Immerhin ist man (wohl auch notgedrungen) in Frankreich und
Katalonien (da ich nur dort war) sehr geduldig gegenüber
Leuten, die sich auf Französisch oder Spanisch/ Katalanisch
bemühen. Da hört man aus den Niederlanden und auch
Skandinavien immer genau das Gegenteil.
Hm ich vermute das liegt daran, daß es in diesen Ländern eben
völlig verschiedene Einstellung gegenüber fremden Sprachen und
insbesondere Englisch gibt. In Spanien und Frankreich (und
Deutschland, Österreich, Italien wohl auch) erwartet man, daß
der Urlauber, Fremde usw. die Landessprache beherrscht, da man
selber nie mit Fremdsprachen konfrontiert war. Deswegen ist
man auch geduldiger.
Ich weiß nicht, ob es das trifft. Wenn man erwartet, dass jemand eine Sprache beherrscht, ist man doch eigentlich nicht so geduldig. Man erwartet dann ja, dass derjenige ohne große Probleme in der Sprache kommunizieren kann. Gerade aus Frankreich habe ich sowas häufiger gehört, selber aber zum Glück noch nie erlebt. Wenn man davon ausgeht, dass eh jeder Tourist die Sprache kann (oder gefälligst zu können hat), wird man doch höhere Ansprüche haben als jemand, der nicht damit rechnet, dass sich jemand in der Sprache probiert.
In Spanien ist es mir aber passiert, dass selbst ein grottenschlechter spanischer Satz (ich habe eine halbe Ewigkeit gebraucht, bis mir ein Verb einfiel, was auch noch falsch war) zu glitzernden Augen geführt hat, gerade weil dort offensichtlich kaum ein Tourist Spanisch gesprochen hat.
In NL und Skandinavien gelten
Englischkenntnisse anscheinend als vorausgesetzt, sodaß ein
radebrechender Tourist als lästig empfunden wird.
Der Grund dafür liegt - ich sage es immer wieder - am
Fernsehen. Die NL und Skandinavien sind Untertitelländer.
Nicht nur, mit Englisch (die Englisch-Muttersprachler sollten wir hierbei nicht vergessen), Französisch, Deutsch oder Italienisch kommt man, auch außerhalb der eigenen Sprachgrenze, einfach deutlich weiter als mit Niederländisch oder den skandinavischen Sprachen. Ein Niederländer kann noch nach Flandern fahren, aber ansonsten muss er überall eine Fremdsprache sprechen, wobei der eigene Sprachraum nicht sooo groß ist. Das ist bei den größeren Sprachen anders. Es gibt nicht nur mehr Muttersprachler, sondern auch mehr Nichtmuttersprachler, die mehr oder weniger gut die Sprache sprechen. Wenn man im Ausland auch mit Französisch weiterkommt (je nachdem, wo man ist), wozu dann Englisch gut lernen? Die Bedeutung des Englischen ist durch die Bedeutung der eigenen Sprache geringer als in den NL und Skandinavien.
Da es über sie heißt, dass dort eh jeder Englisch kann, lernen natürlich auch deutlich weniger Leute ihre Sprache, selbst wenn es viele niederländische oder skandinavische Touristen gibt. Das verstärkt wiederum die Notwendigkeit des Englischen.
In Norwegen gab es vor etwa einem Monat (danach habe ich es nicht weiterverfolgen können) eine Diskussion über die Bedeutung des Deutschen. Es wurde beklagt, dass immer weniger Schüler Deutsch lernen, obwohl Deutschland wichtigster Handelspartner ist. Als ein Grund dafür, dass Deutsch dringend gebraucht wird und es ingesamt wichtig ist, wurde genannt, dass viele Deutsche zwar Englisch können (es ging hier eindeutig um die Wirtschaft), aber man einen eindeutigen Vorteil habe, wenn man Deutsch mit den deutschen Partnern spreche, da sie sich darin deutlich wohler fühlten und es zu einer besseren Zusammenarbeit führe. Würde man sowas als Argument für Niederländisch oder die skandinavischen Sprachen benutzen? Wohl kaum.
MfG
Car