Hi ihr,
Euch geht es gut. Sonst könntet ihr das hier jetzt nicht lesen. Was wäre wenn…
Also gesetzt den Fall, ihr habt morgen einen schweren Unfall, aber noch keine Kinder, seid euch aber nicht sicher, dass außer ein von euch gespendetes Organ die nächsten Monate überlebt, wie müsste ein Vertrag aussehen, der eure Generationsfolge auch bei Wachcoma gewährleistet? Wie würdet ihr euch gegen ein eventuelles Abspringen der potentiellen Leihnutter absichern, zumal Leihmutterschaft in Deutschland kein rechtskräftig einklagbares Vertragsverhältnis regelt.
Herzlich,
Hi Du,
Euch geht es gut. Sonst könntet ihr das hier jetzt nicht
lesen.
Stimmt und ich bin dankbar dafür.
Also gesetzt den Fall, ihr habt morgen einen schweren Unfall,
aber noch keine Kinder, seid euch aber nicht sicher, dass
außer ein von euch gespendetes Organ die nächsten Monate
überlebt, wie müsste ein Vertrag aussehen, der eure
Generationsfolge auch bei Wachcoma gewährleistet? Wie würdet
ihr euch gegen ein eventuelles Abspringen der potentiellen
Leihnutter absichern, zumal Leihmutterschaft in Deutschland
kein rechtskräftig einklagbares Vertragsverhältnis regelt.
Ich frage mich: Wie kann ich es verantworten Kinder zeugen zu wollen, für die ich dann nicht da sein werde ? Was gibt mir das Recht mich noch auf dem Sterbebett (oder meinetwegen im Koma ohne nennenswerte Chance auf Genesung) um jeden Preis zu vermehren und dann die Verantwortung anderen aufzuhalsen ?
Anders herum gefragt: Warum sollte ich eine solche Prozedur wollen ? Mir fallen da nur ein paar ziemlich armselige egozentrische Motive ein: „Damit der Familienname erhalten bleibt“ (Bullshit, Namen sind nichts !) oder „Damit der Zweig der Familie nicht ausstirbt“ (Wieder Bullshit, typische Arroganz derer die ihre eigene Gene für ach so wichtig halten).
Die „Generationsfolge“ als Motiv zeugt IMHO nur von einer maßlosen Selbstüberschätzung und Arroganz die eher den Psychologen denn den Reproduktionsmediziner erfordert.
Gruß
Bernd
Hallo Biggi,
mir geht’s wie Bernd: ich kann nur den
Kopf schuetteln ueber das von dir dargestellte
Problem.
Ich bin bereits sehr skeptisch bei Menschen,
die denken, dass sie sich unbedingt vermehren
muessten, obwohl sie bereits in einem Alter sind,
das es unwahrscheinlich macht, dass sie den 20.
Geburtstag ihrer Kinder erleben werden.
Und bevor mir jemand sagt, ich weiss nicht, von
was ich rede:
Ich bin die Tochter eines relativ alten Ehepaares.
Allerdings habe ich aeltere Geschwister.
Unsere Kinder sind adoptiert. Zu Anfang sind wir
natuerlich auch den medizinischen Weg gegangen:
herausfinden, warum es ‚nicht klappt‘, Behandlungen,
denen ich auch zugestimmt habe, weil ich
damit hoffte, andere Beschwerden in den Griff zu
kriegen, und ploetzlich waren wir drin, in diesem
Fortpflanzungswahn – wir haben sehr schnell den
Schlussstrich gezogen und gesagt: unsere Gene sind
nicht so wichtig, dass sie unbedingt weiterbestehen
muessen. Sehr zum Leidwesen meines Gynaekologen,
ein Fruchtbarkeitsspezialist. Warum nicht mal GIFT
probieren? Weil wir es nicht wollten, nicht fuer
notwendig hielten.
Bei einer „Komaspende“, noch dazu mit Leihmutter –
(bei wem soll das Kind aufwachsen??) bestehen noch viel
weniger Gruende, ein Kind zu ‚erzeugen‘.
Gruesse, Elke
off-topic
Hi,
Wie würdet
ihr euch gegen ein eventuelles Abspringen der potentiellen
Leihnutter absichern,
„Leih n utter“ find ich klasse in dem Zusammenhang!
*duckundweg*
W.
Hi Du,
Warum sollte ich eine solche Prozedur wollen?
ein dresdner sender hat heute von einer frau erzählt, deren sohn seit sieben jahren im wachkoma liegt. als er den unfall hatte, war er achtzehn. ein kind ist vielleicht ein grund aufzuwachen.
gruß,
Hi Du,
Warum sollte ich eine solche Prozedur wollen?
ein dresdner sender hat heute von einer frau erzählt, deren
sohn seit sieben jahren im wachkoma liegt. als er den unfall
hatte, war er achtzehn. ein kind ist vielleicht ein grund
aufzuwachen.
Liebe Biggi,
da bin ich anderer Meinung.
Aufgrund dieser Spekulation ein Kind in die Welt zu setzen ist Mißbrauch. Was ist denn, wenn es nicht klappt ? Dann hat das Kind versagt, auch wenn man das nur unbewußt denkt.
Gruß
Bernd
2 „Gefällt mir“
Hi biggi,
ein dresdner sender hat heute von einer frau erzählt, deren
sohn seit sieben jahren im wachkoma liegt. als er den unfall
hatte, war er achtzehn. ein kind ist vielleicht ein grund
aufzuwachen.
Selbst wenn das funktionieren wuerde [grosses Fragezeichen] -
was fuer eine Motivation ist das, ein Kind in die Welt zu
setzen?
Erinnert mich an Kinder, die als Ersatzteillager fuer Organe
gezeugt werden, um dem kranken Geschwister als Spender zu
dienen.
(noch abgestossener als vorhin)
Gruesse,Elke
1 „Gefällt mir“
Missbrauch
Hallo Bernd,
Aufgrund dieser Spekulation ein Kind in die Welt zu setzen ist
Mißbrauch. Was ist denn, wenn es nicht klappt ?
Halte ich auch fuer Missbrauch, wenn es klappen sollte.
Gruesse, Elke
1 „Gefällt mir“
Achtzehnjährige Spender
Hallo Elke,
Bei einer „Komaspende“, noch dazu mit Leihmutter –
(bei wem soll das Kind aufwachsen??) bestehen noch viel
weniger Gruende, ein Kind zu ‚erzeugen‘.
Anders: Was hältst du von Zugriffsbeschränkungen auf personalisierte Daten bei Spermabanken? Bei Speicheldateien sind sie ja bis jetzt schon üblich.
Gruesse, Biggi
Hi Elke,
ein dresdner sender hat heute von einer frau erzählt, deren
sohn seit sieben jahren im wachkoma liegt. als er den unfall
hatte, war er achtzehn. ein kind ist vielleicht ein grund
aufzuwachen.
Selbst wenn das funktionieren wuerde [grosses Fragezeichen] -
was fuer eine Motivation ist das, ein Kind in die Welt zu
setzen?
Keine Ahnung. Welchen Sinn hat Leben?
Erinnert mich an Kinder, die als Ersatzteillager fuer Organe
gezeugt werden, um dem kranken Geschwister als Spender zu
dienen.
Bei emotionalen Leckagen?
Gruesse, Biggi
Hallo Biggi,
Bei einer „Komaspende“, noch dazu mit Leihmutter –
(bei wem soll das Kind aufwachsen??) bestehen noch viel
weniger Gruende, ein Kind zu ‚erzeugen‘.
Anders: Was hältst du von Zugriffsbeschränkungen auf
personalisierte Daten bei Spermabanken? Bei Speicheldateien
sind sie ja bis jetzt schon üblich.
Ich weiss nicht, ob ich dich richtig verstehe.
Du meinst, dass man nicht herausfinden kann, wer
das Sperma gespendet hat?
Finde ich bedenklich - auch Adoptivkindern ist es
erlaubt ab 18 (glaube ich), die biologischen Eltern
herauszufinden. In vielen Faellen auch schon frueher,
wenn es sich um eine ‚offene Adoption‘ gehandelt hat
(bin da allerdings nicht auf dem Laufenden, wie das
in Deutschland behandelt wird). Kinder haben das Recht
darauf, ihre biologischen Vorfahren zu kennen.
Warst das, was du meinst?
Gruesse, Elke
Hallo Biggi,
Selbst wenn das funktionieren wuerde [grosses Fragezeichen] -
was fuer eine Motivation ist das, ein Kind in die Welt zu
setzen?
Keine Ahnung. Welchen Sinn hat Leben?
Hat wenig mit meiner Opposition gegen so eine Handlung
zu tun. Ich finde, Kinder sollten zumindest mit der
Hoffnung auf ein glueckliches Leben geboren werden. Dass
dies oft nicht so ist, erlaubt es nicht mit Berechnung
noch eines auf die Welt zu bringen, das als Mittel zum
Zweck geboren wurde.
Erinnert mich an Kinder, die als Ersatzteillager fuer Organe
gezeugt werden, um dem kranken Geschwister als Spender zu
dienen.
Bei emotionalen Leckagen?
Musste mein Woerterbuch zuziehen. Leckage=Gewichtsverlust durch
Verdunsten oder Aussickern aufgrund einer unsicheren Stelle.
Kann das aber nicht im Zusammenhang verstehen.
Gruesse, Elke
Liebe Elke,
Anders: Was hältst du von Zugriffsbeschränkungen auf
personalisierte Daten bei Spermabanken? Bei Speicheldateien
sind sie ja bis jetzt schon üblich.
Ich weiss nicht, ob ich dich richtig verstehe.
Du meinst, dass man nicht herausfinden kann, wer
das Sperma gespendet hat?
Ich meine, dass Entscheidungen auch mit intakten Informationswegen verknüpft sind und dass (Fehl)-Entscheidungen oft aus Zeitnot resultieren. Klar geht dir einiges durch den Kopf, wenn der Andere nur begrenzt auf dich reagieren kann. Klar ist es dann gut, digitalisiert Reproduzierbares sichten zu können. Sperma kannst du nur mit einem zweiten Genbestand „auslasten“. Damit bekommt es einen ganz anderen Stellenwert als Gewebe, das du per se klonen kannst. Auch was Missbrauchsbefürchtungen betrifft. Die Omnipotenz, die sich zwei drei Zellteilungen später ahnen lässt, schafft dann eine völlig neue Rechtslage, mit der der Spermaspender herzlich wenig zu tun hat, wenn er für diesen Fall abgesichert ist. Willen zu mutmaßen, ist schwer. Erst recht ontop. Meine Frage ist, ob irgendjemand überhaupt das Recht hätte, sein Sperma zu gewinnen, wenn der Betroffene nicht ausdrücklich eingewilligt hat. Es ist Organbestandteil. Sein Körper.
auch Adoptivkindern ist es erlaubt ab 18 (glaube ich),
die biologischen Eltern herauszufinden.
Recht und Kraftfeld sind zweierlei in Konkurrenz-Situationen. Das bisherige Rechtssystem benachteiligt Schwulenehen einseitig, indem es Ersatzmütter als befristete Organspender anders einordnet als andere Lebendspender. http://www.uni-heidelberg.de/institute/fak5/igm/g47/… , ohne den „Entnahmeort“ des Ejakulats einzugrenzen. Ein Anachronismus, der Frauen- und Männerehen unterschiedlich behandelt, ohne die Schwangerschaft selbst sozial abzufedern.
In vielen Faellen auch schon frueher,
wenn es sich um eine ‚offene Adoption‘ gehandelt hat
(bin da allerdings nicht auf dem Laufenden, wie das
in Deutschland behandelt wird). Kinder haben das Recht
darauf, ihre biologischen Vorfahren zu kennen.
Kinder haben ein Recht auf glückliche Eltern. Und wenn das durch Gast-Stars gefährdet ist, ist der Schaden vielleicht größer als durch einen Einstieg per Leihmutter.
Warst das, was du meinst?
Bin noch am Suchen.
Herzlich,
1 „Gefällt mir“
Hallo Elke,
Kinder sollten mit der Hoffnung auf ein glueckliches Leben geboren werden.
Was begrenzt Hoffnung?
Dass dies oft nicht so ist, erlaubt es nicht mit Berechnung
noch eines auf die Welt zu bringen, das als Mittel zum
Zweck geboren wurde.
Handicaps zwingen mann oft zu rechnen. Es ist gut, wenn frau kein Handicap leben muss.
Erinnert mich an Kinder, die als Ersatzteillager fuer Organe
gezeugt werden, um dem kranken Geschwister als Spender zu
dienen.
Bei emotionalen Leckagen?
Musste mein Woerterbuch zuziehen. Leckage=Gewichtsverlust
durch
Verdunsten oder Aussickern aufgrund einer unsicheren Stelle.
Kann das aber nicht im Zusammenhang verstehen.
Um Zeit und innere Leere neu zu strukturieren. Gerade nach Enttäuschung.
Gruesse, Biggi
Hallo Elke,
Aufgrund dieser Spekulation ein Kind in die Welt zu setzen ist
Mißbrauch. Was ist denn, wenn es nicht klappt ?
Halte ich auch fuer Missbrauch, wenn es klappen sollte.
hm, ist alles zu weit weg.
Gruesse, Biggi
Liebe Biggi,
Meine Frage ist, ob irgendjemand überhaupt das
Recht hätte, sein Sperma zu gewinnen, wenn der Betroffene
nicht ausdrücklich eingewilligt hat. Es ist
Organbestandteil. Sein Körper.
IMHO nein. Aber du redest von Recht.
Ich bin kein Rechtsexperte. Vielleicht kriegst
du im anderen Brett wenigstens ‚juristisch
abgesicherte‘ Antworten.
Liebe Gruesse, Elke
zum besseren Verständnis
Liebe Biggi,
zum besseren Verständnis: wie viele Kinder hast Du in Deinem Leben großgezogen?
Wäre mir eine Hilfe, um Deinen Thread zu verstehen…
Danke,
Anja
Dont´t feed the trolls (owt)
))
(
Liebe Elke,
Meine Frage ist, ob irgendjemand überhaupt das
Recht hätte, sein Sperma zu gewinnen, wenn der Betroffene
nicht ausdrücklich eingewilligt hat. Es ist
Organbestandteil. Sein Körper.
IMHO nein. Aber du redest von Recht.
Ich bin kein Rechtsexperte. Vielleicht kriegst
du im anderen Brett wenigstens ‚juristisch
abgesicherte‘ Antworten.
hm, hab in den thread alles rein gepackt, was mir durch den kopf geht. das sprengt den rahmen des brettes. ich bin aber froh, dass das trotzdem möglich war. sue sieht jetzt den troll. danke. bin froh, dass der thread bis jetzt nicht gelöscht wurde. sogar hier. fitness und vita minima als einheit akzeptiert nicht jeder.
Liebe Gruesse, Biggi