Guten Morgen!
einen eimer mit einem mop :könnte man für den sprayer :holen.
Sogar wasserlösliche Farbe ist aus Ziegelmauerwerk kaum noch spurlos zu entfernen, von lösungsmittelhaltiger Farbe ganz zu schweigen. Oft helfen nur abrasive Reinigungsverfahren. Manche Fassaden kann man einfach anstreichen, aber auch das kostet Geld.
Ich halte die Mittel der Justiz gegen das Schmiererunwesen in den meisten Fällen für stumpfe Schwerter. Von der Bestrafung der Täter wird das Gebäude auch nicht wieder sauber und Schadenersatzansprüche greifen ins Leere, wenn der Schmierfink mittellos ist. Außerdem muß man der Leute erst einmal habhaft werden. Man kann nun mal nicht jedes Eisenbahndepot, jede Brücke, jeden Bahnhof und alle Gebäude rund um die Uhr bewachen. Wenn sich herum spricht, was nächtliches Hubschraubergeräusch bedeuten kann, sind solche Aktionen auch für die Katz.
Die Köpfe sind auf allen Seiten ziemlich vernagelt. Die Sprayerszene schert sich einen Scheißdreck um anderer Leute Eigentum oder es ist gerade Sinn der Sache, das Eigentum auf möglichst gewagte, in jedem Fall aber auf für jedermann sichtbare Weise zu treffen.
Betroffene Eigentümer wehklagen, wieviel Geld sie alljährlich für die (unvollständige) Beseitigung der Sauerei ausgeben, aber auf die Idee, wirksame Gegenmaßnahmen zu treffen, will kaum jemand kommen. Die einmaligen Maßnahmen sind angeblich zu teuer (und vor allen Dingen gäbe es dann keinen Grund mehr für die Jammerei). Statt dessen wird nach dem Staat gerufen.
Ich hatte mehrmals Gelegenheit, mir für konkrete Objekte Gedanken für eine Lösung zu machen. Da ging es z. B. in HH-Altona (einer der Sprayer-Hochburgen mit wirklich elend aussehenden Ecken) um ein nagelneues, schneeweisses Praxisgebäude - ein architektonisches Schmuckstück in total beschmiertem Umfeld. Das Gebäude war kaum fertig und schon war es bis in 2 m Höhe straßenseitig beschmiert. Die Eigentümerin hatte keine Lust auf dieses Spiel und experimentierte an einer Wand mit einer Beschichtung, die überhaupt keine Farbe annimmt und an einer anderen Wand mit einer Opferschicht, die sich samt Geschmiere entfernen läßt. Ist alles nicht billig, aber viel billiger, als dauernde Reinigungsaktionen mit fragwürdigem Ergebnis. Andere Eigentümer reagierten verständnislos, diskutieren lieber Schuldfragen und wollen nicht einsehen, Geld auszugeben, damit Vandalen nicht mehr zum Ziel kommen.
Bei einem öffentlichen Bauwerk (Unterführung, eine schulmäßige Einladung für jeden Sprayer), das Millionen kostete, scheiterte ich mit Vorschlägen. Zwei Methoden fielen mir ein: Bauseitig von vornherein eine Beschichtung aller erreichbaren Flächen war ein Vorschlag. Der andere Vorschlag bestand darin, Farbe zu kaufen und ein paar Sprayer einzuladen, das Bauwerk nach allen Regeln der Kunst zu schmücken. Wenn Könner und nicht nur Schmierfinken am Werk sind, kann ein Schmuckstück entstehen. Aber so viele Bürokraten und Bedenkenträger sah ich selten zeitgleich aus allen Löchern kriechen. Weil niemandem ein Gegenargument einfiel, scheiterte die Sache eben an den Kosten. Die Unterführung kostete mehrere Millionen und ein Tausender für Farbe, für den sich auch noch ein Sponsor hätte finden lassen, war nicht drin.
So denke ich, daß auf allen Seiten die großen "I"s am Werke sind: Ideologen und Idioten.
Gruß
Wolfgang