Speditionsterror

Hi Francesco,

deine Argumentation ist völlig verständlich. Ich finde nur einen Fehler: Du schreibst, das Transportgewerbe ist nicht subventioniert in Deutschland.

Das eben ist grundfalsch!

Das Transportgewerbe erhält in grossen Mengen indirekte Subventionen, da das Verursacherprinzip nicht angewendet wird. Müssten die Speditionen ihre Transportwege, nämlich die Autobahnen, selbst bezahlen, würde sich sehr schnell der wahre Preis des Gütertransportes auf den Strassen einstellen. Ich habe es schon mehrfach erwähnt: Ein LKW produziert die ca 175000fache Strassenabnutzung eines PKW’s. Wenn man sich das Verhältnis von PKW-Steuer zu LKW-Steuer anschaut (die ja für den Strassenbau und -erhalt zweckgebunden ist) ergibt sich ein krasses Mißverhältnis, das nur den Schluß zulässt, dass die LKW von den PKW subventioniert werden. Ganz zu schweigen von den direkten Subventionen für Lebensmitteltransporte quer durch die EU.

Das ist die eine Sache. Die andere Sache ist die mangelnde Fähigkeit der kleinen Transporteure sich zu organisieren. Was hält diese Leute denn davon ab, eine Gewerkschaft zu gründen (oder noch besser der ÖTV beizutreten), die ihre berechtigten Interessen gegen die grossen Speditionen durchsetzt? Das widerspricht wohl dem Image vom lonesome Rider in seinem Truck ? Die sollen endlich aufhören sich stolz als Selbständige zu bezeichnen, die ihre Interessen allein managen können. Irgendwie haben die sich schon selbst auch ein bisschen in diese Lage manövriert. Ich habe nichts dagegen, wenn Leute ihre Existenz verteidigen, aber hier wird gegen die falschen gekämft. Die Ökosteuer und die Bundesregierung ist nicht verantwortlich für diese Lage der Kleintransporteure.

Die Wahrheit ist, dass eine Rücknahme der Ökosteuer die Gewinnmargen bei den kleinen Transporteuren auf Dauer nicht merklich erhöhen wird, wenn nicht grundsätzliche Strukturen geändert werden.

Ciao Sigi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Stucki!

Mein Vorschlag wäre also:

  • Abschaffung der Ökosteuer
  • Halbierung der Mineralölsteuer
  • Abschaffung der Kfz-Steuer
  • Einführen einer kilometerabhängigen Autobahnmaut

Was ist denn die Mineral- + Ökosteuer? Nichts anderes als eine
kilometerabhängige Besteuerung!! Wer viel fährt, zahlt viel,
wer wenig fährt, zahlt wenig!

Die Mineralölsteuer bleibt ja auch. Nur eben auf dem maximal akzeptablen Level von der Hälfte des jetzigen Satzes.

In den USA gibt es keine Kfz-Steuer, nur Spritsteuer. Ob das
richtig ist? Bei vielen Einrichtungen (Telefon, Internet,
Strom, Wasser u.a.) zahlt man eine Grundgebühr, die dafür da
ist, den Grundaufwand, der immer da sein muss, auch wenn man’s
nicht benutzt, zu finanzieren. Wenn ich mit dem Auto nicht
fahre, erwarte ich, dass trotzdem Strassen + Infrastruktur da
sind! Das hat was mit Steuergerechtigkeit zu tun (die in D
zugegebenermaßen allerdings manchmal ziemliche Blüten treibt).
Gruss, Stucki.

Die „Basissteuer“ zahlt man bereits über Lohn- und Mehrwertsteuer.

Steuergerechtigkeit ist Besteuerung nach Verbrauch.

Daher wäre es auch o.k., keine Autobahnmaut zu verlangen und lediglich Mineralölsteuer zu erheben, die zu einem festen Prozentsatz zweckgebunden verwendet werden muß.

Gruß,

Mathias

Durch meinen Beruf kenne ich einige Brummifahrer: oft leben sie von der Hand in den Mund! Werden von den Großen ausgebeutet bis geht nicht mehr. Hast Du Dir schon mal die Stundenzahlen der Brummifahrer angesehen? Das würdest Du nicht durchstehen! Da würdest Du streiken! Auch Dein Argument: alles was 400 km weiter ist, auf die Schiene: aber Deine Waren möchtest Du schon so preiswert weiter kaufen, oder? Ohne Brummis würde unser Einkommen bei weitem nicht reichen! Dass Brummis auch mal leer fahren, ist ganz natürlich. Nicht immer ist am Bestimmungsort auch Ware da um die Heimfahrt oder den Ort der nächsten Fuhre zu finanzieren. Warum fährst Du einen 5-sitziges Auto (vermute ich mal)? Viel ökonomischer wäre es, wenn Du Dir ein Motorrad zulegen würdest. Noch besser wäre es, Du würdest mit dem Fahrrad zum Zug oder Straßenbahn fahren und dann umsteigen. Übrigens, die Stromherstellung wird auch durch Treibstoff bewerkstelligt (oder doch zu einem großen Teil).
Also übernimm nicht einfach Phrasen Deiner Partei, denke eigenständig! Trittin und Konsorten haben schon öfters Blödsinn von sich gegeben!
Grüße
Raimund

Hallo Leute,

ich möchte Sigis Gedankengang weiterführen.

1.) Es wird darauf hingewiesen, daß die LKW-Fahrer hart schuften und wenig Geld dafür verdienen.

Das hat nichts mit dem Benzinpreis zu tun. Angestellte Fahrer müssen gemeinsam höhere Löhne erkämpfen. Selbständige Fahrer müssen höhere Kosten entsprechend an die Kunden weitergeben.
Zur Erinnerung; der Konkurrent muß die gleichen Dieselpreise bezahlen. Und die Fahrt von Freiburg nach Berlin wird eine freiburger Spedition durchführen und keine athener, die billig in Griechenland getankt hat.

2.) Die LKW-Fahrer sagen, daß sie ihre Jobs verlieren werden.

Wenn die Preise für den LKW-Transport steigen, wird es dann weniger Transporte geben? Nein!
Der Logistik-Bereich ist eine boomende Branche. Die Transporte werden zunehmen. Und wer wird diese Transporte durchführen?
Entweder werden mehr Fahrer eingestellt oder die gleichen Fahrer fahren länger, was kaum noch möglich ist.
Was hier passiert ist nackte Marktwirtschaft. Es findet ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb statt. Viele Fuhrunternehmer werden Pleite machen und deren Fahrer werden bei der Konkurrenz anheuern müssen.

3.) Leerfahrten sollten vermieden werden.

Dies kann nur bei riesigen Landesweiten Transportunternehmen funktionieren, wie z.B. UPS oder Post. Für eine normale Spedition, die ihre Aufträge mühsam aquirieren muß, ist es kaum möglich am Zielort einen Rücktransport zu organisieren.
Dies wird besonders dadurch erschwert, daß der Kunde häufig punktgenaue zeitliche Landung der Güter erwartet.
Das bedeutet, daß der Anteil der Leertransporte wohl eher zwischen 40 und 50 % liegt.

4.) Alles, was weiter als 400km transportiert wird generell auf
der Schiene transportiert!

Vergiß es Sigi, dies ist für viele Kunden einfach zu langsam und unflexibel.

5.) Einführung einer zentralen Speditionslogistik in D, um

überflüssige Leerfahrten zu vermeiden !

Die Idee ist klasse. Nur wie bringe ich die ganzen Firmen dazu, mit den Konkurenten zu kooperieren. Zudem müßte ein komplett neues Speditionskonzept entwickelt werden:

Vision: Im Interspedio (imaginäres Speditionsverteilungsnetz) wird eine Fahrt von Freiburg nach Berlin ausgeschrieben. Bei der Ladung handelt es sich um 2 Tonnen Computermonitore, die am 15.9.2002 um 10:00 Uhr abgeholt werden und am nächsten Tag um 8:00 dort sein sollen.
Angemailt werden mit erster Priorität Speditionen aus Berlin, die an diesem Tag eine LKW im Freiburger Raum haben. Falls dies nicht der Fall ist, werden Speditionen im Freiburger Raum angemailt. Der Kunde erhält die Bewerbungen und kann dann die Spedition auswählen, die ihm am besten zusagt.

Gruß
Carlos

danke (oT)

Hallo Leute,

ich möchte Sigis Gedankengang weiterführen.

1.) Es wird darauf hingewiesen, daß die LKW-Fahrer hart
schuften und wenig Geld dafür verdienen.

Das hat nichts mit dem Benzinpreis zu tun. Angestellte Fahrer
müssen gemeinsam höhere Löhne erkämpfen. Selbständige Fahrer
müssen höhere Kosten entsprechend an die Kunden weitergeben.
Zur Erinnerung; der Konkurrent muß die gleichen Dieselpreise
bezahlen. Und die Fahrt von Freiburg nach Berlin wird eine
freiburger Spedition durchführen und keine athener, die billig
in Griechenland getankt hat.

Woher hast du diese Informationen? Mir scheint aus einem Handbuch für Spediteure aus der Vorkriegszeit.
Die von dir angedachte Fahrt von Freiburg nach Berlin wird heute nicht mehr von einem Freiburger Unternehmer durchgeführt. Frachtführer wird der, der das günstigste Angebot abgibt und den Zuschlag erhält. Speditionen sind für die Abwicklung und Lagerung zuständig, die Fahrt selbst wird von einem Frachtführer (also einem Fuhrunternehmer) durchgeführt, und der kann sehr wohl aus Griechenland kommen.
Was denkst du, wieviel Sprit ein moderner Lastzug in seinen Tanks hat? Rate mal!
Falsch geraten. Zwischen 1000 und 1500 Liter!
Ob der damit von Athen über Freiburg bis Berlin schafft? Rechne es aus.

2.) Die LKW-Fahrer sagen, daß sie ihre Jobs verlieren werden.

Wenn die Preise für den LKW-Transport steigen, wird es dann
weniger Transporte geben? Nein!
Der Logistik-Bereich ist eine boomende Branche. Die Transporte
werden zunehmen. Und wer wird diese Transporte durchführen?
Entweder werden mehr Fahrer eingestellt oder die gleichen
Fahrer fahren länger, was kaum noch möglich ist.
Was hier passiert ist nackte Marktwirtschaft. Es findet ein
gnadenloser Verdrängungswettbewerb statt. Viele
Fuhrunternehmer werden Pleite machen und deren Fahrer werden
bei der Konkurrenz anheuern müssen.

Was willst du damit sagen? Marktwirtschaft ist das propagierte System in Westeuropa. Das ist so gewollt. Und „Verdrängungswettbewerb“ ist Bestandteil jeder freien marktwirtschaft. Der beste und günstigste soll den Auftrag bekommen. Unternehmen, die da nicht mithalten, verschwinden vom Markt, neue kommen, andere werden übernommen. Mitarbeiter wechseln. Das ist normal. Wenn du was anderes willst, muß das System der Marktwirtschaft geändert werden. Etwa Kommunismus?

3.) Leerfahrten sollten vermieden werden.

Dies kann nur bei riesigen Landesweiten Transportunternehmen
funktionieren, wie z.B. UPS oder Post. Für eine normale
Spedition, die ihre Aufträge mühsam aquirieren muß, ist es
kaum möglich am Zielort einen Rücktransport zu organisieren.
Dies wird besonders dadurch erschwert, daß der Kunde häufig
punktgenaue zeitliche Landung der Güter erwartet.
Das bedeutet, daß der Anteil der Leertransporte wohl eher
zwischen 40 und 50 % liegt.

Das ist schlichtweg falsch. Rücktransporte und Mehrwegfahrten werden über alle Grenzen hinweg disponiert. Hier arbeiten Speditionen ohne Rücksicht auf Konkurrenzen zusammen, und das auf hohem logistischen Niveau schon seit Jahren. Der Anteil der Leerfahrten liegt bei 30% und ist damit immer noch zu hoch. Hier hilft die Globalisierung und Fusionierung großer Speditionen, aber insbesondere moderne Kommunikationsformen, mittlerweile wird auch das Internet hierfür intensiv genutzt.

4.) Alles, was weiter als 400km transportiert wird generell
auf
der Schiene transportiert!

Vergiß es Sigi, dies ist für viele Kunden einfach zu langsam
und unflexibel.

Der Gedanke: Von der Strasse auf die Schiene wird von den europäischen Regierungen schon seit Jahren verfolgt. Möglich ist dies allerdings nur mit gesetzlichen Eingriffen in die freie Marktwirtschaft. Damit tun sich die Europäer schwer. Aber weitere Belastungen im Straßenverkehr oder der erkennbare Trend der Erhöhung der Benzinpreise könnte hier wieder einen Anschub bringen.
Das Schienennetz müßte attraktiver ausgebaut werden, das Containerprinzip oder ein ähnliches Verfahren müßte vorgeschrieben werden und Umschlaghäfen wie der vorbildliche Containerbahnhof bei Köln müßten weiter ausgebaut werden, um entsprechende Kapazitäten zu schaffen.

5.) Einführung einer zentralen Speditionslogistik in D, um

überflüssige Leerfahrten zu vermeiden !

Die Idee ist klasse. Nur wie bringe ich die ganzen Firmen
dazu, mit den Konkurenten zu kooperieren. Zudem müßte ein
komplett neues Speditionskonzept entwickelt werden:

Vision: Im Interspedio (imaginäres Speditionsverteilungsnetz)
wird eine Fahrt von Freiburg nach Berlin ausgeschrieben. Bei
der Ladung handelt es sich um 2 Tonnen Computermonitore, die
am 15.9.2002 um 10:00 Uhr abgeholt werden und am nächsten Tag
um 8:00 dort sein sollen.
Angemailt werden mit erster Priorität Speditionen aus Berlin,
die an diesem Tag eine LKW im Freiburger Raum haben. Falls
dies nicht der Fall ist, werden Speditionen im Freiburger Raum
angemailt. Der Kunde erhält die Bewerbungen und kann dann die
Spedition auswählen, die ihm am besten zusagt.

Gibt es schon lange. Logistische Transportsysteme arbeiten schon lange sehr erfolgreich. Touren und Einzelfahrten werden über solche Transdatasysteme ausgeschrieben und die Aufträge vergeben.
Die Unternehmer holen sich die Aufträge selbst im Internet oder im Transdataverbund ab. Diese tolle neue Idee ist schon ein alter Hund.

Hallo Francesco,

Frachtführer wird der, der das günstigste
Angebot abgibt und den Zuschlag erhält. Speditionen sind für
die Abwicklung und Lagerung zuständig, die Fahrt selbst wird
von einem Frachtführer (also einem Fuhrunternehmer)
durchgeführt, und der kann sehr wohl aus Griechenland kommen.

Ich bezweifle, daß es ich für einen griechichen Lastführer rentieren würde, wenn er nicht wenigsten vorher einen Transport von Griechenland nach Süpddeutschland oder später von Berlin nach Griechenland durchführt.

Was willst du damit sagen? Marktwirtschaft ist das propagierte
System in Westeuropa. Das ist so gewollt. Und
„Verdrängungswettbewerb“ ist Bestandteil jeder freien
marktwirtschaft. Der beste und günstigste soll den Auftrag
bekommen. Unternehmen, die da nicht mithalten, verschwinden
vom Markt, neue kommen, andere werden übernommen. Mitarbeiter
wechseln. Das ist normal. Wenn du was anderes willst, muß das
System der Marktwirtschaft geändert werden. Etwa Kommunismus?

Nein, also wirst du mir dann zustimmen, daß die Proteste der LKW-Fahrer mit falschen Argumenten geführt werden?

Rücktransporte und Mehrwegfahrten
werden über alle Grenzen hinweg disponiert. Hier arbeiten
Speditionen ohne Rücksicht auf Konkurrenzen zusammen, und das
auf hohem logistischen Niveau schon seit Jahren. Der Anteil
der Leerfahrten liegt bei 30% und ist damit immer noch zu
hoch. Hier hilft die Globalisierung und Fusionierung großer
Speditionen, aber insbesondere moderne Kommunikationsformen,
mittlerweile wird auch das Internet hierfür intensiv genutzt.

Logistische Transportsysteme arbeiten
schon lange sehr erfolgreich. Touren und Einzelfahrten werden
über solche Transdatasysteme ausgeschrieben und die Aufträge
vergeben.
Die Unternehmer holen sich die Aufträge selbst im Internet
oder im Transdataverbund ab. Diese tolle neue Idee ist schon
ein alter Hund.

Wieder etwas dazu gelernt. Danke :smile:.

Gruß
Carlos

Was willst du damit sagen? Marktwirtschaft ist das propagierte
System in Westeuropa. Das ist so gewollt. Und
„Verdrängungswettbewerb“ ist Bestandteil jeder freien
marktwirtschaft. Der beste und günstigste soll den Auftrag
bekommen. Unternehmen, die da nicht mithalten, verschwinden
vom Markt, neue kommen, andere werden übernommen. Mitarbeiter
wechseln. Das ist normal. Wenn du was anderes willst, muß das
System der Marktwirtschaft geändert werden. Etwa Kommunismus?

Ich möchte speziell auf die Thematik Marktwirtschaft nochmal eingehen:
Zum Ersten: Wir haben keine freie Marktwirtschaft !! Wir haben eine soziale Marktwirtschaft , in der im Sinne von sozialem Ausgleich und nicht zuletzt auch im Sinne einer intakten Umwelt von der Poltik eingegriffen wird.

Zum Zweiten:
Der Verdrängungswettbewerb, der zweifelsohne stattfindet, kostet erheblich mehr Arbeitsplätze im Transportgewerbe als die gestiegenen Treibstoffpreise. Die steigenden Treibstoffpreise beschleunigen den Verdrängungswettbewerb sicher, aber sie verursachen ihn nicht!
Insbesondere wenn man die freie Marktwirtschaft vertritt, sollte man ein Auge dafür haben, die wahren Kosten im Transportgewerbe zu sehen, die durch die fast kostenlose Zurverfügungstellung der Transportwege (Autobahnen) stark verschleiert werden. Gerade ein Vertreter der freien Marktwirtschaft sollte bedingungslos das Verursacherprinzip anwenden, welches für das Transportgewerbe hartnäckig ignoriert wird.

Es ist nicht korrekt Arbeitslosigkeit hinzunehmen, die durch unsozialen Verdrängungswettbewerb entsteht, aber auf der anderen Seite mit entstehender Arbeitslosigkeit zu argumentieren, wenn sie vermeintlich durch hohe Treibstoffpreise (oder die Ökosteuer) entsteht.

Ich halte diese Kampgne der Transporteure europaweit für die populistischste Aktion, die es in den letzten Jahren gegeben hat. Sie versucht das Bedürfnis der Menschen nach Mobilität und damit nach niedrigen Treibstoffpreisen auszunutzen um absolut unsoziale und umweltfeindliche Strukturen im Transportgewerbe aufrechtzuerhalten. Der „Trucker“, in seiner „lonesome- Rider-Mentalität“, der alle Probleme selbst anpackt und löst ist dazu das geeignete Medium und lässt sich auch noch dankbar missbrauchen, nachdem er schon von seinen Chefs genug ausgenutzt wird.

Schöne Grüsse

Sigi

Durch meinen Beruf kenne ich einige Brummifahrer: oft leben
sie von der Hand in den Mund! Werden von den Großen
ausgebeutet bis geht nicht mehr.

Warum wenden sie sich dann gegen die Ökosteuer und nicht gegen die „Grossen“ ? Wäre das nicht vernünftiger ? Ist wohl nicht so erfolgversprechend.

Hast Du Dir schon mal die
Stundenzahlen der Brummifahrer angesehen? Das würdest Du nicht
durchstehen! Da würdest Du streiken!

Mit Recht, denn diese Lenkzeiten zerstören nicht nur die Fahrer selbst, sonder auch noch viele andere Menschenleben auf der Autobahn. Sich damit auch noch zu brüsten, dass man sich nicht an die gesetzlichen Lenkzeiten hält, ist schon ein wenig infam, oder ?

Auch Dein Argument: alles
was 400 km weiter ist, auf die Schiene: aber Deine Waren
möchtest Du schon so preiswert weiter kaufen, oder? Ohne
Brummis würde unser Einkommen bei weitem nicht reichen!

Das ist doch ein Märchen, das nur gilt, wenn du ausgerechnet Sizilianische Äpfel, italienische Milch und grichischen Joghurt im Hamburger Supermarkt kaufen willst. Würdest du dich mit den einheimischen Produkten begnügen, die sich nochdazu gar nicht durch die angekarrten unterscheiden, gäbe es keinen Preisunterschied.

Dass
Brummis auch mal leer fahren, ist ganz natürlich. Nicht immer
ist am Bestimmungsort auch Ware da um die Heimfahrt oder den
Ort der nächsten Fuhre zu finanzieren. Warum fährst Du einen
5-sitziges Auto (vermute ich mal)? Viel ökonomischer wäre es,
wenn Du Dir ein Motorrad zulegen würdest.

Vorsicht Fettnapf! Wenn du den Thread komplett gelesen hättest, wüstest du, dass ich fast immer mit dem Motorrad zur Arbeit fahre. (250ccm, 4l Verbrauch)

Noch besser wäre es,
Du würdest mit dem Fahrrad zum Zug oder Straßenbahn fahren und
dann umsteigen. Übrigens, die Stromherstellung wird auch durch
Treibstoff bewerkstelligt (oder doch zu einem großen Teil).

Tut mir leid, aber auch da sehe ich Alternativen. Wenn du dich näher über mich informieren willst, dann schau unter http://www.heiderei.de . Da siehst du das Passivhaus, das ich gerade baue. Energieverbrauch (eqivalent) ca. 170l Heizöl im Jahr.

Also übernimm nicht einfach Phrasen Deiner Partei, denke
eigenständig! Trittin und Konsorten haben schon öfters
Blödsinn von sich gegeben!

Die Grünen sind nicht meine Partei und deine These über Trittin und Konsorten trifft für alle Menschen zu, oder für dich nicht ?

Ciao Sigi

Ich möchte speziell auf die Thematik Marktwirtschaft nochmal
eingehen:
Zum Ersten: Wir haben keine freie Marktwirtschaft !! Wir haben
eine soziale Marktwirtschaft , in der im Sinne von sozialem
Ausgleich und nicht zuletzt auch im Sinne einer intakten
Umwelt von der Poltik eingegriffen wird.

Das mit der sozialen Marktwirtschaft steht doch nur auf dem Papier und wird an den Universitäten gehandelt. In Wirklichkeit tendiert die deutsche Wirtschaft eindeutig hin zur freien Marktwirtschaft mit allen Nuancen eines nackten Kapitalismus. Ich bin kein Freund davon, stelle nur die Realität fest.

Zum Zweiten:
Der Verdrängungswettbewerb, der zweifelsohne stattfindet,
kostet erheblich mehr Arbeitsplätze im Transportgewerbe als
die gestiegenen Treibstoffpreise. Die steigenden
Treibstoffpreise beschleunigen den Verdrängungswettbewerb
sicher, aber sie verursachen ihn nicht!
Insbesondere wenn man die freie Marktwirtschaft vertritt,
sollte man ein Auge dafür haben, die wahren Kosten im
Transportgewerbe zu sehen, die durch die fast kostenlose
Zurverfügungstellung der Transportwege (Autobahnen) stark
verschleiert werden. Gerade ein Vertreter der freien
Marktwirtschaft sollte bedingungslos das Verursacherprinzip
anwenden, welches für das Transportgewerbe hartnäckig
ignoriert wird.

Ich bin kein Vertreter der freien Marktwirtschaft. Dann hast du mich falsch verstanden. Das Verursacherprinzip ist auch nicht ein Merkmal der freien Marktwirtschaft.
Was soll übrigens das Verursacherprinzip in diesem Zusammenhang?
Der Straßenverkehr mit seiner gesamten Infrastruktur dient nicht nur den Transporteuren. Er bringt insbesondere auch Vorteile für alle Bürger, zum Beispiel der schnelle Umsatz der Waren bewirkt niedrige Preise bei allen Gütern, insbesondere bei Lebensmitteln und eine gößere Vielfalt des Angebots. Das macht einen wesentlichen Punkt unseres Lebensstandards aus, der durch alle Disziplinen geht.
Wenn du wieder wie im Busch leben und dir deine Lehmhütte selber bauen möchtest, wäre das schon ein Weg, auf diese Infrastruktur zu verzichten.
Machst du die Raucher und Alkoholkranken verantwortlich für die Höhe der Krankenversicherungsbeiträge? Machst du die lange Lebensdauer der Rentner verantwortlich für die Höhe der Rentenversicherungsbeiträge?
Dann verzehr weniger Lebensmittel, dann brauchen die LKW’s der ALDI-Kette nicht mehr so oft über deine Autobahnen zu fahren.

Es ist nicht korrekt Arbeitslosigkeit hinzunehmen, die durch
unsozialen Verdrängungswettbewerb entsteht, aber auf der
anderen Seite mit entstehender Arbeitslosigkeit zu
argumentieren, wenn sie vermeintlich durch hohe
Treibstoffpreise (oder die Ökosteuer) entsteht.

Du widersprichst dir selbst. Nach deiner eigenen Darstellung (s. oben) führt der Verdrängugnswettbewerb gar nicht zur Arbeitslosigkeit, weil der Arbeitnehmer eines „verdrängten“ Konkurrenten bei dem Wettbewerber einen neuen Arbeitsplatz bekommt. Das sind deine Worte!

Ich halte diese Kampgne der Transporteure europaweit für die
populistischste Aktion, die es in den letzten Jahren gegeben
hat. Sie versucht das Bedürfnis der Menschen nach Mobilität
und damit nach niedrigen Treibstoffpreisen auszunutzen um
absolut unsoziale und umweltfeindliche Strukturen im
Transportgewerbe aufrechtzuerhalten. Der „Trucker“, in seiner
„lonesome- Rider-Mentalität“, der alle Probleme selbst anpackt
und löst ist dazu das geeignete Medium und lässt sich auch
noch dankbar missbrauchen, nachdem er schon von seinen Chefs
genug ausgenutzt wird.

Du überträgst hier ein Cowboy-Genre auf den LKW-Bereich, das in amerikanischen Filmen vielleicht zu sehen ist (z.B. der legendäre Film „Convoy“) aber in Europa so nicht existiert.
Der Trucker ist zur zeit das arme Schwein an der deutsch-belgischen Grenze, das mitten in der Blockade steht, nicht weiterfahren kann, obwohl er doch will, stündlich seinen Chef am Handy hat, der in beschimpft, weil er nicht weiterfährt, der seit 3 tagen keine sanitären Anlagen zur Verfügung hat, sich Geld von Kollegen leihen muß, damit er was essen kann. Der Trucker ist kein Medium, sondern ein Bürger, der 100 Stunden in der Woche arbeitet, damit er seine Familie ernähren kann und jetzt einfach Existenzsorgen hat. Verstehst du das nicht?

Gruß,
Francesco

Ich möchte speziell auf die Thematik Marktwirtschaft nochmal
eingehen:
Zum Ersten: Wir haben keine freie Marktwirtschaft !! Wir haben
eine soziale Marktwirtschaft , in der im Sinne von sozialem
Ausgleich und nicht zuletzt auch im Sinne einer intakten
Umwelt von der Poltik eingegriffen wird.

Das mit der sozialen Marktwirtschaft steht doch nur auf dem
Papier und wird an den Universitäten gehandelt. In
Wirklichkeit tendiert die deutsche Wirtschaft eindeutig hin
zur freien Marktwirtschaft mit allen Nuancen eines nackten
Kapitalismus. Ich bin kein Freund davon, stelle nur die
Realität fest.

Na ganz Realität ist es ja nun noch nicht, auch wenn du damit Recht hast, daß wir uns offenbar auf dem Weg dazu befinden. Die Ökosteuer halte ich für ein Mittel, diesem Weg in die „freie“ Marktwirtschaft entgegenzutreten. Sie beinhaltet beide von mir genannten Kriterien. Sie verteuert umweltfeindlichen Strassenverkehr. Sie begünstigt das Rentensystem und damit auch die Arbeitskosten (was ind der Spritpreisdiskussion irgendwie ständig vergessen wird).

Zum Zweiten:
Der Verdrängungswettbewerb, der zweifelsohne stattfindet,
kostet erheblich mehr Arbeitsplätze im Transportgewerbe als
die gestiegenen Treibstoffpreise. Die steigenden
Treibstoffpreise beschleunigen den Verdrängungswettbewerb
sicher, aber sie verursachen ihn nicht!
Insbesondere wenn man die freie Marktwirtschaft vertritt,
sollte man ein Auge dafür haben, die wahren Kosten im
Transportgewerbe zu sehen, die durch die fast kostenlose
Zurverfügungstellung der Transportwege (Autobahnen) stark
verschleiert werden. Gerade ein Vertreter der freien
Marktwirtschaft sollte bedingungslos das Verursacherprinzip
anwenden, welches für das Transportgewerbe hartnäckig
ignoriert wird.

Ich bin kein Vertreter der freien Marktwirtschaft. Dann hast
du mich falsch verstanden.

Sorry, kam so rüber

Das Verursacherprinzip ist auch
nicht ein Merkmal der freien Marktwirtschaft.
Was soll übrigens das Verursacherprinzip in diesem
Zusammenhang?

Du scheinst wirklich den Thread noch nicht gelesen zu haben: Der Gütertransport auf der Strasse ist nur deshalb so billig, weil die LKW im Verhältnis zu ihrer Strassenabnutzung und Strassenbenutzung (laut Spiegel das 175000fache) ERHEBLICH weniger Steuern zahlen als ein PKW. Als Verursacher von zusätzlichen Autobahnen und Spurrillen usw müssten die LKW also nach dem Verursacherprinzip wesentlich mehr zur Kasse gebeten werden. Das werden sie nicht, weil das Verursacherprinzip hier ignoriert wird, also gibt es defacto eine indirekte Subventionierung des LKW Verkehrs durch die PKW’s. Im Sinne einer freien Marktwirtschaft ist aber jede Subvention abzulehnen, da sie den Wettbewerb verzerrt (in diesem Fall zwischen Strasse und Schiene, die ihre ganzen Infrastrukturkosten selbst bezahlen muss) und die Preise verfälscht. Nun bin ich als Vertreter der sozialen Marktwirtschaft nicht vollständig gegen Subventionen, aber wenn, dann richtig offen, damit es auch der letzte BILD-Zeitungsleser merkt und mit sozialer und ökologischer Verantwortung.

Der Straßenverkehr mit seiner gesamten Infrastruktur dient
nicht nur den Transporteuren. Er bringt insbesondere auch
Vorteile für alle Bürger, zum Beispiel der schnelle Umsatz der
Waren bewirkt niedrige Preise bei allen Gütern, insbesondere
bei Lebensmitteln und eine gößere Vielfalt des Angebots. Das
macht einen wesentlichen Punkt unseres Lebensstandards aus,
der durch alle Disziplinen geht.
Wenn du wieder wie im Busch leben und dir deine Lehmhütte
selber bauen möchtest, wäre das schon ein Weg, auf diese
Infrastruktur zu verzichten.

Ähh du verstehst mich nun aber auch falsch. Gerade das will ich nicht, aber ich bin dazu gezwungen, wenn tausende von LKW auf der Autobahn rumkutschieren. Es ist also genau diese Art der „Versorgung“, die mich mehr blockiert als der Verzicht. Die Infrastruktur, die du beschreibst ist die Autobahn, die ich heute wegen LKW-Staus kaum mehr nutzen kann und der LKW-Fernverkehr ist die mißbräuchliche Nutzung dieser Infrastruktur.

Machst du die Raucher und Alkoholkranken verantwortlich für
die Höhe der Krankenversicherungsbeiträge? Machst du die lange
Lebensdauer der Rentner verantwortlich für die Höhe der
Rentenversicherungsbeiträge?
Dann verzehr weniger Lebensmittel, dann brauchen die LKW’s der
ALDI-Kette nicht mehr so oft über deine Autobahnen zu fahren.

Das hat ja nun gar nichts miteinander zu tun.
Ich kann jederzeit Lebensmittel in meiner Stadt kaufen, die nicht über tausende von KM transportiert wurden und muss auf nichts verzichten. Die LKW-Branche tut immer so, als wären alle Fahrten wirklich notwendig. Der Lebensmitteltourismus in der EU ist völlig nutzlos und nur deswegen rentabel, weil auch er subventioniert ist.

Es ist nicht korrekt Arbeitslosigkeit hinzunehmen, die durch
unsozialen Verdrängungswettbewerb entsteht, aber auf der
anderen Seite mit entstehender Arbeitslosigkeit zu
argumentieren, wenn sie vermeintlich durch hohe
Treibstoffpreise (oder die Ökosteuer) entsteht.

Du widersprichst dir selbst. Nach deiner eigenen Darstellung
(s. oben) führt der Verdrängugnswettbewerb gar nicht zur
Arbeitslosigkeit, weil der Arbeitnehmer eines „verdrängten“
Konkurrenten bei dem Wettbewerber einen neuen Arbeitsplatz
bekommt. Das sind deine Worte!

Nein, sind sie nicht. Ein Mitdiskutierer hat das gesagt. Du verwechselst mich mit ihm.

Ich halte diese Kampgne der Transporteure europaweit für die
populistischste Aktion, die es in den letzten Jahren gegeben
hat. Sie versucht das Bedürfnis der Menschen nach Mobilität
und damit nach niedrigen Treibstoffpreisen auszunutzen um
absolut unsoziale und umweltfeindliche Strukturen im
Transportgewerbe aufrechtzuerhalten. Der „Trucker“, in seiner
„lonesome- Rider-Mentalität“, der alle Probleme selbst anpackt
und löst ist dazu das geeignete Medium und lässt sich auch
noch dankbar missbrauchen, nachdem er schon von seinen Chefs
genug ausgenutzt wird.

Du überträgst hier ein Cowboy-Genre auf den LKW-Bereich, das
in amerikanischen Filmen vielleicht zu sehen ist (z.B. der
legendäre Film „Convoy“) aber in Europa so nicht existiert.
Der Trucker ist zur zeit das arme Schwein an der
deutsch-belgischen Grenze, das mitten in der Blockade steht,
nicht weiterfahren kann, obwohl er doch will, stündlich seinen
Chef am Handy hat, der in beschimpft, weil er nicht
weiterfährt, der seit 3 tagen keine sanitären Anlagen zur
Verfügung hat, sich Geld von Kollegen leihen muß, damit er was
essen kann. Der Trucker ist kein Medium, sondern ein Bürger,
der 100 Stunden in der Woche arbeitet, damit er seine Familie
ernähren kann und jetzt einfach Existenzsorgen hat. Verstehst
du das nicht?

Doch, verstehe ich und ich gebe dir Recht, daß „der Trucker“ das arme Schwein ist, aber er bekämft in seiner Naivität die falschen! Er ist zu naiv, sich gewerkschaftlich zu organisieren um mehr zu verdienen und nicht mehr 100h arbeiten zu müßen (womit er uns übrigens alle gefährdet) und er lässt sich auch noch vor den Karren der grossen Spediteure spannen, denen er seine Lage zu verdanken hat. Dazu fällt ihm nicht auf, daß das bekämpfen der ÖkoSteuer ihn auf Dauer nicht retten wird, denn die Grossen werden die Daumenschrauben weiter anziehen.

Ich entschuldige mich gleich vorab bei allen Truckern, die ich hier pauschalisierend mit eingepackt habe. Grundsätzlich fühle ich mich solidarisch mit Leuten, die so abgezockt werden wie ihr, aber denkt doch bitte endlich mal drüber nach, wer und was dran schuld ist.

So, und nun geh ich ins Wochenende

Ciao Sigi

Warum wenden sie sich dann gegen die Ökosteuer und nicht gegen
die „Grossen“ ? Wäre das nicht vernünftiger ? Ist wohl nicht
so erfolgversprechend.

===> hast Du schon mal Deinem Chef eine auf´s Maul gegeben?

Mit Recht, denn diese Lenkzeiten zerstören nicht nur die
Fahrer selbst, sonder auch noch viele andere Menschenleben auf
der Autobahn. Sich damit auch noch zu brüsten, dass man sich
nicht an die gesetzlichen Lenkzeiten hält, ist schon ein wenig
infam, oder ?

===> Wenn sie nicht arbeitslos werden wollen, müssen sie mitspielen. Und brüsten? Na, wer brüstet sich da? Ich kenne keinen!

Das ist doch ein Märchen, das nur gilt, wenn du ausgerechnet
Sizilianische Äpfel, italienische Milch und grichischen
Joghurt im Hamburger Supermarkt kaufen willst. Würdest du dich
mit den einheimischen Produkten begnügen, die sich nochdazu
gar nicht durch die angekarrten unterscheiden, gäbe es keinen
Preisunterschied.

===> buy Germnan!!! Das meinst Du doch nicht im Ernst? Hast Du was gegen Europa? Es gibt noch weitaus mehr Artikel, die aus allen möglichen Ländern kommen. Fällt mir gerade einer ein: Gorenje Kühlschranke, Herde… Portugisische Korken für Deine Weinflaschen,… usw.

Vorsicht Fettnapf! Wenn du den Thread komplett gelesen
hättest, wüstest du, dass ich fast immer mit dem Motorrad zur
Arbeit fahre. (250ccm, 4l Verbrauch)

===> hat sich was mit Fettnapf. Ich habe von Leerfahrten gesprochen! Die Aussage Auto ist für alle die gedacht gewesen, die motzen und mit leeren Auto zur Arbeit fahren. Dass Du mit dem motorrad zur Arbeit fährst ist löblich (und Du hast recht, ich hab´s überlesen). Aber auch hier könnte man einhaken: irgend wo habe ich gelesen, dass Motorräder besonders starke Umweltverschmutzer sind! Ob´s wahr ist???

Tut mir leid, aber auch da sehe ich Alternativen. Wenn du dich
näher über mich informieren willst, dann schau unter
http://www.heiderei.de . Da siehst du das Passivhaus, das ich
gerade baue. Energieverbrauch (eqivalent) ca. 170l Heizöl im
Jahr.

===>Die Alternativen sind (zumindest z.Zt). noch keine! Erstens sind die Ökohäuser blitzhässlich und zweiten so teuer, dass sich die wenigsten das leisten können. Außerdem müssen oft extrem hochwertige Materialien verwendet werden, die dann in der Herstellung wieder sehr viel Energie verbrauchen. Außerdem gibt´s nicht nur Wohnhäuser, sondern noch andere, sehr wichtige „Energieverbraucher“ die wir bitter nötig haben.

Die Grünen sind nicht meine Partei und deine These über
Trittin und Konsorten trifft für alle Menschen zu, oder für
dich nicht ?

Richtig! Nur kann mein (unser) Blödsinn nicht diesen Schaden anrichten, wie der der Politiker! Von einem Politiker verlange ich, dass er sich bevor er´s Maul aufmacht, erst mal schlau macht! Und nicht erst mal drauflosquasselt.

Grüße
Raimund

Deine Ideen - meine antwort

Alles, was weiter als 400km transportiert wird generell auf
die Schiene !

Nicht machbar, denn es stehen gar nicht genug Kapazitäten zur Verfügung, diese können nicht mal mittelfristig beschafft werden.

Kein subventionierter Lebensmitteltourismus :mehr in der EU !

Nicht durchsetzbar - obwohl wünschenswert.

Verursacherprinzip einhalten => drastische Erhöhung der
KFZ-Steuer für LKW !

Völlig falsch, das trifft nur deutsche LKW’s.
Eine hohe Autobahnmaut muss da her für alle LKWs. Meinetwegen Verzicht auf die Kfz-Steuer - schließlich besitzte ich neben einem Fahrzeug auch noch einen Toster und eine Mirkowelle - für beides gibt es keine Besitzsteuern!
Nur so trifft es die Verursacher - und dann auch noch einigermaßen gerecht.

Einführung einer zentralen Speditionslogistik in D, um
überflüssige Leerfahrten zu vermeiden !

Idee gut, aber nicht umsetztbar. scheitert am Konkurrenzdenken.

mfg ivo

nur ein Beispiel dazu…
Ein regelmässiger 10 t-Transport über insgesamt 500t aus Italien nach Deutschland wurde vom Transitland Schweiz nur genehmigt, wenn er über die Schiene abgewickelt wird.
Nach 15 Transporten wurde eine neue Genehmigung beantragt:
via Österreich und vollständig über die STrasse!!
Entfernung: 1200 km!!!
Fazit: Der Strassentransport ist auch bei 1200 km noch attraktiv!!!
Ayla, die es auch nicht fassen kann!!

4.) Alles, was weiter als 400km transportiert wird generell
auf der Schiene transportiert!

Vergiß es Sigi, dies ist für viele Kunden einfach zu langsam
und unflexibel.

„Ich sage, dass die Belastungen im ökologischen Bereich eher zu niedrig sind und in anderen Bereichen eher zu hoch.“
Angela Merkel, 26.1.1995, damals Bundesumweltministerin.
„Diese Schröpfsteuer muss weg.“
Angela Merkel, 11.9.2000, Bundesvorsitzende der CDU.
Gelesen in DIE ZEIT Nr. 38, „Worte der Woche“. Die Frau ist wenigstens konsequent!

Was mich betrifft: Ich will weiterhin

  • Flensburger Bier in Freiburg trinken und das gute Münchner Kindl in Hamburg - natürlich darf das aus Konkurrenzgründen nicht teurer sein als heimisches Bier!
  • norddeutsche Milch, die einen Pfenning billiger ist als süddeutsche, im Schwarzwald haben;
  • dass Yoghurt in Griechenland produziert wird, da die Leute dort ärmer sind und Arbeit brauchen;
  • dass Nordseekrabben in Marokko gepult haben (früher wurde das in Polen gemacht, aber die sind zu teuer geworden);
  • Nelken aus Kolumbien haben (grösster Exporteur dafür!); aber das gehört eigentlich gar nicht hierher, da die mit dem Flugzeug kommen …);
    und, und, und …

Übrigens: JEDER Politiker und Verbandsfunktionär weiß heute: Wenn der LKW-Transport so weitergeht, ist die Straßenunterhaltung in einigen Jahren (ich meine Jahre, nicht Jahrzehnte!) NICHT MEHR BEZAHLBAR!! Aber was soll’s - das Kind muss bekanntlich erst in den Brunnen fallen.

Zum Schluss das versöhnliche Wort: Die Diskussion und das populistische Gehabe vieler Politiker und Funktionäre kotzt mich an!

Mit dieselfreundlichen Grüßen
Stucki

Hallo,

mir geht das etwas leicht and die Nieren! Im Grunde hast Du mit Deiner Aussage zwar recht, ABER ich stelle eine Behauptung auf.

Wenn ihr die LKW’s von der Strasse haben wollt, warum baut ihr dann nicht gleich zu jedem Haus einen Gleisanschluss??? Das Problem wäre gelöst, oder???

Meiner Meinung nach bist Du wohl der erste der schreit wo ist meine Zeitung!!!

Hier steht mein Arbeitsplatz, oder besser meine Zukunft auf dem Spiel. Die LKW die eine Achse angehoben haben fahren nicht unbedint leer durch die Gegend. Ich kann meine Achse selbst bei einem Gesamtgewicht von 28 Tonnen noch aufheben, was eine Zuladung von 14 Tonnen ergibt. Wenn Du so etwas behuptest, solltest Du Dich wohl eher mal mit der Sache beschäftigen.

du sprichst mir aus der seele, dankeschön!

Wenn die Spediteure die realen Wegekosten zahlen müßten, dann
müßte Diesel noch dreimal so teuer sein!!! Ich frage mich,
wieso der Staat de facto den völlig sinnlosen Transport von
z.B. Milch
von Bayern nach Friesland subventioniert? Dass bayrische Milch
im Supermarkt in Köln teils billiger ist als Milch aus der
Eifel zeigt nur, dass die Transportkosten viel zu niedrig
sind, weil vom Steuerzahler subventioniert.

Wie kommst Du eigentlich auf den Trichter?
Ich fahre jährlich zwischen 120000- 160000 km macht bei 29L/100km 34800- 46400 Liter Diesel. Der Steueanteil liegt bei etwas 1,- DM macht durchscnittlich ca. 40000 DM nur an Dieselsteuer. Sicher sind Transporte manchmal irrsinnig, aber das will ja nicht ich, sondern die allgemeine Bevölkerung! Darüber solltest Du auch nachdenken. Oder kaufst du nur das, wo draufsteht wo es her kommt?

Und zu sinnlosen Leerfahrten: Wer wie ich öfter mit
Speditionen zu tun hat kann sich des Eindrucks nicht erwehren,
dass dort primär Idioten beschäftigt sind: Was nicht
zerdeppert oder verloren wird, kommt zu spät oder in 3
Teillieferungen an.
mfg frank

Mit welcher hinterwald Spedition hast du denn zu tun?

Hallo Leute,

ich möchte Sigis Gedankengang weiterführen.

1.) Es wird darauf hingewiesen, daß die LKW-Fahrer hart
schuften und wenig Geld dafür verdienen.

Danke für die Blumen!

3.) Leerfahrten sollten vermieden werden.

Dies kann nur bei riesigen Landesweiten Transportunternehmen
funktionieren, wie z.B. UPS oder Post. Für eine normale
Spedition, die ihre Aufträge mühsam aquirieren muß, ist es
kaum möglich am Zielort einen Rücktransport zu organisieren.
Dies wird besonders dadurch erschwert, daß der Kunde häufig
punktgenaue zeitliche Landung der Güter erwartet.
Das bedeutet, daß der Anteil der Leertransporte wohl eher
zwischen 40 und 50 % liegt.

Bin ich nicht ganz deiner Meinung!
Meine Chefin holt sich die meisten Rücktransporte über das Internet, funktioniert sehr gut. Dadurch werden Leerfahrten vermieden.

Vision: Im Interspedio (imaginäres Speditionsverteilungsnetz)
wird eine Fahrt von Freiburg nach Berlin ausgeschrieben. Bei
der Ladung handelt es sich um 2 Tonnen Computermonitore, die
am 15.9.2002 um 10:00 Uhr abgeholt werden und am nächsten Tag
um 8:00 dort sein sollen.
Angemailt werden mit erster Priorität Speditionen aus Berlin,
die an diesem Tag eine LKW im Freiburger Raum haben. Falls
dies nicht der Fall ist, werden Speditionen im Freiburger Raum
angemailt. Der Kunde erhält die Bewerbungen und kann dann die
Spedition auswählen, die ihm am besten zusagt.

Genau so funktioniert das! Passiert bei uns seit längerer Zeit nur mit Teilladungen (2 Paletten) ist das so eine Sache.

mfg- Rainer