Hallo User.
Genau du sagst es (he es geht ja doch!)- Mann und Frau, eine
Einheit zu bilden!
Jene einheit ist für mich aber nur durch LIEBE möglich!
Was für mich erst einmal die Frage aufwirft, was du hier unter Liebe verstehst.
Wenn ich aber von vornherein Regeln, Gesetze, Gebote,
Glaubensvorstellungen usw. für diese Liebe auferlege, kann sie
wohl kaum noch frei sein und in diesem Sinne für mich auch
keine Liebe mehr sein!
Ja, das ist die christliche These. Das Judentum sieht dieses etwas anders und hat hier auch einen anderen Begriff von Freiheit. So sehen wir, dass der Mensch auf sich selbst geworfen, nämlich unfrei bleibt, weil er hierdurch alleine durch seine tierischen Aspekte gesteuert wird. Er kann hieraus erwachsen, aber dann fängt er an seine Vernunft zu gebrauchen und diese unterwirft ihn immer Regeln. Diese kommen dann aber aus ihm heraus. Bei uns ist es aber so, dass diese von Aussen, vom Ew’gen kommen. Dadurch werden wir frei.
Und auch der Begriff der Liebe unterscheidet sich hier wohl etwas, da dieses bei uns mit erkennen zu tun hat. Dieses findet man auch schon im Tanach wo an verschiedenen Stellen das hebräische Wort dafür verwendet wird. Im Deutschen wird es oft mit „liebten sich“ übersetzt, trifft es dann hier aber nicht mehr genau. So liebe ich meine Frau insoweit ich sie kenne. Um so mehr ich sie kenne, um so mehr kann sie ein Teil von mir werden um so mehr liebe ich sie.
Tja das wär ja jetzt dumm gelaufen für unseren so gläubigen
Christen.
Es geht die ganze Zeit hier eben nicht um solche einfache äusseren Dinge, sondern um die Person und ihren Charakter. Dieses kann sich zwar auch ändern, aber ich gehe nach wie vor davon aus, dass dieses schon angelegt ist. So tritt wohl niemand spontan zum Islam über.
Auch Awraham (der ja immerhin einen Fremden damit beauftragt hat) wollte für seinen Sohn einen Menschen mit einem reinen Charakter. Hätte er diesen in Kanaan gefunden, hätte er Eliezer nicht weggeschickt. So kannte er aber nur seine Familie, welche seinen Ansrpüchen genügt hat.
Und man kann es als Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit sehe, aber über den Charakter der Kaaniter erfahren wir u.a. im Tanach einiges. Zumindest über die, mit welchen Awraham Kontakt hatte.
Ausserdem schickte er Eliezer auch nicht weg, um jemand aus seiner Familie oder Sippe zu finden, sondern jemand mit einem bestimmten Charaktermerkmal. Da seine Sippe selbst Fremde in dem Land waren, hätte Eliezer aus auch jemand anderen finden können.
Wenn er sie tatsächlich lieben würde, wäre es ihm ja
scheißegal, was für einen glauben seine Frau hat.
Wenn er sie tatsächlich lieben würde, dann hätte er schon lange vorher gewusst, wohin sich seine Frau bewegt und dieses entweder mitgemacht oder beide hätten einen Konflikt gehabt. Das eine Partnerschaft davon völlig unberüht bleiben soll, wäre für mich kein Kennzeichen von Liebe, weil ich hierdurch das Gefühl habe, dass zumindest er sie nicht ernstnimmt (in diesem Punkt).
Ich behaupte nun, wenn ich denn in diesem falle ein Gläubiger
welcher Religion auch immer bin, dass es der Festigkeit meines
Glaubens wie meiner Liebe keinen Abruch tut,
wenn meine geliebte Partnerin einen sogar völlig
gegensätzlichen Glauben hat!
Da eine Religion die Persönlichkeit weitestgehend beeinflusst und gerade im Judentum wie im Islam alle Aspekte des Lebens betrifft, kann ich mir das einfach nicht vorstellen. Dadurch das seine Partnerin sich hier so anders wäre, müsste er darauf reagieren. Wie soll er denn sie zukünftig verstehen, wenn sie aufgrund einer anderen Basis Entscheidungen trifft?
Bei uns ist das Ideal, dass ich meine so kennenlernen, dass ich weiss, wie meine Frau sich entscheiden wird.
Denn ist ein lernen und ein reifen nicht erst im anderen, bzw.
im gegensätzlichen begründet?
Ja, man wächst zusammen. Sage ich doch.
siehe erstmal oben und als zweites, welcher Art sind dann
diese Gebote und welchen Zweck erfüllen sie? und erfüllen sie
noch das einzig wahre Gebot (meiner ansicht nach) der Liebe?
Ich bin kein Christ. Der Zweck dabei ist erst einmal nur, sie auf sich zu nehmen und danach zu leben. Ich erkenne (schon wieder
hiermit G’ttes Herrschaft an und drücke damit mein Vertrauen in Ihn aus. Sie sind also mit auch ein Ausdruck meiner Liebe zu haSchem.
Ich weiß jetzt nicht genau was du meinst?
Ich habe hier von Awraham erzählt, welcher hier als Rassist hingestellt wurde. Dabei ging ich davon aus, dass wesentliche Teile seines Lebens hier bekannt wäre oder wie dünn ist die Basis für diesen Vorwurf hier überhaupt?
Aber unterscheide einfach mal in den „Fremden“ der wieder geht
(der heutige Touri zb) und dem Fremden, der sich den Acker
neben deinem kauft und ein Konkurent für dich werden
könnte…
Warum sollte ich hier unterscheiden?
Für mich selbst geht es um die Frage, inwieweit „heilige
Schriften“ der Christen und Juden auch Menschenfeindlichkeit
postulieren!
Nu, zu uns hat haSchem gesagt: „Liebe meine Kinder“, „Du darfst nicht hassen“, „liebe deinen Nächsten“, „liebe den Fremden bei dir“ usw.
In Bezug zu Anwars Fragen/Behauptungen die ihm hier eine
„Juden sind Rassisten“ Einstellung unterstellen, versteh ich
seine Bedenken dahin gehend, dass er darauf verweist, dass
jene heiligen Schriften Rassismus beinhalten und dass ein
Gläubiger der sich wortgetreu denn an diese Schriften auch
hält, Rassistisch handeln könnte.
Und bislang ist nicht gezeigt worden, wo dieses in den Schriften eingefordert wurde. Bislang wurden nun einzelne Passagen herausgenommen und für sich interpretiert und gezeigt, dass man hier Rassismus unterstellen könnte. Dieses betrifft dann aber erst einmal die hier handelnden Personen und im Judentum ist es so, dass trotz der Größe welche wir Awraham zuschreiben, auch seine Fehler erkennen. Dieses trifft auch auf den ganzen Tanach zu, welcher ziemlich deutlich jeden Fehler aufführt und diese nicht schönt.
Auch wäre die Frage, warum „heilige“ Schriften überhaupt keine
Eindeutige Stellungnahme beziehen und einen mehrdeutige
auslegung überhaupt zu lassen?
Wie ich schon gezeigt habe, gibt es hier sehr wohl eindeutige Aussagen, welche sich in Form von Mitzwot an uns richten. Obiges Problem bezieht sich ja auf anderen Stellen und hierzu haben wir umfangreiche Lehren, welche die Unklarheiten beseitigen.
Die Offenheit beinhaltet hier aber auch die Chance, dass jeder sich auf seine Weise dem Text nähern kann, hieraus neues lernen kann und wir so immer weiter wachsen.
Wie kommst Du jetzt wieder auf diesen Unsinn?
Was heißt Unsinn?
Du unterscheidest bislang über die Bestrafung eines Menschen
bei gleichem „Verbrechen“!
Ja, wobei man sehen muss, dass der höhere Anspruch hier ja an den Juden gestellt wird, welche unter Anklage steht. Es ist ja nicht so, dass der Fremde hier härter bestraft wird als ein Jude, nein, der umgekehrte Fall ist richtig.
Offen bleibt also jetzt nur die Frage, warum das Strafmass sich unterscheidet und hier muss man sehen, dass es dabei nicht um den geringeren Wert des Sklaven geht (siehe andere Mitzwot), sondern um die Verantwortung des Halters.
Kläre mich auf, worin darin der Unsinn besteht im Zweifel der
Gleichheit darin!
Dein Unsinn war die Behauptung, dass eine Auslegung für den Menschen sich mehr auf Juden beziehen würde. Wahr ist hier nur, dass die Anforderungen an einen Juden höher sind.
Das begrüß ich sehr das alle Menschen gleich sind!
Und wenn ich mich in der Welt umsehen, ist diese Haltung nicht weit verbreitet.
Schön von einem orthodoxen Juden zu hören, dass für ihn alle
Menschen Juden sind und das es für ihn auch kein auserwähltes
Volk gibt, da alle Völker die selben Vorväter haben! Ich gebe
hiermit zu, dass ich dich falsch eingeschätzt habe!
Du hast mich hier wieder falsch verstanden. Die Gleichheit bezog sich auf den Wert, unsere Einstellung ihm gegenüber und nicht auf die Aufgaben und Pflichten jedes einzelnen.
So betrifft die Auserwählung auch nur darin, dass wir mit der Torah mehr Gebote bekommen haben, damit wir ein heiliges Volk sind. Wir sollen damit allen ein Vorbild sein. Und warum wurden wir auserwählt? Weil wir ein kleines, störisches Volk sind. Damit allen anderen Völkern daran sehen, dass selbst dieses Volk diese Nähe zu G’tt erreichen kann. Nu, an dem letzten Punkt müssen wir noch arbeiten 
Insgesamt folgt für mich daraus aber, dass hier Demut angebracht ist.
Dann ist es ja wenigstens für dich keine Frage, welcher
Hautfarbe und Konfession deine Braut ist, da sie ja vom selben
Vater abstammt.
Die Hautfarbe spielt hier wirklich keine Rolle, warum auch. Die Konfession eben schon, wie ich oben ausgeführt habe, da ich bestimmte Ansprüche an mich und mein Leben habe und dazu natürlich eine Partnerin brauche, die mir mir diesen Weg gehen kann und will.
Sorry, da hab ich dich wirklich falsch verstanden! Da haben
wir gestritten und meinen doch dasselbe! Aber das war jetzt
wirklich meine Schuld! Das kommt davon, wenn einer wie ich
keine Ahnung hat und dann noch alles üer einen Kamm scherrt.
Nein, aber vielleicht wird dadurch klarer, dass es bei dieser Unterscheidung nicht um Wertigkeit geht und somit auch nicht um Menschenfeindlichkeit oder Rassismus. Die Unterscheidung ergibt sich alleine aus unterschiedlichen Ansprüchen und Aufgaben.
Ich hoffe du nimmst meine Entschuldigung an und kannst mir
nochmal verzeihen!
Ich sehe nicht, dass ich dir für irgend etwas verzeihen müsste.
Kannst du dies auch benennen?
Was? Es gibt einige Midraschot, welche sich auf die Toragebung beziehen und hieran zeigen, dass als das jüdische Volk am Sinai stand, die ganze Welt diese gehört hat. Sie ging in allen 70 Sprachen ‚über‘ die Welt. Daneben gibt es noch andere Midrachot welche die anderen Völker mit einbinden und diese u.a. vorher gefragt wurden, ob sie die Torah erhalten wollen.
Hinzu kommt, dass haSchem an vielen Stellen unsere Heiligkeit dadurch klärt, dass wir allen anderen Vorbild sein sollen. Daraus lernen wir, dass alle Menschen sich in diesem Sinne verhalten sollen, wenn auch hier keine Verpflichtung besteht.
So gibt es im Judentum auch das Konzept der Bnei Noach, welche für sich alle Mitzwot (Gebote) freiwillig auf sich nehmen können, soweit diese sich nicht in ihrer Form explizit an die Juden wenden (z. B. die Art wie wir den Schabbat halten).
Kannst du dies hier auch benennen oder wenn du in Berlin
wohnst, mich dies auch lehren?
Oh, da müsste ich jetzt Quellen heraussuchen. Mal sehen, ob ich über das Wochenende dazu komme. Ansonsten kann es etwas dauern, da nun die harte Phase vor Pessach beginnt und ich für anderes kaum noch Zeit haben werde.
Scheinbar gibt es wohl unterschiedliche mündliche Lehren?
Nein, aber es gibt daneben noch Bräuche. Diese sind dann oft Örtlich oder an eine Gruppe gebunden.
Kannst du mir diese Stelle nochmal benennen wo du dies klärend
erläutert hast?
Muß ich irgendwie verpasst haben?
Ich habe darauf verwiesen, dass diese Passagen sich darauf beziehen, wie wir mit Menschen umgehen sollen, welche wir als Sklaven „erwerben“ können und wie wir diese in unsere Gesellschaft aufnehmen sollen. Der Sinn dabei ist nicht deren Erniedrigung, sondern die Ermöglichung derer Freiheit.
Das versteh ich bislang noch nicht so ganz?
Also ich führe Menschen in die Sklaverei um sie dann davon zu
befreien?
Mußt du mir nochmal erklären?
Nein, diese waren vorher schon Sklaven (im heutigen Sinne) und wurden dann wie damals üblich gekauft, um danach langsam in die Gesellschaft integriert zu werden. Dazu ist es unter anderem erst einmal Notwendig, dass sie Arbeit bekommen, eine Familie gründen können und später sogar Land zu erwerben. Ausserdem wird durch andere Aspekte auch deren Unterstützung abgesichert.
Das habe ich nicht behauptet und das ist eine Unterstellung
deinerseits, daas Juden überall wo sie hinkommen erst einmal
alle erschlagen.
Nur nach dem Exodus machen sie dies nach dem alten Testament
sehr wohl!
Soweit ich mich erinnere, sind sie erst einmal durch die Lande gezogen und dort sofort angegriffen worden und dieses meist auch noch recht hinterhältig.
Aber wenn „ihr“ tatsächlich alle unfreien Menschen in die
Freiheit führen wollt (was ich wirklich sehr begrüßen würde!
wenn ihr sie dabei denn nicht erschlagt!), dann frage ich
mich, warum gerade das Volk Israels als einziges Volk
überhaupt auf Erden, dem ehemaligen Apartheidsregime in
Südafrika bis zuletzt die Fahne gehalten hat?
Ich kenne keinen Juden, welcher selbiges getan hat. Aber vielleicht verwechselst Du hier wieder uns Juden mit den Israelis? Sollte dem so sein, solltest Du auch sehen, dass es unter den Israelis auch recht viele Christen, Moslems und Andersgläubige gibt.
Scholem,
Eli