Hi Höhlendrache!
nun auch noch mein Senf hierzu, nachdem ich alle bisher
vorhandenen Postings gelesen habe:
na dann steuer ich doch die Würstchen bei 
O.K., die Biers sind schon im Kühlschrank.
soll ich schonmal die Kohlen zum Glühen bringen ?
*leisefauchundzischel*
Laß es lodern!!!
Ich lese zwar nicht alle Zeitungung so wie anscheinend einige
hier (einschließlich der Beobachterin *vogelzeig*) aber wenn
es denn so wäre, wie hier behauptet wird, dann ist das doch
wohl völlig normal, oder nicht ?
Ja, normal ist das wohl. Aber ist das auch gut?
*hmmm* vermutlich würde jeder Mensch eine andere Auswahl
treffen, WELCHE Nachrichten denn letztendlich gross
herausgebracht werden sollten. Da die Medien aber auf Absatz
und ihre Klientel achten, gehe ich mal davon aus, dass sie das
brigen, von dem sie glauben, dass es ihre
Leser/Hörer/Zuschauer am meisten interessiert. Unser Glück
ist, dass wir die entsprechenden Medien dann eben je nach
Interessenslage auswählen können. Sprich: Wenn dir die
Nachrichtenauswahl einer Zeitung nicht gefällt, kaufst du halt
ne andere.
Klar.
Nur ist es manchmal wirklich erschreckend, was als wichtig ausgewählt wird (und dann auch noch vor dem Hintergrund der Vermutung, daß der Großteil der Bevölkerung das auch so sieht!!).
Ich halte das für einen falschen Ansatz, da es die erste
Aufgabe der deutschen Exekutive und Judkative ist, zunächst
die Straftat an sich neutral zu bewerten. Unabhängig von der
Nationalität und des Glaubens der Täter und Opfer.
Und genau dieses Prinzip wird in gewissen Fällen nicht
berücksichtigt.
Natürlich wird dieses Prinzip berücksichtigt. Die Medien sind
ja schließlich nicht die Gerichte. Da können die Medien dann
noch sosehr aufbauschen, dass ein 14-jährige eine Synagoge mit
Farbe besudelt hat, dieser 14-jährige wird aber trotzdem
höchstens mit einem „dududu“ nach Hause geschickt.
Zweifelsfrei stehen die Gerichte während der letzten 10 Jahre immer mehr unter dem Druck der Medien.
Ich glaube nicht, daß Gerichte in einigen artgleichen Fällen wie den hier diskutierten noch völlig unvoreingenommen handeln können.
Die Sache mit dem minderjährigen Steinewerfer übrigens ist ein gutes Beispiel dafür, daß die Bevölkerung das Maß für die Situation verloren hat.
Wir sprechen hier über ein (minderjähriges) Kind und nicht über einen erwachsenen Nazi-Terroristen.
Es macht auch keinen guten Eindruck, wenn marodierende rechts-
oder linksextreme Gruppierungen Ausländerjagden oder Chaostage
veranstalten.
Genauso wenig ist es für das Ansehen der BRD im Ausland von
Vorteil, wenn hier bestimmte Gruppen eindeutig bevorzugt bzw.
benachteiligt werden.
Hier kommt es eben ganz besonders auf den Standpunkt des
Betrachters an.
Dass du glaust, einzelne Taten würden in den Medien
unterschiedlich behandelt, kann ich ja noch nachvollziehen,
aber wieso glaubst du, diese würden auch vor Gericht anders
behandelt ? Dort gibt es diese Trennung nicht. Es gibt nur
einen Tatbestand und diesen z.B. durchgeführt aus niederen
Beweggründen. Ob also jemand einen Brandsatz wirft, um einen
Ausländer zu ermorden, weil er Ausländer nicht ausstehen kann,
oder um seine Grosstante zu ermorden, weil er an ihr Geld
will, dürfte strafrechtlich keinen Unterschied machen.
„Dürfte“!!!
In der Realität ist es ganz klar so, daß erstere unglich höher bestraft werden. Zumindest darf ich das den Aussagen befreundeter Juristen aus D und A entnehmen.
Ich denke, daß jede Art von Bevorzugung oder Diskriminierung,
sei es religiöser, politischer oder ethnischer Art, hier fehl
am Platze ist.
Meinst du mit „hier“ die Medien ? Das kann wohl nur ein
frommer Wunsch sein.
Ich meine mit „hier“ dieses Land.
Weniger die Medien, denn Deutschland ist diesbezüglich ein Paradebeispiel dafür, wie man es nicht machen sollte.
Sind wir doch mal ehrlich: daß Jenny den Heiner verlassen hat war doch um einiges wichtiger, als die zeitgleich aufteretende Euro-Schwäche fundiert zu hinterfragen.
Der deutsche Journalismus taugt zu 90% überhaupt nichts.
Vielleicht mag es ja noch keinem
aufgefallen sein, aber die Juden, um die es hier geht, sind in
den meisten Fällen ebenfalls Deutsche.
…und tun alles, um diese Ansicht zu widerlegen.
Paul Spiegel sowie auch sein Vorgänger Ignaz Bubis haben keine
Gelegenheit ausgelassen, Deutschland und den Deutschen
vorzuhalten, daß es hier keine richtige Heimat für Menschen
jüdischen Glaubens gebe.
Nicht die Deutschen sind hier das Problem, sondern die
jüdischen Gruppierungen und deren Einstellung zu Deutschland.
Würdest du dich in D zu Hause fühlen, wenn du aufgrund deines
Glaubens damit rechnen musst, dass jemand dir Brandsätze ins
Fenster wirft oder dich zusammenschlägt ? Vermutlich nicht.
Die Frage ist nur, wäre es Grund genug für dich, dein
Heimatland zu verlassen, oder bleibst du, und versuchst diese
Verhältnisse in diesem deinen Heimatland anzuprangern um sie
möglichst zu verändern ?
Damit muß hier niemand ursächlich rechnen.
Vielmehr gibt es in München, wo ja nun sehr viele Menschen jüdischen Glaubens leben, diese Probleme praktisch nicht.
In anderen Städten reden wir von absoluten Einzelfällen.
Man sollte vielmehr nicht vergessen, daß Deutschland für alle Glaubensgruppen ein sicheres und vom sozialen Umfeld her solides Zuhause bietet.
Ich betrachte es als persönliche Beleidigung, wenn früher Herr Bubis und nun Herr Spiegel Deutschland und die deutschen für nicht würdig oder fähig ansieht, den Juden hier ein sicheres und angenehmes Leben zu bieten, nur weil ein paar verschwindend wenige extremistische Arschlöcher ab und an Rabatz machen.
Diese Leute werden von den übrigen 99.999% der deutschen Bevölkerung moralisch nicht unterstützt!
Merke: im „gelobten Land“ ist die Gefahr wohl etwas größer, Schaden an Leib und Leben zu erleiden als hier, oder etwa nicht?
Erschießen nicht israelische Soldaten palästinensische Kinder?
Regen wir uns darüber öffentlich auf?
Klar, was ich in den letzten Tagen an Berichterstattung über
die momentanen Verhältnisse in den Palästinensergebieten
mitbekommen habe klang nicht gerade nach Applaus für die
israelische Handlungsweise.
Na also.
Und wir müssen damit aufhören, den Israelis alles durchgehen zu lassen.
Hier eine Mail, die ich am Wochenjende erhalten hatte:
"Hi Mathias!
Nicht die Holocaust-Überlebenden sind diejenigen, die jetzt palästinensische
Kinder erschiessen, sondern deren Enkel.
Die jüdischen Siedler profitieren davon, dass ihre Väter früher unter den
Nazis gelitten haben. Aber die Täter waren damals keine Palästinenser. Die
Palästinenser sind heute Opfer der Opfer.
Der Unterschied zwischen den Nazis und den Israelis liegt darin, dass die
Nazis die anderen Völker als immerhin „Menschen“ betrachtet haben aber die
Israelis erkennen heute die Palästinenser nicht als Menschen an. Deswegen
erschiesst die israelische Armee kaltblütig kleine Kinder, die auf
Besatzungssoldaten Steine werfen. Und das passiert trotz des Genver
Abkommens, das die Zivilbevölkerung unter Besatzung Schutz gewährleistet.
Es wird auch keinen Frieden geben, solange alles nach dem Gesetz des Stärken
läuft.
Ciao!"
Verfasser: Abdellatif Allatif. Vermutlich ein Mensch moslemischen Glaubens.
Weitgehend kann ich, nachdem ich mit einem jüdischen Bekannten in Tel Aviv hierüber diskutiert hatte (v.a. der Punkt, die Israelis würden die Palästinenser nicht als Menschen betrachten war hierbei interessant und er bestätigte das für weiteste Teile der israselischen Bevölkerung), diese Mail für korrekt halten.
Was glaubst du wohl, was hier los wäre, wenn in evangelischen
Gegenden plötzlich Kirchen von Katholiken mit Brandbomben
beschmissen und katholisch Friedhöfe zerstört würden ??? Ich
wette, dann wäre hier gewaltig die Soße (und der Volkszorn) am
dampfen und Schröder würde vermutlich ganz schnell in den
Vatikan zitiert.
Möglich.
Nur fröhnen wir eben KEINEM Radikalglauben!
Das genau macht uns doch hauptsächlich aus, oder?
Somit ist diese Annahme deplaziert.
Ach komm. Was soll denn das. Ist das Judentum in deinen Augen
ein Radikalglaube ? Sicher gibt es in jeder Religion auch
radikale Gruppierungen, aber ich gehe mir dir jede Wette ein,
dass die meisten Menschen, die in Deutschland eine Synagoge
besuchen, sich außer in ihrer Religionszugehörigkeit in nichts
von den Leuten unterscheiden, die einem katholischen
Gottesdienst beiwohnen.
Das Judentum an sich ist nicht ursächlich radikal.
Nur macht man es dazu, indem weite Teile der israelischen Bevölkerung während der Friedensverhandlungen in Camp David dieses Jahr einen härteren Kurs forderten, als Brak ihn fuhr. Wir sprechen hier von ca. 70% (nach einer unabhängigen Umfrage in Israel).
Merke: Deutschland wird als „keine sichere Heimat für Menschen jüdischen Glöaubens“ (Zitat: Bubis) befunden, nur weil hier ca. 0.00001% der Bevölkerung komische Ansichten haben!
Sollte dies etwa anders sein, nur weil es sich bei den
Betroffenen um eine religiöse Minderheit in D handelt ?
Es ist zunächst einmal vor allem eine absolut verschwindend
geringe Minderheit, die derartige Straftaten begeht!
Ja, das ist es. Trotzdem scheint es nicht möglich zu sein,
diese paar Idioten zu stoppen.
Nein, denn die Gedanken sind frei. Auch für diese Leute.
Aber man kann deren Straftaten stoppen. Und dabei ist man momentan recht erfolgreich. Es werden Demonstrationen untersagt, verfassungsfeindliches Material kassiert, und sogar wieder etwas mehr in die Jugendarbeit investiert.
Zwar steigen die Zahlen momentan noch an, dies liegt aber an der politischen Lage.
Das wird sich nach der nächsten Wahl wieder legen.
Der Deutsche an sich ist Juden gegenüber oftmals nur negativ
eingestellt aus 2 Gründen:
1.) das offensichtliche Fortfahren mit der Schuldzuweisung und
der Sippenhaft an alle Deutschen aus finanziellen Gründen
2.) das Verhalten Idraels im Nahost-Konflikt.
Diese beiden Punkte könnten leicht geändert werden.
Aber warum auch, wenn man ohnehin moralisch unangreifbar ist?
Moralisch angreifbar machen uns die Taten dieser
rechtsradikalen Schwachmaten. Wenn es diese Idioten nicht
gäbe, könnte sich Deutschland zurecht hinstellen und sagen:
Die Zeiten, in denen für Juden in Deutschland eine Gefahr für
Leib und Leben bestand, sind endgültig vorbei. Aber so ?
Sehe ich anders.
s.o.
Was wirfst du den Juden eigentlich vor ? Dass die älteren von
ihnen in ihrer Erinnerung Synagogen brenne sehen, wenn sie
hören, dass in D wieder Synagogen das Ziel von Brandbomben
sind ?
Nein, sondern ich werfe zumindest dem Hauptorgan der Juden in
Deutschland, dem Zentralrat, Unversöhnlichkeit vor.
Dieses Verbrechen halte ich für ebenfalls sehr groß, v.a. wenn
man die offensichtlichen Hintergründe betrachtet (s.o.).
Ja, ich versteh in gewisser Weise schon, was du meinst. Aber
wie sollte denn deiner Meinung nach eine „versöhnliche“
Reaktion des Zentralrats aussehen, wenn mal wieder ein
jüdischer Friedhof verwüstet wird ? Bzw. wie könnte eine
versöhnliche Reaktion der Deutschen Mehrheit aussehen, die wie
du ja selbst sagst, solche Aktionen ablehnt ?
Seitens der Juden: nicht alle Deutschen verurteilen, sondern die Tat.
Seitens der Deutschen: sich klar von den Tätern distanzieren, darauf hinweisen, daß es sich um eine verschwindende Minderheit handelt und darüber auch keine Diskussionen zulassen und schließlich beim Aufräumen helfen.
Ich hab vor längerer Zeit mal einen Zeitungsbericht über die
hiesige Synagoge gelesen, worin stand, dass sie von aussen als
solche nicht erkennbar wäre, und das die Menschen, die sie
besuchen, ihr Judentum auch nicht publik machen wollen. Damals
fand ich den Artikel sehr befremdlich. Ich dachte nur: was
denken sich diese Leute ? Wir sind doch 60 Jahre weiter,
Deutschland ist jetzt ein liberales und tolerantes Land. Ich
war vielleicht sogar ein bisschen beleidigt (für mein Land).
Jetzt seh ich das etwas anders.
Ich sehe es nach wie vor genauso wie Du damals.
Wenn ein Mensch schwer mißhandelt wird, dann braucht es keine
erneute Prügel von dem Täter, dann reicht schon das zur Hand
nehmen eines Stockes aus, um dem Menschen die Panik in die
Augen zu treiben.
Keine Frage.
Darum geht es aber nicht, denn Angst haben viele Menschen aus
den verschiedensten Gründen.
Oder kannst Du es allen Männern verbieten, eine Frau, die
vergewaltigt wurde, anzusprechen?
Ansprechen ist ja noch keine Bedrohung. Einen Brandsatz oder
Steine schleudern hingegen schon.
O.K.
Der Vergleich war nicht so doll.
Trotzdem handeln die meisten der Betreffenden heute nicht aus Angst heraus, die auf eigenen Erfahrungen beruht, sondern aus m.E. den o.g. niederen Beweggründen.
Intelligente Menschen in den übrigen Ländern der Welt wissen,
daß es sich hier nicht um die Meinung der BRD als Staat und
schon gar nicht um die Meinung des Volkes handelt, sondern um
eine Minderheit, die sehr bald in ihre Schranken gewisen sein
wird.
Alle anderen sind uninteressant.
Na klar, aber darum geht es ja auch gar nicht. Trotz der
Geiselnahme auf Jolo, wird kaum ein intelligenter Mensch
glauben, dass jeder Philipino ein Geiselnehmer oder Terrorist
ist. Aber wird er dorthin in Urlaub fahren ? Was wird er von
dem Staat halten, der anscheinend nicht in der Lage ist,
solche Übergriffe zu verhindern ? Wird er nicht jeden
Philipino, der ihm irgendwo begegnet darauf ansprechen, wie es
in dessen Heimatland nun eigentlich genau aussieht und ob es
dort für Fremde seiner Meinung nach sicher ist ? etc.etc.
Ich nicht, denn ich weiß, daß es sich auch hier um eine Minderheit handelt.
Und diese Minderheit wird dort zweifelsfrei momentan in die Schranken gewiesen, oder nicht?
Genau so wird es auch hier laufen, nur kriegt man die Jungs nicht so leicht.
Ich habe versucht, mich in meinen Ausführungen auf die Hetzer
zu beschränken.
Genau wie die paar Neonazis sind es eben die Lauten, also die
Ankläger und Abkassierer, die man am besten hört…
Ja, die gibt es auf beiden Seiten. Aber der Versuch, etwas zu
bagatellisieren oder zu verheimlichen wird die Situation auch
nicht verbessern.
Ich bagatellisiere keinesfalls.
Noch weniger möchte ich, daß etwas verheimlicht wird.
Ich verlange zunächst einmal lediglich Fairness auf beiden Seiten und eine Reflektion über das Verhalten der eigenen Bevölkerung, bevor man andere anklagt.
CU,
Mathiasw