Hy,
der jüngste Spross (fast 14 Jahre) meiner Schwester hat trotz ausdrücklichem Verbot, Handyrufnummern seiner Kumpels anzurufen, laut der letzten Telefonrechnung knapp über 300 € vertelefoniert.
Ich war heute zufällig dort, als sie die Rechnung öffnete und kreidebleich wurde. Der Kerl hat sich die nachtschlafenden Zeiten zu Nutze gemacht und immer zwischen 0 Uhr und früh um 5 Uhr telefoniert. Da konnte er sich sicher sein, dass seine Mutter und sein Vater es nicht bemerkten. Woher auch - sie dachten, er hält sich an das Verbot (man hat es ihm auch verdeutlicht, dass es um die Kosten geht, die dabei entstehen). Leider nicht!
Wohl gemerkt, das Verbot galt nicht für Festnetznummern, sondern wirklich nur die Handyrufnummern.
Nun, meine Schwester ist aufgebracht - verständlich, denn sie muss das Geld irgendwie diesen Monat wieder hinzuverdienen, weil es in der Haushaltskasse fehlt und damit er merkt, wie hart man für Geld arbeiten muss, will sie es ihn spüren lassen. Er soll die Verantwortung für sein schlechtes Verhalten (unter dem nun alle zu leiden haben) übernehmen und den Betrag im Haushalt/Garten etc. abarbeiten.
Grundsätzlich finde ich das Vorhaben sehr gut, trotzdem würde mich interessieren, ob jemand von euch ähnliches erlebt hat und was man dann unternommen hat.
Habt ihr vielleicht auch noch brauchbare Vorschläge, die ich weiterreichen kann?
Danke und sonnige Grüße
nyke
Hallo,
300 Euro? Und die nach eindringlicher Ermahnung und Vorgeschichte? Dann ist die Lösung, das im Haus abzuarbeiten in meinen Augen viel zu soft!
Bei uns waren es damals wohl etwa 100 Euro, die durch diesen „Aussetzer“ (=nicht-verstehen-wollen) entstanden waren. Konsequenz: Der Betrag musste „real“ bezahlt werden. Sprich: Taschengeld wurde um 2/3 eingedampft, bis der Betrag abgestottert war. Was in dem Fall relativ fix ging, weil Weihnachten kurz vor der Tür stand. Insofern waren das glaube ich 2 Monate weniger Taschengeld, der Rest kam dann von den Geldgeschenken zu Weihnachten. Dann musste der neue Computer halt bis zum Geburtstag warten.
Wenn ich die Formulierung höre: es muss vom Haushaltsgeld abgespart werden und alle leiden, dann scheint es sich um eine Familie zu handeln, wo die Eltern 300 Euro nicht so wegstecken können. Das spricht in meinen Augen eindeutig dafür, deutlicher zu sein in der Antwort auf so etwas.
Im Übrigen sollte Hilfe im Haushalt in dem Alter eh schon selbstverständlich sein. Und zwar „unbezahlt“.
LG Petra
Hallo nyke,
unsere Tochter hatte mal das gleiche gemacht, auch trotz Verbot.
Ich habe den „Famielenrat“ ( alle Fam.Mitglieder ) einberufen und wir haben dann gemeinsam folgendes vereinbart.
Die Telefonrechnung wird aufgesplittet.
Der Teil der unstrittig ist wird von mir bezahlt, der andere Teil
wird halbiert.
Die eine Hälfte trage ich, weil ich zu blöd war, das Telefon zu sperren.
Ich hätte sogenannte Vorwahlnullen sperren können!
Die andere Hälfte trägt unsere Tochter (damals 14 Jahre),
indem sie monatlich auf die Hälfte ihres Taschengeldes verzichtet,
bis der Betrag ausgeglichen ist.
Wir haben das ganze 9 Monate durchgezogen!
Ich werde sie mal bei Gelegenheit fragen, ob sie das im nachherein
für Gut befindet.
TrotzdemdieTochterliebende Grüße Grisu
Hallo, ich schließe mich Pomeranze voll u. ganz an.
Im Übrigen sollte Hilfe im Haushalt in dem Alter eh schon
selbstverständlich sein. Und zwar „unbezahlt“.
Genau, und mit 14 darf er dann auch gerne schon einen „Nebenjob“ wie Prospekte oder Zeitungen austragen annehmen. (Dazu muß er allerdings zuverlässig sein?), naja. Vielleicht lernt er es dadurch.
Aber durch diesen Verdienst könnte er seine Schulden dann abstottern.
LG Momi
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Hallo,
auch meine Meinung ist, dass der Herr sohn den vertelefonierten Betrag komplett erstatten muss, sei es von sparbuch, Taschengeld oder durch Schülerjob.
Die Jugendlichen wollen immer als Erwachsene behandelt werden, also müssen sie auch für ihre orher getroffenen Entscheidungen gerade stehen.
Wir hatten das früher übrigens auch so. Mit 14 Jahren habe ich eine ungenutze Nummer aus dem ISDN-Nummerblock meiner Eltern bekommen. Die Kosten für die Nummer mußte ich komplett alleine zahlen.
Mein Handy mußte ich auch komplett selber bezahlen.
Ich frage mich nur ob das normal ist, in der Zeit von 0 Uhr bis 5 Uhr zu telefonieren. Das setzt ja voraus, dass der Gesprächspartner um die Uhrzeit auch wach ist…
Gruß
Kuddenberg
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Hallo Petra,
nein, es war von mir falsch ausgedrückt. Die haben die Finanzen schon im Griff.
Aber man kann es sich trotzdem nicht leisten, eben mal so diesen Betrag aus dem Fenster zu blasen, dazu sind die Zeiten einfach zu unsicher.
Zuverdient werden muss es aber trotzdem, denn das Geld war für was anderes (Wichtiges) gedacht, das nun warten muss bzw. nach hinten verschoben wird.
Da ich mit ihm ein gutes Verhältnis habe, fragte ich ihn nach dem Warum. Er war recht verlegen und meinte, dass er es nicht sagen kann, er wisse es nicht. Und ja, er wusste, dass es nur um die Kosten geht und dass er versteht, dass man sauer ist.
Trotzdem habe ich den Eindruck, dass er heimlich glaubt, dass es für ihn ausgestanden sei, wenn er ein paar Arbeiten macht, nach einer gewissen Zeit darüber motzt und zu guter Letzt die Arbeiten eben nur noch schlampig macht.
Die ersten beiden Konsequenzen haben ihn schon heute getroffen. Keine Verlängerung von WOW (Internetspiel) auf unbestimmte Zeit und ebenso keine Handykarte. Extras, die sonst immer drin waren, fallen für ihn flach.
Hm - ob er seine Lektion lernen wird? Ich weiß es nicht, aber ich hoffe es.
Mir würden die Haare zu Berge stehen, wenn er mein sauer verdientes Geld, das noch dazu für was Wichtiges gedacht ist, aus dem Fenster geblasen hätte. Und ich würde ihm dazu noch klar zeigen, dass er sich mein Vertrauen erst wieder verdienen muss. Aber das mit dem Vertrauen will meine Schwester nicht machen, denn sie sagt, dass es für sie wichtig ist, dass die Kinder wissen, dass man ihnen vertraut, auch dann, wenn man ab und an eine Dusche von ihnen bekommt.
Grüße
nyke
Hallo,
Ich frage mich nur ob das normal ist, in der Zeit von 0 Uhr
bis 5 Uhr zu telefonieren. Das setzt ja voraus, dass der
Gesprächspartner um die Uhrzeit auch wach ist…
Im OP wurde ja nur gesagt, daß er „seine Kumpels nicht
anrufen darf“. Vielleicht hat er sich gedacht: ok, aber
von der „Nummer“ mit der „Nummer“ haben sie nichts gesagt …
Grüße
CMБ
Hallo,
Im OP wurde ja nur gesagt, daß er „seine Kumpels nicht
anrufen darf“. Vielleicht hat er sich gedacht: ok, aber
von der „Nummer“ mit der „Nummer“ haben sie nichts gesagt …
Grüße
CMБ
???
Es wurde ihm gesagt, dass er keine Handyrufnummern anrufen darf, Festnetz wäre ok gewesen (wenn auch nicht zu den Uhrzeiten).
Gruß
nyke
Hallo,
???
Es wurde ihm gesagt, dass er keine Handyrufnummern anrufen
darf, Festnetz wäre ok gewesen (wenn auch nicht zu den
Uhrzeiten).
Im Ausgangsposting wurde ausdrücklich geschrieben:
...
hat trotz ausdrücklichem Verbot,
<u>Handyrufnummern seiner Kumpels</u>
anzurufen, laut der letzten
Telefonrechnung knapp über 300 €
vertelefoniert.
...
Grüße
CMБ
Du hast richtig zitiert… es ging um die HANDYNUMMERN der Kumpels, die nicht angerufen werden sollten 
LG Petra
Hallo
Du hast richtig zitiert… es ging um die HANDYNUMMERN der
Kumpels, die nicht angerufen werden sollten 
Ach so. Das sind (ohne Spartarif) ca.
20ct/min und damit hat er mit ~25h/Monat
seine 300€ zusammen.
25h/Monat, hört nach sich gar nicht so viel an.
Vielleicht hätte (statt Verbot) ein
gutes Gespräch im Familienrat unter
konkretem Aufzeigen der Tarife die
Sache von vorneherein verhindert?
Mit 14 Jahren hat man in der Schule
Lineare Gleichungssysteme usw.
OK, jedenfalls war ich hier in der
Diskussion auf dem falschen Dampfer.
Was sagt denn der Junge, *warum*
er sowas macht (und sich nicht von
den Anderen anrufen läßt)?
Grüße
CMБ
1 „Gefällt mir“
Hi,
also wenn er genau weiß, dass er etwas Verbotenes gemacht hat, und auch genau weiß, warum es ihm verboten wurde, sollte mehr passieren als „abarbeiten“. Genug passende finanzielle Vorschläge kamen ja bereits. WOW-Entzug und Handykartenentzug finde ich auch prima, bis eben diese von ihm verbotenerweise vertelefonierten Kosten wieder rein sind.
Und was das Vertrauen angeht: Er hat das Vertrauen, dass ihm seine Mutter geschenkt hat, missbraucht. DEswegen bekommt er jetzt eben dieses Vertrauen auch beschnitten. Erstens, damit er die Konsequenz seines Verhaltens spürt (das sollte man mit 14 draufhaben - erkennen, das eigenes Verhalten Konsequenzen hat), und zweitens, damit er es sich wieder erarbeiten kann und muss (das ist gut für ihn und für seine Eltern)
Die Franzi
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Weshalb sperrt sie das Telefon denn nicht?
Vertrauen forever
Hi Nyke!
Und ich würde ihm dazu noch
klar zeigen, dass er sich mein Vertrauen erst wieder verdienen
muss. Aber das mit dem Vertrauen will meine Schwester nicht
machen, denn sie sagt, dass es für sie wichtig ist, dass die
Kinder wissen, dass man ihnen vertraut, auch dann, wenn man ab
und an eine Dusche von ihnen bekommt.
Ja klar, weil es ihnen im Erwachsenenleben später auch nie passieren wird, dass jemand, den sie enttäuscht und betrogen haben, das Vertrauen entzieht. Warum sollte man das also als Kind lernen?
*Sarkasmusmodus aus*
LGChrisTine
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Weshalb sperrt sie das Telefon denn nicht?
Hy,
weil man dachte, dass man es nicht braucht.
Aber sie hat es in die Wege geleitet, laut Telekom dauert das aber bis Mitte nächster Woche.
Gruß
nyke
Hy ChrisTine,
gutes Argument, das habe ich weitergegeben
.
Gruß
nyke
Hy,
25h/Monat, hört nach sich gar nicht so viel an.
In Stunden nicht, im Geldbetrag aber schon.
Vielleicht hätte (statt Verbot) ein
gutes Gespräch im Familienrat unter
konkretem Aufzeigen der Tarife die
Sache von vorneherein verhindert?
Man hat darüber einige Gespräche geführt und es den Kindern auch ganz genau erklärt. Während die Tochter (12,5 Jahre alt) sich daran gehalten hat, hat der Sohn das einfach ignoriert.
Was sagt denn der Junge, *warum*
er sowas macht (und sich nicht von
den Anderen anrufen läßt)?
Tja, zum Warum sagt er scheinbar nichts. Er wisse es nicht, warum er es trotzdem getan hat. Aber laut meiner Schwester meinte er, dass seine Kumpels (zumindest die drei Wichigsten) kein anderes Telefon als Handy zu Hause haben. Warum er sich nicht anrufen ließ, nun, zumindest das hat er dem Vater erklärt: Weil es die Eltern gehört hätten, wenn nachts das Telefon läutet.
Gruß
nyke
Aaaalso… liebe nyke,
bei uns gab es solche Themen auch, wenn auch nicht SO teuer. Aber dazu später.
Zunächst zu den Eskapaden des Filius.
Halten wir mal fest:
Sein Tun war ihm ausdrücklich und begründet untersagt.
Er hat das Verbot nicht beachtet.
Er hat es des nächtens und heimlich übertreten = fester Vorsatz!
Der Schaden ist nicht geringfügig, ganz egal, ob die Familie 1500 oder 15000 Euro Monatseinkommen hat.
Er scheint zu glauben, daß er mit einer halbherzig durchgesetzten Maßnahme und ein bißchen „Mecker vom Meister“ davon kommt.
Und genau den Zahn muß man ihm ziehen!
Er hat mit seinem Handeln Nachteile für ALLE eingebracht, das muß er auch ausbaden, er soll nicht um der Rache willen bestraft werden, aber den Schaden muß er ersetzen. Das ist eine Frage von Gerechtigkeit, aber auch eine wichtige erzieherische Maßnahme.
Wenn er jetzt nicht lernt, daß sein Handeln Konsequenzen hat, daß er mit seinem Tun positive wie auch negative Effekte auf seine Umgebung hat, dann wird er es als Erwachsener RICHTIG schwer haben.
Wie soll er denn eigenverantwortlich Handyrechnungen, Katalog- bzw. Internetbestellungen, Kreditkartennutzung etc. pp. auf die Kette kriegen?
Mit einer „wird schon nicht rauskommen, und wenn wird´s nicht sooo schlimm sein“-Haltung?
Wir hatten zwei ähnliche Themen, noch zu DM-Zeiten, und damals waren Handyanrufe wirklich teuer, je nach Zeit und Provider bis 1,60 DM/Min.
Da meinte ein Töchterlein, sie müsse ihrem Freund nachtelefonieren und den ganzen Freundeskreis abdaddeln. Das haben wir natürlich sofort bemerkt, ihr die Rechnung und die Tarife erklärt, auch gesagt, daß es ziemlicher Schwachsinn ist, die gleiche Nummer binnen 15 Minuten fünfmal anzurufen und aufzulegen (Gesprächsdauer teilweise
Hallo ChrisTine,
mit dem „Entzug“ des Vertrauens dürfte ja auch relativ gemeint sein. Ich denke mal nicht, dass du damit einen vollständigen Entzug des Vertrauens meinst.
Ich finde auch, dass Kinder gerade in dem Alter lernen müssen, dass so etwas auch mit Vertrauen zu tun hat. Wobei ich das eben in „Kreisen“ sehe, also wie viele Bereiche umfasst das / wie groß sind die.
Am Beispiel:
-
vertraue ich nur in puncto telefonieren nicht mehr? (das ist beim Telefon schwierig, könnte dann ggf. bedeuten, dass man das Telefon nachts wegsperrt o.ä. Geschichten macht)
-
vertraue ich in Sachen nicht mehr, die mit Geld zu tun haben? Also alles „verbieten“ / verhindern, was so einen Rattenschwanz nach sich ziehen kann
-
vertraue ich generell nicht mehr? (das würde dann auch bedeuten, dass man denjenigen nicht mehr vor die Tür lässt, weil man davon ausgeht, dass nur Mist angestellt wird und ihm nicht mehr vertraut, dass er auf seine kleine Schwester aufpasst)
Die erste Stufe wäre eine wirkungsvolle Begleitmaßnahme für eine Zeit, wenn man das Gefühl hat, dass die andere Maßnahme (Gespräch und zahlen lassen) nicht fruchtet.
Die zweite Stufe würde ich nur im Wiederholungsfall zünden, wenn die Maßnahmen der ersten Stufe nicht gefruchtet haben.
Die dritte Stufe ist in meinem Augen im Eltern-Kind-Verhältnis tabu. Ich kann und mag mir nicht vorstellen, zu meinem Nachwuchs ein Verhältnis zu haben, dass so etwas „erforderlich“ sein sollte / müsste. Das würde bedeuten, dass im Vorfeld schon so viel schief gelaufen ist, dass ich da auch schon als Erziehungsberechtigte meinen dicken Teil zu beigetragen habe. Und sei es derart, dass ich eben versäumt habe, im Verhältnis dem Kind klar zu machen, dass die Sache mit dem Vertrauen auch etwas ist, was man nicht (aus Böswille oder warum auch immer) auf Knopfdruck ein oder ausschaltet, und vor allem etwas ist, das von beiden (!) Seiten gehütet und gepflegt werden will.
LG Petra
2 „Gefällt mir“
Weshalb sperrt sie das Telefon denn nicht?
Wenn sich die Geschichte anders lösen lässt, würde ich das nicht tun. Der Junior kann nicht dauerhaft von allen Gefahrenquellen weggesperrt werden. Er muss auch ein verständlich erklärtes bzw. ausdiskutiertes „Nein“ akzeptieren lernen. Er muss lernen, gegen Versuchungen standhaft zu bleiben, auch wenn sie nicht weggesperrt sind. Sonst sind einer späteren z.B. Internet- oder Spielsucht Tür und Tor geöffnet.
LiGrü
igel
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