hallo sija,
du solltest unbedingt checken lassen, obs an den blutungen lag, oder was anderes in frage käme. wenn die blutungen nachlassen, müsste der eisenmangel auch ausgeglichen werden.
bitte bedenke, daß ratschläge von quacksalbern fatale auswirkungen auf deine gesundheit haben können, gerade im falle von eisenmangel.
haben wir zwar schonmal hier glesen, aber es hilft meist weiter:
Obst und Gemüse lieb ich sehr …
von Dr. med. Peter Porz
„Rotes Obst und Gemüse gibt rote Bäckchen”, lautete eine Grundüberzeugung unserer Mütter und Großmütter. Während diese „Weisheit” eher vergessen wurde, erinnert sich fast jeder noch an die Zeit der „Spinaterie”: Unzählige Kleinkinder, so auch der Autor, mussten wahre Spinatschlachten über sich ergehen lassen, weil man ihren Müttern weismachte, Spinat sei die Eisenquelle schlechthin und für das Gedeihen ihrer Kinder unersetzlich.
Die hohen Eisenwerte im Spinat erwiesen sich als reiner Rechenfehler, trotzdem sind grüne Blattgemüse eisenreicher als rote Früchte oder Gemüse. Diese Zahlenspielereien berücksichtigen aber weder die niedrige Eisenresorption aus pflanzlicher Nahrung noch die individuell erheblich unterschiedlichen Resorptionsraten.
Eisen für alle Frauen?
Tatsächlich gibt es gerade unter den Frauen Risikogruppen. Ursache ist aber weniger die Biologie der Frau, sondern vielmehr die verbreitete Neigung zu extremen Ernährungsformen oder gar Essstörungen. Untersuchungen an Veganerinnen zeigten, dass deren Eisendepots Werte unter der Nachweisgrenze aufwiesen. Kein Wunder, denn die bereits eisenarme pflanzliche Kost enthält jede Menge Inhaltsstoffe, welche die Eisenresorption zusätzlich erschweren. Ja, gerade Vollkornbrot und Müsli mit ihrem hohen Ballaststoffanteil bilden mit dem Nahrungseisen unlösliche Komplexe, die unverdaut wieder ausgeschieden werden.
Doch diese Risikogruppe kommt eher selten vor und berechtigt nicht, hohe orale Eisendosen jeder Frau zu verordnen, deren Serumeisenwert gerade einmal unter der gewünschten Grenze liegt.
Ferritin, oder was?
Wie immer in der Medizin sollte auch hier vor der Therapie eine aussagekräftige Diagnostik stehen, deren erste Schritte ohne großen Aufwand durchzuführen sind. In meiner internistischen Praxis gewinne ich aber immer wieder den Eindruck, dass für viele Kollegen, aus welchen Gründen auch immer (ist`s das Laborbudget?), der Auftrag für Laboruntersuchungen eine größere Hürde darstellt als z.B. die Veranlassung einer Kernspintomographie.
So weiß kaum eine Patientin oder Patient, dass bei einer Erniedrigung des Serumeisens und normalen Hämoglobin(Hb)-Werten zunächst an einen akuten Infekt oder eine chronische Entzündung (z.B. Rheuma) gedacht werden sollte; bei beidem wäre eine Eisensubstitution tatsächlich kontraproduktiv. Klarheit schafft hier der Serumferritin-Wert, ein Maß für die körpereigenen Eisendepots: Ein normaler oder erhöhter Wert stützt die Diagnose eines akuten Infektes bzw einer Entzündung.
Anders bei Patientinnen, seltener Patienten, deren Hb-Wert und Serumeisen im Normbereich liegen, aber klinische Symptome auf einen Eisenmangel deuten. Hier sind am häufigsten „diätwillige Ernährungsbewusste” und Vegetarierinnen betroffen. Zeigen dann die Ferritin-Werte verminderte Eisenspeicher an, kann man bei einer ansonsten gesunden Patientin davon ausgehen, dass die Verordnung oraler Eisengaben über drei Monate und parallel dazu die langfristige Umstellung auf eine ausgewogene Ernährung hilft. Damit erspart man ihr (wie auch dem Praxisbudget) weitere diagnostische Belastungen und unnötige Ängste.
Im Gegensatz hierzu kann ein gleichzeitig erniedrigter Hb- und Serumeisenwert durchaus auch auf eine schwere Erkrankung hinweisen und bedarf dann selbstverständlich einer umfassenden Abklärung.
… aber Eisen brauch ich mehr!
Da hinter einem realen Eisenmangel also schwerwiegende, teilweise mit inneren Blutungen einhergehende Krankheiten stecken können, rate ich von einer ungezielten Selbstmedikation mit Eisen ohne vorhergehende Diagnostik dringend ab. Zudem behindern sich die in freiverkäuflichen Vitamin- und Mineralstoffpräparaten enthaltenen Wirkstoffe oft bereits im Darm gegenseitig bei der Resorption. Sie sind also für den Patienten weitgehend nutzlos.
Die Empfehlung an meine Patienten lautet deshalb: Ernähren Sie sich nach den Prinzipien der altbewährten Mischkost. Damit kann die Eisenversorgung eines „gesunden” Organismus ohne weiteres gedeckt werden.
Womit wir wieder bei der (nun wirklich uralten) Erkenntnis wären, dass der Mensch ein Allesfresser ist, dem der Schweinsbraten mit Knödel am Sonntag genauso schmecken darf wie die Pellkartoffeln mit Kräuterquark am Mittwoch.
strubbel
µ:open_mouth:)