.

In jedem Fall kann auch eine rationale Erklärung (genausowenig wie eine spirituelle) den Fakt, dass es sich bei den dargelegten Fällen um Rassismus handelt, nicht aufheben. Auch die (amerikanischen) Südstaatler hatten sicherlich rationale Argumente für die Sklavenhaltung, ebenso wie die meisten anderen Verbrecher, die Rassismus in ähnlicher Art praktiziert haben und (leider) noch praktizieren.
Ein rational-wissenschaftlich solides Argument muss ja nicht rechtschaffen oder moralisches richtig sein.

Gruß,

Anwar

hallo,

Ein rational-wissenschaftlich solides Argument muss ja nicht
rechtschaffen oder moralisches richtig sein.

wohin soll eine antwort zielen? was ist überhaupt die frage? wie die stellen zustandekamen? zum krieg: das war einfach damaliges kriegsrecht: der verlierer durfte nicht am leben bleiben, da es kultische gründe dagegen gab. der stammesgott kämpfte immer mit. die ausführungen sind also nichts besonderes. jedes damalige volk hat so gekämpft, wobei kampf eher eine größerangelegte rauferei war und volk ein haufen von ein paar hundert mann. zur sklaverei: sie war normal bis vor wenige jahrhunderte. die einschlägige kulturelle region bildet da keine ausnahme.

die interessantere frage ist aber, wie der text HEUTE interpretiert wird. dazu kann man kurz und bündig nur eins sagen: ohne textstudium PLUS die weiterführenden kommentare und schriften fruchtet das nichts. es bleibt dilettantismus - und das meistens zum zwecke der hetze: wahlweise nimmt man das alte testament und den talmud gegen das judentum, den koran gegen moslems, das evangelium gegen christen… sie alle kann man auf diese weise zu widerlichen rassisten und blutrünstigen verbrechern stilisieren, nichts einfacher als das…

gruß
datafox

1 „Gefällt mir“

Warum hat Michelangelo Moses wohl als Teufel mit zwei Hörnern dargestellt?

In gewissen Kreisen weiß man halt etwas mehr.

mfg
rolf

na dann schaun wir mal
Hallo Anwar,

Abraham als Rassist:
Abraham ist offensichtlich ein Immigrant, der seine Familie
„ethnisch rein“ halten möchte, nicht unähnlich einigen
türkischen und arabischen Familienpatriarchen heutzutage (was
ja auch zu Recht kritisiert wird):

1. Mose 24:37
So ließ mein Herr mich schwören, indem er sprach: ‚Du sollst
für meinen Sohn keine Frau von den Töchtern der Kanaanitern
nehmen, in deren Land ich wohne. Nein, sondern du wirst in das
Haus meines Vaters und zu meiner Familie gehen, und du sollst
für meinen Sohn eine Frau nehmen.‘

Das mag auf den ersten Blick rassistisch aussehen. Es ist aber religionsbedingt.

Die Kanaaniter glaubten an andere Götter als Abraham.
Es ist auch heute noch ein Problem, wenn die Ehepartner verschiedenen Religionen nachfolgen. Abgesehen davon, dass es hier in einer wichtigen Frage keine Einheit gibt, widersprechen sich Religionen oft so sehr, dass ein friedliches Zusammenleben undenkbar ist.

Sklavenhaltung im AT
Das AT geht mit dem Thema Sklavenhaltung, einer der
schlimmsten Formen des Rassismus, als völlig
selbstverständlich um.

Dass es sich bei Sklavenhaltung um Rassismus handelt, ist eine Interpretation des 20. Jhdt.

Sklaven gab es zu jeder Zeit und in vielen Kulturen.
Das besondere am Alten Testament ist aber, dass die Versklavung der eigenen Staatsbürger untersagt wurde.
Leider hat das Christentum diese Regelung nicht übernommen. Und so war es im Mittelalter möglich, dass deutsche Sklaven bei deutschen Herren dienten.
Somit ist das AT menschenfreundlicher als das Christentum.

Sklaven sind natürlich keine Menschen, denn Menschen dürfen
natürlich nicht getötet werden. Sklaven aber schon:

Exodus 21:28-32
21:28 Wenn ein Ochse einen Mann oder ein Weib stößt, daß sie
sterben, so soll man den Ochsen steinigen und sein Fleisch
nicht essen; so ist der Herr des Ochsen unschuldig.
21:29 Ist aber der Ochse zuvor stößig gewesen, und seinem
Herrn ist’s angesagt, und hat ihn nicht verwahrt, und er tötet
darüber einen Mann oder ein Weib, so soll man den Ochsen
steinigen, und sein Herr soll sterben.
21:30 Wird man aber ein Lösegeld auf ihn legen, so soll er
geben, sein Leben zu lösen, was man ihm auflegt.
21:31 Desgleichen soll man mit ihm handeln, wenn er Sohn oder
Tochter stößt.
21:32 Stößt er aber einen Knecht oder eine Magd, so soll er
ihrem Herrn dreißig Silberlinge geben, und den Ochsen soll man
steinigen.

Der Text beweist das Gegenteil von dem, was Du aussagen wolltest.
29 _Falls jedoch das Rind schon vorher stössig war, und sein Besitzer ist gewarnt worden, hat es aber nicht verwahrt: falls es [dann] einen Mann oder eine Frau tötet, soll das Rind gesteinigt und auch sein Besitzer getötet werden. _

Der Besitzer ist in keinem Fall ein Sklave!

Würde man dieses Gesetz auf heutige Hundehalter anwenden, wer weiss - vielleicht würden einige ihre scharfen Lieblinge besser verwahren.

Aber mit Sklaverei und Rassismus in der eigenen Familie ist es
nicht genug; Mord, Plünderungen und ethnische Säuberungen
werden von Gott befohlen und ausgeführt:

_Deuteronomium 2:34-35
2:34 Da gewannen wir zu der Zeit alle seine Städte und
verbannten alle Städte, Männer, Weiber und Kinder und ließen
niemand übrigbleiben.
2:35 Allein das Vieh raubten wir für uns und die Ausbeute der
Städte, die wir gewannen.

Deuteronomium 3:6-7
3:6 Und wir verbannten sie, gleich wie wir mit Sihon, dem
König zu Hesbon, taten. Alle Städte verbannten wir, mit
Männern, Weibern und Kindern.
3:7 Aber alles Vieh und den Raub der Städte raubten wir für
uns._

na ja, Krieg ist immer eine häßliche Sache.
Aber das war gängige Praxis in der damaligen Zeit.
Da bildeten die Israeliten keine Ausnahme.

Soweit eine kleine Auswahl, da bin ich ja mal gespannt, was
ich so zu hören bekomme.

In dieser Auswahl fehlt der Beweis, dass Nichtjuden im AT als Untermenschen angesehen werden.

Gruss Harald

Hallo Rolf,

den „gehörnten Mose“ findet man ausschließlich in vergleichsweise jungen christlichen Darstellungen. Sie gehen auf einen Schreibfehler in der Vulgata zurück: Cornutus = Gehörnt statt Coronatus = Gekrönt.

Hier braucht man also keine Dunkelmännerei zu argwöhnen.

Nachdem wir hier kurzerhand einen ideologischen Begriff aus dem 18.-21. Jahrhundert (Rassismus) auf die bronzezeitliche Sklavenhaltung anwenden - dem Glücklichen schlägt weder Tag noch Stunde - wäre es vielleicht angezeigt, nicht grade auch noch den „gehörnten Mose“ ins Feld zu führen…

Michelangelo war ein begnadeter Künstler der Renaissance, und wenige Epochen der Geistesgeschichte sind weiter von Dunkelmännerei, Illuminatentum, Geheimwissenschaften entfernt als gerade diese.

Schöne Grüße

MM

Hallo Rolf,

den „gehörnten Mose“ findet man ausschließlich in
vergleichsweise jungen christlichen Darstellungen. Sie gehen
auf einen Schreibfehler in der Vulgata zurück: Cornutus =
Gehörnt statt Coronatus = Gekrönt.

Dann hat man aber lange mit diesem *Scheibfehler’ gelebt…

rolf

Hallo,

Dann hat man aber lange mit diesem *Schreibfehler’ gelebt…

das stimmt und wäre auch nicht so recht plausibel. Die Erklärung vom Schreibfehler ist verkürzt und falsch (da aus dem lückenhaften Gedächtnis wiedergegeben); habe mich grad nochmal kundig gemacht und festgestellt, dass der Fehler eine Schicht tiefer liegt: Nicht im bloßen Schreiben, sondern bereits in der Übersetzung des hebräischen Wortes „queren“ (ich weiß nicht, ob die lateinische Umschrift richtig ist): „Erleuchtet“ (Ganz konkret, keineswegs metaphysisch: Moses’ Antlitz bei Rückkehr vom Sinai infolge persönlicher Begegnung mit dem Herrn - er kam offenbar strahlend daher, mit den Tafeln unterm Arm) und „Gehörnt“. Das kann mit den nicht geschriebenen Vokalen zu tun haben, ich kann Hebräisch weder lesen noch verstehen.

Leider auch sehr wenige christliche Theologen: Mit Latein und Griechisch war und ist bei sehr vielen Ende der Fahnenstange. Daher die lange Zeit, die man mit dem gehörnten Mose gelebt hat.

Mose war übrigens auch Brillenträger, was wollen wir da hinein deuten? Dass er viel studiert und gelesen hat und davon kurzsichtig wurde? Dass er technische Geheimnisse beherrschte, die erst ein paar tausend Jahre nach seiner Zeit populär wurden?:

http://www.ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/www/…

Schöne Grüße

MM

qeren

Nicht im bloßen Schreiben, sondern
bereits in der Übersetzung des hebräischen Wortes „queren“
(ich weiß nicht, ob die lateinische Umschrift richtig ist):
„Erleuchtet“ (Ganz konkret, keineswegs metaphysisch: Moses’
Antlitz bei Rückkehr vom Sinai infolge persönlicher Begegnung
mit dem Herrn - er kam offenbar strahlend daher, mit den
Tafeln unterm Arm) und „Gehörnt“. Das kann mit den nicht
geschriebenen Vokalen zu tun haben, ich kann Hebräisch weder
lesen noch verstehen.

qeren bedeutet etwas, das geradlinig von etwas absteht - mein persönlicher versuch der erklärung *g*. es ist einerseits das horn (bei einem tier, heute auch das musikinstrument, oder das material zb. karnit = hornhaut) oder auch der strahl wie der sonnenstrahl oder zb. keren or = lichtstrahl oder karney-X = röntgenstrahlen. das verb „strahlen“ bzw. „hörnerhaben“ ist ebenfalls ein homonym. also wenn einer strahlt, dann hat er natürlich meistens keine hörner… saudummer übersetzungsfehler erster güte.

lat. cornu, dt. horn hat wahrscheinlich dieselbe wurzel.

gruß
datafox

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Hallo Harald,

Das mag auf den ersten Blick rassistisch aussehen. Es ist aber
religionsbedingt.

Aber da gibt es doch gar keinen Unterschied. Für Hitler, oder, wenn man den Hitlervergleich nicht mag, z.B. für die Südstaatler (USA) war die Ablehnung einer Ehe mit Juden resp. Sklaven auch ethisch-religiös bedingt. Das Argument „Ich bin kein Rassist, ich bin nur religiös“ ist ein sehr fadenscheiniges.

Die Kanaaniter glaubten an andere Götter als Abraham.
Es ist auch heute noch ein Problem, wenn die Ehepartner
verschiedenen Religionen nachfolgen. Abgesehen davon, dass es
hier in einer wichtigen Frage keine Einheit gibt,

Du befürwortest also Ghettoisierung (die sich automatisch als Folge von intrareligiöser/intraethnischer Heiraten herausbildet) und Trennung religiöser Gruppen? Willkommen im Mittelalter!

widersprechen sich Religionen oft so sehr, dass ein
friedliches Zusammenleben undenkbar ist.

Ja, leider. Das ist ja das Problem mit Religionen.

Dass es sich bei Sklavenhaltung um Rassismus handelt, ist eine
Interpretation des 20. Jhdt.

Da die Sklavenhaltung aber von Gott befohlen wurde und die Inhalte des AT auch heute noch Gültigkeit haben (denn sonst hätte Gott ja seine Meinung geändert, eine sehr unwahrscheinliche, um nicht zu sagen paradoxe Annahme, bei einem omniscienten Wesen!), kann man diese Aussagen auch nach heutigem Wissensstand beurteilen.

Das besondere am Alten Testament ist aber, dass die
Versklavung der eigenen Staatsbürger untersagt wurde.

[…]

Somit ist das AT menschenfreundlicher als das Christentum.

Das ist eine verquere Logik. Während andere Kulturen „wenigstens“ noch ihre eigenen Staatsbürger versklavt haben, war dies den Juden verboten. Soweit so gut, dass ist noch nicht schlimmm. Aber die Juden waren sogar dazu aufgerufen andere, die es ihnen gleichtaten (und somit Juden versklavten) umzubringen. Das AT misst also mit zweierlei Maß: Gute Menschen (Juden), die nicht versklavt werden dürfen, und schlechte Menschen (alle anderen), die versklavt werden dürfen.

Leider hat das Christentum diese Regelung nicht übernommen.
Und so war es im Mittelalter möglich, dass deutsche Sklaven
bei deutschen Herren dienten.

Eine Qualifizierung durch Vergleich ist unzulässig. Auch heute noch ist Sklaverei, Mord und Totschlag usus (bei weit über 50% der Weltbevölkerung). Ich hoffe nicht, dass Du deshalb die Bürger- und Menschenrechte abschaffen willst, weil wir dann im Vergleich zu anderen „immer noch ganz gut dastehen“.

Der Text beweist das Gegenteil von dem, was Du aussagen
wolltest.

Das worauf ich hinaus wollte war etwas anderes:

21:29 Ist aber der Ochse zuvor stößig gewesen, und seinem
Herrn ist’s angesagt, und hat ihn nicht verwahrt, und er tötet
darüber einen Mann oder ein Weib, so soll man den Ochsen
steinigen, und sein Herr soll sterben.

vs.

21:32 Stößt er aber einen Knecht oder eine Magd, so soll er
ihrem Herrn dreißig Silberlinge geben, und den Ochsen soll man
steinigen.

Einmal ist’s ein Verbrechen, ein andernmal ein Vergehen, welches durch Kompensation (an den Besitzer!) wiedergutgemacht werden kann.

na ja, Krieg ist immer eine häßliche Sache.
Aber das war gängige Praxis in der damaligen Zeit.
Da bildeten die Israeliten keine Ausnahme.

In der geschilderten Absolutheit (komplette genozidäre Auslöschung) ist es durchaus beachtlich, auch für die damaligen Verhältnisse (sonst hätte es nach kurzer Zeit gar keineMenschen mehr gegeben). Außerdem geht die rein historische Argumentation an einem wesentlichen Punkt vorbei:
Während die Nachkommen der damaligen Hethiter, Agypter, Assyrer, Griechen, Perser usw. inzwischen von Ihrem Fehlglauben abgerückt sind (oder betet noch irgendjemand, mit Ausnahme von ein paar versprengten Neopaganen, Baal, Asasel oder sonstwen an?), wird das AT nach wie vor als „Wort Gottes“ verstanden und gepredigt.

In dieser Auswahl fehlt der Beweis, dass Nichtjuden im AT als
Untermenschen angesehen werden.

Gut, nach Deiner Auffassung war ja wohl auch die amerikanische Sklavenhaltung völlig normal und man kann eigentlich nichts daran aussetzen (immerhin waren die ja solche Gutmenschen, dass sie keine Weißen versklavt haben!). Fakt ist doch: Wer eine ethnische Unterscheidung nach „versklavbar“ und „nicht versklavbar“ macht, der definiert automatisch die „versklavbaren“ Völker als „Untervölker“; welche Argumentation sollte es sonst für diese Unterscheidung geben?

Grüße,

Anwar

Hallo,

zuerst möchte ich noch einmal anmerken, dass der Ausgangspunkt die Behauptung war, dass eine Jüdin ausgehend vom sogenannten „Alten Testament“ alle Nichtjuden für Untermenschen halten würde. Hier hilft es natürlich nicht, nur aufzuzeigen, wo man Rassismus im Tanach findet.

[…] Da aber von
gleich zwei Personen darauf angesprochen wurde mich darüber
auszubreiten (bzw. eines besseren belehrt zu werden) folgt nun
folgende Diskussion (wer das Thema nicht mag zapppt besser
weg, könnte unangenehm werden)

Wobei ich obige Behauptung legt haben will, dass Rassismus von Juden im Tanach eingefordert wird. Mir wird es also nicht reichen, nur Rassismus aufzuzeigen.

So ließ mein Herr mich schwören, indem er sprach: ‚Du sollst
für meinen Sohn keine Frau von den Töchtern der Kanaanitern
nehmen, in deren Land ich wohne. Nein, sondern du wirst in das
Haus meines Vaters und zu meiner Familie gehen, und du sollst
für meinen Sohn eine Frau nehmen.‘

Ich erkenne erst einmal keinen Rassismus, wenn jemand für seinen Sohn im bekannten Umfeld eine Frau sucht. Eigentlich alle mir bekannten Religion fordern dieses von ihren Anhängern ein. Das kann man kritisieren, ich sehe hier aber den Wunsch, einen passenden Partner zu finden.

Das AT geht mit dem Thema Sklavenhaltung, einer der
schlimmsten Formen des Rassismus, als völlig
selbstverständlich um.

Ein Blick in ein Geschichtsbuch würde zeigen, dass dieses damals auch in diesem Sinn selbstverständlich war. Aber erst das Judentum löst sich hiervor und gibt einem gekauften Sklaven (also jemand, der diesen Status schon davor hatte) weitestgehende Rechte und ermöglicht ihm einen langsamen Übergang in ein freies Leben.

Das Selbstverständliche ist hier also nicht die Sklaverei sondern deren Überwindung. In diesem Sinne ist auch die Lehre aus dem Exodus, dass haSchem freie Menschen will. Und genauso wie das Volk erst langsam in der Wüste lernen musste, so auch zu leben, genauso sollen wir auch später unfreie Menschen in die Freiheit führen.

Sklaven sind natürlich keine Menschen, denn Menschen dürfen
natürlich nicht getötet werden. Sklaven aber schon:

Jetzt kommen wir zu dem Punkt, wo die Auslegung anhand der deutschen Übersetzung etwas scher wird, aber auch hier:

21:28 Wenn ein Ochse einen Mann oder ein Weib stößt, daß sie
sterben, so soll man den Ochsen steinigen und sein Fleisch
nicht essen; so ist der Herr des Ochsen unschuldig.
[…]
21:32 Stößt er aber einen Knecht oder eine Magd, so soll er
ihrem Herrn dreißig Silberlinge geben, und den Ochsen soll man
steinigen.

kann man dieses so sehen, dass bei Sklaven die Zahlung hinzu kommt.

Soweit eine kleine Auswahl, da bin ich ja mal gespannt, was
ich so zu hören bekomme.

Zu den Passagen über die Landnahme und Wüstenwanderung sage ich erst einmal nichts, da diese komplexer sind. Hier darum nur der Hinweis, dass deine Interpretation dieser Stellen nicht sehr glaubwürdig ist, wenn später von den vielen Überlebenden die Rede ist. Sollte hier also wirklich ein Völkermord stattgefunden haben, woher kommen dann später die ganzen Fremden im Land? Ja, warum sollte es umfangreiche Anweisungen geben, wie mit den Fremden umgegangen werden soll, wenn diese vorher alle umgebracht werden. Nein, hier muss man den Text genau lesen und sich vor Augen halten, dass der Tanach in sich schlüssig sein muss. Wenn also haSchem uns Mord verbietet er nicht an anderer Stelle uns dazu auffordern kann. Aufgrund der Ausgangslage befürchte ich aber, dass heran erst einmal kein Interesse besteht.

Offen ist mir jetzt immer noch, warum nun Juden alle Nichtjuden für Untermenschen halten sollen. Kommt dazu auch noch etwas?

Scholem,
Eli

WEnn Du so fragst: Am besten aus gar keiner Denomination.
Gläubige sind immer so fanatisch und wollen unbedingt Recht
haben. Ich kann Dir leider gar nicht so genau sagen, welche
Argumente ich hören „möchte“, da IMHO an meiner Beweisführung
gar nichts auszusetzen ist und die Textstellen doch wohl für
sich sprechen.

Äh, wer will hier unbedingt Recht haben? Dein Ausgangspunkt klingt nicht gerade nach einer offenen Haltung.

Scholem,
Eli

Hallo Anwar.

Aber da gibt es doch gar keinen Unterschied. Für Hitler, oder,
wenn man den Hitlervergleich nicht mag, z.B. für die
Südstaatler (USA) war die Ablehnung einer Ehe mit Juden resp.
Sklaven auch ethisch-religiös bedingt. Das Argument „Ich bin
kein Rassist, ich bin nur religiös“ ist ein sehr
fadenscheiniges.

Vielleicht gibt es aber doch Unterschiede? So muss man sehen, dass ja hier Deutschen die Heirat mit Deutschen verboten wurde. Es fand also eine Ausgrenzung einer kleinen Gruppe statt und dieses mit dem Grund, dass diese Gruppe minderwertig sei. Ja, es wurde sogar unter Strafe gestellt.

Ganz anders sehe ich es, wenn ich eine mir passenden Partner suche. Dabei grenze ich alle anderen, welche nicht in die engere Auswahl kommen, ja nicht aus. Ansonsten wären wir mit bei deinen Begriffen alle von Geburt an Rassisten.

Du befürwortest also Ghettoisierung (die sich automatisch als
Folge von intrareligiöser/intraethnischer Heiraten
herausbildet) und Trennung religiöser Gruppen? Willkommen im
Mittelalter!

Was ist denn an Ghettoisierung so schlimm? Warum hat dieses etwas mit dem Mittelalter zu tun (Ghettos sind meistens erst viel später entstanden)?

Ja, leider. Das ist ja das Problem mit Religionen.

Nein, nicht dieses ist das Problem, sondern wenn Religion (oder andere Gruppen) anfangen, alle gleich machen zu wollen. So habe ich eigentlich keine Probleme mit anderen Religionen. Ich kann mit diesen friedlich zusammenleben.

Da die Sklavenhaltung aber von Gott befohlen wurde und die
Inhalte des AT auch heute noch Gültigkeit haben (denn sonst
hätte Gott ja seine Meinung geändert, eine sehr
unwahrscheinliche, um nicht zu sagen paradoxe Annahme, bei
einem omniscienten Wesen!), kann man diese Aussagen auch nach
heutigem Wissensstand beurteilen.

HaSchem hat an keiner Stelle Sklavenhaltung befohlen. Sondern er hat Antworten darauf gegeben, wie mit Sklaven umzugehen ist. So kann man im Tanach sehen, dass ehemalige Sklaven es in der israelischen Gesellschaft schnell sehr weit gebracht haben.

Das ist eine verquere Logik. Während andere Kulturen
„wenigstens“ noch ihre eigenen Staatsbürger versklavt haben,
war dies den Juden verboten. Soweit so gut, dass ist noch
nicht schlimmm. Aber die Juden waren sogar dazu aufgerufen
andere, die es ihnen gleichtaten (und somit Juden versklavten)
umzubringen.

Wobei sich hier das andere, auf Juden bezieht.

Das AT misst also mit zweierlei Maß: Gute
Menschen (Juden), die nicht versklavt werden dürfen, und
schlechte Menschen (alle anderen), die versklavt werden
dürfen.

Dieses Maß ist in deinem Kopf und eben nicht im Text zu finden. So findet z. B. nirgends die Zuordnung einer Wertigkeit statt. Demgegenüber stehen aber deutliche Mitzwot (Gebote) welche Juden verbieten Fremde (einschl. Sklaven)minder zu behandeln oder zu drücken. So wurden auch alle Fremden, welche dieses wollte, einfach in die Gesellschaft aufgenommen. Ein Anspruch unter vielen welche selbst heute keine Gesellschaft erfüllt.

Das worauf ich hinaus wollte war etwas anderes:

21:29 Ist aber der Ochse zuvor stößig gewesen, und seinem
Herrn ist’s angesagt, und hat ihn nicht verwahrt, und er tötet
darüber einen Mann oder ein Weib, so soll man den Ochsen
steinigen, und sein Herr soll sterben.

vs.

21:32 Stößt er aber einen Knecht oder eine Magd, so soll er
ihrem Herrn dreißig Silberlinge geben, und den Ochsen soll man
steinigen.

Und worauf bezieht sich nun das ‚aber‘? Immerhin entscheidet dieses kleine Wort hier darüber, ob ein Mensch sterben soll oder nicht. Du legst es gegen den Menschen aus. Die jüdische Lehre macht den anderen Schritt. In diesem Sinne finde ich es schon seltsam, dass die jüdische Lehre sich hier immer bemüht für den Menschen zu entscheiden, selbst unter für Aussenstehnden unmöglichen Annahmen. Die Kritiker der Juden hier aber immer gegen den Menschen auslegen.

Was kann man hier nun den Juden vorhalten?

In der geschilderten Absolutheit (komplette genozidäre
Auslöschung) ist es durchaus beachtlich, auch für die
damaligen Verhältnisse (sonst hätte es nach kurzer Zeit gar
keineMenschen mehr gegeben).

Wo liest Du das komplett heraus?

Während die Nachkommen der damaligen Hethiter, Agypter,
Assyrer, Griechen, Perser usw. inzwischen von Ihrem
Fehlglauben abgerückt sind (oder betet noch irgendjemand, mit
Ausnahme von ein paar versprengten Neopaganen, Baal, Asasel
oder sonstwen an?), wird das AT nach wie vor als „Wort Gottes“
verstanden und gepredigt.

Aha, die Juden rotten also weltweit andere Völker aus und dieses schon seit mehr als 3.000 Jahren? Nein, was hier nicht abgerückt wird, ist alleine die antijudaistische Auslegung.

Gut, nach Deiner Auffassung war ja wohl auch die amerikanische
Sklavenhaltung völlig normal und man kann eigentlich nichts
daran aussetzen (immerhin waren die ja solche Gutmenschen,
dass sie keine Weißen versklavt haben!). Fakt ist doch: Wer
eine ethnische Unterscheidung nach „versklavbar“ und „nicht
versklavbar“ macht, der definiert automatisch die
„versklavbaren“ Völker als „Untervölker“; welche Argumentation
sollte es sonst für diese Unterscheidung geben?

Diesen Automatismus verstehe ich nun überhaupt nicht. Sonderbar wo er doch nach deiner Logik mir eigen sollte. Könntest Du das also vielleicht noch etwas ausführen?

Scholem,
Eli

Hallo auch,

Zunächst ma zur von mir verwendeten Begrifflichkeit „Altes Testament“:
Das „Alte Testament“ ist die korrekte deutsche Bezeichnung für die Quellen aus denen ich zitiert habe (nämlich der deutschen lutherischen Übersetzung). Die Quellenangabe „Tanach“ wäre irreführend, da sie auf ein direktes Studium der ursprünglichen Quelle deuten würde, die mir (leider) nicht möglich ist. ich werde daher aus diesen formal-argumentativen Gründen diese Bezeichnung beibehalten. Ich bitte dies nicht als Geringschätzung der ursprünglichen Quelle zu interpretieren, sondern lediglich als Einhaltung der Regeln korrekten Zitierens. In der Tat beziehst Du Dich ja weiter unten auch selbst auf die mögliche Diskongruenz der beiden Quellen, in diesem Sinn ist eine klare Unterscheidung nur sinnvoll.

zuerst möchte ich noch einmal anmerken, dass der Ausgangspunkt
die Behauptung war, dass eine Jüdin ausgehend vom sogenannten
„Alten Testament“ alle Nichtjuden für Untermenschen halten
würde. Hier hilft es natürlich nicht, nur aufzuzeigen, wo man
Rassismus im Tanach findet.

Nun ja, da das AT einige der Grundpfeiler der jüdischen Religion wiedergibt und Abraham oft als „Stammvater“ und somit als „Idol“ (immerhin hatte er direkten Kontakt zu Gott) angesehen wird, ist es wohl nicht ganz richtig diese Quelle als völlig nichtssagend abzuwerten.

Wobei ich obige Behauptung [be]legt haben will, dass Rassismus von
Juden im Tanach eingefordert wird. Mir wird es also nicht
reichen, nur Rassismus aufzuzeigen.

Da sehe ich ein gewisses Problem, ich will lediglich zeigen, dass der Rassismus im AT gestützt und gefördert wird (was meines Erachtens schlimm genug sein sollte).

Ich erkenne erst einmal keinen Rassismus, wenn jemand für
seinen Sohn im bekannten Umfeld eine Frau sucht.

[aus anderem Beitrag]:

Ganz anders sehe ich es, wenn ich eine mir passenden Partner
suche. Dabei grenze ich alle anderen, welche nicht in die
engere Auswahl kommen, ja nicht aus. Ansonsten wären wir mit
bei deinen Begriffen alle von Geburt an Rassisten.

Nein. Der Ausschluß von Personen anderer Ethnien ohne Ansehens der Person ist immer Rassismus. Abraham fordert ja nicht etwa dass eine prospektive Braut zum Judentum übertritt (dies fände ich auch schon diskutabel, aber nicht ganz so schlimm), sondern er schließt jegliche andere Ethnien automatisch aus. Das ist Rassismus. Hier die Definition von Rassismus (leider auf englisch):
Discrimination or prejudice based on race.

Ein Blick in ein Geschichtsbuch würde zeigen, dass dieses
damals auch in diesem Sinn selbstverständlich war.

Qaulifizierung durch Vergleich => unzulässig. Eine Qualifizierung durch vergleich kann immer nur zeigen ob etwas eine Qualität in höherem oder geringerem Maße besitzt, nicht ob eine Qualität überhaupt vorhanden ist (siehe außerdem meinen anderen Beitrag).

Aber erst
das Judentum löst sich hiervor und gibt einem gekauften
Sklaven (also jemand, der diesen Status schon davor hatte)
weitestgehende Rechte und ermöglicht ihm einen langsamen
Übergang in ein freies Leben.

Nicht nach meinen Quellen. Dort ist es nur möglich „freizukommen“, wenn man selbst Jude war:
Emancipation of Slaves: Slaves in ancient Israel were automatically emancipated after 6 years of slavery, but only if they were Jewish. However, if the slave owner „gave“ the slave a wife, the owner could keep the wife and any children as his property. Passages in Exodus state that female slaves who were sold into slavery by their fathers would be slaves forever.
[Quelle: http://www.religioustolerance.org/sla_bibl1.htm]

Das Selbstverständliche ist hier also nicht die Sklaverei
sondern deren Überwindung. In diesem Sinne ist auch die Lehre
aus dem Exodus, dass haSchem freie Menschen will.

Solange Sie Juden sind, wie gesagt.

Und genauso
wie das Volk erst langsam in der Wüste lernen musste, so auch
zu leben, genauso sollen wir auch später unfreie Menschen in
die Freiheit führen.

Ui, dass klappt im Moment aber gut da unten (Israel).

Jetzt kommen wir zu dem Punkt, wo die Auslegung anhand der
deutschen Übersetzung etwas scher wird, aber auch hier:

kann man dieses so sehen, dass bei Sklaven die Zahlung hinzu
kommt.

Die meisten Quellen, die ich hierzu recherchiert habe, sprechen sich eindeutig dafür aus, dass dies aber nicht so praktiziert wurde. Wenn Du andere Quellen hast, die das Gegenteil belegen, nur her damit, ich räume ein, dass die Quelle beide Auslegungen hergibt (was steht dem im Original, lässt das auch beide Auslegungen zu?).

Zu den Passagen über die Landnahme und Wüstenwanderung sage
ich erst einmal nichts, da diese komplexer sind. Hier darum
nur der Hinweis, dass deine Interpretation dieser Stellen
nicht sehr glaubwürdig ist, wenn später von den vielen
Überlebenden die Rede ist.

Wenn die Aussage „wir haben jeden Mann, jede Frau, jedes Kind umgebracht“ nicht im Hebräischen noch eine mögliche Zweitinterpretation zulässt (was ich nicht glaube), dann ist die Aussage wohl eindeutig und benötigt keiner Interpretation. Was die Überlebenden betrifft: Gottseidank ist der Plan eines kompletten Genozids leichter ausgesprochen, als verwirklicht.

Sollte hier also wirklich ein
Völkermord stattgefunden haben, woher kommen dann später die
ganzen Fremden im Land?

Wie gesagt: Aus dem selben Grund, aus dem wir beide uns jetzt hier unterhalten können, obwohl wir beide(!), gar nicht geboren worden sein könnten, wenn es nach den Plänen von gewissen Leuten hier in Deutschland gegangen wäre.

Ja, warum sollte es umfangreiche
Anweisungen geben, wie mit den Fremden umgegangen werden soll,
wenn diese vorher alle umgebracht werden.

Einwanderer, die sich nach den Kriegen dort niedergelassen haben?

Nein, hier muss man
den Text genau lesen und sich vor Augen halten, dass der
Tanach in sich schlüssig sein muss. Wenn also haSchem uns Mord
verbietet er nicht an anderer Stelle uns dazu auffordern kann.

Du schließt hier aber bei zwei widersprüchlichen Textstellen auf die humanere. Eine muss nicht ganz richtig sein, wer aber sagt Dir welche es ist?

Aufgrund der Ausgangslage befürchte ich aber, dass heran erst
einmal kein Interesse besteht.

Zumindest kein Interesse daran einfach alles ohne Belege für bare Münze zu nehmen. Das ist übrigens vollkommener Usus im Internet und nicht etwa antisemitisch.

Weiter mit übernommenem aus dem anderen Beitrag:

Was ist denn an Ghettoisierung so schlimm?

Da fehlen mir glatt die Worte. :frowning:
Im Ernst, dass kann ich jetzt nicht auch noch erklären. Vielleicht fragst Du mal im Soziologiebrett nach, warum Ghettoisierung durchaus als negativ betrachtet wird (kleiner Tipp: Denk mal über folgende drei Worte nach, vielleicht bringt’s ja was: Rassismus/Ghettoisierung/Teufelskreis).

Das AT misst also mit zweierlei Maß: Gute
Menschen (Juden), die nicht versklavt werden dürfen, und
schlechte Menschen (alle anderen), die versklavt werden
dürfen.

Dieses Maß ist in deinem Kopf und eben nicht im Text zu
finden. So findet z. B. nirgends die Zuordnung einer
Wertigkeit statt. Demgegenüber stehen aber deutliche Mitzwot
(Gebote) welche Juden verbieten Fremde (einschl.
Sklaven)minder zu behandeln oder zu drücken.

Du meinst wie hier z.B.:
Exodus 21:20-21
21:20 Wer seinen Knecht oder seine Magd schlägt mit einem Stabe, daß sie sterben unter seinen Händen, der soll darum gestraft werden.
21:21 Bleibt er aber einen oder zwei Tage am Leben, so soll er darum nicht gestraft werden; denn es ist sein Geld.

In der geschilderten Absolutheit (komplette genozidäre
Auslöschung) ist es durchaus beachtlich, auch für die
damaligen Verhältnisse (sonst hätte es nach kurzer Zeit gar
keineMenschen mehr gegeben).

Wo liest Du das komplett heraus?

Die Stellen habe ich im Ursprungsposting alle zitiert, bitte lies da noch mal nach (Deuteronomium 2:34-35, 3:6-7).

Aha, die Juden rotten also weltweit andere Völker aus und
dieses schon seit mehr als 3.000 Jahren?

Habe ich gar nicht gesagt. Ich sagte: „das AT [wird] nach wie vor als „Wort Gottes“ verstanden und gepredigt.“
Ist das wahr oder nicht?

Nein, was hier nicht
abgerückt wird, ist alleine die antijudaistische Auslegung.

Wie gesagt ist es keine Auslegung. Es sind Fakten. Im übrigen beurteilt man einen Verbrecher auch nicht danach wieviele Verbrechen er nicht begangen hat, sondern welche er begangen hat. Ergo muss ich auch einen gläubgen Juden, der an der Rechtmäßigkeit dieser Schriften festhält, danach beurteilen, welche negativen Dinge darin geschildert werden, nicht nach den positiven.

Gut, nach Deiner Auffassung war ja wohl auch die amerikanische
Sklavenhaltung völlig normal und man kann eigentlich nichts
daran aussetzen (immerhin waren die ja solche Gutmenschen,
dass sie keine Weißen versklavt haben!). Fakt ist doch: Wer
eine ethnische Unterscheidung nach „versklavbar“ und „nicht
versklavbar“ macht, der definiert automatisch die
„versklavbaren“ Völker als „Untervölker“; welche Argumentation
sollte es sonst für diese Unterscheidung geben?

Diesen Automatismus verstehe ich nun überhaupt nicht.
Sonderbar wo er doch nach deiner Logik mir eigen sollte.
Könntest Du das also vielleicht noch etwas ausführen?

Können wir uns über folgende Fakten einigen (falls nicht, ist eh’ jede Diskussion sinnlos)?

  1. Ein Sklave hat weniger Rechte als ein normaler Mensch, ein Sklave ist nicht nur in seinen Freizügigkeitsrechten, sondern in elementaren Grundrechten beschränkt, sein Leben ist somit (für die Halter) geringer zu achten, als das eines normalen Menschen.
  2. Eine diskriminierende Unterscheidung allein aufgrund ethnischer Zugehörigkeit nennt man Rassismus.
  3. Rassimus ist schlecht und kann von zivilisierten Menschen nicht toleriert werden.

=> Ein Volk, dass Sklaven hält, achtet deren Leben geringer als sein eigenes (Menschen vs. „geringere“ Menschen, aka „Untermenschen“), es erfolgt also eine Diskriminierung der Sklaven, eine ethnische Diskriminierung nennt man Rassismus.
Noch stringenter kann ich die Argumentationskette leider nicht fassen (vielleicht weist Du mir erst einen logischen Fehler darin nach?).

Grüße,

Anwar

Hi Anwar,

Südstaatler (USA) war die Ablehnung einer Ehe mit Juden resp.
Sklaven auch ethisch-religiös bedingt. Das Argument „Ich bin
kein Rassist, ich bin nur religiös“ ist ein sehr
fadenscheiniges.

Stimmt nicht. Ganz klar war die neuzeitliche Sklaverei rassistisch legitimiert - im Gegensatz zur antiken Sklaverei. Antike Sklaven konnten sich de jure (und meist auch de facto) freikaufen, nach einer Generation hatte sich das „verwachsen“:smile:. Sklaverei konnte auch fast jedem zustoßen: Kriege, Pleiten, Piraten…Ganz anders die neuzeitliche Sklaverei, die sich so gar nicht mit dem christlichen Menschenbild vertrug. Der qualitative Uterschied zwischen antiker und neuzeitlicher Sklaverei ist, dass in der Neuzeit eine ganze „Rasse“ - die afrikanische - stigmatisiert wurde als Sklavenrasse.

Die Südstaatler versklavten Menschen, obwohl sie die amerikanische Verfassung und die Unabhängigkeitserklärung hatten, in deenen steht, dass alle Menschen frei und gleich geboren sind. Es gibt aus diesem ethischen Dilemma nur den bigotten Ausweg, einige Menschen zu Nicht-Menschen zu erklären.

Beste Grüße,

barbara

Hallo Barbara,

Ob Du’s glaubst, oder nicht: Deine Argumentation stützt meine Meinung:

Stimmt nicht. Ganz klar war die neuzeitliche Sklaverei
rassistisch legitimiert - im Gegensatz zur antiken Sklaverei.

Stimmt. In fast allen Kulturen waren Sklaven nicht auf bestimmte Ethnien begrenzt. Es war sozusagen ein gesamtsoziologisches Phänomen. Das AT sticht hier also als besonders rassistisch heraus.

Antike Sklaven konnten sich de jure (und meist auch de facto)
freikaufen, nach einer Generation hatte sich das
„verwachsen“:smile:.

Nicht im AT, welches hier eben strengere Maßstäbe an Nicht-Juden anlegt:
Emancipation of Slaves: Slaves in ancient Israel were automatically emancipated after 6 years of slavery, but only if they were Jewish. However, if the slave owner „gave“ the slave a wife, the owner could keep the wife and any children as his property. Passages in Exodus state that female slaves who were sold into slavery by their fathers would be slaves forever.
[Quelle:http://www.religioustolerance.org/sla_bibl1.htm].

Sklaverei konnte auch fast jedem zustoßen:
Kriege, Pleiten, Piraten…

Richtig. Aber auch hier unterscheidet das AT zwischen Juden und Nicht- Juden (ich will es jetzt nicht wiederholen, steht bereits alles irgendwo).

Der qualitative Uterschied zwischen
antiker und neuzeitlicher Sklaverei ist, dass in der Neuzeit
eine ganze „Rasse“ - die afrikanische - stigmatisiert wurde
als Sklavenrasse.

So wie hier (Leviticus 25:44)?
und auch von den Kindern der Gäste, die Fremdlinge unter euch sind, und von ihren Nachkommen, die sie bei euch in eurem Land zeugen; dieselben mögt ihr zu eigen haben

Es gibt aus diesem ethischen Dilemma nur den
bigotten Ausweg, einige Menschen zu Nicht-Menschen zu
erklären.

Genau das sage ich doch auch!

Grüße,

Anwar

Hallo Harald !

Die Kanaaniter glaubten an andere Götter als Abraham.
Es ist auch heute noch ein Problem, wenn die Ehepartner
verschiedenen Religionen nachfolgen.

Wenn ich fremdes Land - mal angenommen, genug Land sei da - besiedl und mich mit den ursprünglichen Einwohnern auf ein friedliches Zusammenleben zum beiderseitigen Vorteil einigen kann, muss die Übereinstimmung unbedingt 100% betragen ?

Abgesehen davon, dass es hier in einer wichtigen Frage keine Einheit
gibt, widersprechen sich Religionen oft so sehr, dass ein
friedliches Zusammenleben undenkbar ist.

Jajaja *schmunzel*, wenn der eine Ehepartner dem anderen erklären will, wo Süden ist.

Grüße von verschiedenkonfessionell verheirateten
Wolkenstein

  1. Eine diskriminierende Unterscheidung allein aufgrund
    ethnischer Zugehörigkeit nennt man Rassismus.

du erlaubst, daß ich hier auf rein begrifflicher ebene widerspreche.

rassismus ist eben nicht das was du meinst. rassismus geht von einer biologisch-genetischen minderwertigkeit von menschengruppen aus, aus der dann ungleiche behandlung gefolgert wird. im extremfall wird der „natürliche auslese“ eben nachgeholfen, um der „fitteren rasse“ eine bessere position im „kampf ums überleben“ zu geben. darwinismus pur eben.

„diskriminierende Unterscheidung allein aufgrund
ethnischer Zugehörigkeit“ - das praktiziert jeder staat dieser welt in seinen gesetzen. ein ausländer hat immer weniger rechte als ein staatsbürger. zwischen ausländer und staatsbürger gibt es des weiteren abstufungen wie gastarbeiter, flüchtling, tourist usw. sie alle haben unterschiedliche rechte. weiters ist es so, daß alle staaten bis auf wenige ausnahmen unterschiedliche rechte rein aufgrund der abstammung eines menschen vergeben. das geburtsrecht auf die staatsbürgerschaft bzw. die staatsbürgeschaft selbst wird aufgrund der abstammung entschieden. ähnliches gilt beim erbrecht, unterhaltsrecht usw usf. manchmal wird sogar nach geschlecht unterschieden.

ich sehe keinen prinzipiellen unterschied zwischen dem gesetz des altisraelitischen staates und modernen rechtssprechungen, bis auf die 3000 jahre dazwischen natürlich - und auch da hat sich einiges geändert (zeig mir einen orthodoxen juden der sklaven hält, polygam lebt, steinigungen durchführt usw usf.)

gruß
datafox