Spielplan 1. und 2. Bundesliga

Hallo

an alle, die - wie ich - dem vielleicht etwas skurrilen Hobby der Erstellung von Spielplänen (bzw. der Analyse von Spielplänen) frönen…

Seit jeher funktionierte der Bundesliga-Spielplan nach dem alten Muster: Es wurden 17 der 18 Mannschaften in eine bestimmte Abfolge gebracht, beginnend mit der Partie 1 gegen 2, und die 18. Mannschaft trat immer auf den Plan, wenn eine der anderen nach Liste gegen sich selbst spielen müsste. Das führte außerdem zu zwei Heim- bzw. Auswärtsspielen hintereinander für die betreffende Mannschaft. Wer sich dafür interessiert, weiß, was ich meine. Die tieferen Ligen spielen auch in dieser Saison noch nach diesem Muster.

Aber: In dieser Saison gilt ein anderes System, und ich bin ihm bislang nicht auf die Schliche gekommen. Kann mir das vielleicht einer erklären?

Besten Dank im Voraus, viele Grüße! m.

etwas off topic
Hallo Manolito,
leider kann ich deine Frage nicht beantworten, aber wenn du auf dem Gebiet interessiert bist, interessiert es dich vielleicht auch, dass sich mit dem Problem der Ligaplanung tatsächlich forschende Mathematiker befassen (als Bestandteil von kombinatorischer Optimierung). Eine Kollegin von mir hat darüber ihre Diplomarbeit geschrieben (Sportligaplanung mit genetischen Algorithmen). Das schwierige an dem Optimierungsproblem sind die vielen Nebenbedingungen, die gesetzt werden müssen. Das ist in der Regel zu viele, um allen gerecht zu werden. Also werden für jede Konstellation Strafpunkte definiert und die Konstellation mit den wenigsten Strafpunkten am Ende benutzt. Was du beschreibst, wäre also (und ist es sicher auch) ein Kandidat für eine solche Nebenbedingung. Gerade in der 1. BL spielen natürlich noch sehr viele andere Nebenbedingungen hinein (internationaler Terminplan, Medien, anderweitige Stadionverplanung etc), so dass es schwer wird, für alle möglichst of abwechselnd Heim und Auswärtsspiel zu haben. (Immer geht trivialerweise sowieso nicht, da natürlich irgendwann in der Vorrunde 2 Teams gegeneinander spielen müssen, die am 1. Spieltag beide Heimrecht hatten…)

Gruß
mauschu

Ist ja crass, darüber habe ich mir noch nie gedanken gemacht, dass es so kompliziert ist. :smile:

dass sich mit dem Problem der Ligaplanung
tatsächlich forschende Mathematiker befassen (als Bestandteil
von kombinatorischer Optimierung). Eine Kollegin von mir hat
darüber ihre Diplomarbeit geschrieben (Sportligaplanung mit
genetischen Algorithmen).

Hallo mauschu,

vielen Dank für diesen Beitrag. Nun, ganz so schwierig ist es nicht, denn der Plan wird wirklich so festgelegt, dass halt jeder einmal gegen jeden spielt und nicht öfter als zweimal hintereinander daheim oder auswärts pro Halbserie. Ob dann das Stadion zum jeweiligen Zeitpunkt frei ist oder nicht, dafür muss der Verein sorgen, notfalls wird halt um ein paar Tage verschoben. Auch die internationalen Termine stehen vorher fest und werden dann nicht belegt. Das ändert aber nichts an der Spielfolge.

Diese wenigen Bedingungen waren schon mit dem bisherigen (handgestrickten) Prinzip relativ leicht zu erfüllen. Ebenso war es kein Problem, zwei Mannschaften so anzusetzen, dass sie niemals gleichzeitig daheim oder auswärts spielen, etwa Lokalrivalen. Das ist auch im neuen Spielplan der Fall (Beispiel: Mainz 05 und Eintracht Frankfurt). Nur war der bisherige Plan leicht durchschaubar. Wenn man die Reihenfolge der 17 Mannschaften nach ein paar Spieltagen parat hatte und die 18. kannte, wusste man auch ohne Blick auf den Spielplan, wer nächste Woche gegen wen spielt. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Mir scheint auch, der Plan wurde mit Hilfe eines Computerprogramms generiert. Gewisse Regelmäßigkeiten sind erkennbar, aber auch so viele Abweichungen, dass er mir nicht mehr „handgestrickt“ erscheint.

Nun, da muss ich also künftig im Bundesliga-Sonderheft nachsehen um zu wissen, wer nächste Woche gegen wen spielt. Das habe ich mir sonst immer im Kopf selbst leicht zusammenbasteln können. Beispiel aus der letzten Saison: Der Hamburger SV hatte die Startnummer 18, war also die „Springermannschaft“, Hannover 96 stand in der Spielfolge hinter dem 1.FC Nürnberg und vor Eintracht Frankfurt. Also war klar, dass 96 immer gegen die Mannschaft spielt, gegen die vorher Nürnberg spielte. Und als die beiden am 2. Spieltag aufeinander trafen war klar, dass 96 am nächsten Spieltag statt „gegen sich selbst“ gegen den HSV spielen musste, und zwar erneut auswärts (wie vorher schon in Nürnberg).

Naja, wohl etwas zu skurril, dieses Hobby…

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