Spenden an Parteien - wohl doch nicht einseitig?

Hi!

Für alle gestandenen Genossinnen und Genossen, die nicht müde geworden sind, die Spendenpraxis der Unionsparteien anzuprangern, habe ich hier einen kurzen Bericht. Quelle: n-tv-online.

"SPD-Spenden-Klüngel

Der nordrhein-westfälische SPD-Vorsitzende Harald Schartau hat eine restlose Aufklärung der Affäre um die illegalen Kölner-Parteispenden angekündigt. „Wir werden nicht aufhören, bevor wir die Dinge aufgeklärt haben“, sagte er dem ZDF-Morgenmagazin. Das Bekanntwerden von weiteren illegalen Spenden wollte Schartau nicht ausschließen.

Im Spenden-Untersuchungsausschuss des Bundestags soll der Skandal bereits auf seiner nächsten Sitzung behandelt werden. Das sagte das Ausschuss-Mitglied, der CSU-Politiker Hans-Peter Friedrich, der „Bild“-Zeitung.

Der Spendenskandal hatte sich am Dienstag ausgeweitet. Statt der bisher genannten 340.000 DM (173.839 Euro) habe der inzwischen zurückgetretene SPD-Kommunalpolitiker Norbert Rüther insgesamt rund 511.000 DM (260.758 Euro) illegal als Barspenden angenommen. Die Gesamtsumme sei in kleinere Mengen aufgeteilt worden, über die dann Nichtberechtigte eine Spendenquittung erhalten hätten. Außerdem habe es eine schwarze Kasse in Höhe von 50.000 DM (25.564 Euro) gegeben.

Der ehemalige Schatzmeister der Kölner SPD, Manfred Biciste, trat wegen der Vorkommnisse ebenfalls zurück. Ein für heute Abend geplanter Parteitag zur Bildungspolitik der Kölner SPD wurde wegen des Skandals abgesagt. Stattdessen sollen die Mitglieder über die aktuellen Geschehnisse informiert werden.

Trienekens dementiert

Unterdessen ist das Viersener Entsorgungsunternehmen Trienekens dem Eindruck entgegen getreten, es habe mit dem Rücktritt Rüthers zu tun. Im Zeitraum von 1994 bis 1999 habe es vor allem in Wahlkampfzeiten eine Reihe von Spenden der Trienekens AG an SPD, CDU, FDP und die Grünen gegeben, hieß es in einer Erklärung der Firma vom Dienstagabend. Das Unternehmen ist an der Betreibergesellschaft der Kölner Müllverbrennungsanlage beteiligt. Der Bau der Anlage war im Jahr 1998 abgeschlossen worden. In Zusammenhang mit dem umstrittenen Großprojekt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen mehrere Personen wegen Korruption.

Millionenstrafe droht

Unterdessen zeichnen sich auch finanzielle Konsequenzen ab. Die Sozialdemokraten in der Domstadt müssen vermutlich eine Strafe in sechsstelliger Höhe zahlen. Die Bundespartei werde die Kölner SPD in Regress nehmen, kündigte SPD-Bundesschatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier am Dienstag an. Sie rechne damit, dass die Strafe mindestens doppelt so hoch wie die nicht im Rechenschaftsbericht veröffentlichte Spende in Höhe von 174.000 Euro ausfallen werde. „Ich fürchte, das wird ein langer Abzahlungsprozess.“

Der SPD-Vorsitzende, Bundeskanzler Gerhard Schröder, hat die volle Unterstützung der Bundespartei bei der Aufklärung der mutmaßlich illegalen Spendenzahlungen an die Kölner SPD zugesichert. Er habe „kein Verständnis“ für die Vorgänge in Köln, sagte Schröder am Dienstag nach einem Treffen des SPD-Gewerkschaftsrates in Berlin. Wer auch immer mit der Aufklärung betraut sei, werde "jede nur erdenkliche Unterstützung der Bundes-Partei bekommen ".

Keiner weiß was

Wer die 38 Sozialdemokraten sind, die die falschen Spendenquittungen angenommen haben, war zunächst unklar. „Alle tun so, als ob sie von nichts wissen“, sagte ein Ratsmitglied. „Da werden wir so schnell auch nichts erfahren, noch nicht einmal, wenn es zu Selbstanzeigen kommt. Schließlich gilt auch in diesen Fällen das Steuergeheimnis.“

(Zitat Ende).

Noch Fragen?

Offensichtlich ist die gesamte deutsche Politikerkaste derart verdorben, daß mir ab und an fast schon eine Revolution notwendig erscheint…

Grüße,

Mathias

hallo Matthias,

Offensichtlich ist die gesamte deutsche Politikerkaste derart
verdorben, daß mir ab und an fast schon eine Revolution
notwendig erscheint…

Nein, die deutsche Politikerklasse ist nicht verdorbener als in allen anderen Staaten. Das Problem ist, dass sie nicht besser sind.
Und das mit der Rvolution…
Wenn nicht immer anschließend ein „starker Mann“ käme!
Und wenn nicht immer gleich Massenmord begangen würde!
Eine Revolution hat zwar fast immer die Schmarotzer entfernt… doch neue, hungrige Schmarotzer an die Macht gebracht.
Grüße
Raimund

Hallo Mathias,

in der Tat, die Vorgänge sind ein Skandal.
Un Rüther, der hier offenbar der Hauptschuldige ist, ist in Köln schon seit Jahren als „graue Emminenz“ eines Netzwerkes von Komunalpolitikern verrufen, das hinter dem Rat die Fäden zog.
Als kurz vor der letzten OB Wahl der SPD Kandidat Heugel wegen einer Vorteilsnahme von 15000 Euro zurücktreten musste, war eigentlich jedem klar, daß das nur die Spitze des Eisberges war.
Und genau so ist es auch.
Eine weitere Pikanterie an der Geschichte ist, daß die Müllverbrennungsanlage, an deren Bau sich die Genossen bereichert haben, nur gegen erheblichen Widerstand der Bevölkerung durchgesetzt wurde. Entsorgungskapazitäten gibt es im Kölner Umland nämlich reichlich.
Nun haben wir das 1 Millarde teure Ding da stehen und die höchsten Müllgebühren der Republik.

Max

sie sind definitiv schlechter, weil …
… schon die alten griechen und die ollen römer wußten wo bartel den most holt.
aber es gibt einen entscheidenden unterschied.
sie haben sich in der regel nicht erwischen lassen.
das sich erwischen lassen scheint die praxis-studie (der praxis beleg) der pisa-studie zu sein.
(Da lob ich mir doch den altvater strauß, wenn man sich die hände schmutzig macht muß man sie halt wieder waschen. und selbst H.K. hat sich an die ehernen regeln gehalten)
und wenn man zu dumm ist mit seinen eigenen (!!) gesetzen zu bescheißen, dann kann man auch keine gute politik machen.
und darum müssen die herren weg. alle.
sofort.

Raimund

…der Klüngel in der Kölschen SPD.

Für alle gestandenen Genossinnen und Genossen, die nicht müde
geworden sind, die Spendenpraxis der Unionsparteien
anzuprangern, habe ich hier einen kurzen Bericht.

Nur ist er nicht mit dem CDU-Spendenskandal zu vergleichen (jedenfalls bislang noch nicht). Denn es bestehen wesentliche Unterschiede:

  1. Alle SPD-Leute, die hieran beteiligt sind, sind zurückgetreten. Kohl ist weiterhin MdB und will sogar wieder in den Wahlkampf für die CDU gehen.

  2. Die CDU hat alles getan, um den Skandal zu vertuschen (siehe Koch). Die SPD kündigt Aufklärung an. Ob sie dies auch tatsächlich tun wird, bleibt abzuwarten.

  3. Es handelt sich - nach allem, was bislang bekannt ist - um ein lokales Ereignis. Dies kann man vom CDU-Spendenskandal nicht behaupten.

Wie gesagt: Vor allem Punkt 2 und 3 kann sich ändern, wenn sich der Skandal ausweiten sollte. Dann muß man neu bewerten. Nur nach allem, was bisher bekannt ist, handelt es sich bei der SPD um ein Skandälchen und bei der CDU um den grössten Politskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Hallo Ralf,

es macht aus meiner Betrachtung überhaupt keinen Unterschied wer den Skandal verursacht hat. Der Spendenskandal der SPD ist auch nicht geringer als der der CDU einzuordnen.

Im Gegenteil. Die Genossen haben offenbar Schmiergelder kassiert und dann nach Gewissen - das wohl über das Bankkonto gesteuert wird - abgestimmt.

…der Klüngel in der Kölschen SPD.

Für alle gestandenen Genossinnen und Genossen, die nicht müde
geworden sind, die Spendenpraxis der Unionsparteien
anzuprangern, habe ich hier einen kurzen Bericht.

Nur ist er nicht mit dem CDU-Spendenskandal zu vergleichen
(jedenfalls bislang noch nicht). Denn es bestehen wesentliche
Unterschiede:

  1. Alle SPD-Leute, die hieran beteiligt sind, sind
    zurückgetreten. Kohl ist weiterhin MdB und will sogar wieder
    in den Wahlkampf für die CDU gehen.

Die SPD-Leute sind nicht vom Mandant zurückgetreten, sondenr von ihren Ämtern in der SPD. Sie haben also dem Staat und der Stadt Köln kaum Nutzen gebracht.

  1. Die CDU hat alles getan, um den Skandal zu vertuschen
    (siehe Koch). Die SPD kündigt Aufklärung an. Ob sie dies auch
    tatsächlich tun wird, bleibt abzuwarten.

Ja, und deshalb sollten wir alle vorsichtig sein. Die SPD hat doch versichert, bei der Aufklärung des CDU-Parteispendensumpfes, dass es in den eigenen Reihen so etwas nicht gibt, laut Münte sogar in der SPD undenkbar ist. Und ausgerechnet in Müntes Landesverband geht die Bombe hoch.

  1. Es handelt sich - nach allem, was bislang bekannt ist - um
    ein lokales Ereignis. Dies kann man vom CDU-Spendenskandal
    nicht behaupten.

Wenn eine Partei - oder Parteimitglieder - Schmiergelder annehmen, spielt es keine Rolle, ob über einen Landesverband, einen Kreisverband oder einen Ortsverband Manipulationen vorgenommen werden.

Wie gesagt: Vor allem Punkt 2 und 3 kann sich ändern, wenn
sich der Skandal ausweiten sollte. Dann muß man neu bewerten.
Nur nach allem, was bisher bekannt ist, handelt es sich bei
der SPD um ein Skandälchen und bei der CDU um den grössten
Politskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Also rd. 15 Millionen €, von denen seit heute gesprochen wird, sind etwas mehr als ein Skandälchen. Und die Bundes-SPD wird hier Konsequenzen tragen müssen.

Ich bin persönlich überzeugt, dass wir unzählige solcher Skandale haben. Die „Familie“ ( die Parteien) grüsst das deutsche Volk.

GRuss Günter

Unterschiede bei Skandalen
Hallo,

Also rd. 15 Millionen €, von denen seit heute gesprochen wird,
sind etwas mehr als ein Skandälchen. Und die Bundes-SPD wird
hier Konsequenzen tragen müssen.

hinzu kommt, daß sich im Gegensatz zu Kohl und Konsorten auch Parteimitglieder finanziell bereichert haben. Das ist eine ganz neue Dimension.

Interessant finde ich jedoch, daß sich die CDU im Augenblick noch mit der Kritik zurückhält. Entweder haben sie Angst, daß da auch eigene Parteimitglieder mit drinhängen oder sie benehmen sich fairer, warum auch immer.

Gruß
Christian

Hallo Christian,

Interessant finde ich jedoch, daß sich die CDU im Augenblick
noch mit der Kritik zurückhält. Entweder haben sie Angst, daß
da auch eigene Parteimitglieder mit drinhängen oder sie
benehmen sich fairer, warum auch immer.

Ich habe die Befürchtung, dass dieser Skandal in der Dimension größer als alles bisherige wird. Da offenbar einer der engsten Berater dieser der Bestechungen bezichtigten Müllfirma in der CDU eine massgebliche Rolle spielt, auch diese Firma als Anwalt vertritt und aktiv für den Auftrag gestimmt haben soll, kann da schon noch was kommen.

Hier tut sich ein Abgrund auf. Egal ob nun nur die SPD oder auch die CDU am Ende drin hängt. Es wäre das erste Mal, dass so klar erkennbar werden könnte, dass Politik bestechlich ist. Wer zwar in der Politik schon tätig war, weiss, dass Politik bestechlich ist, aber oft geschieht es so, dass es nicht auffällt. Hier kann jedoch das Vertrauen in Politiker völlig erschüttert werden. Und wenn ich noch relativ skeptisch optmistisch Schröder auch als weiteren Bundeskanzler sah, könnte dies tatsächlich am Ende der Bumering sein, der Schröder zu Fall bringt.

Gruss Günter

hallo Ralf,
ich will die CDU-Affaire nicht herunterspielen. Doch abgesehen von der Summe halte ich diese Angelegenheit für weit krimineller. Bei der CDU wurden Parteispenden eingesammelt und nach den damals geltenden Regeln versteckt. Rechtlich nicht antastbar, was nicht heißt es wäre moralisch ok. Doch hier wurde echte kriminelle energie aufgewandt. Schmiergelder (Bestechung), falsche Spendenquittungen…
Ich finde, dass dieses Vorgehen noch um einiges schwerer wiegt.
Grüße

Raimund

  1. Alle SPD-Leute, die hieran beteiligt sind, sind
    zurückgetreten. Kohl ist weiterhin MdB und will sogar wieder
    in den Wahlkampf für die CDU gehen.

Die SPD-Leute sind nicht vom Mandant zurückgetreten, sondenr
von ihren Ämtern in der SPD. Sie haben also dem Staat und der
Stadt Köln kaum Nutzen gebracht.

Ok, aber auch hier besteht eben immer noch ein wesentlicher Unterschied zur CDU z.B. mit Koch.

  1. Die CDU hat alles getan, um den Skandal zu vertuschen
    (siehe Koch). Die SPD kündigt Aufklärung an. Ob sie dies auch
    tatsächlich tun wird, bleibt abzuwarten.

Ja, und deshalb sollten wir alle vorsichtig sein. Die SPD hat
doch versichert, bei der Aufklärung des
CDU-Parteispendensumpfes, dass es in den eigenen Reihen so
etwas nicht gibt, laut Münte sogar in der SPD undenkbar ist.
Und ausgerechnet in Müntes Landesverband geht die Bombe hoch.

Womit die SPD ja auch weiterhin recht hat. „So etwas“, also das Betreiben groß angelegter Schwarzgeldkonto unter Mitwissen und aktivem Mitwirken der allerobersten Parteispitze gibt es - nach allen bisherigen Erkenntnissen - in der SPD bislang nicht. Niemand hat behauptet, dass es in der SPD keine Kriminellen geben würde. Es ist aber nun mal ein Unterschied, ob der Kriminelle ein Lokalpolitiker oder der langjährige Parteivorsitzende ist.

  1. Es handelt sich - nach allem, was bislang bekannt ist - um
    ein lokales Ereignis. Dies kann man vom CDU-Spendenskandal
    nicht behaupten.

Wenn eine Partei - oder Parteimitglieder - Schmiergelder
annehmen, spielt es keine Rolle, ob über einen Landesverband,
einen Kreisverband oder einen Ortsverband Manipulationen
vorgenommen werden.

Na, das denke ich doch, dass das einen wesentlichen Unterschied ausmacht.

Also rd. 15 Millionen €, von denen seit heute gesprochen wird,
sind etwas mehr als ein Skandälchen.

Nur nach allen bisherigen Meldungen handelt es sich nicht um 15 SPD-Millionen. Das behauptet ja nicht einmal die CDU.

Und die Bundes-SPD wird
hier Konsequenzen tragen müssen.

Und im Gegensatz zur CDU scheint die SPD auch bereit zu sein, die Konsequenzen zu tragen.

15 Mio.

Nur nach allen bisherigen Meldungen handelt es sich nicht um
15 SPD-Millionen. Das behauptet ja nicht einmal die CDU.

Obwohl ich nicht ganz sicher bin, daß ich Deine Formulierung ganz richtig verstanden habe: Nach Angaben des Schatzmeisters der Kölner SPD, Martin Börschel, geht es jetzt um Schmiergelder von insgesamt rund 29 Millionen Mark (15 Millionen Euro).

http://www.welt.de/daten/2002/03/08/0308de318981.htx

Gruß
Christian

Nur nach allen bisherigen Meldungen handelt es sich nicht um
15 SPD-Millionen. Das behauptet ja nicht einmal die CDU.

Obwohl ich nicht ganz sicher bin, daß ich Deine Formulierung
ganz richtig verstanden habe: Nach Angaben des Schatzmeisters
der Kölner SPD, Martin Börschel, geht es jetzt um
Schmiergelder von insgesamt rund 29 Millionen Mark (15
Millionen Euro).

Richtig. Aber nach allen bisherigen Meldungen handelt es sich nicht um 15 SPD -Millionen. Wer mit diesen 15 Millionen alles geschmiert worden ist, ist ja noch offen.

Aber bevor jetzt Kritik an diesem Satz kommt: wichtig ist mir auch nach allen bisherigen Meldungen. Natürlich kann ich nicht so ausschließen, dass sich dies irgendwann doch herausstellen wird. Nur eben ist bislang hiervon nicht die Rede.

unser Wahljahr

Richtig. Aber nach allen bisherigen Meldungen handelt es sich
nicht um 15 SPD -Millionen. Wer mit diesen 15 Millionen
alles geschmiert worden ist, ist ja noch offen.

Dann waren meine Zweifel, ob ich Deinen Satz richtig interpretiere, durchaus berechtigt. Eine derartige Ahnung hatte ich nämlich, war mir aber nicht sicher.

Aber bevor jetzt Kritik an diesem Satz kommt: wichtig ist mir
auch nach allen bisherigen Meldungen.

Keine Sorge, dies wirst Du von mir nicht hören. Ich finde es auch immer wieder Klasse, wenn nach 3 Wochen einer kommt und einen anmault, der Sachverhalt wäre vollständig anders, was sich allerdings erst 2 Minuten vorher so ergeben hat.

Natürlich kann
ich nicht so ausschließen, dass sich dies irgendwann doch
herausstellen wird. Nur eben ist bislang hiervon nicht die
Rede.

Eigentlich kann man nur hoffen, daß die Sache nicht noch weitere Parteien betrifft. Schlimm genug, daß nun die zwei großen in entsprechende Skandale verwickelt sind und waren (bei der FDP ist es schon ein bißchen sehr viel länger her). Noch schlimmer ist allerdings, daß schon wieder ein Wahljahr nicht von Politikaspekten geprägt wird, sondern daß sich alles um kriminelle Machenschaften dreht. Der Tatsache, daß es im Augenblick gegen die mir unangenehmste der etablierten Parteien geht, ist wirklich nur ein sehr schwacher Trost.

Gruß
Christian

Solange es Politiker gibt, wird es auch Schmiergeldskandale geben!!!
Einige Skandale bemerkt früher und andere werden erst kurz vor den Wahlen aufgetischt.
Was kann der kleine „Mann“ also tun?
Die einzige Möglichkeit: gehe wählen und wähle ganz rechts, oder links.
Aber die großen Parteien brauchen keine Angst zu haben, denn die meisten kleinen Leute sind durch RTL u.s.w so abgestumpft…

Also bis zum nächsten Skandal der bald kommt
Ralf

Spenden - Kartell des Schweigens bricht zusammen
Hallo Ralf,

Schmiergeldskandale gab es schon immer. Es gelang bisher nur allen Parteien, dass sich Juristen fanden, die nicht Mühe hatten und Journalisten die schwiegen. Es war lange für die Presse normal, dass bestochen und geschmiert wurde. Manche® dieser Herren/Damen sass am Tisch, liess sich bedienen oder konnte die Verwandtschaft unterbringen. Dafür wurde geschwiegen.

Die Fraktion der Schmiergeldempfänger und Spendensünder geriet mangels Verlässlichkeit der Politiker ausser Kontrolle. Das Ergebnis sind ungeheuerliche Vorgänge. Ermittlungen.

1986 habe ich einem Staatsanwalt die in Millionenhöhe ergangenen Schmiergelder und Parteispenden dargelegt. Ich habe die Schmiergelder auf rd. 6-8 Millionen DM geschätzt. Wahrscheinlich lagen sie jedoch in zweistelliger Millionenhöhe. Ich habe auf Vorgänge verwiesen, dass Beträge gestückelt und dass die Gelder verteilt als Spenden verbucht wurden. Was in der Presse steht, ist für mich nicht neu. Ergebnis: ich wurde 1985/1986 bedroht. Zu sechs Monaten verurteilt, da ich „Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens vorsätzlich falsch strafbarer Handlungen beschuldigt habe“. Als ich Antrag auf Wiederaufnahme 1989 eingereicht habe, erhielt ich die Antwort, ich sei selbst schuld, dass ich verurteilt worden sei, ich hätte nicht dazu beigetragen, dass meine Teil-Unschuld in diversen Bereichen bewiesen werden konnte. Dass man mir gedroht habe, wenn ich nicht schweige und einen Minister weiterhin in Gefahr bringen würde, dass ich mit einer höheren Strafe zu rechnen hätte, sei unerheblich. Dieses Risiko hätte ich in Kauf nehmen müssen.

Von den sechs Beschuldigten, die ich namentlich benannte (die ich falsch beschuldigt haben soll und für die Aussagen gegen diese Clique verurteilt wurde), sind fünf verurteilt. Einer ( Landrat ) erhielt zwei Jahre auf Bewährung. Wurde aus dem Amt entfernt. 11 Jahre dauerte der Kampf. Man muss sich mal vorstellen. Schreiben werden als böswillige Behauptungen abgetan. Vorgänge werden mit dem Hinweis, man werde nicht ermitteln ablegt. Da tauchen Informationen plötzlich anonym auf. Die StA hat einen neuen Chef, der nicht Innenminister werden will. Herr Landrat fällt der politischen Wetterlage zum Opfer. Die schützende Ministerhand fehlt. Dieser ist nicht mehr im Amt.

Andere haben Bussgelder gezahlt. Über einen Vorgang der bundesweit Konsequenzen hatte berichtet der Stern. Einer blieb unbehelligt. Er sitzt im Bundestag. Laut StA konnte er als Jurist nicht erkennen, dass die Vorgänge der Geldwäsche bis 1985 über Scheinorganisation der CDU unrechtmässig sein sollen.

Gipfel der versuchten Korruption war, mir wurde eine Anstellung beim zuständigen Rechnungsprüfungsamt angeboten. Es hatte aber angeblich mit den Vorgängen nichts zu tun. BAT 4 a als Eingang. Ich habe dieses Angebot als "geistige Verwirrung des ( später verurteilten) Landrates und der CDU-Spitze im Landkreis " bezeichnet und abgelehnt. Später wurde mir dann eine Stelle in einem Rathaus angeboten, jedoch nur, wenn ich unterschreibe, dass ich micht nicht gegen die CDU äussere und zu früheren Vorgängen keine Stellung nehme. Habe ich abgelehnt.

Es liegt also nicht an den Politikern, wenn sie mit Schmiergeldern und/oder Korruption durchkommen. Für Zeugen bestand in der Vergangenheit durchaus Lebensgefahr. Zumindest folgten organisierte Aktionen, Zeugen beruflich und privat zu ruinieren.

Zur Ehrenrettung in der Justiz heute Tätigen. Da ich beruflich mit Juristen zu tun habe, sehe ich, dass die überwiegende Mehrheit erkennt, dass nichts so unsicher ist als sich in der Seilschaft eines Politkers zu befinden. Die absolute Mehrheit der bei der Polizei und der Justiz tätigen Bürger, sind fern dessen, was in Einzelfällen - hierauf lege ich Wert - politisch immer wieder versucht wird. Es ist nicht mehr so einfach wenn Politiker, Zeugen „hinzurichten“ lassen möchten. Zwar versucht eine der grossen Parteien Polizeibeamte, Staatsanwälte und Richter auf die Partei-Listen zu bringen, in Funktionen in der Partei, aber viele erkennen, dass sie nur benutzt werden sollen. Trotzdem sehe ich eine Gefahr. Aus eigener Erfahrung. Nichts ist gefährlicher als die Erpressbarkeit durch die Parteifreunde.

Was will ich sagen ? Vieles was heute aufgeklärt wird, hätte schon 1975 ff aufgeklärt werden können, wäre bis auf Ausnahmen zu verhindern gewesen, wenn die richtigen Juristen zum richtigen Zeitpunkt mit der entsprechenden Zivilcourage am Ball gewesen wären und wenn gleichzeitig die Presse, die heute so großartig anprangert, nicht jahrelang geschwiegen hätte und notfalls auch Polizeibeamte und Staatsanwälte in die Pfanne gehauen hat, wenn es Parteifreunden dienlich war. Das Kartell des Schweigens hat die heutigen Strukturen bei den Parteien ermöglicht.

Gruss Günter

Das ist sicher richtig. Auch das mit der Justiz.

Zu Deinem Fall kann ich natürlich nichts sagen. Auch wenn Du mit der Anschuldigung schließlich recht hattest (5 der 6 verurteilt), kann die Reaktion der Gerichte durchaus richtig gewesen sein, WENN Du nicht genügend Beweise hattest (und die Justiz auch nicht).

Dass dann versucht wird, diese Leute durch Bestechung (Stellen) mundtod zu machen, ist mir auch bekannt. Auch wenn ich davon bislang nur theoretisch gehört habe. Jemand, bei dem dies versucht wurde, ist mir bislang noch nicht untergekommen.

Hallo Ralf,

ich wollte nur das Prinzip darstellen, wie es läuft, wenn das Kartell zusammen arbeitet. Die Beweislage hat sich im Laufe der Jahre nicht geändert. Es haben sich nur im Land an der Spitze des Innenministeriums und im Justizministerium Köpfe geändert, weniger politische Klingelputzer, junge Staatsanwälte, die wohl verstanden haben, weshalb es Rechtsstaat heisst.

Gruss Günter

ich wollte nur das Prinzip darstellen, wie es läuft, wenn das
Kartell zusammen arbeitet. Die Beweislage hat sich im Laufe
der Jahre nicht geändert. Es haben sich nur im Land an der
Spitze des Innenministeriums und im Justizministerium Köpfe
geändert, weniger politische Klingelputzer, junge
Staatsanwälte, die wohl verstanden haben, weshalb es
Rechtsstaat heisst.

Kann ich nicht beurteilen. Sollte es aber so sein, dann ist die Entwicklung letzlich doch eher positiv zu bewerten, oder?

Hi,

ich habe ja hingewiesen, dass ich aus beruflichen Gründen mit Juristen zu tun habe und zwischenzeitlich ganz andere Erfahrungen machen durfte, wobei ich nicht absolut ausschliesse, dass jemand, der auspackt, wenn es dumm zugeht, ähnliches erleben könnte. Hoffe es nicht, denn eines steht fest. Die Presse ist aufmerksamer.

Gruss Günter

Hallo Günter,

Schmiergeldskandale gab es schon immer.

Traurig, aber wahr.

Es gelang bisher nur
allen Parteien, dass sich Juristen fanden, die nicht Mühe
hatten und Journalisten die schwiegen.

Eignungtest für zukünftige Juristen und Journalisten vor Beginn des Studium’s wäre nicht schlecht und man könnte den wenigen richtiges Wissen vermitteln.

Es war lange für die
Presse normal, dass bestochen und geschmiert wurde. Manche®
dieser Herren/Damen sass am Tisch, liess sich bedienen oder
konnte die Verwandtschaft unterbringen. Dafür wurde
geschwiegen.

Oder gegen den Erhalt von Aufträgen.

Die Fraktion der Schmiergeldempfänger und Spendensünder geriet
mangels Verlässlichkeit der Politiker ausser Kontrolle.

Das Glaube ich nicht. Wahrscheinlich fühlten sich einige Mitwisser nicht richtig bedacht und haben somit ihr Konto durch einen Tip nach aussen aufgebessert.

Das Ergebnis sind ungeheuerliche Vorgänge. Ermittlungen.

Oh, es gibt doch noch einige „Robin Hood“, oder sind das nur die üblichen Ablenkungsmanöver, wie bei Herrn K. und seine Akten?

1986 habe ich einem Staatsanwalt die in Millionenhöhe
ergangenen Schmiergelder und Parteispenden dargelegt. Ich habe
die Schmiergelder auf rd. 6-8 Millionen DM geschätzt.
Wahrscheinlich lagen sie jedoch in zweistelliger
Millionenhöhe.

Mit absoluter Sicherheit + sonstige Vergünstigungen.

Ich habe auf Vorgänge verwiesen, dass Beträge
gestückelt und dass die Gelder verteilt als Spenden verbucht
wurden.

Spenden sollten generell verboten werden, weil:

  1. Diese von der Steuer abgesetzt werden und somit der Haushaltskasse fehlen.
  2. Gespendet wird nur um dadurch Vorteile zu erhalten.
    Wenn es nicht so wäre, würde der Spender die Summe z.B. lieber:
  3. in weitere Qualifizierungsmassnahmen seiner Mitarbeiter,
  4. neue Investitionen
  5. oder dieses auf den Kopf hauen

Was in der Presse steht, ist für mich nicht neu.
Ergebnis: ich wurde 1985/1986 bedroht.

Für die Bedrohung sind die rechtsextremen Partei zuständig, die sicherlich von der Macht (Regierung, BND, Verfassungschutz, DAX100) unterstützt werden?

Zu sechs Monaten verurteilt, da ich „Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens
vorsätzlich falsch strafbarer Handlungen beschuldigt habe“.

Scheisse! Vielleicht hattest du zu wenig Beweismaterial? Du müsstest herausbekommen welche Beziehungen zw. dem Richter, StA zu den Beklagten bestanden. Vielleicht war es auch ein Urteil von der Macht.
Meinungsfreiheit?

Als ich Antrag auf Wiederaufnahme 1989 eingereicht habe,
erhielt ich die Antwort, ich sei selbst schuld, dass ich
verurteilt worden sei, ich hätte nicht dazu beigetragen, dass
meine Teil-Unschuld in diversen Bereichen bewiesen werden
konnte.

Wer hat dir den das erzählt? Ist die Person integer?

Dass man mir gedroht habe, wenn ich nicht schweige und
einen Minister weiterhin in Gefahr bringen würde, dass ich mit
einer höheren Strafe zu rechnen hätte, sei unerheblich. Dieses
Risiko hätte ich in Kauf nehmen müssen.

Vermeide am besten den Kontakt zu der Person die so etwas von sich gibt!

Von den sechs Beschuldigten, die ich namentlich benannte (die
ich falsch beschuldigt haben soll und für die Aussagen gegen
diese Clique verurteilt wurde), sind fünf verurteilt. Einer (
Landrat ) erhielt zwei Jahre auf Bewährung. Wurde aus dem Amt
entfernt.

Die sind vielleicht nicht mehr im Amt, werden aber sicherlich für ihr Schweigen Aufträge erhalten. z.B. erstellen von Statistiken in sechsstelliger Höhe, die niemmand braucht.

11 Jahre dauerte der Kampf. Man muss sich mal
vorstellen.

Meine tiefe Anerkennung für diesen Kampf und die Hoffnung das du niemals aufgeben wirst.

Schreiben werden als böswillige Behauptungen
abgetan. Vorgänge werden mit dem Hinweis, man werde nicht
ermitteln ablegt. Da tauchen Informationen plötzlich anonym
auf. Die StA hat einen neuen Chef, der nicht Innenminister
werden will. Herr Landrat fällt der politischen Wetterlage zum
Opfer. Die schützende Ministerhand fehlt. Dieser ist nicht
mehr im Amt.

Andere haben Bussgelder gezahlt. Über einen Vorgang der
bundesweit Konsequenzen hatte berichtet der Stern. Einer blieb
unbehelligt.

Der hat sicherlich einen Freund der Macht!

Er sitzt im Bundestag. Laut StA konnte er als
Jurist nicht erkennen, dass die Vorgänge der Geldwäsche bis
1985 über Scheinorganisation der CDU unrechtmässig sein
sollen.

Wenn ich das richtig sehe, ist das der genialste Plan.
Drogengelder werden als Parteispende abgesetzt, und im Gegenzug erhält man Aufträge über den 3fachen Wert(siehe oben).

Gipfel der versuchten Korruption war, mir wurde eine
Anstellung beim zuständigen Rechnungsprüfungsamt angeboten.

Man wollte dich im Augen behalten.

Es
hatte aber angeblich mit den Vorgängen nichts zu tun. BAT 4 a
als Eingang. Ich habe dieses Angebot als "geistige Verwirrung
des ( später verurteilten) Landrates und der CDU-Spitze im
Landkreis " bezeichnet und abgelehnt. Später wurde mir dann
eine Stelle in einem Rathaus angeboten, jedoch nur, wenn ich
unterschreibe, dass ich micht nicht gegen die CDU äussere und
zu früheren Vorgängen keine Stellung nehme. Habe ich
abgelehnt.

Was heisst CDU…? Nein, Chaos der Unverschämtheit.
Mit echte Christen haben die wirklich nicht viel zu tun, oder?

Es liegt also nicht an den Politikern, wenn sie mit
Schmiergeldern und/oder Korruption durchkommen. Für Zeugen
bestand in der Vergangenheit durchaus Lebensgefahr.

Wieso bestand? Je nachdem… wenn der Zeuge den DAX50 angreift ist der so gut wie Tod.

Zumindest
folgten organisierte Aktionen, Zeugen beruflich und privat zu
ruinieren.

Ich hoffe du hattest in dieser Zeit ein paar aufrechte Freunde.

Zur Ehrenrettung in der Justiz heute Tätigen. Da ich beruflich
mit Juristen zu tun habe, sehe ich, dass die überwiegende
Mehrheit erkennt, dass nichts so unsicher ist als sich in der
Seilschaft eines Politkers zu befinden. Die absolute Mehrheit
der bei der Polizei und der Justiz tätigen Bürger, sind fern
dessen, was in Einzelfällen - hierauf lege ich Wert -

Gott sei Dank.
Aber wenn man es näher betrachtet, sind für Macht auch nur wenige interessant und deshalb nicht Wert bestochen zu werden.

politisch immer wieder versucht wird. Es ist nicht mehr so
einfach wenn Politiker, Zeugen „hinzurichten“ lassen möchten.

Es kommt darauf an…

Zwar versucht eine der grossen Parteien Polizeibeamte,
Staatsanwälte und Richter auf die Partei-Listen zu bringen, in
Funktionen in der Partei, aber viele erkennen, dass sie nur
benutzt werden sollen.

Es besteht doch noch Hoffnung.

Trotzdem sehe ich eine Gefahr. Aus
eigener Erfahrung. Nichts ist gefährlicher als die
Erpressbarkeit durch die Parteifreunde.

Wer nichts anstellt, oder sich mehr Vorteile heraus nimmt, ist nicht erpressbar.

Was will ich sagen ? Vieles was heute aufgeklärt wird, hätte
schon 1975 ff aufgeklärt werden können, wäre bis auf Ausnahmen
zu verhindern gewesen, wenn die richtigen Juristen zum
richtigen Zeitpunkt mit der entsprechenden Zivilcourage am
Ball gewesen wären und wenn gleichzeitig die Presse, die heute
so großartig anprangert,

Das macht die Presse leider nicht immer, sonst würden in den Nachrichten von den Skandalen überheuft werden.
Wer gibt die Nachricht raus. Zu welcher Partei gehört er?
u.s.w.
Druck der Macht.

nicht jahrelang geschwiegen hätte und
notfalls auch Polizeibeamte und Staatsanwälte in die Pfanne
gehauen hat, wenn es Parteifreunden dienlich war. Das Kartell
des Schweigens hat die heutigen Strukturen bei den Parteien
ermöglicht.

Ich wünsche Dir, daß du in Zukunft, weiter für die gerechte Sache kämpfst.

Frage: Sind die Spender nicht auch strafrechtlich zu verfolgen?

Ralf

Selbsteinschätzung:
Hm, bin ich bestechlich?
Ja, wenn die richtige Größe vor mit liegt und ich keine Kopfschmerzen bekomme.