Hallo,
Danke erstmal für deine Erklärungen. Mir scheint allerdings, dass den Wissenschaften dabei einige Dinge falsch unterstellt werden. (Damit meine ich nicht Dich!)
- Viele Christen haben Probleme damit, dass die
Evolutionstheorie nicht mehr als Theorie angesehen wird.
Kein ernsthafter Wissenschaftler würde die Evolutionstheorie als mehr als eine Theorie, bzw. Hypothese sehen. (Wie der Name schon sagt.) Allerdings als die beste Hypothese zu diesem Thema, das Gleiche gilt übrigens auch für den Urknall.
Was darüber hinaus in den Medien verbreitet wird, mag oft etwas verkürzt sein - aber mal umgekehrt gefragt: ist das in der Religion denn anders? Mir kommt es ebenfalls so vor, als würde Gott von den Christen als Tatsache gehandelt. Wobei mir erst jetzt beim Schreiben auffällt: mir kommt es sogar so vor, als würde Gott sogar von den Theologen (die sich selbst als Wissenschaftler sehen) als Tatsache angesehen. Wird da nicht der Wissenschaft ein Fehlverhalten vorgeworfen, das in der Theologie viel verbreiteter ist?
Wissenschaftlich ist sie nichts mehr als eine Theorie, da sie
absolut kein einizigen wissenschaftlichen Beweis der
Richtigkeit liefern kann.
Das ist normal - man kann wissenschaftliche Theorien niemals beweisen, also verifizieren. Eine Theorie oder Hypothese gilt als wissenschaftlich, wenn man sie im Prinzip falsifizieren kann. Umgangssprachlich ausgedrückt: wenn man prinzipiell merken kann, wenn etwas an ihr nicht stimmt, durch Experimente oder das Auftreten innerer Widersprüche, wenn man sie konsequent weiter anwendet.
Wenn man allerdings über Jahrzehnte oder Jahrhunderte versucht, eine Theorie (z.B. die Newtonschen Theoreme oder die Relativitätstheorie) auf die Probe stellt (und zwar nach bestem Wissen und Gewissen) und sie hält stand, dann fängt man doch an, sie für recht wahrscheinlich zu halten. Ein Beweis ist das aber nie. Wenn sie einmal nicht standhält, dann ist das ein Beweis, dass sie falsch ist oder doch zumindest noch verbessert werden muss. Das ist bei der Evolutionstheorie natürlich noch der Fall (wird meines Wissens von den daran beteiligten Wissenschaftlern auch nicht abgestritten). Über Details weiss ich übrigens wenig Bescheid, ich bin Informatikerin.
Allerdings bin ich mir recht sicher, dass Theologen umgekehrt an ihre eigene Wissenscaft nie solch harte Ansprüche stellen. Sie werfen zwar offensichtlich sehr gerne der Evolutionstheorie alle Mängel vor, die sie noch hat - aber fordern sie von der Religion auch nur annähernd das gleiche Erklärungspotenzial?
- Einige Christen ahben Probleme damit, da sie der 7
Tageschöpfung nicht nur zeitlich, sondern auch sonst
widerspricht.
Du meinst in der Reihenfolge der Tierarten, die so nach und nach aufgetreten sind? Nun ja.
Und was die Zeitdauer betrifft: hat Gott laut Genesis Sonne und Sterne, die heute unsere Taglänge festlegen nicht erst irgendwann in der Mitte der 7 Tage erschaffen? Dann kann doch mit den 7 Tagen gar nicht die gleiche Zeitdauer gemeint sein, die wir heute meinen (denn unseren Tag gab es offenbar zu Beginn noch gar nicht). Abgesehen davon, dass Zeit auch nach den modernen Wissenschaften ein relatives Maß ist…
Sagt die Wissenscaft etwa, es gäbe keinen Gott?
Gewisse schon, ja. Wenn die Evolution stimmt, dann wäre
zumindest ein Gott zur Erklärung überflüssig, also muss es ihn
nicht unbedingt geben
Das sehe ich nicht so. Gott wäre für mich sowieso keine Erklärung für den Beginn unserer Welt. Höchstens wenn ich gleichzeitig verstehen könnte, wer nun wieder Gott erschaffen hat… und wer den Schöpfer von Gott erschaffen hat. Was ich damit sagen will: ich erwarte von der Religion keine Erklärungen in dieser Hinsicht. Wenn man Gott für Erklärungen dieser Art braucht, dann ist er vielleicht in der Tat überflüssig. Die Frage, was vor Gott war, bleibt ebenso wie die Frage, was vor dem Urknall war. Oder die Frage, wer sich die Evolution ausgedacht hat.
Das stimmt hingegen. Ein Atheist kann aber sagen, am Anfang
war Materie und Energie statt Gott.
Er kann dies sagen, aber nicht beweisen. Er selbst kann daran glauben, nicht aber den Glauben anderer damit in Frage stellen. Das sollte nun kein Problem für einen religiösen Menschen sein.
Für mich ist es offensichtlich, dass mit dem Urknall nichts
darüber ausgesagt ist, was „vorher“ war und wer ihn eventuell
angestossen hat. Die Evolutionstheorie schliesst zumindest
nicht aus, dass ein intelligenter Gott sich dieses „Verfahren“
ausgedacht hat und dabei schon im Vorfeld wusste, dass am Ende
der Mensch entsteht. (Vielleicht wollte er am 7. Tage lieber
ruhen, als sich in allen Details zu überlegen, welche Farben
die Vögel haben müssten und wie viele Beine die Insekten
bekommen.)
Stimmt, aber dann stimmt wie erwähnt das erste Buch Moses
überhaupt nicht.
Ok, aber dann besteht das Problem wirklich darin, dass man Schriften wörtlich nehen will, von denen man ohnehin den Urheber und dessen Kenntnisse, bzw. Zeugen nicht kennt.
Hätte ich, ehrlich gesagt, so nicht erwartet.
Oder ist es für einen Christen (oder Juden) heute
ein echtes Problem, dass die 7 Tage der Schöpfungsgeschichte
zu Jahrmillionen anwachsen? (Aber das kann es doch wohl nicht
sein. Oder?)
Für gewisse schon ja. Speziell wenn die Beweise dazu fehllen.
Ausserdem geht es nicht nur um die Zeit, sondern auch um das
wie die Wrten entstanden. Wie gesagt, ist es nach
wissenschaftlichen Kriterien die Evolutionstheorie höchst
spekulativ. Keine Theorie auf der ganzen Welt wird von so
vielen als belegt angesehen und als belegt verkündet die so
wenig wissenschaftliche Fakten aufweisen kann und so viele
Widsersprüche hat wie die (Makro-)Evolution der
Evolutionstheorie.
Hmm. Sie scheint mir immerhin besser belegt als die Religion es ist. Ist da vielleicht Eifersucht im Spiel?
Viele Grüsse, Walkuerax