Hallo Omar Abo-Namousmar,
Man sollte zwischen einer
Randgruppe und einer Auslegung klar unterscheiden. Was es mit
den Drogen und in Afghanistan zu tun hat, weiss ich jetzt
nicht… Mir ist keine Gruppe im Islam bekannt, die Drogen
erlaubt.
Es kann keine Randgruppe sein, da es einfach zuviele sind.
Im Rahmen ihrer Möglichkeiten sicher. Aber von Muslimen in
Deutschland ein Sicherheitsorgan zu kreieren, führt wieder zu
weit.
Ihr braucht kein eigenes Sicherheitsorgan. Wir haben Polizei etc. eine Parallelgesellschaft brauchen wir nicht, die macht alles nur noch schlimmer. Die Probleme kommen doch daher, dass die meisten Muslime unser Wertesystem in großen Bereichen nicht akzetpieren, sich moralsisch über uns stellen. Wenn die Muslime integriert sein bzw. werden wollen, müssen sie unsere Werte auch tolerieren und akzeptieren.
Ich bin öfters Gast einer Diskussion in der Moschee oder
woanders, wo ein etwas radikalerer überzeugt wird.
Das ist es ja, was ich meine. Ihr versucht immer alles alleine zuregeln. Ich wünsche Dir trotzdem viel Erfolg.
Und ich denke, Überzeugungsarbeit wird genügend geleistet.
Leider nein. Aber ich glaube das ist ein Kampf gegen Windmühlen, sowas könnt ihr wirklich nicht alleine leisten. Da stehen Regierungen und Geld gegenüber.
Das Problem
ist aber, dass genauso wie normale Kriminelle, die Terroristen
sich gedeckt halten. Oder glaubst du etwa, dass sie auf einen
zukommen und höflich nachfragen, ob man nicht mal ihrer
„gerechten Sache“ einen Beitrag leisten möchte??
Nein, aber in entsprechenden Runden erkennen die schon, wer ähnliche Ansichten hat. Das ist wie in anderen Bereichen auch.
Hast du jemals von einer Predigt gehört, in der der Prediger
den Terrorismus oder gar Extremismus (in der Religion)
angegriffen hat? Wenn dann nur eine oder zwei.
genau, es sind nur wenige. Redet doch einfach deutsch, dann verstehen wir euch auch.
Ich kann aus
eigener Erfahrung sagen, dass es sehr oft passiert. Vor allem,
was den Extremismus angeht, gibt es auch so (auch in
islamischen Ländern, übrigens auch in Saudi-Arabien) öfters
Predigten, die die Gläubigen auf die Gefahren des Extremismus
aufmerksam machen.
Zu Saudi-Arabien habe ich als Frau meine ganz eigene Meinung. Das würde hier zu weit führen.
Aber dafür sind ja auch die
Pressemeldungen zuständig. Aber auch die kommen nicht an und
woran liegt das? Wenn ein Prediger sagt, dass Deutsche
„schmutzig“ sind, dann nimmt jede Fernsehanstalt die Nachricht
auf. Wenn aber ein Prediger gegen Extremismus vorgeht, so
bleibt das unerhört.
Du hast in einem Punkt recht: Viele Muslime haben inzwischen
sehr wenig Vertrauen in die Sicherheitssysteme. Aber woran
liegt das? Doch nur daran, dass sie wenn, dann gegen die
Muslime eingesetzt werden. Ich erwähne hier nur mal
Moscheeüberwachungen, Moscheedurchsuchungen (ohne Grund, ohne
verwendbare Ergebnisse und ohne Respekt der Betenden),
Jetzt übertreibst Du aber sehr. Die Moscheedurchsuchungen von denen ich erfahren habe, waren gerechtfertigt, weil Beweise gefunden wurden.
Staat im Allgemeinen angeht: der hat offenbar erklärt, dass
Kopftuch und Bart per se schlecht sind (vergleiche die
Diskussion um das Kopftuchverbot und die Rasterfahdung).
Das Kopftuchverbot ist eine eigene Diskussion. Z.B. sind
seit Oktober in Berlin 6 Frauen ermordet worden, weil sie irgendwie die Ehre der Familie verletzt haben, weil sie z.B. gegen Zwangsheirat waren. Zumindest ein Fall-wir reden hier von Mord- ist von Schülern in Neu-Kölln für richtig empfunden worden. Was für ein Wertesystem wird diesen Schülern im Elternhaus beigebracht?
Trotzdem: Wenn ich einem Hetzprediger begegne, dann sag ich
schon bescheid.
Danke.
Die Frage ist: tun das Christen?
Wir haben momentan in Europa nicht das Problem, dass christliche Terroristen gegen Muslime vorgehen. Wir hatten es übrigens in Bosnien. Da hat der christliche Westen die Muslime unterstützt. Schon vergessen?
Aber ich glaube trotzdem
nicht, dass der Terrorismus aus dem Islam erwächst. Den
Extremismus gibt es in jeder Religion und der hat trotzdem mit
keiner Religion wirklich zu tun.
Leider wächst Terrorismus auch aus der Religion.Und in den letzen paar Jahren nun mal aus dem Islam. Ich glaube es ist uns beiden bewußt, dass hier hauptsächlich irgendwelche Warlords und Regierungen, denen jegliche Religion egal ist, ihre eigenen Ziele verfolgen -Macht und Geld- und die Leute missbrauchen. Die muslimische Bevölkerungsgruppe ist die letzten Jahrzehnte nun mal sehr anfällig. Das hat mehr mit Tradition statt mit Religion zu tun. Hier hilft es nur, die Leute aufzuklären. Und genau davor haben einige Regierungen angst, weil sie befürchten, dann ihre MAcht zu verlieren.
Wir sollten gemeinsame Werte finden, die die Religion und die Vernunft kontrollieren. Früher wurde so etwas einmal Naturrecht genannt. Was davon übrig geblieben ist, sind die Menschenrechte.
Für Deutschland wäre ein erster Schritt, wenn die Muslime unser Grundgesetz anerkennen und danach leben. Das betrifft auch Artikel 3 des Grundgesetzes.
Gruß Ursel