Hallo,
genau und dann wird die gesamte Öffentlichkeit videoüberwacht
und du der gläserne Mensch.
Und was hat das mit der Frage oder meiner Antwort zu tun? War da irgendwo von Videoüberwachung die Rede?
Und natürlich, ich verneige mich
vor diesem Argument, wenn man nichts zu verbergen hat bla,
bla, bla.
Kam dieses Argument irgendwo in der Frage oder meiner Antwort vor?
Die Total Überwachung sehr schön. Lies 1984, und sollte dies
dir nicht real genug sein, schau dir die Überwachungsmethoden
der DDR an.
Was hat die freiwillige Preisgabe von persönlichen Daten zum Zweck der Nutzung einer konkreten Dienstleistung gegenüber einem privaten Dritten mit staatlichen Überwachungsmaßnahmen zu tun?
Ich denke nicht, dass man ein solches Thema als Paranoia abtun
sollte.
Deine Antwort ist das beste Beispie für überzogene Paranoia, die sich jeden Schuh anzieht, der in beliebiger Entfernung vom Wegesrand rumsteht, nur um eintrainierte Allgemeinplätze loswerden zu können.
Vielleicht ist das auch eher eine prinzipielle Sache. Was ich
privat mache geht grundsätzlich niemanden was an!!! Erst
recht, wenn Persönlichkeitsrechte verletzt oder missachtet
werden.
Geht es noch? 1. gibt es durchaus staatliche Stellen, die sehr wohl angeht, was Du privat machst (z.B. ganz privat in deinem eigenen Keller deine Oma umnieten, oder auch ganz privat vom heimischen PC aus zu Straftaten aufrufen, anderer Leute Urheberrechte missachten, … 2. komme ich noch mal auf s.o. zurück, wir reden hier von der freiwilligen Preisgabe von Daten gegenüber privaten Dritten und nicht von staatlichen Zwangsmaßnahmen, und was dadurch an Persönlichkeitsrechten verletzt werden soll, erschließt sich mir als Jurist leider nicht.
Aber wenn es das Grundgesetz gewisse Dinge nicht hergibt, kann
mans ja nach eigenen wünschen ändern.
Könntest Du diese Passage bitte so formulieren, dass man sie verstehen kann?
Aber solange es alle tun…
Da sind wir doch an dem entscheidenden Punkt: Solange Leute freiwillig zwecks Nutzung einer Dienstleistung die dafür notwendigen Daten hergeben, sollte man sie einfach lassen. Das entspricht übrigens tatsächlich einem Grundrecht.
Bitte nicht!
Bitte doch! Der einzig spannende Punkt ist der der Aufklärung über Nutzen und Risiken der Datenfreigabe im Web, und die Beachtung des Datenschutzes, wie er übrigens gesetzlich geregelt ist. Da gibt es durchaus noch Verbesserungsbedarf, aber größere Skandale passieren nicht im Rahmen der gesetzlichen Regelungen, sondern als Übertretung der gesetzlichen Regelungen. Darüber solltest Du mal nachdenken.
Und ansonsten bleibe ich bei dem Begriff Paranoia, wenn ich mir so ansehe, was aktuell z.T. abgeht. Da wird hier tatsächlich gefragt, ob man Finanzbeamten nicht die zur Nachprüfung der Abzugsfähigkeit einer Ausgabe notwendigen Daten nicht vorenthalten könnte, macht inzwischen jeder Gauner einen Auftstand, dass man doch tatsächlich seine Adresse aus öffentlichen Registern ermitteln konnte, … Es soll schon Leute gegeben haben, die dem Taxifahrer nicht mal ihre Adresse nennen wollten, oder Leute die auf den Rückruf von Hotlines bestanden haben aber ihre Telefonnummer nicht rauszugeben bereit waren. Ich warte noch auf den ersten Unternehmer der in Insolvenz fällt, weil er seine Bankverbindung nicht mehr auf den Geschäftbogen gedruckt hat.
Bewusstsein für das Thema ist gut und richtig, und es gibt sicher genug Leute die da noch aufholen müssen. Verfolgung von strafbaren Handlungen, durch die der Datenschutz verletzt worden ist, ist auch geboten. Verbesserungen der gesetzlichen Regelungen sind auch immer möglich, aber ansonsten sollte man die Kirche mal im Dorf lassen.
Und was die angeblich ach so gefährliche personalisierte Werbung angeht, sollte sich jeder mal überlegen, was an Arbeitsplätzen daran hängt, dass Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich sind. Es ist teilweise schon nicht mehr lustig, dass sich Leute über die Werbung der Unternehmen aufregen, von denen sie selbst wirtschaftlich direkt oder indirekt abhängig sind. Der Arbeiter in der Schraubenfabrik, der Befestigungstechnik für die Automibilindustrie herstellt, schreit Skandal, wenn VW ihm den neuen Golf schmackhaft machen will. Der Bauer zetert, weil man ihm die Chips näher bringen will, für die er selbst die Kartoffeln anbaut, die Kassiererin im Supermarkt möchte keine Werbung des eigenen Arbeitgebers im Briefkasten haben, … Geht es noch? Wer morgen mehr Geld verlangen will, sollte heute mal daran denken, wie sein Arbeitgeber dies wohl verdienen soll. Und wenn der nicht 1.000.000,-- für Werbung rausschmeißen muss die vollkommen im Nichts aufgeht, sondern nur 100.000,-- zielgruppengerecht mit entsprechendem Erfolg raushaut, dann könnte man sich schon mal überlegen, ob das so furchtbar ist.
Gruß vom Wiz