Hi Sigi!
Dass die Benzinpreise steigen tut jedem weh, klar! Aber dieses
Gezetere, das die Speditionen nun Europaweit aufführen, halte
ich für eine Unverschämtheit !
Ja, ich auch. Denn es wird leider nur für die Senkung der
Besteuerung von Diesel demonstriert…
Ich bin in Bezug auf den Güterverkehr für eine bedingungslose
Einführung des Verursacherprinzips ! Ein LKW verursacht die
gleiche Strassenabnutzung wie ca 175000 PKW’s (!!!
Spiegelartikel vor ein paar Monaten). Wir PKW-Fahrer
subventionieren mit unserer Minaralölsteuer und mit der
KFZ-Steuer die Speditionsindustrie, da mit „normalem“ PKW
Verkehr eine Autobahn praktisch nicht kaputt zu machen ist.
Das ist gut!
Dann werde ich in Zukunft auch die Grüne Partei verklagen,
wenn ich neue Reifen kaufe. Schließlich sind ja die Grünen
durch ihre Politik der Investitionsstopps für das Straßennetz
Schuld daran, daß ich so oft neue Reifen benötige.
Bitte nicht wieder das Verursacherprinzip ignorieren !
Die Ursache ist möglicherweise, dass du zuviel fährst.
Was ist zuviel?
Jedenfalls fahre ich nicht zum Spaß.
fahre ich weniger, verdiene ich weniger, zahle ich weniger Steuern, sinken die Staatseinnahmen…
Der Staat senkt also (Verursacherprinzip) durch die Ökosteuer seine Einnahmen (der Depp).
Speziell in Frankreich terrorisieren einige hundert
Speditionsunternehmer ein ganzes Land ! Ich kann nur hoffen,
dass die Brüder sich das bei uns in D nicht trauen ! Dass die
Speditionen am Existenzminimum dahinkrebsen halte ich schlicht
und ergreifend für eine Lüge, wie sonst ist es zu erklären,
dass ca 30% aller LKW-Fahrten Leerfahrten sind (zählt mal nur
die LKW-Auflieger mit hochgezogenen Achsen auf der Autobahn).
Von einem Speditionssterben habe ich ebenfalls noch nichts
gehört!
Das ist zimlich ignorant.
Deutsche Spediteure zahlen im europ. Vergleich mit Abstand die
höchsten Steuern, Kfz-Steuern und Benzinpreise (alles zusammen
gerechnet).
Klar erkennt man aufgrund der zunehmenden Masse an LKWs auf
den Autobahnen kein Speditionssterben. es werden halt immer
mehr holländische, belgische und griechische Speditionen…
nönö, machs dir mal nicht zu einfach. Hierzulande fahren schon
auch genug deutsche LKW’s. Ausserdem könnte man alternativ zur
KFZ-Steuer ja auch die Mineralölsteuer nochmal erhöhen und die
KFZ-Steuer wegfallen lassen. Dann erwischt man auch die
ausserdeutschen VERURSACHER und die Vielfahrer, die zuviel
Reifenverschleiß haben.
Richtig.
Ich habe nichts dagegen, nicht weiterhin den reinen Besitz eines Fahrzeuges zu bestrafen.
Bei einer verbrauchsabhängigen Besteuerung weiß jeder, woran er ist.
Mein Vorschlag wäre also:
- Abschaffung der Ökosteuer
- Halbierung der Mineralölsteuer
- Abschaffung der Kfz-Steuer
- Einführen einer kilometerabhängigen Autobahnmaut
Das wäre fair.
Solange es sich rentiert, Krabben zum pulen nach
Marokko zu karren, ist der LKW-Verkehr zu billig.
Davon halte ich auch nichts. Hier liegt aber eine einfache
betriebswirtschaftliche Rechnung des verantwortlichen
Unternehmens zu grunde, die nicht auf den Rest des Verkehrs
übertragbar ist.
Zumindest ist der Transportanteil in dieser Kalkulation so
gering, dass es sich rentiert. Ausserdem scheint sich
italienische Milch in Ostdeutschland zu rentieren, tiroler
Apfelsaft in Hamburg, polnische Rinder und Schweine in
Italien, Norddeutscher Joghurt auf Sizilien…
Klar, hier bin ich Deiner Meinung.
Nur ist die verteuerung der Transportkosten trotzdem immer verbunden mit einer Erhöhung der Verbraucherpreise.
Darüber sollte man sich eben auch im Klaren sein.
Die
Spediteure und vor allem die Opposition nutzen die
Ölpreiserhöhung (die schliesslich auf normalem
kapitalistischen Wege und völlig unsubventioniert entsteht)
für eine Kampagne gegen die Ökosteuer.
Die Verteuerung des Rohöls ist langweilig, denn der
steuerliche Anteil am Benzin ist 70%.
Ja, aber der steuerliche Anteil an der Erhöhung in den letzten
12 Monaten ist marginal! Es ist also kompletter Nonsens, jetzt
die Steuer zu senken, da das nicht an die Ursache geht !
Genau das ist nciht wahr.
gerade die Ökosteuer ist das Problem!
Aber
die Ursachen scheinen dich bei diesem Thema allgemein nicht so
sehr zu interessieren, so würdest du nicht so hartnäckig die
Frage des Verursacherprinzips (das sich nun mal durch die
gesamte Rechtssprechung in D zieht) ignorieren. Tatsache
bleibt, dass der Güterverkehr auf der Strasse ursächlich die
Autobahnen zerstört, die Umwelt verpestet und nicht zuletzt
massenweise durch die hohe Verkehrsdichte Zeit vergeudet.
Du machst es Dir zu leicht.
ich ignoriere nicht etwa das Verursacherprinzip (keine Sorge, meine Vorbildung reicht gerade noch aus…), sondern ich lege es anders aus.
Zurück zum Thema:
Verursacher kann hier auch die Bahn sein, die durch ihre auf Mißmanagement basierende Wettberwerbsunfähigkeit die Transporteure auf die Straße zwingt.
Du willst Kahlschlag?
Dann ist die Konsequenz die Abkehr von Produktvielfalt und den daraus resultierenden Mehrumsätzen.
Außerdem sind höhere Preise bei deutlioch eingeschränkter Verfügbarkeit zu akzeptieren.
Willst Du das?
Meine Tips:
Alles, was weiter als 400km transportiert wird generell auf
die Schiene !
Das wäre schön. Nur ist die Bahn zu teuer und zu unflexibel.
Man merke: 60% des Budgets der Bahn ist für Pensionszahlungen
verplant!!
Das ist sicher kein falscher Einwand, aber ein Problem, das
man ändern kann.
Wie würdest Du das ändern, so daß eine Lösung des Problems in 10 Jahren möglich wäre?
Kein subventionierter Lebensmitteltourismus mehr in der EU !
Verursacherprinzip einhalten => drastische Erhöhung der
KFZ-Steuer für LKW !
Noch höher?
Hast Du Dich mal informiert, was ein Laster kostet?
Grade eben habe ich dir Beispiele von Lebensmitteltourismus
genannt. Die 30% Leerfahrten habe ich auch schon erwähnt. Die
absoluten Kosten eines LKW’s können also nicht zu hoch sein,
sonst könnten sich die Speditionen bzw deren Auftraggeber das
nicht leisten.
Ah ja. Nun sind wir ja schon bei den Auftaggebern. Das kommt der Sache schon näher.
Würden diese Leute ihre Geschäfte umstrukturieren, wenn man den deutschen LKW-Verkehr verteuert oder würden sie zu billigeren, ausländischen Anbietern wechseln?
Ich bin auch kein Laster-Freund.
Nur handelt es sich bei der Ökosteuer in Verbindung mit
Autobahnmaut überall außer hier um nichts anderes als eine
Wettberwerbsverzerrung zuungunsten deutscher Spediteure.
Und das kann ich nicht akzeptieren, da es hier auch um
Arbeitsplätze geht.
Natürlich hast du recht, wenn du damit meinst, man sollte das
alles Europaweit einführen.
Das wird nicht möglich sein, obwohl all das natürlich sinnvoll wäre.
Du siehst doch, was in Frankreich los war.
Die lassen das nicht mit sich machen.
So einfältig und obrigkeitshörig sind nur die Deutschen.
Einführung einer zentralen Speditionslogistik in D, um
überflüssige Leerfahrten zu vermeiden !
Sehr gute Idee. Ich kann mir auch nicht vorstellen, woran das
scheitern soll, da hier nun wirklich alle Beteiligten
profitieren würden.
Du bist dir aber schon im Klaren, dass auch das Arbeitsplätze
kosten würde und die eine oder andere Spedition daran kaputt
gehen könnte. 30 % Leerfahrten in Zukunft wenigstens zum Teil
zu vermeiden heisst nichts anderes wie Kapazitätsreduzierung.
Es würden also wieder nicht alle davon profitieren.
Das wäre allerdings ein Preis, für den man wirklichen Mehrwert erhält.
Zugegebenerweise messe ich hier allerdings mit zweierlei Maß.
Zu meiner Entschuldigung kann ich nur vorbringen, daß ich, hätte ich immer die ultimative Lösung parat, schon längst König von Deutschland wär.
Gruß,
Mathias