Folgende Meldung wurde am Samstag abend gebracht:
**"Palästinenser warfen Steine gegen Essener Synagoge
7.10.2000 - Tausende Palästinenser haben am Samstag in mehreren deutschen Städten gegen das Vorgehen der Israelis auf dem Tempelberg in Jerusalem demonstriert. Dabei wurde die Essener Synagoge mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen. An dem jüdischen Gotteshaus entstand laut Polizei Sachschaden in Höhe von rund 100.000 Mark, ein Beamter erlitt leichte Kopfverletzungen. 110 Demonstranten wurden wegen des Verdachts auf schweren Landfriedensbruch vorübergehend festgenommen. Die Polizei in der Ruhrgebietsstadt meldete, die vorwiegend libanesischen Männer hätten die Beamten vor dem jüdischen Gotteshaus mit Steinen beworfen und Schüsse aus einer Schreckschusspistole abgefeuert. Später schlossen starke Polizeikräfte eine Gruppe von etwa 60 Männern und Frauen ein und nahm sie fest. Eine Polizeisprecherin sagte, die Beamten vermuteten darunter die Steinewerfer.
Auch in Frankfurt am Main, Münster, Lippstadt und Herford gab es Proteste, die allerdings friedlich verliefen.
Bereits am Freitag hatten rund 3.000 Palästinenser in Berlin demonstriert. Die Kundgebungen verliefen in gespannter Atmosphäre, die Polizei sprach aber von einem weitgehend friedlichen Verlauf. Am Brandenburger Tor verbrannten Demonstranten bemalte Tücher, die offenbar auf die Fahne Israels hinweisen sollten."**
Merkwürdig. Heute ist darüber in den Zeitungen nichts bis wenig zu lesen. Als ein 15-jähriger Jugendlicher in Dresden einen Brandsatz gegen die Synagoge schleuderte, wobei überhaupt kein Schaden entstand, hat Paul Spiegel die Europäische Union, ja gar die USA beschworen. Und bei dem Anschlag auf die Synagoge in Düsseldorf eilte Bundeskanzler Schröder dazu, um den Schaden zu betrachten. In beiden Fällen gab es tagelange Schlagzeilen erster Priorität wegen der Vorkommnisse.
Aber in Essen waren es die falschen Täter.
**"Halle/Konstanz. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, hat die von der Stadt Halle vorgeschlagene Auszeichnung des Schriftstellers Martin Walser mit dem Preis „Das unerschrockene Wort“ kritisiert. Er halte das „für ein unglaublich fatales Zeichen“, empörte sich Spiegel am Donnerstag in einem Interview mit dem NachrichtenRadio MDR
Spiegel bezeichnete es als „Armutszeugnis“, wenn man niemand anderen finde. Walser habe bei seiner Friedenspreis-Rede genau gewusst, welchen „Flächenbrand“ er auslöse. Er hatte dabei unter anderem von einer „Instrumentalisierung von Auschwitz“ als „Moralkeule“ gesprochen."**

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