Hi Peter,
zunächst einmal: ich hänge Deinen „Anhang“ hier dran, damit ich auf beide gleichzeitig antworten kann…
danke für deine Mühe.
Es ist immer wieder Interesse und von daher keine Mühe…
Und verzeih, dass ich in deinen Augen
eine falsche Vorstellung von den Menschen hier in diesem Brett
habe.
Deine Anfrage passte nach meinem Verständnis nicht so recht unter „deutsche Sprache“…
Ich selbst habe hier schon sehr Ideenreiches und
Kreatives gelesen.
Zweifellos…
Ich musste ein wenig lächeln, als ich das las, was du von
meiner Bekannten denkst.
Hab’ ich das?
Und mir hat deine Antwort deutlich
vor Augen geführt, wie dumm ich war, meine Frage hier in alle
Öffentlichkeit zu stellen, an Menschen, die meine Bekannte gar
nicht kennen.
Dumm nicht, aber nicht einfach - wer könnte die Fähigkeiten Deiner Bekannten aufgrund Deiner Beschreibung beurteilen?
Bitte verstehe mich nicht falsch, aber ich habe mit meiner
Frage nicht bezwecken wollen, dass du mir sagst, meine
Bekannte sei zu faul, um über sich selbst nachzudenken.
Das habe ich mit keiner Silbe behauptet.
D.h., sie will andere Leute für sich und ihr Selbst arbeiten
lassen…
Das ist ein ganz anderer Punkt. Und hier setzt meine Fragestellung an - und dieser Punkt gehört für mein Verständnis eher ins Brett „Psychologie“ als in „deutsche Sprache“. Eine der Antriebskräfte eines jeden kreativ arbeitenden Menschen ist durchaus auch der Zweifel. Louise Bourgeois sagt: „Die Kunst ist ein Versuch der Befreiung, welche man niemals erreicht. Aus diesem Grund ist die Kunst niemals vollendet“. Und von diesen Zweifeln kann einen kein Außenstehender befreien. Kreativität ist Schwerstarbeit (wenn man mal von Hobbys absieht, die der lustvollen Beschäftigung dienen - was ich damit keineswegs abwerten will. Aber das „Zwingende“ entfällt beim Hobby, ist Teil von Berufung - und die wiederum kann nur der „Betroffene“ - in diesem Fall Deine Freundin/Bekannte empfinden und beurteilen…
Ich glaube, das ist das erste Mal, dass sie uns Freunde um
etwas gebeten hat. Und mir stellt sich die Frage, wieso du
solch ein negatives Bild von einem dir nicht bekannten
Menschen entwirfst, der seine Freunde, um etwas bittet. Bittet
man heute nicht mehr unter Freunden?
Durchaus. Ich habe erst neulich einen mir bekannten Künstler zu einer Art „Supervision“ oder „Konstruktive-Kritik-Arbeit“ zu mir gebeten, weil ich mal wieder am Zweifeln war. Aber Fremde? Die nichts von mir wissen? Nichts von meiner Arbeit? Nichts von mir als Mensch?
Oh, ich fände diese Einstellung sehr überheblich: Ich bin so
gut, mir kann keiner mehr etwas beibringen.
Das habe ich auch nicht so gesagt - oder mich vielleicht missverständlich ausgedrückt… Aber noch einmal: wer soll das hier außer mit Allgemeinplätzen beurteilen/bewerten, schlechte Wörter, einschätzen, auch schlecht, erkennen wäre gut, aber ohne Kenntnis der Person???
Ich persönlich finde es eine sehr schöne und kreative Idee,
wenn man andere fragt, wie sie einen sehen - denn warum sollte
man daraus nicht lernen können?
Was ist daran kreativ? Sorry.
Und vor allem, es ist etwas
Besinnliches - ich denke über den anderen nach, übe jemanden
der mir wichtig ist und das Resultat wird mein Geschenk. Das
ist viel persönlicher und kreativer als ein Serviettenhalter.
Dass DU darüber nachdenkst, ist ein Geschenk. Aber Wildfremde danach zu befragen?
Und vor allem, ist es sehr mutig, herauszufinden, wie andere
einen sehen.
Das spürt man doch. Mutig ist es, sich dem zu stellen.
Denn wenn man damit arbeiten möchte, muss man
sich auch damit auseinandersetzen.
Kommt darauf an. In der Kunst z.B. waren oft Strömungen gegen das, was man heute „Mainstream“ nennt, bahnbrechend. Also gegen jede Konvention und erhaben über jegliche bürgerliche Kritik.
Ich halte sehr sehr sehr
viel von konstruktiver Kritik.
Genau das wollte ich damit sagen.
Und liebe Anja, warum verstehst du darunter, andere für sich
arbeiten zu lassen?
Hier lese ich ständig von Bitten um „Ideen“, die der eigenen Beurteilung, dem eigenen Fortkommen dienen. Ich bin vielleicht altmodisch, aber ich habe gelernt, dass nur das von dauerhaftem Wert ist, was man/frau sich selbst erarbeitet hat. (s.o.: Schwerstarbeit)
Sie schreibt bestimmt nicht die Sprüche
in ihre Bewerbung.
In einer Bewerbung würde ich auch nicht unbedingt die Weisheiten anderer Berühmtheiten zitieren…
Ich denke, sie kann viel mehr daraus
lernen, ob das, was sie als Stärke und Schwäche an sich
empfindet andere auch so sehen bzw. vielleicht ganz neue
Aspekte entdecken, die sie selbst noch nie so gesehen hat. Und
ich denke darum geht es!
Ohne Zweifel - aber nicht von Fremden - von Dir möglicherweise…
Aber wahrscheinlich muss ich das, was ich ihr sagen möchte, in
meinen eigenen Worten schreiben - denn ich glaube einen Spruch
werde ich dazu nicht finden.
Genau das ist es Und Du wirst derjenige sein, der es am Besten trifft…
Höchstens Menschen dazu
veranlassen, das Falsche von meiner Bekannten zu denken - und
das ist sicher das Allerletzte, was ich mit meiner Frage
bezwecken wollte.
Grüße von Peter - der etwas überrascht ist, dass Anja sich so
viele Gedanken zu dem Warum seiner Frage macht
Weil es durchaus mein elementares Problem ist. Mich in meiner Arbeit unabhängig zu machen - sowohl von Lob (ja, ja, auch Lob kann schädlich sein, weil es verblendet) als auch von Kritik…
und so zu
gänzlich falschen Vorstellungen über seine Bekannte kommt.
Hab ich nicht. Keine einzige.
P.S. Liebe Anja, ich bin kein empfindlicher Mensch, aber wenn
ich deinen Beitrag lese, merke ich, er wird sehr persönlich.
s.o.
Persönlich dadurch, dass du vom eigentlichen Kern der Frage
abweichst
im Gegenteil - weil ich das - sehr persönlich - nachvollziehen kann, was da geschieht.
und deine Gedanken auf meine Bekannte lenkst
Das hast Du gemacht… 
und über ihre Bitte an mich urteilst. Wie ich finde, sehr negativ
Diese Bitte zeigt doch ihr Vertrauen in Dich. Sie hat Dich doch nicht darum gebeten, hier nachzufragen, oder?
- und das verstehe ich nicht. Ein anderes w-w-w-Mitglied für
dich vielleicht fragen, wie du dir erlauben kannst, über
Unbekannte ein Urteil zu sprechen.
Ich gebe nur zu bedenken - konstruktiv.
Das tue ich nicht. Aber
mich wundert es, dass hier sachliche Fragen schnell zu
persönlichen und manchmal zu zu persönlichen Antworten werden.
S.o. Die Frage von Dir habe ich allerdings nicht als Fachfrage, sondern als eine sehr persönliche empfunden.
Das kann ich niemanden verbieten. Aber wenn, musst du mich
verurteilen, dass ich so eine Frage stelle und nicht meine
Bekannte beurteilen, die sicherlich alles andere als faul ist
oder andere für sich arbeiten lassen will.
Hör’ doch mal mit diesem ewigen Urteil-Gedanken auf. Gibt es nicht auch das Phänomen der Abwägung, der Vorstellung, dass es für jede Problemstellung im Leben nicht nur eine Lösung gibt?
Wohlwollend, interessiert, lächelnd, nicht-streitend usf.
Anja