Hallo,
in meiner Kindheit habe ich viele Verletzungen erfahren, ich hab hier schon mal darüber geschrieben. Meine Mutter war 17 als ich zur Welt kam, ich war also alles andere als ein Wunschkind. Das wurde mir auch so vermittelt, ich war zu allem zu blöd, nichts aber auch gar nichts konnte ich meiner Mutter und meinem Stiefvater recht machen. Sprüche, wie „Du hast zwei linke Hände, am besten Du läßt sie Dir amputieren“ habe ich fast täglich zu hören bekommen.
Mit 14 hatte ich einen Unfall. Als Fußgänger bin ich bei rot über die Ampel (der Schulbus wartet nicht) und in ein Auto gelaufen. Ich hatte mir damals beide Beine mehrfach gebrochen, also ein Bruch mit Kniebeteiligung rechts, linker Oberschenkelbruch sowie zweigradig offene Unterschenkeltrümmerfraktur links. Allesamt mußten operativ versorgt werden. Ich durfte über 31/2 Monate nicht aufstehen, wurde in dieser Zeit 5 x operiert. Mein Unterschenkel war so geschwollen, das ein Entlastungsschnitt gemacht werden mußte. Das bedeutet das die Haut aufgeschnitten wird und der Muskel freigelegt wird. Hier mußte täglich ein Verbandwechsel gemacht werden. Ich weiß nicht ob ich wirklich so schmerzempfindlich bin, kann sein, aber mir wurde immer wieder gesagt, du bist verweichlicht, stell dich nicht so an. So weh kann das nicht tun. Mein Unfall passierte damals kurz vor Weihnachten. Als ich geweint habe, weil ich nach Hause wollte, hat meine Mutter mir gesagt, wenn ich nicht aufhöre kippt sie mir ein Glas Wasser ins Gesicht, was soll ich sagen, das Wasser landete in meinem Gesicht…
Heute ist es so, daß mein Leben eine einzige Gradwanderung ist und ich nie weiß wann der Absturz droht. Da können einen schon Kleinigkeiten aus der Bahn werfen.
Einiges ist besser geworden, heute traue ich mich wieder in ein Lokal zu gehen, ohne das ich vor Angst verkrampfe, mir könnte dort ein Mißgeschick passieren. Um vieles muß ich aber Tag für Tag kämpfen. Ich habe mir „Mauern“ aufgebaut, diese Mauern haben den Vorteil, daß einiges an Verletzungen einfach nicht an sich herangelassen wird. Der Nachteil besteht aus sozialer Isolation.
Ich habe versucht, erst mal in einem Forum, wie diesem, wieder Vertrauen zu Menschen aufzubauen, ist leider nicht so gut gelaufen, siehe Plauderbrett mein Beitrag zu Babyborn.
Schuld bin ich selber, ich wollte wissen ob Babyborn ein Troll ist oder nicht. Ich war mir da nicht sicher, manches sprach aus meiner Sicht dafür, manches auch nicht. Vielleicht habe ich das nicht deutlich genug zum Ausdruck gebracht.
Jedenfalls haben mich einige der Kommentare doch so getroffen, daß mir momentan nur der Rückzug aus diesem Brett bleibt - Selbstschutz, meine Mauern halt.