Sprachpsychologische Hemmschwelle?

Man bestellt in Niederländisch, aber die Kellner reden
einen stur weiter in Deutsch an. Dann bekommt man das Gefühl,
man beherrscht die Sprache nicht so gut

Das liegt daran, daß Kellner (und überhaupt Leute) keine Zeit haben, Touristen als Sprachlehrer zu dienen. :smile: Man wechselt bei Sprachschwierigkeiten eben auf die beste gemeinsame Sprache. So erging es mir jahrelang (!) - man wechselte sofort ins Englische, sobald man gemerkt hat, ich habe Schwierigkeiten mit Hebräisch. Das ist keine Bosheit sondern einfach Effizienz. Warum sollte ein Fremder mir eine Sprache beibringen? Das ist Sache meiner näheren Bezugspersonen (Partner, Familie, Freunde) und nicht zuletzt meine eigene. (Da liegt auch der Hund begraben, warum soviele Einwanderr die Sprache nicht lernen „wollen“).

und als Deutscher wird
man eh immer identifiziert.

Bis das aufhört dauert es mehrere Jahre bis Jahrzehnte. Dazu muß der Akzent nämlich weg sein und auch deine Gestik und Tonfall passen. (Außerdem: Was ist schlimm daran als Deutscher zu identifiziert werden?)

Umgekehrt hat mich die Frage, ob ich mit Gulden oder
belgischen Francs bezahlen will, dann sehr stolz gemacht.
Immerhin hielt man mich für einen Deutschen aus Belgien.

LOL

Grüße
datafox

Man fragt etwas auf Französisch und
bekommt eine Antwort in einem kaum verständlichen Englisch.

Wow dann hattest du aber Glück! In Frankreich und besonders auch Spanien haben wir das Gegenteil erlebt. Alle weigern sich Englisch zu sprechen und brabbeln einen nieder, obwohl klar war, daß wir nichts verstehen. Und das passierte sogar am Flughafen und in Hotels! Für Touristen sind die Länder die schwierigsten. (Deutschland gehört übrigens auch dazu - nur stört es uns nicht, wenn ich dabeibin.)

Grüße
datafox

Sie verstand zwar alles
was sie sagten und wollte sogar was dazu sagen. Nur bevor sie
auf die richtige Wörter kam und sich an den Satzbau erinnern
konnte, hatte das Thema eine andere Wendung bekommen, wo das
was sie sagen wollte, nicht mehr dazu passte. Es kam aber auch
vor, sagte sie, daß obwohl ihr die Zeit und Gelegenheit
angeboten wurde, sich irgendwie „genierte“, wg den Fehlern die
sie ihre Meinung nach, gewiß machen würde. Alles mit dem
Ergebnis, daß sie nichts sagte.

So erging es mir auch beim Erlernen einer neuen Sprache… Ich dachte immer, ich wäre besonders gehemmt und schüchtern weil ich soviel geschwiegen habe und fast nichts gesagt habe, aber schon alles verstehen konnte (habe die Schuld auf die Schule geschoben). Und noch schlimmer: Ich führte Selbstgespräche, ahmte ganze Sätze anderer Person nach, wenn ich alleine war. Ich dachte ich bin verrückt! Es dauerte Jahre bis ich anfing, an Gesprächen aktiv und normal teilzunehmen. Aber laut Wikipedia ist das alles normal:

„Most learners begin their acquisition process with a „silent period,“ in which they speak very little if at all. […] However, research has shown that many „silent“ learners are engaging in private speech (sometimes called „self-talk“).“

http://en.wikipedia.org/wiki/Second_language_acquisi…

Ob es das ist?

Grüße
datafox

Also, wenn du mich fragst…
Hi Datafox!
Also wenn du mich fragst, genau das ist gemeint mit der Hemmschwelle.
Ich glaube das macht doch jeder durch, egal wie Sprachenbegabt, die wievielte Sprache es ist und egal wie schüchtern auch man sonst ist.
Ich zB bin nicht sonderlich weder schüchtern ;o)) noch begabt und hatte diese Phase auch.
Schöne Grüße,
Helena

Hihihihi
Hallo nochmal,

die Sprecherin hatte eben nicht Dativ und Akkusativ
verwechselt, sondern Dativ und Genitiv. Die Kritikerin wußte
also selbst nicht so genau mit den verschiedenen Fällen
bescheid.

Hihihi! Danke! Jetzt weiß du es von mir vermutlich auch…!

Schöne Grüße
Helena

Hi Datafox!

Wow dann hattest du aber Glück! In Frankreich und besonders
auch Spanien haben wir das Gegenteil erlebt. Alle weigern sich
Englisch zu sprechen und brabbeln einen nieder, obwohl klar
war, daß wir nichts verstehen.

Ich rede jetzt nur von Spanien: Ich habe selbst erlebt, in Fremdenverkehrsämter, zu Deutsch „Tourist Information“ von Provinz-Hauptstädten, wo die/der AuskunftgeberIn keine Fremdsprache gesprochen hat. Selbstverständlich kann ich nicht sagen, daß es so war wo du warst, aber glaube mir, es ist bei uns sehr verbreitet, daß die Leute keine Fremdsprache können. Selbst dann nicht wenn sie an solchen Stellen arbeiten!! *und ich kann nicht aufhören darüber mein Kopf zu schütteln!!*

Ich werde es nie vergessen: Vor einigen Jahren, damit eine Hamburgerin nicht std.-lang an einen Schalter stehen mußte, habe ich ihr angeboten, daß ich das mache, damit sie sich die Zeit nehmen kann, die Stadt zu erkunden. Wohl bemerkt: Wir reden vom Hauptbahnhof Barcelonas UND im Juli (wo eh sont weit und breit keine Touristen sind, wie jeder weiß!!!) ;o))) Also ich stand wirklich 4 oder 5 Std bis ich daran war. Der Grund war mir sofort klar, als ich mit dem Mensch dort redete: Er verkaufte nur „Auslandstickets“ und selbst sprach ausschließlich ein kaum verständliches Spanisch!!! (des Akzents wegen!) Noch heute bewundere ich manche Touristen für ihre Geduld bei uns! So etwas ist bei uns leider Tatsache und eigentlich weiß ich nicht worauf die mehrere Regierungen bei uns warten, um dieses Problem und die Image Spaniens ins Ausland zu beheben. Ich finde es überpeinlich und bin öfters kurz davor über die Theke zu springen und dem Menschen dort zu übersetzen bzw. dolmetschen. Aber schließlich ist es nicht meine Aufgabe und wie man so schön sagt: Einem Hungernden ist es mir einem Fisch nur augenscheinlich geholfen. Dauerhaft muß man ihm das fischen beibringen (oder so ähnlich)

Schöne Grüße
Helena
PS. Ausser dieses Ärger über meine Heimat, mich persönlich stört es auch wenig, denn ich kann Spanisch… Aber das ist nicht die Lösung!

und hatte diese Phase auch.

Cool :smile: Dann bin ich nicht alleine.

Was aber folgende Frage aufwirft: Ist ein schulischer Sprachenunterricht dann nicht die pure psychische Vergewaltigung? Die Stille Phase wird einem ja nicht erlaubt bzw. als negativ ausgelegt. Man wird zum Sprechen gezwungen, obwohl es gar nicht in die Entwicklungsphase paßt.

Grüße
datafox

Offtopic: Sprachkenntnisse im Tourismussektor
Hallo!

Ich finde es überpeinlich und bin öfters
kurz davor über die Theke zu springen und dem Menschen dort zu
übersetzen bzw. dolmetschen.

Zugegeben das geht mir auch oft so - in Österreich, wo es nicht viel besser ist. Letztens habe ich bei einer Greifvogelschau (ein touristisches Gebiet) die Beherrschung verloren: Wir haben 4 Tickets bezahlt (ich und drei Touristen ohne Deutschkenntnisse), und die Frau hat sich geweigert, auch nur ein Wort auf Englisch über die Vögel zu erzählen. Ich war so verärgert, daß ich die ganze Show über den gesamten Text in voller Lautstärke simultanübersetzte :smile:)))))))))

PS. Ausser dieses Ärger über meine Heimat, mich persönlich
stört es auch wenig, denn ich kann Spanisch… Aber das ist
nicht die Lösung!

Sehe ich auch so! Ein Tourist kommt kein zweites Mal, wenn er so eine touristenfeindliche Behandlung erfährt.

Grüße
datafox

Hi!

Was aber folgende Frage aufwirft: Ist ein schulischer
Sprachenunterricht dann nicht die pure psychische
Vergewaltigung? Die Stille Phase wird einem ja nicht erlaubt
bzw. als negativ ausgelegt. Man wird zum Sprechen gezwungen,
obwohl es gar nicht in die Entwicklungsphase paßt.

Als ich anfing Französisch zu lernen, war ich süße 7 oder 8 Jahre alt. Und ich empfand es nie als Belästigung oder Qual diesen Unterricht. Auch nicht als ich gefragt wurde. Ich erinnere mich, daß manchmal die Lehrerin erzählte uns wieder ein grammatikalisches Gesetz. Und dann wollte sie von uns ein paar Beispiele. Da jeder kein Mucks von sich gab, fühlte ich mich irgendwie gezwungen, dazu Antwort zu geben. Also meistens war ich diejenige die „freiwillig“ Antwort gab. Und das im Unterricht, empfand nie als unangenehm oder sonstwas. Aber ich weiß nciht wann ich zum ersten mal nach Frankreich fuhr, denn wir lebten ca 50 Km davon entfernt und fuhren oft hin…
Schöne Grüße
Helena

Hallo!

Zugegeben das geht mir auch oft so - in Österreich, wo es
nicht viel besser ist. Letztens habe ich bei einer
Greifvogelschau (ein touristisches Gebiet) die Beherrschung
verloren: Wir haben 4 Tickets bezahlt (ich und drei Touristen
ohne Deutschkenntnisse), und die Frau hat sich geweigert, auch
nur ein Wort auf Englisch über die Vögel zu erzählen. Ich war
so verärgert, daß ich die ganze Show über den gesamten Text in
voller Lautstärke simultanübersetzte :smile:)))))))))

Hihihihi! Kann ich bestens nachvollziehen! Und ich bedanke mich im Name dessen, die sont nix verstanden hätten!!!

Sehe ich auch so! Ein Tourist kommt kein zweites Mal, wenn er
so eine touristenfeindliche Behandlung erfährt.

Na ja… Ich glaube in Spanien sind schon daran gewöhnt und erwarten in so einem sehr „Fremdsprachingen-feindlichen-Gebiet“ nichts anders. Vor ca 200 Jahren ging man nach Afrika um Wälder zu entdecken und enue Tierarten zu fangen. Jetzt geht man nach Spanien um eben Spanisch üben zu müssen: die Zeiten ändern sich, die Lust auf Neues eben nicht! Im Grunde sind wir alle, vermutlich nur Abenteuerer! :o))

Schöne Grüße
Helena

Hi datafox!

So erging es mir auch beim Erlernen einer neuen Sprache…
Ich dachte immer, ich wäre besonders gehemmt und schüchtern
weil ich soviel geschwiegen habe und fast nichts gesagt habe,
aber schon alles verstehen konnte (habe die Schuld auf die
Schule geschoben).

Das geht mir auch so, selbst beim Englischen halte ich mich zurück, obwohl ich es täglich schreibe. Ich BIN auch schüchtern, aber teilweise fällt es mir in einer Fremdsprache auch leichter, etwas zu sagen („endlich mal die Sprache sprechen“), aber das kenne ich zu gut. In Frankreich zuhören? Geht gut. Selbst sprechen? Nein, da habe ich eine Hemmschwelle.

Und noch schlimmer: Ich führte
Selbstgespräche, ahmte ganze Sätze anderer Person nach, wenn
ich alleine war. Ich dachte ich bin verrückt! Es dauerte Jahre
bis ich anfing, an Gesprächen aktiv und normal teilzunehmen.

Auch das ist mir sehr gut bekannt, vor allem irgendwelche fiktiven Gespräche mit Personen, die die Sprache sprechen oder dass ich Gespräche fiktiv weiterführe oder abändere…
Ich weiß, dass es anderen auch so geht, man spricht nur normalerweise nicht darüber. Wer will schon zugeben, Selbstgespräche zu führen?

Was mir auffällt ist, dass meine Aussprache bei diesen Gesprächen oder wenn ich leise einen Text lese auch viel besser ist als in normalen Gesprächen usw. Geht das anderen auch so? Ich kenne eine Person, der es auch so geht, aber ich weiß nicht, wie normal das ist.

MfG
Car

Man fragt etwas auf Französisch und
bekommt eine Antwort in einem kaum verständlichen Englisch.

Wow dann hattest du aber Glück! In Frankreich und besonders
auch Spanien haben wir das Gegenteil erlebt. Alle weigern sich
Englisch zu sprechen und brabbeln einen nieder, obwohl klar
war, daß wir nichts verstehen. Und das passierte sogar am
Flughafen und in Hotels! Für Touristen sind die Länder die
schwierigsten. (Deutschland gehört übrigens auch dazu - nur
stört es uns nicht, wenn ich dabeibin.)

In Frankreich hat meine Mutter dieses Jahr oft gefragt, ob die Leute Englisch können, sie haben sich dann auch immer bemüht, es war aber auch immer grottenschlecht. In der Dordogne, einer Region, in der nicht nur massenhaft Engländer leben (weswegen jedes Geschäft eine Ecke mit britischen Produkten hat und Schilder in Französisch und Englisch normal sind) und die Engländer vor den Holländern die stärkste Touristengruppe bilden (dann kommen, glaube ich, die Belgier). Ansonsten kann ich zu Frankreich nicht so viel sagen, da mein Vater so gut Französisch spricht, dass er regelmäßig für einen Franzosen gehalten wird. Wir versuchen es auch ohne ihn immer auf Französisch.
Immerhin ist man (wohl auch notgedrungen) in Frankreich und Katalonien (da ich nur dort war) sehr geduldig gegenüber Leuten, die sich auf Französisch oder Spanisch/ Katalanisch bemühen. Da hört man aus den Niederlanden und auch Skandinavien immer genau das Gegenteil. Das ist für die, die auch dorthin fahren, um die Sprachen anzuwenden, fast genauso blöd wie kein Englisch, dafür aber oft verletzend („Ist mein Niederländisch/Dänisch/Norwegisch/Schwedisch so schlecht?“ „Warum sind die so unhöflich?“. Was nett und höflich gemeint ist, kommt ganz anders an.

MfG
Car

Immerhin ist man (wohl auch notgedrungen) in Frankreich und
Katalonien (da ich nur dort war) sehr geduldig gegenüber
Leuten, die sich auf Französisch oder Spanisch/ Katalanisch
bemühen. Da hört man aus den Niederlanden und auch
Skandinavien immer genau das Gegenteil.

Hm ich vermute das liegt daran, daß es in diesen Ländern eben völlig verschiedene Einstellung gegenüber fremden Sprachen und insbesondere Englisch gibt. In Spanien und Frankreich (und Deutschland, Österreich, Italien wohl auch) erwartet man, daß der Urlauber, Fremde usw. die Landessprache beherrscht, da man selber nie mit Fremdsprachen konfrontiert war. Deswegen ist man auch geduldiger. In NL und Skandinavien gelten Englischkenntnisse anscheinend als vorausgesetzt, sodaß ein radebrechender Tourist als lästig empfunden wird.

Der Grund dafür liegt - ich sage es immer wieder - am Fernsehen. Die NL und Skandinavien sind Untertitelländer. Jedes Kind wächst dort mit Englisch wie mit einer zweiten Muttersprache auf. Es gehört zur Alltagskultur, Englisch zu verstehen, zu hören, zu können. Frankreich und Spanien (und Deutschland, Österreich, Italien) sind Synchronisierländer. Dort ist man es von Baby an gewohnt, daß jeder in der eigenen Sprache spricht.

Grüße
datafox

Hi!

Ich weiß, dass es anderen auch so geht, man spricht nur
normalerweise nicht darüber. Wer will schon zugeben,
Selbstgespräche zu führen?

Wenn ich es in der Wiki nicht gelesen hätte, hätte ich es nicht angesprochen :smile:

Was mir auffällt ist, dass meine Aussprache bei diesen
Gesprächen oder wenn ich leise einen Text lese auch viel
besser ist als in normalen Gesprächen usw. Geht das anderen
auch so? Ich kenne eine Person, der es auch so geht, aber ich
weiß nicht, wie normal das ist.

JAAA das ist bei mir auch so, oder eher war!! Den Höhepunkt dieser Phase habe ich schon hinter mir. Es passiert mir jetzt eher mit Englisch, da ich keine richtigen Englischsprecher um mich herum habe. Meine Lernvorbilder sind leider nur das Fernsehen. Warum ist das eigentlich so? Es ist irgendwie wie Singen. Im Kopf oder leise kann ich eine Melodie perfekt richtig singen, aber wenn ich wirklich singe, ist es falsch. Wahrscheinlich hat man einfach die Übung noch nicht! Eine neue Sprache sind neue Laute, also neue „Verrenkungen“ des Kehlkopfs, der Zunge, der Zähne und der Lippen. Mit der Zeit übt man es und es klingt immer besser. Könnte hinkommen oder?

Grüße
datafox

Hallo!

Als ich anfing Französisch zu lernen, war ich süße 7 oder 8
Jahre alt.

In dem Artikel ging es aber um erwachsene Lerner. Kinder lernen Sprachen viel einfacher, unter anderem deswegen, weil sie keine Scham haben und alle ihre Fehler als putzig einstufen.

Grüße
datafox

Man fragt etwas auf Französisch und
bekommt eine Antwort in einem kaum verständlichen Englisch.

Wow dann hattest du aber Glück! In Frankreich und besonders
auch Spanien haben wir das Gegenteil erlebt. Alle weigern sich
Englisch zu sprechen und brabbeln einen nieder, obwohl klar
war, daß wir nichts verstehen. Und das passierte sogar am
Flughafen und in Hotels!

Ich kann mich da erinnern, wie man am Flughafen Charles de Gaulle (glaube ich - es war der Flughafen im Norden von Paris) sage und schreibe 100 FF von mir dafür wollte, dass man einen Traveller Check einlöst!!! Zum Glück habe ich es gemerkt, und konnte den Scheck dann in der Stadt in einer Bank einlösen. Das hat „nur“ 30 FF gekostet.

Außerdem hat man mir ein Auto mit Sprung in der Scheibe vermietet. Den Sprung hat man zwar schön ins Übergabeprotokoll aufgenommen - mir aber hinterher trotzdem berechnet.

Ich gehöre nicht wirklich zu den Leuten, die gerne nach Frankreich reisen. Vielleicht fahre ich nächstes Jahr mal wieder für ein paar Tage nach Paris, aber nur kurz, Louvre gucken und so.

(Deutschland gehört übrigens auch dazu - nur
stört es uns nicht, wenn ich dabeibin.)

Ehrlich? Wir gehören zu denjenigen, die da munter in ihrer Muttersprache brabbeln, obwohl es der andere gar nicht versteht? Oh, das wusste ich nicht. Hier spricht doch jeder Englisch - oder nicht?

Na ich bin auch gerade eine etwas angenervte Deutschland-Touristin. Ich versuche nämlich, ein Zimmer zur Frankfurter Buchmesse zu bekommen. Auf HRS bekomme ich da Zimmer für EUR 250 pro Nacht (auf Wunsch zzgl. Frühstück für EUR 25) als Super-Angebot präsentiert!!! Und wenn ich in den umliegenden Orten (Wiesbaden, Offenbach, Bad Homburg und so) schauen will, wie viel eigentlich die Zugfahrt nach Frankfurt kostet, dann weigert sich die Bahn, mir diesen Preis zu nennen. Pech gehabt, leider Verbundtarif. Und die Zimmer kosten immer noch von EUR 60 aufwärts. *grummelgrummelgrummel*

Und das war ja erst der Anfang der Reise. Die soll ja noch weitergehen, aber das geht ja schon gut los.

Es ist wirklich einfacher, irgendwo in den sonnigen Süden zu fliegen wie jeder andere auch. Aber ich will in die Berge! Na ich hab ja noch einen halben Tag Zeit, um die Reise zu organisieren. *seufz*

Schöne Grüße

Petra

Hallo!

In dem Artikel ging es aber um erwachsene Lerner. Kinder
lernen Sprachen viel einfacher, unter anderem deswegen, weil
sie keine Scham haben und alle ihre Fehler als putzig
einstufen.

Ja, aber es endete mit ca 20 Jahre alt.
Da war ich kein Kind mehr.
Und dann ging es mit Deutsch weiter (d.h. ich fing an Deutsch zu lernen). Vielleicht hätte ich lieber Deutsch als Beispiel nennen??
Wie auch immer, was ich meinte hast Du sowieso schon verstanden ;o))

Liebe Grüße
Helena

sage und schreibe 100 FF von mir dafür wollte, dass man einen
Traveller Check einlöst!!!

Na solche Dinge wollen wir mal nicht speziell den Franzosen anhängen :wink:

Ehrlich? Wir gehören zu denjenigen, die da munter in ihrer
Muttersprache brabbeln, obwohl es der andere gar nicht
versteht? Oh, das wusste ich nicht. Hier spricht doch jeder
Englisch - oder nicht?

In Deutschland? Englisch überall? Fehlanzeige! Am schlimmsten fand ich, daß es im „Deutschen Museum“ kein einziges englisches Wort ausgeschlagen gab. :smile: Ich denke das Reisen durch DE dürfte sich ähnlich gestalten wie durch Spanien (erzählt man) - man braucht jemanden als Begleitung, der die Sprache kann.

Grüße
datafox

Hi!

Ich weiß, dass es anderen auch so geht, man spricht nur
normalerweise nicht darüber. Wer will schon zugeben,
Selbstgespräche zu führen?

Wenn ich es in der Wiki nicht gelesen hätte, hätte ich es
nicht angesprochen :smile:

Wenn andere in Internetforen sowas nicht von sich erzählt hätten, hätte ich es auch nie gesagt. Internetforen machen sowas eben deutlich leichter und man stellt oft fest, dass man doch nicht so unnormal ist, wie man dachte. :smile:

Wahrscheinlich hat man einfach die Übung noch nicht! Eine neue
Sprache sind neue Laute, also neue „Verrenkungen“ des
Kehlkopfs, der Zunge, der Zähne und der Lippen. Mit der Zeit
übt man es und es klingt immer besser. Könnte hinkommen oder?

Ja, passt, zumal ist dabei die Hemmschwelle, die anfangs oft doch noch da ist („fühlt sich komisch an“, „klingt komisch“) doch deutlich geringer. Es kann niemand hören, was man sagt.

MfG
Car

Immerhin ist man (wohl auch notgedrungen) in Frankreich und
Katalonien (da ich nur dort war) sehr geduldig gegenüber
Leuten, die sich auf Französisch oder Spanisch/ Katalanisch
bemühen. Da hört man aus den Niederlanden und auch
Skandinavien immer genau das Gegenteil.

Hm ich vermute das liegt daran, daß es in diesen Ländern eben
völlig verschiedene Einstellung gegenüber fremden Sprachen und
insbesondere Englisch gibt. In Spanien und Frankreich (und
Deutschland, Österreich, Italien wohl auch) erwartet man, daß
der Urlauber, Fremde usw. die Landessprache beherrscht, da man
selber nie mit Fremdsprachen konfrontiert war. Deswegen ist
man auch geduldiger.

Ich weiß nicht, ob es das trifft. Wenn man erwartet, dass jemand eine Sprache beherrscht, ist man doch eigentlich nicht so geduldig. Man erwartet dann ja, dass derjenige ohne große Probleme in der Sprache kommunizieren kann. Gerade aus Frankreich habe ich sowas häufiger gehört, selber aber zum Glück noch nie erlebt. Wenn man davon ausgeht, dass eh jeder Tourist die Sprache kann (oder gefälligst zu können hat), wird man doch höhere Ansprüche haben als jemand, der nicht damit rechnet, dass sich jemand in der Sprache probiert.
In Spanien ist es mir aber passiert, dass selbst ein grottenschlechter spanischer Satz (ich habe eine halbe Ewigkeit gebraucht, bis mir ein Verb einfiel, was auch noch falsch war) zu glitzernden Augen geführt hat, gerade weil dort offensichtlich kaum ein Tourist Spanisch gesprochen hat.

In NL und Skandinavien gelten
Englischkenntnisse anscheinend als vorausgesetzt, sodaß ein
radebrechender Tourist als lästig empfunden wird.

Der Grund dafür liegt - ich sage es immer wieder - am
Fernsehen. Die NL und Skandinavien sind Untertitelländer.

Nicht nur, mit Englisch (die Englisch-Muttersprachler sollten wir hierbei nicht vergessen), Französisch, Deutsch oder Italienisch kommt man, auch außerhalb der eigenen Sprachgrenze, einfach deutlich weiter als mit Niederländisch oder den skandinavischen Sprachen. Ein Niederländer kann noch nach Flandern fahren, aber ansonsten muss er überall eine Fremdsprache sprechen, wobei der eigene Sprachraum nicht sooo groß ist. Das ist bei den größeren Sprachen anders. Es gibt nicht nur mehr Muttersprachler, sondern auch mehr Nichtmuttersprachler, die mehr oder weniger gut die Sprache sprechen. Wenn man im Ausland auch mit Französisch weiterkommt (je nachdem, wo man ist), wozu dann Englisch gut lernen? Die Bedeutung des Englischen ist durch die Bedeutung der eigenen Sprache geringer als in den NL und Skandinavien.
Da es über sie heißt, dass dort eh jeder Englisch kann, lernen natürlich auch deutlich weniger Leute ihre Sprache, selbst wenn es viele niederländische oder skandinavische Touristen gibt. Das verstärkt wiederum die Notwendigkeit des Englischen.
In Norwegen gab es vor etwa einem Monat (danach habe ich es nicht weiterverfolgen können) eine Diskussion über die Bedeutung des Deutschen. Es wurde beklagt, dass immer weniger Schüler Deutsch lernen, obwohl Deutschland wichtigster Handelspartner ist. Als ein Grund dafür, dass Deutsch dringend gebraucht wird und es ingesamt wichtig ist, wurde genannt, dass viele Deutsche zwar Englisch können (es ging hier eindeutig um die Wirtschaft), aber man einen eindeutigen Vorteil habe, wenn man Deutsch mit den deutschen Partnern spreche, da sie sich darin deutlich wohler fühlten und es zu einer besseren Zusammenarbeit führe. Würde man sowas als Argument für Niederländisch oder die skandinavischen Sprachen benutzen? Wohl kaum.

MfG
Car