Stauffenberg? Widerlich dieser Nazi

Komisch, muss ich doch heute früh vergessen haben meine Antwort an Dich abzuschicken.

  1. Was hat das mit der akltuellen Inlandspolitik zu tun?

Wie an anderer Stelle in diesem Thread erwähnt gibt es offenbar innenpolitische Gründe gerade gestern Abend eine widerliche glorifizierende neuverfilmte Darstellung von Stauffenberg zu zeigen. Möchte nicht wissen wieviel die CDU oder CDU nahe Vereine zur Finanzierung dieses Filmes beigesteuert haben, stützt er doch an bestimmten Stellen die von CDU und CSU Granden in den letzten Wahlkämpfen immer wieder erneut beflügelte unselige Patriotismus-Debatte. Jetzt verstanden?

  1. Dein Text enthält sachliche Fehler

Das glaube ich nicht. s.u.

Der gröbste liegt darin, dass Stauffenberg bereits 1942, vor
seiner Verwundung in den Kreis der Verschwörer gegen Hitler
eintrat.

das „der kreis der Verschwörer“ ist doch eine Nachkriegslegende. Der „Kreis der Verschwörer“ wusste doch bis wenige Tage vor dem Attentat selber nicht, dass es überhaupt stattfinden würde. Eine nachkriegslegende übrigens, die auf jener legende aufsetzt, die die nazis erfanden um sich im Zuge der Stauffenberermittlungen so ganz nebenbei einer Reihe unbequemer Offiziere zu entledigen.

Der Grund lag in dem zunehmenden Wissen um die
begangenen Verbrechen.

Du meinst Stauffenber hat 1939 am Polenfeldzug teilgenommen und nix von Massenerschießungen durch die Wehrmacht und von Massenvergasungen in Wehrmachts-LKW gewusst? Du sitzt hier offensichtlich selbst einer gewissen Legendenbildung auf.

Wenn Du schon Biographien zitierst, dann richtig.

Ich zitiere den Teil der m.E. stimmt und überprüfbar ist. Dass Stauffenberg sich schon nach der Reichspogromnacht von 1938 von den Nazis distanzierte, dann aber weiter fleissig in deren Armee Kariere machte und als Offizier Angriffe gegen Truppen befehligte, deren Ziel es war, die Nazis in Deutschland hinwegzufegen, ja als Offizier der Wehrmacht wie eben der ganze Haufen daran beteiligt war, die KZs zu verteidigen st ja wohl ein Widersprich, der selbst die Ankläger in Nürnberg nur noch zu verzweifeltem Kopfschütteln über soviel Selbtslüge gebracht hätte, wenn Stauffenberg denn überlebt hätte.

  1. Dass Stauffenberg alles andere als ein „bürgerlicher
    Parlamentarist“ war, ist klar.

Eben.

Aber deswegen war er noch lange
kein überzeugter Nazi…

Er war Mitglied der NSDAP. Er hat einen Treueeid auf hitler geschworen. Er hat als Offizier feldzüge gene die Befreier geführt und befehligt. Was muss Deiner Meinung nach einer noch getan haben um als „überzeugter Nazi“ zu gelten?

und schon gar kein nazi der ersten
Stunde, denn wie ja wohl allgemein bekannt sein dürfte, wurde
die NSDAP lange vor 1932 gegründet…

Ok, ich korrigiere Nazi der zweiten Stunde - besser?

Dass die Behandlung der Wehrmachtsdeserteure in
(West)Deutschland mehr als schäbig war, steht auf einem
anderen Blatt, und hat mit den Motivationen Stauffenbergs
nichts zu tun.

Es hat mit der Motivation derer zu tun, die Stauffenberg auf einen Schild heben wollen (und es jährlich mindestens einmal tun) statt ihn in seiner ganzen mehr als kritikwürdigen
und ambivalenten Rolle zu betrachten.

Irgendwie erinnert mich das an diverse, ziemlich widerwärtige
Diskussionen über „gute“ und „schlechte“ Wiederständler…

Tja, woran Du Dich erinnerst oder nicht, das kann ich nicht wirklich beeinflussen.

Wie Claus Schenk von Stauffenberg ein Nazi? Na Klar. Was denn
sonst. Sogar ein Nazi der ersten Stunde.

Was mich ein Wenig erstaunt. Wenn er mitgemacht hat, wenn auch
nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt, er hätte konsequenter
sein müssen.

Vorausgesetzt er hätte moralische Mtive gehabt, die man ihm mit guten gründen (siehe thread) absprechen darf.

Warum ist er nicht gemeinsam mit seinem „Führer“ hochgegangen?

Tja, er wollte halt eine gewisse Rolle in der Militärdiktatur spielen, die die „militrärischen Widerständler“ für die Zeit nach Hitler und den nazis geplant hatten.

Für sein Volk? Den Koffer vor Hitlers Nase und Knopf gedrückt?
Die Sache wäre totsicher gewesen. Er war ja Vertrauensperson.

Yep, genauso ist die Sache zu sehen. Nichts hätte schiefgehen können. Stattdessen hat er in seiner Gier nach Macht auch noch seine Familie, seine Schafkopf-Kumpels und viele Unbeteiligte (großenteils Wehrmachtsoffiziere die selber genug eigene Schweinereien auf dem Kerbholz hatten und hier bei Gott nicht „Unschuldige“ genannt werden sollen), die von den Nazis einfach mal zu „Verschwörern“ erklärt wurden mit ans Messer geliefert.

Wollte er beim Gelingen die Macht übernehmen? Diktator 2,
sozusagen?

Ja.

Hatte er zuviel zu verlieren? Einen Mißerfolg nicht
einkalkuliert?

Er war wohl als Taktiker Zeit seines Lebens besser als als Stratege.

Hohmann musste gehen, weil er vom Tätervolk gesprochen hat. Naumann und Spiegel sprachen von Volksverhetzung. Was Du tust ist auch Volksverhetzung.

Nochmals. Deine persönliche Biografie mag zwar für Dich den Hass auf Deutsche begleiten, doch wer andere hasst, sollte doch den Mut haben und nicht deren Geld kassieren.

Ich finde es weiterhin traurig, dass die Enkel und Urenkel der Opfer immer noch alle Deutsche, auch die heutigen Deutschen als Nazis darstellen wollen. Ich meinte nicht, wie Deine Nachfrage war - und auch Deine durchsichtige Methode - die Fakten umzudrehen - Enkel und Urenkel ehemaliger Soldaten. Ich meinte jene, die aus Deinem persönlichen motivierten Umfeld kommen.

Ende dieser fruchtlosen Diskussion

Günter

Verehrte Experten,

habt Ihr eigentlich bei diesem „M.W. Dietrich“ auch das
Gefühl, daß da eine Stimme aus den 1970er-Jahren herüberhallt?

Was hast Du gegen die 70ger Jahre? Eine Zeit in der es noch
zwei Deutschlands gab, eins mit einer „realen“ Politik und
eins mit einer „idealen“, eine Zeit in der es noch nicht en
Vogue war, sämtliche Nazis auf den Schild zu heben.

Völkischen

Es ist wohl an mir, Dir zu sagen, dass dieser begriff nicht
aus meiner Ideenwelt stammt.

Selbsthaß

Ich hasse nicht die Deutschen von heute wohl aber die ide zu
einem mehr als überwiegenden Prozentsatz den Nazis zwischen
1933 und 1945 nichts entgegensetzen und damit selbst zu Nazis
wurden. Die UNterscheidung in Mitläufer und Täter bleibt ein
deutsches Phänomen, sozusgen eine Selbsttäuschung, das es
außerhalb der deutschen geschichtsschreibung nicht gibt.

in dieser Aufgeregtheit

wer genau ist aufgeregt? Die ganzen Hühner, die mir hier
Beleidigung, Grabschändung, Ankündigung einer Straftat etc.
vorwerfen. Ich sehe eher Aufgeregtheit bei denen, deren Ikonen
hier geschliffen werden sollen.

habe ich
eigentlich in der Öffentlichkeit schon lange nicht mehr
gesehen

Tja wenn man etwas nicht sieht, gibt es immer zwei
Möglichkeiten a) es ist nicht da udn b) Du siehst es nicht.

  • auch z.B. nicht in den stärker linksorientierten
    Internetforen, in denen ich verkehre.

lächeln und „och“ sagen

Ich rate zum Abbruch der Diskussion
Liebe Mitdiskutanten,

meinetwegen könnt Ihr ja gerne Eure Zeit hier verschwenden. Aber als jemand, der lieber das Geschichtsbrett frequentiert, muss ich doch mal anmerken, dass schon die Diskussionsgrundlage durch keinerlei Forschungsstand - nichteinmal der Gott-sei-Dank-ehemaligen DDR - gedeckt ist.

Kurzum: die Diskussions lohnt nicht, weil keiner der Beteiligten Erkenntnisgewinn haben wird.

Beste Grüße,
Andreas

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Komisch, muss ich doch heute früh vergessen haben meine
Antwort an Dich abzus

  1. Dein Text enthält sachliche Fehler

Das glaube ich nicht. s.u.

das glaube ich schon:
Siehe Stauffenbergbiographie im DHM
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/StauffenbergC…
und vieles mehr

das „der kreis der Verschwörer“ ist doch eine
Nachkriegslegende.

Seufz… Eine Verschwörung bildet sich nicht über nacht… bitte lies doch mal in der Literatur nach, wie sorgfältig der Umstrurz und die ausschaltung der SS-diensstellen gepalnt wurde…

Der „Kreis der Verschwörer“ wusste doch bis
wenige Tage vor dem Attentat selber nicht, dass es überhaupt
stattfinden würde.

So etwas nennt man Fragmentierung… nur ein kleiner Kreis wusste den Termin, um die Entdeckung zu verhindern… aber was schreib ich hier… Das Thema füllt Bibliotheken.
Gibst Du mal deine Quellen an…

Eine nachkriegslegende übrigens, die auf
jener legende aufsetzt, die die nazis erfanden um sich im Zuge
der Stauffenberermittlungen so ganz nebenbei einer Reihe
unbequemer Offiziere zu entledigen.

Quellenangabe?

Der Grund lag in dem zunehmenden Wissen um die
begangenen Verbrechen.

Du meinst Stauffenber hat 1939 am Polenfeldzug teilgenommen
und nix von Massenerschießungen durch die Wehrmacht und von
Massenvergasungen in Wehrmachts-LKW gewusst? Du sitzt hier
offensichtlich selbst einer gewissen Legendenbildung auf.

1939 massenvergasungen in Wehrmachtslkws in Polen?
Quelle bitte! Die wehrmacht führte bereits 1939 Massenvergasungen durch…
da hätte ich wirklich gerne einen erstzunehmenden Beleg dafür.
bei dem Kaliber des damaligen OB Ost (v. Blaskowitz) halte ich das für gelinde gesagt unwahrscheinlich.
Die Endgültige entscheidung zum Holocaust viel irgendwann Mitte oder Ende 1941… (by the way)

  1. Dass Stauffenberg alles andere als ein „bürgerlicher
    Parlamentarist“ war, ist klar.

Eben.

Aber deswegen war er noch lange
kein überzeugter Nazi…

Er war Mitglied der NSDAP.

Wie ein paar 10-Mio Deutsche auch… Das nennt man auch „Zwangsmitgliedschaft“

Er hat einen Treueeid auf hitler
geschworen.

Wie alle anderen soldaten auch… hätte er nicht geschworen, wäre seine Karriere zuende gewesen

Er hat als Offizier feldzüge gene die Befreier
geführt und befehligt.

Wie viele ander auch…

Was muss Deiner Meinung nach einer noch
getan haben um als „überzeugter Nazi“ zu gelten?

Es kann sein, dass er mal ein überzeugter Nazi war… zum Zeitpunkt des Attentates war er es jedenfalls nicht (mehr). Denn zum Nazi-tum gehört zwingend die bedingungslose Anerkennung des Führers.

Und jedem soll das Recht bleiben, dazulernen zu dürfen.

Dass die Behandlung der Wehrmachtsdeserteure in
(West)Deutschland mehr als schäbig war, steht auf einem
anderen Blatt, und hat mit den Motivationen Stauffenbergs
nichts zu tun.

Es hat mit der Motivation derer zu tun, die Stauffenberg auf
einen Schild heben wollen (und es jährlich mindestens einmal
tun) statt ihn in seiner ganzen mehr als kritikwürdigen
und ambivalenten Rolle zu betrachten.

Deshalb sollte man gegen die wettern, die dieses tun… und nicht gegen ihn selber. Denn deine Rollenbetrachtung ist nicht ambivalent, sondern genau die gleiche, die du anderen vorwirfst, nur mit umgedrehten Kennzeichen

Irgendwie erinnert mich das an diverse, ziemlich widerwärtige
Diskussionen über „gute“ und „schlechte“ Wiederständler…

Tja, woran Du Dich erinnerst oder nicht, das kann ich nicht
wirklich beeinflussen.

das ist ganz simpel.
es werden Menschen instrumentalisiert, die, auf welche Weise auch immer, das getan haben, wozu die Mehrheit entweder nicht in der Lage war oder sich schlichtwegs nicht trauten… nämlich Widerstand zu leisten gegen einen verbrecherischen Tyrannen.
Egal ob das jetzt Ultrakonservative oder kommunistische Kreise waren. Sie riskierten ihr Leben, und die meisten verloren es. Jetzt nachzutreten ist schäbig!

Mike

Unsinn. Das einzige Land, dem D den Krieg erklärt hat, waren die USA.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Lustig…

…da bin ich mit moralisch unzweifelhaften Größen
wie Churchill, Truman, Rosevelt und anderen sicherlich auf
einer Position,

Schallendlach… moralisch unzweifelhafte Grössen bruhahahaha

due zumindest durch deutsche und durch die
Nachfahren der Nazigeneration nicht angreifbar ist.

Warum nicht? Denkverbote jetzt für Deutsche? das, was du an anderen kritisierst, verlangst Du jetzt selber?
Und warum kann ich, sagen wir mal, Roosevelt nicht moralisch angreifen, wenn mir danach wäre. Blos weil ich Deutscher bin?

Die
„heimatfront“ ist keine Erfindunng der Alliierten sondern eine
Erfindung der Deutschen Nazis, die damit selbst ihre gesamte
Bevölkerung für „nicht zivil“ erklärten.

da zieht es einem echt die Schuhe aus…
das ist die argumentation des Unmenschen, nur von der anderen seite.
Bravo

Wenn Hitler immer nur bei bei den rund 30% der Bevölkerung
Zustimmung gehabt hätte, die ihn 1933 gewählt haben, wäre er
wohl kaum so lange an der Macht geblieben.

Doch doch, lies Kogon „Der Terror als Herrschaftssystem“ und vieleicht mal Kershaw… Bullock ist auch nicht schlecht zum thema Hitler und 3. Reich, und natürlich Haffner

(Kogon war in Buchenwald „inhaftiert“, Kershaw und Bullock sind keine Deutschen, Haffner war Emigrant)
Dein Geschichtsbild zeichnet sich durch eine bemerkenswerte schwarz-weiss Sicht aus. Erinnert an gewisse heutige Staatsmänner… oder an dizarus…

Mike

wir drehen uns im kreis. du machst dich zum richter über menschen, die du nicht beurteilen kannst, aber eigentlich kann mir das ja auch egal sein.
sollte jemals wieder eine diktatur in deutschland errichtet werden, weiß ich ja jetzt, auf wen ich mich verlassen kann, sie unter einsatz des eigenen lebens zu beseitigen - und das ist mir schon gewissheit genug.

freudig lächelnd ab.

je nun gut. bei polen, norwegen, dänemark, russland und italien lief das dann eben ohne kriegserklärung. aber es würde ja auch niemand behaupten, die usa hätten dem irak letztes jahr nicht den krieg erklärt, nur weil der präsident keine ausdrückliche erklärung a la „wir erklären euch den krieg“ verlesen hat.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

je nun gut. bei polen, norwegen, dänemark, russland und
italien lief das dann eben ohne kriegserklärung. aber es würde
ja auch niemand behaupten, die usa hätten dem irak letztes
jahr nicht den krieg erklärt, nur weil der präsident keine
ausdrückliche erklärung a la „wir erklären euch den krieg“
verlesen hat.

Damalös schien es aber üblich gewesen zu sein. Zumindest haben alle anderen Länder dieser Welt, die daran beteiligt waren, von sich aus D den Krieg erklärt. Manche wohl sogar erst nach Kriegseintritt.

Auf der anderen Seite: Bush hat aber schon recht deutlich dem Irak erklärt, was passiert. Für mich jedenfalls war das unmißverständlich.

Gruß
Frank

*hihi*
…hallo Mike:smile:),

an den alten dizarus musste ich dabei auch gleich denken! Die Froschpillen gehen langsam aus…

grüßli,

barbara

(p.s. bist du nicht demnächst in der gegend zum rumturnen - aber als was nun: scherge der alliierte oder nolte-verschwörer? - du musst dich entscheiden:wink:! ich glaub, ich hab da ne Mail verschlampt, war da nicht ein besuch angedroht;-D?)

Zeitgeschichtliche Verortung

Beleidigung, Grabschändung, Ankündigung einer Straftat etc.
vorwerfen. Ich sehe eher Aufgeregtheit bei denen, deren Ikonen
hier geschliffen werden sollen.

Ikonen schleifen
Heile Welt zerstören
Tabus brechen

Und dann die DDR als „idealistisch“ loben

Du bist also tatsächlich ein Gespenst aus einer Zeit, an die sich nur die älteren Forumsteilnehmer noch erinnern können.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

[MOD] SCHLUSS - Offtopic-Thread!
Hallo,

es tut mir zwar leid, dass ich wieder einschreiten muss, aber ich bitte euch: WAS hat denn dieses Thema mit aktueller Inlandspolitik zu tun?

Ich bitte euch, die Diskussion hier sofort abzuschliessen oder ins Geschichte-Brett zu verlegen, ansonsten sehe ich mich gezwungen, das Thread selbst zu sperren.

Danke.

Camilla (MOD)

Hallo!

Zwei Dinge dazu:

1.) ist es Fakt, dass Frankreich und England Deutschland den Krieg erklärt hatten, nicht umgekehrt.
Ohne die große Mitschuld Deutschlands am Ausbruch des 2. WK negieren zu wollen, sollte man dies und auch die Versailler Verträge ansehen, wenn man über Schuld und Unschuld in diesem Zusammenhang spricht.

2.) hat hier wohl kaum jemand etwas gegen die 70er Jahre an sich. Schließlich brachten sie uns den Mercedes 350 SL und Tri Top.
Wenn man für diese Zeit allerdings von politischen Idealen in glorifizierter Weise soricht, so empfehle ich einen Blick auf Willy Brandts Vita. auch er war ein Mörder. Dies nur, um die Schleife zu Deiner Anklage gegen Stauffenberg zu schließen.

Der Sinn der Sache? Jeder Mensch kann sich ändern. Jede Zeit hat ihre eigene Moral.
Stauffenberg würde heute lediglich noch als reaktionärer Militär- und Adelsfreak gesehen, Brandt als Altkommunist.

Grüße,

Mathias

Hallo,

1940 weiterhin als hoher Offizier am Überfall auf Frankreich
beteilgt.

Es gab keinen „Überfall“ auf Frankreich, denn Frankreich hat
Deutschland den Krieg erklärt, genau wie England, nicht
umgekehrt. Bitte nimm das wahr.

Das stimmt, aber warum hat Frankreich und England Deutschland den
Krieg erklärt? Richtig, weil die einen Vertrag mit Polen hatten der
sie dazu verpflichtet hat. http://www.wk-2.de/wk2_1.html

Gruss Jan

Momentaufnahme

Was hast Du gegen die 70ger Jahre? Eine Zeit in der es noch
zwei Deutschlands gab, eins mit einer „realen“ Politik und
eins mit einer „idealen“, eine Zeit in der es noch nicht en
Vogue war, sämtliche Nazis auf den Schild zu heben.

Das ist ja nun völliger Quatsch. Auch heute reicht es noch aus, einen Menschen in die Ecke des Extremismus´ zu stellen, um ihn politisch und gesellschaftlich zu demontieren. Nur weil Deiner Ansicht nach ein Nazi bei der Entnazifizierung durchgeschlüpft ist, heißt das noch lange nicht, daß in Deutschland Nazis vergöttert werden.

Mal ganz davon abgesehen, daß ich Deine Einschätzung bzgl. Stauffenberg nicht teile, hat Mathias durchaus recht, wenn er sagt, daß Menschen sich sowohl im Zeitablauf und auch im politischen Umfeld ändern bzw. ändern können. Die Hetzjagd (wohlgemerkt unterscheide ich hier zwischen politisch motivierter Hetzjagd und strafrechtlicher Verfolgung), die heute noch auf Stasi-IM - um hier auch wieder den Schlenker zur Innenpolitik zu bekommen - aus den 70er unternommen wird, finde ich genauso zum Kotzen wie das Verbreiten der Information, daß Minister Dingenskirchen 1942-1943 stellvertretender Gauleiter im südwestlichen Schlumpfhausen gewesen ist.

Gruß,
Christian

Also meinen Kindern erkläre ich immer mitmachen ist genauso
schlimm, wie selber anzetteln. Warum also sollte ea für
„echte“ Nazis einerseits und für „Mitläufer“ andererseits eine
Differenzierung geben.

Meinst du „Mitläufer“ oder „Mitwisser“?

Ich bezweifle, dass er
moralische Motive hatte, sonst hätte er direkt ein
Selbstmordattentat durchgeführt und dabei direkt neben Hitler
gestanden. Aber soviel „Moral“ ist wohl eher bei
palästinensischen Frauen als bei einem deutschen
Wehrmachtsoffizier zu finden.

Muß ich die beipflichten.

Den sozialistisch/kommunistischen Widerstand durfte man
nicht loben, weil der neue Feind politisch von links kam.

Den Teufel mit dem Belzebub austreiben?

So ist es und das war eben der einzige nennenswerte und der
einzige erfolgreiche Widerstand: Engländern, Russen, Franzosen
und US-Amerikanern zu helfen, die Nazis aus ihren Kellern zu
bomben, war die einzige Möglichkeit sie loszuwerden.

Im Keller saßen Frauen und Kinder, die Nazis saßen im Bunker. Schade das du nicht dabei warst.

Für
nazi-Deutschland zu kämpfen und die KZs zu verteidigen war
einfach nur ehrlos.

Das war ja wohl zweierlei und setzte Wissen voraus. Also dummes Geschwätz

So ist es. Stauffenberg als Feigenblatt für das
Massenverbrechertum in Nazideutschland.

Etwas sehr weit hergeholt.

Da
gerade mal wieder eine Stuaffenberg-homage im TV läuft,
scheint der Typ immer noch für einige eine innenpolitische
Funktion zu haben, sonst würde ja so ein Dreck nicht gedreht
und gezeigt. Deshalb gehörte es für mich hierher.

Das weckt ungewollte Widersprüche und regt zum Nachdenken an, also positiv, siehe hier.

MfG Vanic.

Ps. Schade das du kein Profil hast. Gesicht im dunkeln?

da per TV zu Stauffenberg aktuell Bezug genommen wird, besteht der Bezug zu Inlandspolitik durch die sponsorenden Interessengruppen.

…Im Grunde nebensächlich sich über dieses Etikett zu unterhalten…

Aber: Was mich in diesem Zusammenhang seit Jahren interessiert:

Wer von den teilnehmenden Personen hat Informationen aus der Zeit, über die diskutiert wird, aus „erster Hand“? Oder wer kann Zeitzeugen glaubhafte Auskünfte entlocken?

Eins vorweg, um meine Position darzulegen: Mir fehlt grundsätzlich jegliches objektives Urteilsvermögen, egal zu welcher Sache, wenn mir es unmöglich ist, jegliche ungefilterte Information zu Thematik zu erlangen. So verhält es sich für mich zumindest auch bei dieser, und ich bin überrascht, wie es manchem gelingt trotz dieser Löchrigkeit abschliessende Erkenntnisse zu gewinnen.

Das Thema ist sehr brisant, da man zwangsläufig auch einen Schwenk zu den K-Lagern machen muß und die Funktionsweise hinterfragen muß.

Warum bedarf es einer technisch aufwendigen Menschenvernichtungsmaschinerie, wenn durch einen jeweils einzigen Schuß gleiches Ergebnis erzielt würde?- Mir nicht erklärbar!

Warum wußten die allermeisten Deutschen nichts von dieser Menschenvernichtungsmaschinerie?, und waren nach der Information nach Kriegsende durch die Siegermächte, wie vor dem Kopf gestoßen?

Ich habe meine Großeltern zu der Thematik gefragt. Mehrmals intensiv, mit der Bitte um Offenlegung aller Details. Für mich bis dato die einzigen „Zeitzeugen“ ausgenommen von weiter unten zitierter Quellen.

Nun äusserten sich meine Großeltern in einer Art und Weise, wie sich Lebensversicherungsnehmer zu Ihrem Vertrag äußern, nachdem ein anderer Versicherungsagent einige Zeit nach Abschluß des Vertrages offenbart, daß sie einem Schwindler aufgesessen sind.

Hat das jeder verstanden?

Mit Beendigung des Krieges, hat man einen Krieg verloren, aber der Schuldige, war noch nicht derjenige, den wir heute dafür hinstellen.
(In diesem Zusammenhang sollte man mal nachlesen, was Churchill vor Kriegsbeginn mit den Deutschen zu tun beabsichtigte, das war, so wie ich es gelesen habe, keinesfalls ehrenwert)

Also was war denn wirklich los, nach der Weltwirtschaftskrise?

Eine Weimarer Republik, deren Redelsführer, den Rückhalt in der Bevölkerung verloren hatten. Diese, durch Armut und Not gepeinigt, suchte dringenst nach Alternativen.

Da ich mir sicher bin, mit Abkürzungen Klischees zu bedienen, sei mir erlaubt, mal eine Langschreibweise mitzuteilen: National -Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands oder Kommunistische Partei Deutschlands.
Also Parteien, die sich zwar gegenseitig konkurrierten aber jeweils einen Sozialistischen respektive Kommunistischen Gedanken in sich trugen.

Jetzt meine Frage: Kann man Menschen, zumal der Deutschen Bevölkerungsmehrheit, aus dieser Zeit wahrhaft vorwerfen, nach Auswegen aus der Massenarbeitslosigkeit der Not und dem Elend zu suchen?

Als Kind, habe ich mich stets gefragt, wieso es unsere Vorfahren erlaubten, sich nicht nur Deutschland sondern Europaweit gegen Menschen einer Glaubensrichtung auszusprechen und deren Übersiedlung nach Madagaskar zu forcieren, was dann aber wohl ausartete und nicht mehr als schlichte Lebensraumsveränderung in den Geschichtsbüchern Eintrag fand.

Die Eine dieser genannten Parteien, instrumentalisierte das deutsche Volk, in eben dieser Glaubensrichtung den Urheber ihrer Misere zu sehen, und versuchte dies Anhand der gegebenen Eigentumsverhältnisse der europäischen Printmedien und der Offenlegung der sog. „Weisen des Zion“ zu beweisen.

Die andere Partei, logischerweise durch Eigennutz Widersacher der ersteren, sattelte auf die bolschewistische Bewegung Russlands auf, ebenfalls mir der Absicht der nachhaltigen Verbesserung der Lebensbedingungen der Deutschen Bevölkerung. (Das ist im Übrigen stets die proklamierte Absicht einer Partei, die sich zu irgendeiner Wahl stellt)

Die hautnahen Erfahrungen der Weltwirtschaftskrise, also der verallgemeinerte Verlierer, das einfache Volk, welches kurz vor Toresschluß noch dazu animiert wurde per Kredit Aktien zu kaufen, mit dem Versprechen, selbigen durch die zu erwartenden Kurssteigerungen, den Kredit nebst horrender Zinsen leicht zurückzahlen zu können, und im Gegensatz dazu, der Gewinner, eine durch die Weltwirtschaftskrise keinesfalls gebeutelte, statt dessen reich gewordene zahlenmäßig sehr kleine identifizierbare elitäre Schicht, taten ihr übriges.

Scheinbar stellt heute Letztere Rückübereignungsansprüche für die aus dieser Zeit gewonnenen oder gefestigten Reichtümer, womit ebenfalls der Bezug zu Inlandspolitik besteht.

Also eine wirkliche Parteinahme kann ich, zum guten Schluß, erst finden, nachdem ich mehr in der Art „Geschichte eines Deutschen“ Sebastian Haffner ISBN: 3423308486 Buch anschauen gelesen, aber sodann auch seinen Gegenpol mit seiner damals wohl auflagenstarken weltweit bekannt gewordenen Literaur studiert habe. (warum ich das in D. nur mir der kommentierten Fassung darf, (wer glaubt eine Erklärung dafür zu haben?), sind die D. nach Meinung der Siegermächte zu dumm für den richtigen Erkenntnisgewinn? also, ich weiss nicht…)

(Mir ist bis heute nicht bekannt, wie ein Gericht ein gerechtes Urteil finden konnte, nachdem nur der Ankläger frei argumentieren durfte, aber dem Verteidiger nur erlaubt wurde, gefilterte Informationen beizusteuern.)

Da fällt mir noch was ein. Zu den Nürnberger Prozessen, wurden die „Köpfe“ angeklagt und verurteilt.
Mir wäre heute aber ein Verfahren recht, in dem in gleicher Form das deutsche Volk angeklagt wird und ihm die Gelegenheit gegeben wird, sich zum Sachverhalt zu äußern und zu verteidigen.
Ich krieg irgendwie das Gefühl nicht los, daß dieses Verfahren einen absolut anderen Ausgang haben würde als die Nürnberger Prozesse.

In jedem Fall nehme ich an, nachdem alle hier Urteilssuchenden die gleichen Informationen bekommen haben, auch alle zum gleichen Schluß kommen werden, sich auf halbem Weg in der Mitte treffen.
Auch in unserer rechtschaffenden Welt, wird nicht jedem die Reputation zuteil, die er verdient, dem einen vermeintlich etwas mehr (Stauffenberg) dem anderen demgegenüber etwas weniger (Thälmann), …ach ja den gabs ja auch noch…denn der war auch gegen diese National-Sozialisten!

Gruß Torsten
PS
ich stelle mir gerade vor, wie jemand als „National-Sozialist“ beschimpft oder bezeichnet wird. Merkt ihr was? Diesem Wort fehlt der Schrecken.
Ist es der Schrecken, den wir mit dem Wort „Nazi“ seit Jahren ins Hirn projiziert bekommen haben?
Allerletzer Gedanke:
Meine Großeltern, da ich sie oben zitiert habe, fanden ebenfalls nichts abstoßendes an diesem Wort. Sie waren (ein sicherlich instrumentalisierter) Teil einer Bewegung, die dem deutschen Volk Wohlstand versprochen hatte.
Sie haben mit dem heutigen Bild, der uns überlieferten Informationen über Faschisten oder Nationalsozialisten nichts aber auch gar nichts gemeinsam, weil sie ein winziges Glied einer Kette waren, bei der nur die (oder ein Teil der) Spitze die abgrundtiefe Wahrheit, so es sie so gegeben hat, wie wir heute glauben, kannte.
Und offensichtlich waren sie, wie die zahlenmäßig überwiegende Mehrheit Deutschen (s. Wahlergebnisse), bis Ende 1937, Gewinner des Systems!