Spiegel + Springer zur alten Rechtschreibung

hi experten,

habe gerade die aktuelle dpa-meldung gelesen:

„Die Axel Springer AG und der Spiegel-Verlag kehren in ihren Print- und Online-Medien zur alten Rechtschreibung zurück. Das berichtet «Spiegel-Online». Gleichzeitig rufen die Verlage den Angaben zufolge andere Medienunternehmen sowie Nachrichtenagenturen auf, sich diesem Schritt anzuschließen.“

ich meine, mich erinnern zu können, daß die FAZ auch schon seit längerem zur alten rechtschreibung zurückgekehrt ist. stimmt das? ist das auch heute noch so? wer macht noch mit?

lg, pit

ich meine, mich erinnern zu können, daß die FAZ auch schon
seit längerem zur alten rechtschreibung zurückgekehrt ist.
stimmt das? ist das auch heute noch so? wer macht noch mit?

Da FAZ sich erst Mal gar nicht in den Sumpf des Neuschriebes bewegt hatte, musste sie auch nicht zurückkehren :smile:

MfG

C.

Hallo,

ist mir letzthin schon aufgefallen, daß sich im Spiegel in letzter Zeit eine merkwürdige Zwischenrechtschreibung, so halb neu, halb alt, findet. Ob das wirklich hilfreich ist?

Gruß

Der Häuserprofi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Neuschrieb in der FAZ

Da FAZ sich erst Mal gar nicht in den Sumpf des Neuschriebes
bewegt hatte, musste sie auch nicht zurückkehren :smile:

Die FAZ hat sehr wohl auf Neuschrieb umgestellt, ist jedoch schon nach einigen Wochen aufgrund von Protesten der Leserschaft zur Rechtschreibung zurückgekehrt.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Damit ist die Rechtschreibreform gestorben
Das wird eine Lawine des zivilen Ungehorsams auslösen. Aus den 70 %, die bisher noch die normale Rechtschreibung anwenden, werden nun 90 %.

Übrig bleibt für den Rest eine neue Rechtschreibung, die nur noch durch Zwang von Beamten angewendet wird, und über die das Volk sich kaputtlacht.

Was für ein schöner Tag.

YES!!!
Ich freue mich sehr!

Unsere schöne Sprache kehrt zurück!

Diese Erschaffer der „neuen“ Rechtschreibung haben der deutschen Sprache mehr angetan, als alle Rapper, HipHopper und Amifirmen zusammen!

Zumindest eine Sache, wo das Volk einmal nicht nur mault, sondern handelt.
Ob es wohl daran liegt, daß das Handeln mehr ein Nicht-Handeln in diesem Fall und somit der bequemere Weg ist?

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

ich meine, mich erinnern zu können, daß die FAZ auch schon
seit längerem zur alten rechtschreibung zurückgekehrt ist.
stimmt das? ist das auch heute noch so? wer macht noch mit?

Da FAZ sich erst Mal gar nicht in den Sumpf des Neuschriebes
bewegt hatte, musste sie auch nicht zurückkehren :smile:

hi,
ich möchte ja nicht den guten willen und den mut zur entschlossenheit seitens der FAZ schmälern, aber:
sehrwohl kam damals eine rückkehr der FAZ zur alten rechtschreibung!
diese damalige pressemeldung habe ich noch in guter erinnerung, weil ich mir dachte:
„hoffentlich ist das nicht zu spät, um nachahmer zu finden!“

lg, pit

Sumpfblüte
Hallo Experten, hallo FritzXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX [die XXX, das war Fritz]

wer Zeitgeschichte dokumentieren möchte, sollte sich noch ein aktuelles Exemplar der wöchentlich erscheinenden „Altbayrischen Heimatpost“ sichern.
Die AH wurde erst vor wenigen Monaten auf Neuschrieb umgestellt, dann aber nicht in Gestalt einer abgemilderten Hausorthographie wie beim größten Teil der aktuellen Presse, sondern mit allen Grausamkeiten, einschließlich der Kommavernichtung, welche die Nachrichtenagenturen seinerzeit bekanntlich nicht nachvollzogen haben.
Da die Texte in der AH mit Sicherheit zum allergrößten Teil, vielleicht sogar allesamt ursprünglich ohne Rücksicht auf den Neuschrieb geschrieben sind und dann „korrigiert“ werden, zeigen sich die Auswirkungen des Neuschrieb hier in exemplarischer Deutlichkeit: nicht nur macht das Lesen keinen Spaß mehr, sondern man wird nunmehr so oft irregeleitet, daß ein flüssiges Durchlesen z.B. eines längeren Artikels gar nicht mehr möglich ist.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Hi Pit,

das ist doch symptomatisch für den Zustand unseres Landes. Nicht einmal im Mikrokosmos Rechtschreibung und Grammatik gelingt uns das, was die Politik uns anderorts ebenfalls abverlangen will: Mit Vertrauen und gutem Glauben an Neues geschlossen eine Reform anzupacken und umzusetzen. Wir Deutschen haben – angesichts des kolossalen Vertrauensverlustes so genannten Obrigkeiten gegenüber – Übung im Zurückweisen von vielem, was uns nach Arbeit, Verzicht und Mühe riecht. Leider setzt diese Ablehnung keine fachliche Kompetenz voraus, sodass man bei jeder beliebigen Diskussion um dieses Thema bemerken kann, dass allermeistens nur mit Schlagworten und gar inhaltlich falsch argumentiert wird. Vor einigen Tagen erst hatten wir hier im Forum einmal mehr den Fall, dass ein User in epischer Breite die Sinnhaftigkeit einer Neuregelung besprach, die nicht existiert. Normalerweise würde ich auf Dieter Nuhr verweisen. Ich gehe jedenfalls davon aus, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

Gruß
Christopher

Rückkehr zur alten Rechtschreibung ???
Dieser Käse ist noch nicht gegessen und die Kuh noch nicht vom Eis.

Ich hoffe, dass hier nicht wieder einmal die Klügeren nachgeben.

Nachweislich ein Grund, warum es so viel Dummheit in der Welt gibt!

Fritz

Hi christopher,

Leider setzt diese Ablehnung keine fachliche
Kompetenz voraus, sodass man bei jeder beliebigen Diskussion
um dieses Thema bemerken kann, dass allermeistens nur mit
Schlagworten und gar inhaltlich falsch argumentiert wird.

da stimme ich nicht zu … bei FAZ, springer und spiegel steckt sicher sehr viel fachliche kompetenz dahinter.

Vor einigen Tagen erst hatten wir hier im Forum einmal mehr den
Fall, dass ein User in epischer Breite die Sinnhaftigkeit
einer Neuregelung besprach, die nicht existiert.

verstehe ich nicht … heißt das, du siehst keinen sinn in einer neuregelung? oder der besagte user? und meinst du mit ‚neuregelung‘ die ‚neue rechtschreibung‘ oder deren ‚überarbeitung / nachbesserung / rücknahme‘?

lg, pit

Hi Pit,

da stimme ich nicht zu … bei FAZ, springer und spiegel
steckt sicher sehr viel fachliche kompetenz dahinter.

die Entscheidung einiger Verlage muss man natürlich hinnehmen, auch wenn ich diese kritisiere. Ich wollte vor allem auf die mangelnde fachliche Kompetenz zahlreicher Bürger zu sprechen kommen, die sich der Reform widersetzen. Die allermeisten waren offensichtlich nicht einmal in der alten Rechtschreibung wirklich firm, haben sich mit dem Reformwerk nicht ausreichend beschäftigt, plappern aber die Kritikpunkte nach, die ihnen Fernsehen und Zeitungen servieren. Kann man auf dieser Basis überhaupt diskutieren?

verstehe ich nicht … heißt das, du siehst keinen sinn in
einer neuregelung? oder der besagte user? und meinst du mit
‚neuregelung‘ die ‚neue rechtschreibung‘ oder deren
‚überarbeitung / nachbesserung / rücknahme‘?

Das war ein kapitales Missverständnis. Besagter User hat versucht, gegen die Rechtschreibreform zu argumentieren, und zwar anhand eines sich aus dem Thread ergebenden Beispiels für eine seiner Meinung nach sinnlose neue Schreibung. Leider stellte sich sehr schnell heraus, dass der User überhaupt keine Ahnung hatte, wie die korrekte Schreibweise lautete. Stattdessen wählte er offenbar willkürlich eine (vor und nach der Reform) falsche Schreibweise und wollte anhand dieser – in der Tat absurden – Schreibweise belegen, dass die Rechtschreibreform insgesamt Schwachsinn ist. Hier könnte ich die gleiche Frage stellen wie am Ende des ersten Absatzes.

Gruß
Christopher

Verständnisfrage

Deutschen haben – angesichts des kolossalen
Vertrauensverlustes so genannten Obrigkeiten gegenüber – Übung

Was für Obrigkeiten werden von wem „Vertrauensverlust(es)“ genannt und warum?

und nochwas:

einigen Tagen erst hatten wir hier im Forum einmal mehr den
Fall, dass ein User in epischer Breite die Sinnhaftigkeit
einer Neuregelung besprach, die nicht existiert.

Die von diesem User nicht in epischer Breite, sondern mit vier oder fünf lapidar vorgebrachten, stichhaltigen Argumenten kritisierte Neuregelung existiert durchaus; es war nur das Beispiel unpassend, weil ein Ausnahmefall. Ein löschtastenbewehrter KMK-Geselle hat den Artikel denn auch spornstreichs vernichtet.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Hi,

das ist doch symptomatisch für den Zustand unseres Landes.

du leider so Recht. Persönliche Meinung hin oder her, der Umgang mit der RSR zeigt mir wieder die Unfähigkeit von uns Deutschen.

Schade, schade…
Wir kriegen es einfach nicht gebacken.

Viele Grüße,
J~

Hi Wolfgang,

Was für Obrigkeiten werden von wem „Vertrauensverlust(es)“ genannt und warum?

wenn Du alle Kenntnisse der Grammatik fahren lässt (sofern je vorhanden), kannst Du jeden Satz in alter und neuer Rechtschreibung derart zerpflücken. Ich will Dir Dein Spielchen nicht verderben, also nehmen wir spaßeshalber an, „Vertrauensverlustes“ wäre ein grammatisch männliches Substantiv im Nominativ. Dann hätte ich geschrieben „… der Vertrauensverlustes genannten Obrigkeiten …“, möglicherweise – um das „so“ zu verwursten – „der so Vertrauensverlustes genannten Obrigkeiten“. Der von mir in meiner Antwort an Pit formulierte Satz ist aber semantisch eindeutig. Ich weiß ja, dass Du Dich krampfhaft bemühst, gegen die Reform zu argumentieren, aber das Beispiel war schon wieder Ramsch …

Die von diesem User nicht in epischer Breite, sondern mit vier
oder fünf lapidar vorgebrachten, stichhaltigen Argumenten
kritisierte Neuregelung existiert durchaus

Du hast von der Sache leider keine Ahnung gehabt, aber einfach mal die günstige Gelegenheit genutzt, Deine Meinung unters Volk zu bringen. Wie bitte kann ein Argument stichhaltig sein, wenn das Beispiel sachlich daneben ist? Nicht unpräzise oder schlecht formuliert, sondern schlicht nach alter wie neuer Rechtschreibung falsch und inexistent.

Gruß
Christopher

Hallo Christopher,

mangelnde fachliche Kompetenz zahlreicher Bürger zu sprechen
kommen, die sich der Reform widersetzen. Die allermeisten
waren offensichtlich nicht einmal in der alten Rechtschreibung
wirklich firm, haben sich mit dem Reformwerk nicht ausreichend
beschäftigt, plappern aber die Kritikpunkte nach, die ihnen

Erstens braucht man nicht die Dudelnregeln auswendiggelernt zu haben, um gutes Deutsch schreiben zu können, weil die Sprache das primäre ist, und die Regeln nicht mehr als eine daraus abgeleitete, sozusagen wissenschaftliche Beschreibung der Sprache sind.

Zweitens braucht man nicht die Neuschriebregeln studiert zu haben, um den Neuschrieb zu kritisieren, weil er, bzw. seine schlimmen Auswirkungen zum Himmel stinken. Zu diesen schlimmen Auswirkungen gehören auch induzierte Fehler, die zu Zeiten der einheitlichen Rechtschreibung unmöglich waren, wie etwa diese „Ruß geschwängerte Luft“.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Hi,

Wir (deutschen) kriegen es einfach nicht gebacken.

sagen wir mal so: wir kriegen es (von der „obrigkeit“) gebacken, ohne befragt zu werden, ob es gebacken werden muß, welche zutaten verwendet werden sollen, und wie der teig am besten geht. erst wenn das backen zu ende ist, stellt man uns das zeug hin: friß, deutscher.

warum dürfen wir nicht selbst backen?

die möglichkeiten sind in anderen ländern volksnaher … wir haben z. zt. nur den zivilen ungehorsam, und alle 4 jahre die wahl des kleineren übels (ja, natürlich bin ich politikverdrossen).

lg, pit

Bei aller Kritik
Bei aller Kritik, aber die neue „ss,s,ß“-Regelung finde ich schon gut und ist mir auch schon in Fleisch und Blut übergegangen.
Dagegen ist doch nun wirklich nichts einzuwenden, oder?

Hallo Christopher,

wenn Du alle Kenntnisse der Grammatik fahren lässt (sofern je
vorhanden), kannst Du jeden Satz in alter und neuer
Rechtschreibung derart zerpflücken. Ich will Dir Dein

Nein.

genannten Obrigkeiten“. Der von mir in meiner Antwort an Pit
formulierte Satz ist aber semantisch eindeutig. Ich weiß ja,

Es gibt das Wort „sogenannt“, es weist im Satz nach vorne, wird also von dem „genannten“ Namen gefolgt; und es gibt den Ausdruck „so genannt“, der im Satz nach hinten weist und eben nach diesem Namen kommt. Der Neuschrieb hat „sogenannt“ abgeschafft und fordert stattdessen das irreführende „so genannt“.
Daß man sich die Bedeutung von Neuschriebtexten letztlich doch zumeist zusammenreimen kann ist nun wahrlich kein starkes Argument dafür. Gleichermaßen könnte man fordern, von allen Autos das linke Hinterrad zu entfernen, weil sie dann trotzdem noch irgendwie fahren können.

wenn das Beispiel sachlich daneben ist? Nicht unpräzise oder
schlecht formuliert, sondern schlicht nach alter wie neuer
Rechtschreibung falsch und inexistent.

Ja, eine Ausnahme halt. Neuschrieb hat viele Ausnahmen. Angeblich sollen zum Jahreswechsel 3000 neue Ausnahmen dazukommen.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger