Sozialpsychologie und die 'Toten Hosen'

Guten Abend,

ich bitte Sie zu einem Thema um Ihren Rat, zu dem ich bislang trotz einiger Recherchen keine für mich befriedigende Antwort gefunden habe.

Es ist ja ein bekanntes Phänomen, dass alternative Bands, wie etwa die Punk-Band „Die Toten Hosen“ in ihren Texten das Streben nach Reichtum und Luxus verteufeln, selber aber Millionäre sind und auf großem Fuß leben. Wenn man vergleicht, was diese Stars nach außen hin vertreten und was sie andererseits vorleben, kommt man zwangsläufig zu dem Ergebnis, dass sie unglaubwürdig und nicht authentisch sind. Die logische Konseqenz müßte eigentlich sein, dass ihnen die Fans scharenweise davonlaufen. Dies ist aber seltsamerweise nicht der Fall.

Hier meine Frage: Wie ist es aus psychologischer Sicht erklärbar, dass die Fans ihren Idolen treu bleiben, obwohl für alle sichtbar ist, dass diese Stars ihren Fans gegenüber nicht ehrlich sind?

Anders ausgedrückt: „Die Toten Hosen“ sind ja nicht wegen ihres Reichtums populär, sondern wegen ihrer gesellschafts- und konsumkritschen Haltung. Gleichzeitig ist für alle Fans dieser Band sichtbar, dass ihre Stars selbst genauso leben, wie sie es eigentlich nicht tun dürften, wenn sie ihre eigenen Thesen für sich selbst ernst nehmen würden. Trotzdem bleiben sie Fans dieser Band.

Ich würde mich über eine kurze Stellungnahme zu diesem Phänomen sehr freuen und bin schon sehr gespannt.

Herzlichen Dank und viele Grüße, Rolo

Naja meiner Meinung nach wird das Streben nach Luxus net direkt verteufelt, bzw eher wie das manche Menschen machen (Verrat von Freundschaft, sich selbst nicht mehr treu)
Spontan fallen mir dazu noch folgende Texte ein:
http://www.dietotenhosen.de/veroeffentlichungen_song…
http://www.plyrics.com/lyrics/dierzte/nichtwissen.html (unten)
Außerdem sind viele der Fans wohl nicht mehr die Punks von früher, sondern „normale“ Leute, die gerne guten Rock hören…

Hallo!

Also ich denke, dass es viele Fans egal ist, wie die Bands selbst leben. Denn es kommt v.a. auf den Sound an, außerdem auf die Texte. Die Toten Hosen oder auch die Ärzte haben viele Lieder, die sich mit dem Sinn des Lebens beschäftigen. Ich kenne einige Leute, und da nehm ich mich selbst nicht aus, denen diese Lieder eine Stütze im Leben sind. Mir persönlich ist es in erster Linie nicht so wichitg, was die Band selbst macht. Wichtig ist, dass ich die Texte nachvollziehen kann und dass ich sie für MICH verwerten kann. Klar gibt es auch andere Fans. Das ist wie gesagt nur meine individuelle Meinung. Aber ich kenne auch andere, die das genauso sehen wie ich.

Gruß Micky

„Die Toten Hosen“ sind ja nicht wegen
ihres Reichtums populär, sondern wegen ihrer gesellschafts-
und konsumkritschen Haltung. Gleichzeitig ist für alle Fans
dieser Band sichtbar, dass ihre Stars selbst genauso leben,
wie sie es eigentlich nicht tun dürften, wenn sie ihre eigenen
Thesen für sich selbst ernst nehmen würden. Trotzdem bleiben
sie Fans dieser Band.

Hallo!

Ich kenne die Band und die Texte nicht, die Mitglieder meiner „Bands“ sind spätestens gegen Ende des 18. Jahrhunderts verstorben.

Generell lassen sich Dissonanz-Phänomene gut verstehen. Hanselt es sich um die Verteufelung von Erfolgen, wird „dispensierende Delegation“ betrieben: selbst schwelgt man in der Verteufelung, einer Gruppe, mit der man sich enig fühlt (gerne die Hauptverteufler selbst) wird der Erfolg schuldfrei aufgetragen.

Fällt unter die primitiveren psychischen Mechanismen, in das Preisregal „Verleugnung & Projektion“.

abifiz

.