Sprachpsychologische Hemmschwelle?

Hallo!

Wer kann hier weiterhelfen?

In einem Wikipedia-Artikel steht zu „muttersprachlicher Interferenz“:

„Muttersprachliche Interferenz lässt sich durch eine Bewusstmachung des Lernenden über den Sachverhalt fast vollkommen ausschalten. Hierzu ist allerdings neben des Überwinden einer sprachpsychologischen Hemmschwelle meist auch die Kenntnis der Bedingungen menschlicher Sprachartikulation notwendig …“

http://de.wikipedia.org/wiki/Interferenz_%28Linguist…

Diese Hemmschwelle wird nicht weiter erklärt noch kann ich nachvollziehen was das sein soll.

Welche Hemmschwelle ist gemeint? Welche Hemmung wegen was genau ist gemeint?

Grüße
datafox

Hallo Datafox,

hab von sowas zwar bisher noch nie gehört, aber ich stelle mir darunter folgendes vor:

Der Singsang des Oxford-Englisch ist den meisten Deutschen zwar vertraut, aber wenn sie sprechen, benutzen sie ihn nicht.
Wie man das R im Englischen rollt, wissen sie zwar, aber sie machen es nicht so korrekt.
Die Aussprache von „th“ kennen sie zwar, aber statt zu lispeln, sagen sie lieber ein flüchtiges „s“.

Bei dem einen kommt man sich etwas übertrieben nachahmend vor und bei dem anderen versucht man’s lieber nicht, weil man das Gefühl hat, sich die Zunge abzubrechen.

Gruß!

Horst

Hallo Data,

also ich höre so etwas zwar auch zum ersten Mal - aber was diese Hemmschwelle sein könnte, das kann ich mir vorstellen. Das sind einfach Wörter oder Laute, die irgendwie „unanständig klingen“ oder einem „peinlich sind“, weil sie in der Muttersprache eben eine peinliche Bedeutung haben.

Jetzt müsste mir halt nur noch ein Beispiel dazu einfallen. Aber ich glaube, ich habe alle Beispiele erfolgreich verdrängt. :wink:

Aber, kurz gesagt, die muttersprachliche Hemmschwelle, das ist dann, wenn alle Schüler plötzlich anfangen zu kichern.

Schöne Grüße

Petra

Hi!

Bei dem einen kommt man sich etwas übertrieben nachahmend vor

DAS habe ich auch im Verdacht gehabt! Diese Furcht, daß jemand meinen könnte, „der verarscht jetzt einen Amerikaner, Briten“ oder „der gibt an, daß er gut Englisch kann“ usw., tritt aber nur in Situationen auf, in denen keine Muttersprachler anwesend sind! Der Muttersprachler selbst hat diesen Eindruck ganz und gar nicht. Für ihn spricht der andere einfach normal und natürlich.

und bei dem anderen versucht man’s lieber nicht, weil man das
Gefühl hat, sich die Zunge abzubrechen.

Jeder Mensch mit gesundem Sprechapparat kann jeden menschlichen Laut erzeugen, sonst wäre er kein Mensch…

Grüße
datafox

Das sind einfach Wörter oder Laute, die irgendwie „unanständig
klingen“ oder einem „peinlich sind“, weil sie in der
Muttersprache eben eine peinliche Bedeutung haben.

Jetzt müsste mir halt nur noch ein Beispiel dazu einfallen.

Ja bitte, denn ich weiß nicht was du damit meinst.

Aber, kurz gesagt, die muttersprachliche Hemmschwelle, das ist
dann, wenn alle Schüler plötzlich anfangen zu kichern.

Welche Schüler?

Grüße
datafox

Hallo nochmal

tritt aber
nur in Situationen auf, in denen keine Muttersprachler
anwesend sind! Der Muttersprachler selbst hat diesen Eindruck
ganz und gar nicht. Für ihn spricht der andere einfach normal
und natürlich.

ja, aber das muss mensch erstmal selber lernen. Als ich das erste Mal mit der Fähre nach England rüberfuhr und unterwegs Geld wechseln wollte, stieg mir die Röte ins Gesicht angesichts der Tatsache, dass ich erstmals außerhalb des Klassenraums Englisch zu reden versuchte.

Heute radebreche ich selbst mit den kleinsten Wortfetzen rum und denke mir: Hauptsache, der versteht mich.

Jeder Mensch mit gesundem Sprechapparat kann jeden
menschlichen Laut erzeugen, sonst wäre er kein Mensch…

Stimmt, aber aus der obigen Schlußfolgerung - der versteht mich auch, wenn ich das R nicht rolle und das TH nicht lisple - folgt dann auch eine gewisse Faulheit.

Dann kommen da noch so die Erfahrungen dazu. Meine Frau und ich lachen immer wieder darüber, wie sie ihren ersten Satz in Niederländisch wagte. Wir standen in der Frittenbude und sie konnte sich einfach nicht entscheiden, was sie wollte. Als der Typ hinter der Theke dann nachfragte, sagte sie etwas hilfos: „Ik weet het nog niet!“ Das kam so kindmäßig rüber, dass der Typ die Hände zusammenschlug, sich vorbeugte und bemitleidend rief: „Jij weet het nog niet!!!“

Wir lachen immer noch darüber, aber sowas kann natürlich für einen Sprachneuling auch ein Schock sein, der ihn für immer schweigen läßt. :wink:

Gruß!

Horst

Als ich das
erste Mal mit der Fähre nach England rüberfuhr und unterwegs
Geld wechseln wollte, stieg mir die Röte ins Gesicht
angesichts der Tatsache, dass ich erstmals außerhalb des
Klassenraums Englisch zu reden versuchte.

Was meine Meinung bestätigt, daß der Unterricht im Klassenzimmer nichts mit Spracherwerb zu tun hat sondern mehr „Lateinunterricht mit Englisch“ darstellt :smile:

Stimmt, aber aus der obigen Schlußfolgerung - der versteht
mich auch, wenn ich das R nicht rolle und das TH nicht lisple

  • folgt dann auch eine gewisse Faulheit.

Das stimmt nicht unbedingt, daß falsche Aussprache richtig verstanden wird.

Wer kein langes iii sagen kann, sollte folgende Sätze vermeiden:

I want to go to the beach
I want a sheet on the bed
We want peace with Palestinians

:smile:))

Dann kommen da noch so die Erfahrungen dazu. Meine Frau und
ich lachen immer wieder darüber, wie sie ihren ersten Satz in
Niederländisch wagte. Wir standen in der Frittenbude und sie
konnte sich einfach nicht entscheiden, was sie wollte. Als der
Typ hinter der Theke dann nachfragte, sagte sie etwas hilfos:
„Ik weet het nog niet!“ Das kam so kindmäßig rüber, dass der
Typ die Hände zusammenschlug, sich vorbeugte und bemitleidend
rief: „Jij weet het nog niet!!!“

Leider bleibt mir der Witz verborgen, da ich NL nicht kann. :frowning:

Grüße
datafox

Jetzt müsste mir halt nur noch ein Beispiel dazu einfallen.

Ja bitte, denn ich weiß nicht was du damit meinst.

Nur gut, dass ich gerade meine Vokabeln abgetippt habe :wink:
Und ich habe dabei gleich eine ganze Reihe von Wörtern gefunden, die mir etwas gegen den Strich gehen, weil ich sie (mit etwas anderer Aussprache zum Glück) in einer ganz anderen Bedeutung kennengelernt habe. Meine Vokabelliste war sozusagen eine wahre Fundgrube für deine muttersprachliche Interferenz oder wie das hieß.

Also: maim, scham, bad, ach, lach, chai (bin Teetrinkerin), as, hut.
Ich glaube, das reicht erstmal. Da kommen bestimmt noch mehr von der Sorte.

Einige davon interferieren nicht mit meiner Muttersprache, sondern mit Englisch. Das tun übrigens auch einige Marken mit englischem Namen, die ich mir eben wegen dieser Interferenzen nie kaufen würde. „Das klingt einfach zu blöd.“ Ich weiß jetzt nicht, von wem die sind (ich glaube aber vom Otto-Versand, oder von Quelle), aber da hat doch tatsächlich jemand eine „Raspberry Collection“ und die Marke „Reject“ herausgebracht. Also wirklich nicht! Ich zieh doch keine Hose an wo so was draufsteht! Nachher packe ich die noch versehentlich in den Urlaub mit ein oder begegne ein paar Muttersprachlern. … Nee nee, da zahl ich lieber ein paar Euro mehr.

Aber, kurz gesagt, die muttersprachliche Hemmschwelle, das ist
dann, wenn alle Schüler plötzlich anfangen zu kichern.

Welche Schüler?

Na welche wohl? Die pubertierenden uninteressierten Wesen, die da gezwungenermaßen ihre Zeit damit verbringen, sich eine Sprache eintrichtern zu lassen.

Die Erwachsenen kichern seltener, die schauen nur blöd. :wink:

Jetzt weißt du aber was ich gemeint habe, oder?

Schöne Grüße

Petra

Hi Datafox,

Das stimmt nicht unbedingt, daß falsche Aussprache richtig
verstanden wird.

das gilt auch umgekehrt. Auf Jamaika wurde ich mit der erstaunlichen Mitteilung „I’ve changed my ear!“ mit der entsprechenden Geste informiert. Die Frau hatte lediglich eine neue Frisur.
Dann fragte man mich: „Are their many ills in Germany?“, woraufhin ich mich genötigt sah, nachzufragen, ob „sick people“ oder „sicknesses“ gemeint war. Es waren die „hills“ gemeint.
Und was ich zunächst gar nicht verstand, waren die Quellen „attenkohl“. Diese Quellen waren „hot and cold“.

Leider bleibt mir der Witz verborgen, da ich NL nicht kann. :frowning:

Der Witz bestand in diesem Fall nur daraus, dass meine Frau wie ein kleines Kind rüberkam und die Reaktion entsprechend war.
Aber dabei fällt mir noch eine Anekdote ein, die ganz gut zum Thema paßt:
Ein Mönch aus Deutschland ging in ein Kloster seines Ordens in die Niederlande. Gleich am ersten Tag wurde er vermißt. Er hatte sich ein bißchen umgesehen und verstand die ganze Aufregung nicht. Er erklärte später:
„Ik was bloot een beetje wandelen.“, was er für „Ich war bloß ein bißchen Spazieren hielt.“
Tatsächlich hieß es: „Ich bin nur ein bißchen nackt herumgelaufen.“

Das führt dann zu diesen psychologischen Hemmschwellen. Letzteres Beispiel geht wohl auch in die Richtung, die Petra meinte.

Gruß!

Horst

1 „Gefällt mir“

Jetzt weißt du aber was ich gemeint habe, oder?

Ja! LOL! Aber ob das gemeint war??

Grüße
datafox

Hallo datafox!

Wer kann hier weiterhelfen?

naja, eher im Ausschließungsverfahren … :wink:)

In einem Wikipedia-Artikel steht zu „muttersprachlicher
Interferenz“:
http://de.wikipedia.org/wiki/Interferenz_%28Linguist…

Diese Hemmschwelle wird nicht weiter erklärt noch kann ich
nachvollziehen was das sein soll.

Welche Hemmschwelle ist gemeint? Welche Hemmung wegen was
genau ist gemeint?

Ich finde auch in „Metzlers Lexikon Sprache“ keinen Hinweis auf eine solche Hemmschwelle.
Da dieser Wiki-Artikel zu den unvollständigen gehört, kann ja vielleicht der Autor des bisherigen Textes noch etwas nachliefern, vor allem Quellen.

Eine persönliche Hemmung fällt mir ein, die aber nicht zwischensprachlich ist: Ich kann keine „Dove“-Schokolade kaufen, weil ich „Dove“ mit Seife assoziiere.

Gruß
Barney

Hallo Datafox!

Ich weiß auch nicht zu 100% was genau gemeint ist.

Ich vermute aber, daß dies die Hemmschwelle ist, die wohl alle kennen, (in verschiedenen Ausmassen) die mal eine Fremsprache lernen bzw. gelernt haben: Es gibt ein moment, indem man einfach „ins kalte Wasser sringen“ und anfangen muß, das gelernte zu üben bzw. einfach zu reden. Da gibt es eine mehr oder weniger eingeprägte Hemmschwelle.

Ich hoffe ich konnte mich damit verständlich ausdrücken…

Vielleicht etwas bildlicher:

Heute habe ich eine deutsche Mutter kennengelernt, die behauptet english gut zu können. Sie erzählte mir, daß einmal stand sie in einem Auto (jemand anders saß am Steuer) mit anderen 4 englisch-Muttersprachler. Sie verstand zwar alles was sie sagten und wollte sogar was dazu sagen. Nur bevor sie auf die richtige Wörter kam und sich an den Satzbau erinnern konnte, hatte das Thema eine andere Wendung bekommen, wo das was sie sagen wollte, nicht mehr dazu passte. Es kam aber auch vor, sagte sie, daß obwohl ihr die Zeit und Gelegenheit angeboten wurde, sich irgendwie „genierte“, wg den Fehlern die sie ihre Meinung nach, gewiß machen würde. Alles mit dem Ergebnis, daß sie nichts sagte.

Ich glaube das ist was gemeint ist, mit der Hemmschwelle.

Schöne Grüße
Helena

Abgezweigte Frage
Hallo Horst!
Dann hätte ich dazu eine Frage:
Kann das dann nicht unter Muttersprachler selbst vorkommen?
Ich meine manchmal kommen Wörter vor, die mehrere Bedeutungen haben. Und wenn man dieses Wort woanders verwenden soll, hat man eine Hemmung, weil dann der 2. Sinn davor kommt. Und der passt absolut nicht, wirkt ja sogar zT. beleidigend!

Ein Beispiel??
zB. Mitsubishi Pajero ist wohl für (fast) alle ein Begriff. OK.
Die Marke ist asiatisch (Mitsubishi). OK
Das Wort „Pajero“ ist wohl vermutlich aus dem Spanisch OK.
Jetzt behaupte ich, daß dieses Wort kein Spanisch Muttersprachler eingefallen ist. Zumindest nicht aus Spanien.
Damit ich nicht für alle Zeiten aus diesem Forum verbannt werde, entbehre ich mich die Übersetzung dieses Wortes ;o))
Wohl gemerkt, „paja“ ist nicht nur ein „Strohhalm“…
Ich meine mal mitbekommen zu haben, daß als der Hersteller dieser 2. Bedeutung zu Ohren bekam, änderte der Name im spanichen Sprachraum!

Ist das was Du meinst?

Schöne Grüße
Helena
PS. die Übersetzung ist obszön.

tritt aber
nur in Situationen auf, in denen keine Muttersprachler
anwesend sind! Der Muttersprachler selbst hat diesen Eindruck
ganz und gar nicht. Für ihn spricht der andere einfach normal
und natürlich.

ja, aber das muss mensch erstmal selber lernen. Als ich das
erste Mal mit der Fähre nach England rüberfuhr und unterwegs
Geld wechseln wollte, stieg mir die Röte ins Gesicht
angesichts der Tatsache, dass ich erstmals außerhalb des
Klassenraums Englisch zu reden versuchte.

Heute radebreche ich selbst mit den kleinsten Wortfetzen rum
und denke mir: Hauptsache, der versteht mich.

Jeder Mensch mit gesundem Sprechapparat kann jeden
menschlichen Laut erzeugen, sonst wäre er kein Mensch…

Stimmt, aber aus der obigen Schlußfolgerung - der versteht
mich auch, wenn ich das R nicht rolle und das TH nicht lisple

  • folgt dann auch eine gewisse Faulheit.

Dann kommen da noch so die Erfahrungen dazu. Meine Frau und
ich lachen immer wieder darüber, wie sie ihren ersten Satz in
Niederländisch wagte. Wir standen in der Frittenbude und sie
konnte sich einfach nicht entscheiden, was sie wollte. Als der
Typ hinter der Theke dann nachfragte, sagte sie etwas hilfos:
„Ik weet het nog niet!“ Das kam so kindmäßig rüber, dass der
Typ die Hände zusammenschlug, sich vorbeugte und bemitleidend
rief: „Jij weet het nog niet!!!“

Wir lachen immer noch darüber, aber sowas kann natürlich für
einen Sprachneuling auch ein Schock sein, der ihn für immer
schweigen läßt. :wink:

Gruß!

Horst

Hallo Helena,

sicher, Verlegenheiten aufgrund der Sprache kann es auch unter Muttersprachlern geben. Aber jetzt hast du ausgerechnet wieder ein Beispiel genommen, wo es nicht um unsere Muttersprache geht.

Aber es muss nicht gleich um Zweideutigkeiten gehen. Mir selbst fallen immer mehr Beispiele gerade zum Niederländischen ein. Man bestellt in Niederländisch, aber die Kellner reden einen stur weiter in Deutsch an. Dann bekommt man das Gefühl, man beherrscht die Sprache nicht so gut und als Deutscher wird man eh immer identifiziert.
Als ich in einer Bank gefragt wurde: Möchten Sie, dass ich niederländisch rede oder deutsch? habe ich damals noch geantwortet: Dann lieber deutsch.

Umgekehrt hat mich die Frage, ob ich mit Gulden oder belgischen Francs bezahlen will, dann sehr stolz gemacht. Immerhin hielt man mich für einen Deutschen aus Belgien.

Gruß!

Horst

Hallo Horst,

Man bestellt in Niederländisch, aber die Kellner reden
einen stur weiter in Deutsch an.

Das kenne ich aus Paris. Man fragt etwas auf Französisch und bekommt eine Antwort in einem kaum verständlichen Englisch. Irgendwann hat mich das so geärgert, dass ich gesagt habe, ich kann kein Englisch. Und das werde ich nun, falls ich wieder einmal nach Paris fahre, jedesmal so machen.

Deutsch können sie zum Glück nicht, hehe :wink:

Hallo Helena,

Prima, ich habe schon wieder ein neues spanisches Wort gelernt. Und was für ein tolles. *gg* Für alle anderen, die noch neugierig sind: Übersetzung gibt’s auf http://dict.leo.org, weil LEO kann jetzt auch Spanisch.

Übrigens, da fällt mir noch was anderes ein, weil wir gerade bei den Autos sind. Also, wenn man in Spanien ein Taxi nimmt, heißt das einfach „coger un taxi“. Nun, das sagten meine spanischen Bekannten dann einmal ziemlich lautstark in Buenos Aires zueinander. Sie ernteten einige peinlich berührte Blicke. … Ich sage dazu nur, dass auch im Deutschen das Wort „nehmen“ ja noch eine zweite Bedeutung hat, an die wir im Zusammenhang mit einem Auto nun nicht denken würden. Die Argentinier haben jedoch genau das verstanden. *gg*

So, und jetzt stelle ich mal meine Frage, die ich eigentlich stellen wollte.

Schöne Grüße

Petra

P.S. In Südamerika sagt man „tomar un taxi“.

Hallo Horst,

sicher, Verlegenheiten aufgrund der Sprache kann es auch unter
Muttersprachlern geben.

Ja, aber ich denke nicht, daß dies die Hemmschwelle ist, von der Datafox gesprochen hat. Das war nur ein Beispiel von dem was DU gemeint hast. Bzw. eine Frage ob das das war, war du sagtest.

Aber jetzt hast du ausgerechnet wieder
ein Beispiel genommen, wo es nicht um unsere Muttersprache
geht.

Um meine Muttersprache geht es schon! ;o))) Aber ja, mir fiel kein Beispiel auf Deutsch. Ich wollte nur wissen, ob Du das meintest.

Aber es muss nicht gleich um Zweideutigkeiten gehen.

An sich habe ich mich falsch ausgedrückt: Ich meinte nicht Zweideutigkeit, sondern Synonime (Zum unterscheiden zwischen was man lesen kann, aber mir keinem wort erwähnt wird und was ein Wort alles bedeutet)

Mir
selbst fallen immer mehr Beispiele gerade zum Niederländischen
ein. Man bestellt in Niederländisch, aber die Kellner reden
einen stur weiter in Deutsch an.

Das kennen wir in Katalonien bestens auch! ;o))) Dabei sprechen diese Kellner (oft) sowohl Spanisch als auch Katalanisch!

Dann bekommt man das Gefühl,
man beherrscht die Sprache nicht so gut und als Deutscher wird
man eh immer identifiziert.

OT: Mir ist es etwas ganz lustiges aufgefallen: Angenommen ich bin unterwegs, zu Fuß mit meinem Sohn (oder sonstwer, mit dem ich Spanisch rede) zB hier in der Fußgängerzone. Und weiter angenommen, uns entgegen kommt ein Mensch der wissen will, wie spät es ist (als Bspl.) Rein automatisch fragt er uns entweder auf Englisch oder, wenn er das kann, auf Spanisch. Wenn wir ihn aber auf Deutsch beantworten (Akzent ist meistens besonders leicht zu identifizieren!) wundert er sich. Wenn wir ihn dann sagen, daß mein/-e BegleiterIn Deutsche/-r ist, ist das Gesicht des Fragenden ein wahres Fragezeichen (nach dem Motto: „Wenn sie miteinander kein deutsch reden, dann vermutlich weil sie es nicht können bzw. keine sind“). Ich habe dieses Verhalten oft beobachtet und, natürlich, nicht nur in Deutschland. Aber ich finde es immer lustig, dieses entwaffnetes Gesicht zu geniessen!! *hihihihi* ;o)))) Und ich finde es ausgesprochen entgegenkommend und freundlich vom Fragensteller, sich zu bemühen, uns in einer für ihn Fremdsprache anzusprechen, damit wir ihn besser verstehen.

Umgekehrt hat mich die Frage, ob ich mit Gulden oder
belgischen Francs bezahlen will, dann sehr stolz gemacht.
Immerhin hielt man mich für einen Deutschen aus Belgien.

Wann immer meine Mutter nach Rußland fährt, kriegt sie immer „russiche Preise“. D.h. sie wird -sowohl vom Akzent wie auch vom Grammatik- als Russin wahrgenommen. Die Frage ob sie auf XY angesprochen werden möchte, fällt nicht, weil die Russen gar nicht auf die Idee kommen, sie könnte gar ein Ausländerin sein! (Sie ist und immer war Spanierin)

Vergnügte Grüße aus bewölkten Nürnberg,
Helena

Hallo Petra,

Das kenne ich aus Paris. Man fragt etwas auf Französisch und
bekommt eine Antwort in einem kaum verständlichen Englisch.
Irgendwann hat mich das so geärgert, dass ich gesagt habe, ich
kann kein Englisch. Und das werde ich nun, falls ich wieder
einmal nach Paris fahre, jedesmal so machen.

Eigentlich bin ich recht oft (4 bis 5 mal /Jahr, wenn auch kurz) in Barcelona. Und dort werde ich oft angesprochen, ob ich nicht und jenes kaufen/spenden/schenken/überweisen/gewinnen,… usw, usf. möchte. Weil es denen oft ein „nein“ nicht genügt, habe ich mich auch angewöhnt meine unschuldigste Miene (gibt es so ein wort???) zu setzen, mein poliertersten bayrischen Akzent auszuüben, und möglichst auf Zehspitzen zu gehn und fragen: „Entschuldigung, ich kann nur Deutsch!“ Vor meinem geistigen Auge sehe ich alle Bayern die ich kenne (und das sind wirklich viele) sich krummend am Boden vor Lachen liegen. Aber… Es hilft!!! ;o))))

Deutsch können sie zum Glück nicht, hehe :wink:

Ja, stimmt. In Spanien ist das auch eher eine große ausnahme, wennn jemand Deutsch kann. Und die o.g. Menschen auf der Straße, erst recht nicht!

Prima, ich habe schon wieder ein neues spanisches Wort
gelernt. Und was für ein tolles. *gg*

Also so klar und deutlich wollte ich das hier gar nicht sehen!!!
(Was werden sonst meine aufgetackelte und höchst empfindliche Freundinnen aus dem Golf- und Tenis-Club von mir denken???) ;o)))

Übrigens, da fällt mir noch was anderes ein, weil wir gerade
bei den Autos sind. Also, wenn man in Spanien ein Taxi nimmt,
heißt das einfach „coger un taxi“. Nun, das sagten meine
spanischen Bekannten dann einmal ziemlich lautstark in Buenos
Aires zueinander. Sie ernteten einige peinlich berührte
Blicke. … Ich sage dazu nur, dass auch im Deutschen das Wort
„nehmen“ ja noch eine zweite Bedeutung hat, an die wir im
Zusammenhang mit einem Auto nun nicht denken würden. Die
Argentinier haben jedoch genau das verstanden. *gg*

Ja, dieses ist DER Beispiel schlechthin für die regionale Unterschiede der spanischen Sprache und im allgemein sehr bekannt. Allerdings trifft es nur -soviel ich weiß- nur auf Argentinien.

Einmal, vor vielen Jahren, ein Argentinier erzählte mir ganz stolz, daß sein Chef ihm ein Büro eingerichtet hatte. Dann mit genau derselben unschuldsgesicht wie vorher erwähnt, fragte ich ihn auch ob er sich auch „va a coger una secretaria“. Gut das wir im Freien waren, denn sonst hätte die Decke ein Loch: so hoch ist er gesprungen, aus Ensetzen, als er das hörte. Als er ansetze mir zu erklären was das dort bedeutet, bekann ich ein Lachanfall, mindestens vom selbigen Ausmaß!!! ;o))) Und dann war alles klar! ;o)))

Ansonten in Colombia, zB. ein Schwuler (wohl gemerkt nur der Mann und eher im familiären Bereich, aber nicht beleidigend oder vulgär) wird als „eine Loca“ genannt. (Kein Mensch stört sich an dieses Wort, auch Schwuler nicht)

Aber von solchen Regionalismen konnte ich bis morgen reden: Ich habe nämlich viel Freunde aus Lateinamerika, mit denen ich mich auch oft treffe. Und wir lachen immer Tränen, wenn wir zu diesen Unterschieden reden. hihihi Und wie gesagt, das weit bekannesten ist dieser „Coger“ in Argentinien.

So, und jetzt stelle ich mal meine Frage, die ich eigentlich
stellen wollte.

Ja, mach das, bitte!

Schöne Grüße
Helena

P.S. In Südamerika sagt man „tomar un taxi“.

PS. Oder „agarrar un taxi“ je nachdem in welchen Land du dich gerade befindest.

Hallo Helena,

mir
fiel kein Beispiel auf Deutsch. Ich wollte nur wissen, ob Du
das meintest.

eigentlich kennen wir wohl alle Hemmschwellen in der eigenen Sprache. Da braucht man sich als Laie nur einmal mit einem Fachmann über dessen Thema zu unterhalten…
Je nach Bildungsgrad oder regionaler Herkunft kann das auch zu Hemmungen führen.

Besonders, wenn ein Besserwisser einen jedesmal auf die Fehler oder Unfeinheiten hinweist.
Eine Studentin benutzte bei ihren Erzählungen so eine Phrase wie „dem sein Bruder“. Daraufhin fuhr ihr eine andere ins Wort und rief entsetzt: „DEM SEIN BRUDER! Wenn ich sowas schon höre!“ Die Sprecherin wurde rot und schwieg.
„Tut mir leid!“, zeterte die andere weiter, „Aber ich kann nunmal nicht ab, wenn jemand Dativ und Akkusativ nicht auseinanderhalten kann!“
Man musste ihr später erst einmal erklären, warum dieser Ausspruch allgemeine Heiterkeit hervorrief.

Gruß!

Horst

Hallo Horst!

eigentlich kennen wir wohl alle Hemmschwellen in der eigenen
Sprache. Da braucht man sich als Laie nur einmal mit einem
Fachmann über dessen Thema zu unterhalten…

Nicht einmal das! Ich glaube jeder der eine Fremdsprache lernt weißt schon davon, ohne einen Fachmann einzuschalten!..

Je nach Bildungsgrad oder regionaler Herkunft kann das auch zu
Hemmungen führen.

Das auch!..

Eine Studentin benutzte bei ihren Erzählungen so eine Phrase
wie „dem sein Bruder“. Daraufhin fuhr ihr eine andere ins Wort
und rief entsetzt: „DEM SEIN BRUDER! Wenn ich sowas schon
höre!“ Die Sprecherin wurde rot und schwieg.
„Tut mir leid!“, zeterte die andere weiter, „Aber ich kann
nunmal nicht ab, wenn jemand Dativ und Akkusativ nicht
auseinanderhalten kann!“
Man musste ihr später erst einmal erklären, warum dieser
Ausspruch allgemeine Heiterkeit hervorrief.

Mir allerdings auch… (???)

Grubelnde Grüße
Helena

Hallo nochmal,

Mir allerdings auch… (???)

die Sprecherin hatte eben nicht Dativ und Akkusativ verwechselt, sondern Dativ und Genitiv. Die Kritikerin wußte also selbst nicht so genau mit den verschiedenen Fällen bescheid.

Gruß!

Horst