Soll ich mich von einem toten Freund verabschieden

Hallo!
Ich hätte gerne Eure Erfahrungen.
Ein guter Freund von mir ist gestern verunglückt. Ich ringe mit mir, ob ich ihn nochmal sehen will. Ich habe noch nie einen Toten gesehen, den ich gekannt habe. Was sind so Eure Erfahrungen? Ich weiß auch nicht, wie er aussieht, er hat eine Kopfverletzung. Aber man würde mir doch abraten, wenn es zu schlimm aussehen würde, oder?

LG, Iris

Hi,

es gibt zwei Arten von Menschen, die einen die es „brauchen“ um ihren inneren Frieden zu finden und die Anderen (zu denen ich mich auch zähle) die den Menschen lieber so in Erinnerung behalten wie er zu Lebzeiten war.

Ich habe mich jetzt zwei mal von Toten verabschiedet und beide male habe ich es bereut, denn denke ich heute an sie, kommt mir auch unweigerlich das Bild auf dem Sterbebett in den Kopf.

Viele Grüße und mögest du für dich die richtige Entscheidung treffen
Me

moin,

du schreibst:

„Ich ringe mit mir, ob ich ihn nochmal sehen will“

irgendwas in dir wird diesen ringkampf gewinnen - das ist allein deine entscheidung!

ich habe meine entscheidung zu diesem thema sehr frueh getroffen: meine oma war verstorben, als ich 10 war.
meine eltern „zwangen“ mich damals, noch einmal abschied zu nehmen.

da lag sie nu, die oma: die guetige frau, die immer rosa baeckchen hatte, schoene geschichten erzaehlte und freundlich lachte… ungesunde gesichtsfarbe, mund halb offen, ganz still.
das war nicht meine oma, das war ein stoerendes moebel im zimmer.

ich habe daraufhin zukuenftig verzichtet, diesen direkten abschied zu nehmen, das kann ich auch auf andere weise.

etwas befremdlich war fuer mich mal die situation, als meine mutter gestorben war: die beerdigungsunternehmer fragten meinen verbliebenen vater und mich, ob wir sie nochmal sehen wollten, bevor sie sie eindeckelten.
mein vater wollte, und verbrachte ne ganze zeit in ihrem totenzimmer.
die undertaker diskutierten in der zwischenzeit darueber, wie sie den ehering von ihren aufgequollenen finger abziehen werden, und dass sie noch weitere termine haetten…

fazit: ich werde es wohl nie mehr machen, aber jedem sei seine persoenliche trauergestaltung freigestellt.

frag dich eventuell mal: wuerde dein wirklich guter freund wollen, dass du ihn so siehst?

gruss
khs

Hallo Iris,

ob er schlimm oder nicht schlimm aussieht: er ist tot.

Und ich fürchte, er wird dir nicht so begegnen, wie du ihn kennst.

Zum Glück stand ich vor dieser Entscheidung noch nie… aber ich denk, ich würd die Person lieber lebendig in Erinnerung behalten und kann meinen Vorrednern nur zustimmen.

Alles Gute -
Demenzia

Hallo Iris,

ich kann jetzt natürlich nur von mir und meinen Erfahrungen ausgehen, aber ich habe bisher auch selten etwas Gegenteiliges gehört (vielleicht ja jetzt hier?):
Ich habe es nie bereut, noch einmal so Abschied zu nehmen. Zwei Mal habe ich das getan und beide Male waren sehr verschieden. Deshalb kann ich Dir jetzt nicht sagen, was Dich gefühlsmäßig erwarten wird oder was es Dir bringt/ nicht bringt.

Das erste Mal war bei meiner Großmutter und ich danke wirklich dafür, dass ich noch einmal neben ihr sitzen konnte. Das Bild von diesem Tag trage ich ganz tief in meinem Herzen. Sie sah nicht schrecklich aus, im Gegenteil, sehr hübsch und glücklich. Ich sprach mit ihr, habe sie gestreichelt und aus diesen Momenten noch ganz viel Kraft für die Zeit danach tanken können. Sie lag aber bei sich zu Hause im Bett, da war die Atmosphäre natürlich auch heimelig dazu.

Das zweite Mal war bei meinem Großvater. Da war es ganz anders. Er sah nicht aus wie er, fremd irgendwie und voller blauer Flecken. Schlimm war der Anblick nicht, nur eben irgendwie nicht er selbst. Ich kann das ganz schlecht erklären. Ihn habe ich aufgebahrt im Bestattungsinstitut gesehen, das mag auch eine Rolle gespielt haben. Er lag in einem kleinen Raum, bereits im Sarg, der Bestatter ließ mich natürlich mit ihm und einem Stuhl für mich alleine. Das wunderbare Gefühl und die großartige Hilfe für die Trauer wie bei meiner Großmutter hat mir dieser Abschied nicht geben können. Geschadet hat er mir aber keinesfalls.

Ich würde diese Möglichkeit wieder annehmen.

Wenn Dein Freund zu schlimme Verletzungen hätte, würde man Dir nicht anbieten, noch einmal zu ihm zu gehen.

Mücke

hallo,

also ich würde es wahrscheinlich nicht wollen, weil ich das gesicht wahrscheinlich nicht mehr aus dem kopf bekommen würde - vor allem, wenn jemand noch jung ist. ich habe alle meine verwandten, die gestorben sind, nur dann gesehen, als sie noch relativ munter waren. ein anderes bild wollte ich eigentlich auch nicht.

allerdings kann es natürlch auch eine erfahrung sein, die du nicht bereust, weil du dann vielleicht abschließen kannst.

mfg:smile:
rené

Hei,

ich bereue es inzwischen, dass ich damals nicht zum offenen Sarg gegangen bin, als ein Freund von mir gestorben ist. Allerdings solltest Du Dir die Frage stellen, ob Du ihn wirklich zum letzten Mal im Sarg sehen möchtest oder ihn nicht doch lieber in ‚lebendiger Form‘ in Erinnerung behalten willst.

Grüße
Natascha

Hallo,

Ich hätte gerne Eure Erfahrungen.
Ein guter Freund von mir ist gestern verunglückt. Ich ringe
mit mir, ob ich ihn nochmal sehen will. Ich habe noch nie
einen Toten gesehen, den ich gekannt habe. Was sind so Eure
Erfahrungen? Ich weiß auch nicht, wie er aussieht, er hat eine
Kopfverletzung. Aber man würde mir doch abraten, wenn es zu
schlimm aussehen würde, oder?

Ich finde es eher ungewöhnlich, dass man über den Kreis der engsten Familie hinaus mit dieser Problematik konfrontiert wird. Ich habe es bislang jedenfalls immer nur so erlebt, dass nur Eltern, Geschwister, Kinder und Enkel Abschied am offenen Sarg genommen haben (wenn wir jetzt mal Aufbahrungen im großen offiziellen Rahmen außen vor lassen).

Gefragt zu werden, ob man Abschied nehmen möchte, würde ich somit schon als Zeichen besonderer Wertschätzung durch die Familie ansehen. Dieses verpflichtet aber nicht, diese Möglichkeit auch tatsächlich zu nutzen. Dies ist eine ganz private Sache.

Ich habe die Situation schon mehrfach erlebt (gerade erst wieder vor wenigen Wochen) und habe sie einerseits natürlich als traurig empfunden, andererseits aber auch nicht als schockierend oder traumatisch. D.h. natürlich geht einem die Sache nahe (was sie aber auch ohne den direkten Anblick tut), aber sie setzt der ohnehin vorhandenen Trauer jetzt nicht unbedingt „noch einen drauf“.

Dafür bietet sie die Gelegenheit, noch ein letztes Mal dem Verstorbenen ganz nahe zu sein, Zwiesprache zu halten oder ein Gebet zu sprechen, und mit dem Bild des Toten auch die Endgültigkeit der Situation zu begreifen und zu akzeptieren. Ich erinnere mich an den Tod meines Onkels, bei dem aus rein faktischen Gründen, es „zeitlich nicht klappte“, und wo mir dieses „abschließende Bild“ im Nachhinein doch in gewisser Weise gefehlt hat. Und so sehr der Verstand auch sagte, dass er da natürlich in dem Sarg lag, der dann in das Grab hinabgelassen wurde, um so abstrakter war die Situation im Gegensatz zu Beerdigungen, bei denen ich den Toten im Sarg gesehen hatte. Und dieses Gefühl des „Abstrakten“ erschwerte dann auch so ein wenig, für mich selbst den Abschluss zu finden.

Daher werde ich auch weiterhin - auch wenn es immer Überwindung kostet - zumindest im Kreis der Familie diese Möglichkeit wahrnehmen.

Gruß vom Wiz

Hallo.

Was sind so Eure Erfahrungen?

[Bitte nicht lesen, wer starken Tobak nicht verträgt. Es ist nicht ganz unhart]

Als ich vier Jahre alt war, knallte mein Opa (damals 54) am Kaffeetisch auf die Tischplatte und war tot. Man führte mich natürlich sofort aus dem Zimmer - dennoch ist das das einzige Bild, das von diesem Opa übrig blieb. Und dazu höre ich die Eröffnungsmelodie der Sportschau und die Stimme meiner Mutter „Papa, was hast Du denn?“.

Die nächste Leiche gab meine Oma vaterseits mit Mitte 60 nach Gehirntumor mit mehreren Schlaganfällen. Obwohl man sich sichtlich Mühe gegeben hatte, waren die Spuren der Schlaganfälle nicht zu verkennen - diese Tote mit den verzerrten Zügen war nicht als meine Oma zu erkennen.

Ein Fußball- Mannschaftskamerad landete nach durchzechter Nacht mit dem Auto im Bach und ersoff, da eingeklemmt. Den Ausdruck der Todesangst auf seinem Gesicht habe ich lange nicht vergessen.

Wir wohnten seinerzeit in unmittelbarer Nähe eines „Regionalflughafens“, der in erster Linie zum Deppendropping benutzt wurde. Hin und wieder musste ich unserem lokalen Bestatter helfen, die Einschläge zu bergen: Einer war zwei Meter tief in den Ackerboden geschlagen, ein anderer auf dem Rollfeld geplatzt.

Mitte der Achtziger raste ein Kumpel in einen Zaun und wurde vom Zaunpfahl aufgespießt. Ich half, ihn aus dem Auto zu holen - er lebte, rein biologisch betrachtet, noch. Wenn ich mir sein Bild vor Augen hole, ist da immer ein Metallrohr in seinem Bauch.

Mein Opa vaterseits starb im Alter von 80 Jahren im Laufe der Nacht (er hatte noch versucht, sich aufzurichten, und war aus dem Bett gefallen). Er sah aus wie jemand, der Frieden mit sich und der Welt geschlossen hatte.

Kurz vor meiner Hochzeit starb ein Onkel nach mehrjährigem Krebsleiden. Auf dem Totenbett wirkte er befreit und glücklich nach all der Qual.

Schwiegeroma, die längere Zeit Pflegefall gewesen war, hatte sich bei vollem Bewusstsein entschieden, nicht mehr in die Klinik zu gehen (die Nieren begannen zu versagen; mit Dialyse etc. hätte man sie noch eine ganze Weile „leben“ lassen können). Der Notarzt akzeptierte diese Entscheidung; Schwiegeroma war noch etwa einen Tag lang ansprechbar und dämmerte dann, nachdem sie sich persönlich von allen verabschieden konnte, friedlich hinüber.

Es gibt, soll dieser ganze Sums bedeuten, alle Ausprägungen und Erfahrungen mit dem Tod nahestehender Menschen. Die Entscheidung kann man Dir nicht abnehmen: es ist jedenfalls ein Zeichen, dass Du „zum inneren Kreis“ der Trauernden gezählt wirst, wenn man Dir die Möglichkeit zur Verabschiedung anbietet. Gerade, wenn jemand so plötzlich durch einen Unfall aus unserem Leben verschwindet, kann der persönliche Abschied einem selbst auch bei der Verarbeitung helfen. Entstellte Tote werden normalerweise nicht mehr aufgebahrt, so dass Du hier keine Angst haben musst. Einschätzen musst Du, ob Du in der Lage bist, das Bild, das der Tote bieten wird, in die anderen Bilder, die Du von ihm hast, einzuordnen, oder ob er für immer mit seinem Totengesicht vor Dir stehen wird.

Es bleibt aber, sei abschließend gesagt, den Wenigsten erspart, in ihrem Leben Tote zu sehen. Warum auch: der Tod ist Bestandteil des Lebens, wenn auch nicht immer ein angenehmer (für die Überlebenden).

Gruß Eillicht zu Vensre

Hallo Iris!

Ich habe bisher zweimal Tote gesehen, ein Mal als Kind meinen mir unbekannten Opa, aber nur von weitem, und ein Mal vor einigen Jahre meine Oma. Auch da bin ich nicht näher als etwa 2m hingegangen, das hat für mich persönlich ausgereicht.

Beide Bilder sind mir noch im Gedächtnis, aber nicht schlimm. Mein Opa hat für mich keine Bedeutung, deswegen beziehe ich mich jetzt nur auf die Oma:
Das Bild, wie sie tot im Sarg liegt, gehört für mich mit dazu. Menschen verändern sich nunmal, auch im Leben schon. Deswegen ist es für mich nicht schlimm, dass sie eben anders aussah als zu Lebzeiten. Sie wirkte nicht mehr lebendig, und genau das ist ja das Gute. Ich fände es sehr seltsam, wenn Tote noch lebendig aussehen würden, sie sind es ja eben nicht mehr!

Ich hatte meine Oma die letzten Jahre eher selten gesehen, weil wir weit auseinander gewohnt haben. Wäre sie einfach so beerdigt worden, hätte ich das Gefühl, sie wäre gar nicht richtig tot, sondern eben einfach zu Hause, sie wor vorher.
So aber konnte ich abschliessen und überhaupt erst richtig realisieren, dass sie nicht mehr am Leben ist, dass sie in diesem Sarg liegt.

Meine andere Oma wurde nicht offen aufgebahrt. Auch sie habe ich sehr selten gesehen, und mir hat es lange gefehlt, mit ihrem Tod richtig abschliessen zu können. Es war für mich einfach zu abstrakt, dieser geschlossene Sarg. Da hätte auch jemand anders drin liegen können.

Ich wäre froh, wenn man öfter die Möglichkeit hätte, seine Lieben nochmal sehen zu können. Mir selbst hilft das ungemein.

Aber, wie andere schon schrieben, es ist eine sehr persönliche Sache. Der eine kann es gut verkraften, braucht es sogar, andere möchten es auf keinen Fall.

Liebe Grüsse
Bine

Meine ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Tod
Hi,

ohne die anderen Antworten gelesen zu haben hier meine Erfahrungen:

Als meine damalige Verlobte schwanger in Berlin von einem Auto im Tiergarten überrollt wurde, während ich beruflich im Flugzeug ans andere Ende der Welt saß, konnte ich nicht schnell genug zurück kommen. Als ich dann die nächsten zwei Wochen von OP zu OP hoffte das sie überlebt, konnte ich sie nicht oft genug sehen. Als dann die Nachricht kam, dass sie gestorben ist, während ich mit Ihrer Mutter und besten Freunden einen privaten Gottesdienst veranstaltet habe, bin ich nur noch einmal kurz hingefahren, die Maschinen liefen noch. Am nächsten Morgen rief mich das Krankenhaus an, ob ich sie noch einmal sehen wolle, ich sagte nein und wusste schon kurz später, dass es ein großer Fehler war.

Als mein Vater ein Jahr später an Krebs gestorben ist, habe ich es gespürt und mich einen Tag früher als geplant ins Flugzeug gesetzt um nach Hause zu fliegen. Er ist dann in dieser Nacht gestorben. Wir haben ihn noch zwei Tage bei uns zu Hause gelassen, um genug Zeit zu haben Abschied zu nehmen. Auch wenn sein Gesicht in den letzten Tagen vom Schmerz gezeichnet war, bin ich unglaublich froh ihn noch gesehen zu haben. Lebendig und Tod!

Als mein Schwiegervater (an Krebs) gestorben ist, war ich mit meiner Frau und dem rest der Familie dabei als er den letzten Atemzug getan hat. Ein Moment den man niemals in seinem Leben vergisst, aus ganz verschiedenen Gründen!

Als unsere ungeborene Tochter letztes Jahr gestorben ist (6 Wochen vor der Geburt), wollten wir/meine Frau einen Kaiserschnitt unter Vollnarkose. Die beste Frauenärztin Münchens hat uns in einem langen Gespräch davon überzeugt, dass es gut wäre unser totes Kind ganz normal auf die Welt zu bringen. Wir haben es so gemachtund sind ganz froh, dass sie nun für uns keine abstrakte Person sondern ganz real ist. Wir haben nach der Geburt eine lange, wenn nicht die längste Stunde unseres Lebens mit ihr verbracht und möchten es um keinen Preis der Welt vermissen.

Vor elf Tagen haben wir unseren Sohn gesund zur Welt gebracht. Ja, das Leben ist schön, aber die andere Seite so gut zu kennen, macht es vielleicht noch etwas wertvoller.

Das sind nur meine Gedanken zum Thema Tod und Verabschiedung. Vielleicht kannst Du davon etwas für Dich verwenden, für mich ist darüber zu reden oder zu schreiben jedesmal wieder hilfreich.

Viele Grüße
C.

Liebe Iris,
diese Entscheidung kann dir keiner abnehmen, sie beruht auf deinen inneren Gefühlen, deinen Bedürfnissen und deinem Vertrauen in deine psychische Stärke.
Ich möchte aber gerne den Berichten, die du hier gesammelt bekommst, etwas zufügen.

Ich behalte meine Lieben lieber so im Gedächtnis, wie sie waren.
Dieser Mensch ist tot, und ich möchte keinen Toten sehen. In ihm ist nichts mehr von dem Menschen, der er war, es ist nur eine leblose Hülle. Egal ob man gläubig ist oder nicht, man weiß ja, dass der Körper nur ein Behältnis ist- ob es danach ein Weiterleben gibt oder nicht.
Also warum? Ich habe Fotos von schönen Momenten, ich habe Erinnerungen, ich WEIß wie er ausgesehen hat.
Ich möchte mir nicht seine Leiche ansehen.
Vor allem weiß ich, das auch mein Gegenüber nie gewollt hätte, dass ich ihn tot sehe.
Bei meinem Opa weiß ich schon, dass er nichtmals gewollt hätte, dass ich ihn auf der Demenzpflegestation sehe, und tot schon gar nicht. Das gilt auch für andere gestorbene Verwandte.

Wenn ich mir also sicher bin, dass derjenige, der gestorben ist, derjenige ist, für den ich ihn halte- muss dieser Anblick dann sein?
Werde ich ihn je vergessen?
Ich habe ein fotografisches Gedächtnis, ich weiß dass ich diesen Moment nie vergessen würde, grade wegen der emotionalen Aufgewühltheit, ich würde mir jedes Detail einprägen. Und dann würde ich jedes Mal, wenn ich an „Opa“ denke, eine kalte Leiche vor mir sehen.
Das wollte ich nie. Wenn ich jetzt an meinen Opa denke, sehe ich einen starken, stolzen Mann, der mit einem versteckten Schmunzeln auf den Lippen seine Zeitung liest. Und genau so wollte er, dass ich ihn in Erinnerung behalte.

Du schriebst er hat eine Kopfverletzung… ich kann dir nur raten: Tu dir das nicht an. Ich habe es zwar vermeiden können je einen toten Verwandten zu sehen, musste aber dennoch schon Tote sehen, und es ist *nicht* schön. Kopfverletzungen schon gar nicht. Frage also lieber nochmal nach, wenn er nicht entstellt ist, kannst du es dir überlegen.

Als Ansatz würde ich dir raten darüber nachzudenken, was dieser geliebte Mensch wohl gewollt hätte. Ich weiß es gibt Menschen, die sich wünschen dass ihre Lieben später am Sarg o.ä. stehen und trauern, aber genauso gibt es die, die ausdrücklich wünschen, dass ihr Sarg geschlossen bleibt etc.
Und ich würde evtl. versuchen mich danach zu richten, je nachdem, wie weit ich das mit mir verantworten kann.

Mach dir keine Illusionen, denn egal wie du es machst, irgendwas wirst du bereuen. Das liegt nicht an der Art selber, sondern einfach daran, dass du jemanden verloren hast, mit dem du gut befreundet warst. Etwas wird die fehlen, und darum fühlt es sich „danach“ immer komisch an.

lg
Kate

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Hi Kate,

Du schreibst, Du hättest noch niemals einen toten gesehen und rätst anderen davon ab ihre eigenen Erfahrungen zu machen.

Das finde ich recht vermessen. Es kann eine sehr wertvolle Erfahrung sein.

Das nur als kleinen Gedanken.

C.

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Nein, ich schrieb ich habe noch nie einen toten *Verwandten* gesehen. Tote habe ich, für meinen Geschmack, schon genug gesehen.

Natürlich kann es eine *wertvolle* Erfahrungs sein, aber ich bezweifle, dass es eine erfreuliche oder gar positive ist. Aber dafür sind Meinungen ja verschieden.

Wie du schriebst *rate* ich ja nur. Ob Iris meinen Rat annimmt oder nicht, bleibt ihr ja selbst überlassen ^^

lg
Kate

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Huhu Kate!

Natürlich kann es eine *wertvolle* Erfahrungs sein, aber ich
bezweifle, dass es eine erfreuliche oder gar positive ist.

Du hast aber schon gelesen, was die anderen geschrieben haben?

Wie du schriebst *rate* ich ja nur. Ob Iris meinen Rat annimmt
oder nicht, bleibt ihr ja selbst überlassen ^^

Ja, da hast Du schon recht, und ich finde auch Meinugen wie Deine wichtig und richtig. Ich wundere mich nur, wie Du so allumfassend sagen kannst, dass es nicht positiv sein kann, obwohl andere genau davon berichten, dass es für sie das richtige war.

Liebe Grüsse
Bine

Hallo Iris,

bisher habe ich noch nicht viele Tote gesehen, aber alle waren Verwandte.

Wenn ich jetzt so drüber nachdenke ob ich mir die Erfahrung hätte ersparen sollen, sage ich NEIN, es war gut so.
Es hat für mich dazugehört von dem Toten Abschied zu nehmen. Als mein Papa plötzlich gestorben ist war mir die Zeit die ich noch mit ihm sogar zu kurz. Ist jemand längere Zeit krank, hat man ja schon vorher die Möglichkeit sich von demjenigen zu verabschieden bzw. vielleicht Dinge zu sagen, die einem noch auf der Seele liegen.

Stirbt jemand plötzlich, so wie auch dein Freund, bleibt manches vielleicht unausgesprochen. Ich würde die Gelegenheit nutzen wollen denjenigen nochmal zu sehen und mit ihm Zwiesprache zu halten. Dann erst wäre für mich der Abschied vollzogen.

Horch mal in dich rein, du triffst sicher die richtige Entscheidung.
Keine Sorge, wenn die Verletzung zu schlimm wäre würde man dich nicht bitten ihn anzuschauen.

Gruß
Miriam

Huhu Kate!

Natürlich kann es eine *wertvolle* Erfahrungs sein, aber ich
bezweifle, dass es eine erfreuliche oder gar positive ist.

Du hast aber schon gelesen, was die anderen geschrieben haben?

Ich habe nur wahllos vier der anderen Artikel angeklickt

Wie du schriebst *rate* ich ja nur. Ob Iris meinen Rat annimmt
oder nicht, bleibt ihr ja selbst überlassen ^^

Ja, da hast Du schon recht, und ich finde auch Meinugen wie
Deine wichtig und richtig. Ich wundere mich nur, wie Du so
allumfassend sagen kannst, dass es nicht positiv sein kann,
obwohl andere genau davon berichten, dass es für sie das
richtige war.

Liebe Grüsse
Bine

Es ist nur *meine* Meinung. Ich denke nicht, dass ich das Recht habe für jemand anderen zu sprechen, also tue ich es auch nicht.
Ich denke aber, dass wir hier alle erwachsen genug sind, als dass es nicht nötig ist, vor jedem Satz „Ich persönlich finde ja,…“ „Ich meine…“ „In meinen Augen…“ etc . zu schreiben.
Sonst wär ich Papst. Und das säh komisch aus.

Von dem, was ich sonst gelesen habe schrieben zwar einige, dass sie es richtig fanden, es getan zu haben aber dennoch bereut. ICH persönlich kann mir nicht vorstellen dass es eine *positive* Erfahrung ist, es wird immer eine negative Erinnerung bleiben, auch wenn man sich vielleicht richtig verabschiedet fühlt, es ändert doch letztlich nichts daran, dass man nur den toten Körper dieses Menschen gesehen hat, was nicht immer ein hübscher Anblick ist, und was sagt es aus, außer „Ja, das ist wirklich Onkel Karl-Heinz, der da liegt“?

Wie gesagt, ist meine Meinung, niemand ist gezwungen, sie zu teilen :smile:

lg
Kate

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Hallo Iris,

wie schon gesagt, kann dir niemand die Entscheidung abnehmen und alles, was andere sagen gilt nur für sie selber.

Ich hab schon ettliche Tote gesehen, auch Verwandte. Den Leib meines Vaters hab ich aber nicht mehr gesehen, weil er obduziert wurde und mir nahegelegt wurde mir das nicht anzutun. Im Nachhinein sehe ich das als einen Fehler an.

Gehe tief in Dich und wäge ab, ob Du Deinen Freund als Lebenden in Erinnerung haben möchtest, oder Du Dich von seinem Leib verabschieden willst.

Gandalf

Hallo Kate!

Es ist nur *meine* Meinung. Ich denke nicht, dass ich das
Recht habe für jemand anderen zu sprechen, also tue ich es
auch nicht.

Das ging aus dem Kontext so klar nicht hervor, deswegen ja auch meine Anmerkung.
Es hinterlässt nur ein sehr komisches Gefühl, wenn man kurz vorher schreibt, dass es einem gut getan hat, und dann liesst, dass das gar nicht sein kann :wink:

Aber schön, dass Du Dich nicht angegriffen gefühlst hast, es ist sehr angenehm, wenn man auch mal eine „Gegenrede“ schreiben kann, ohne dass man danach ein schlechtes Gefühl haben muss *freu*

Liebe Grüsse
Bine

Hallo Iris,

nachdem ich einige Antworten gelesen habe, liege ich mit meiner Meinung vermutlich ziemlich daneben … oder anders halt.

Das ist wohl wirklich eine sehr persönliche Angelegenheit. Ich habe sowohl meine Mutter als auch meinen Vater sterben sehen. Bei meiner Mutter stellte sich die Frage gar nicht, da war ich noch zu jung, als mein Vater starb war ich 22 … auch noch jung, aber da wurde das schon diskutiert, ob der Sarg geöffnet werden sollte.

Ich war damit nicht einverstanden, weil ich meinen Vater so in Erinnerung behalten wollte, wie ich ihn gekannt habe. Und so habe ich ihn auch noch immer in Erinnerung und in meinem Herzen.

Ich habe schon tote Menschen gesehen, weil meine Tante mich als Kind mit in die Münchner Leichenhalle geschleppt hat.

Ich hätte es nicht verkraftet, mir meinen toten Vater anzuschauen und ich denke Abschied nehmen kann man auch auf andere Weise.

Das ist wirklich ein sensibles Thema und ich denke, Du solltest bei Dir nachschauen, womit es Dir am besten gehen würde.

Liebe Grüße
usch